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Leselupe.de > Kurzprosa
Der Anhalter
Eingestellt am 08. 11. 2005 21:43


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kio
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Und wieder stellte er sich alleine ganz nahe an die vorbeifahrenden Fahrzeuge. In freudiger Erregung streckte er den Daumen in die Luft. Doch die Zeiten waren hart. Auch f√ľr einen wie ihn. Ein paar schauten entsetzt aus dem Fenster und fuhren noch schneller, als ihr Blick es zulassen konnte, an ihm vor√ľber. Die meisten waren jedoch so mit sich selbst besch√§ftigt, dass sie nicht einmal bemerkten, dass dort ein Anhalter stand. Als er einige Regenschauer √ľberstanden hatte, der Verkehr mit zunehmender Dunkelheit sich lichtete, bremste neben ihm ein nicht g√§ngiges Automodell sanft ab und blieb direkt unter seinem noch immer in froher Erwartung gestreckten Daumen stehen.
Fast sch√ľchtern √∂ffnete er die T√ľr. Im Inneren des Wagens roch es nach Rosenholz und ein nicht mehr ganz junger, doch auch nicht alter Mann sass hinter dem Steuer. Freundlich blickte er ihn an und stellte fest, dass er sich freue, nach so langer Durststrecke endlich mal einen Anhalter zu finden. "Die Zeiten sind h√§rter geworden und Anhalter findet man nur noch sehr selten". Nach freudigem, gegenseitigen Zunicken wollte der Fahrer doch das Ziel des Anhalters wissen, um abzukl√§ren, ob es sinnvoll sei, den Weg gemeinsam fortzusetzen. Beide stellten fest, dass es noch keinen bestimmten Ort gab, den sie ansteuerten. Stille.
Dann erl√∂stes Grinsen: "Wie, du auch?" Nach l√§ngerer Fahrt, die sie aus dem H√§usermeer der Stadt brachte, standen sie an einem Waldweg und inhalierten die k√ľhle Morgenluft, genossen schweigend den Duft der erwachenden B√§ume, h√∂rten gemeinsam in den Sonnenaufgang hinein.
__________________
so einfach, wie möglich, aber nicht einfacher. A. Einstein

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Penelopeia
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Hallo Kio,

ja, die Zeiten haben sich geändert, ein Anhalter am Straßenrand wird heute oft ganz allgemein mit einem Bettler oder potentiellen Kriminellen gleichgesetzt. Vor dreißig Jahren gab es da mindestens noch eine weitere, bessere Meinung...

Der Text gef√§llt mir, er ist in einem angenehmen, ruhigen Grundton geschrieben. Trotz der K√ľrze kommen die Lebenshaltungen gut r√ľber.

Dann erlöstes grinsen : "Wie du auch?" Grinsen ist im geg. Zusammenhang ein Substantiv, nach "wie" wäre ein Komma passend.

LG

P.

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kio
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Urspr√ľnglich ver√∂ffentlicht von Penelopeia
Hallo Kio,

ja, die Zeiten haben sich geändert, ein Anhalter am Straßenrand wird heute oft ganz allgemein mit einem Bettler oder potentiellen Kriminellen gleichgesetzt. Vor dreißig Jahren gab es da mindestens noch eine weitere, bessere Meinung...

Der Text gef√§llt mir, er ist in einem angenehmen, ruhigen Grundton geschrieben. Trotz der K√ľrze kommen die Lebenshaltungen gut r√ľber.

Dann erlöstes grinsen : "Wie du auch?" Grinsen ist im geg. Zusammenhang ein Substantiv, nach "wie" wäre ein Komma passend.

LG

P.

Hallo Penelopeia,
danke f√ľr die Blumen - habe deinem Rechtschreib-Verbesserungs-Vorschlag Rechnung getragen. Genau die Ruhe ist es, die mir die N√§he eines ganz besonderen Menschen vermittelt. Und ich freu' mich tierisch, dass du das in der story wiedererkannt hast. Gru√ü
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so einfach, wie möglich, aber nicht einfacher. A. Einstein

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