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Leselupe.de > Humor und Satire
Der Antrag
Eingestellt am 03. 02. 2006 19:18


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Raniero
Textablader
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Der Antrag

Der Leiter der Kreditabteilung bei der großen Sparkasse zeigte sich nicht wenig ĂŒberrascht.
Als er am Morgen die Eingangspost öffnete, fand er ein an ihn persönlich gerichtetes Anschreiben eines Kunden vor, in welchem dieser um die GewĂ€hrung eines Darlehens in der GrĂ¶ĂŸenordnung von eine halben Millionen Euro bat.
Er nahm das Schreiben zur Hand und las:

„Sehr geehrter Herr,

hiermit lege ich Ihnen einen Antrag auf GewÀhrung eines Kredites in Höhe von
500 000,- € mit der Bitte um PrĂŒfung und Genehmigung vor.
Diese vorgenannte Summe benötige ich dringend zur Aufstockung meines Firmenkapitals, um die geplante Expansion meines Baustoffhandels durchfĂŒhren zu können.
Alle erforderlichen Unterlage sind beigefĂŒgt.
FĂŒr RĂŒckfragen hinsichtlich des Antrages stehe ich selbstverstĂ€ndlich zur VerfĂŒgung.
In Erwartung eines baldigen positiven Bescheides Ihrerseits verbleibe ich

hochachtungvoll

gez. Unterschrift“

Dem Antrag waren, wie der Absender bereits im Anschreiben zum Ausdruck gebracht hatte, fein sĂ€uberlich alle erforderlichen Unterlagen fĂŒr den Antrag wie Kataster- und BauplĂ€ne, Nachweis der Sicherheiten etc. beigefĂŒgt.
Was den Chef der Kreditabteilung so in Erstaunen versetzte, war nicht das Ansinnen des GeschÀftsmannes selbst, sondern die Tatsache, dass er persönlich diesem Kunden bereits vor einigen Wochen eben den gleichen Kreditantrag in genau derselben Höhe negativ beschieden hatte, weil aus Sicht der Bank zur Zeit bei ihm die erforderlichen Sicherheiten absolut nicht gegeben waren.
Da es sich bei dem BaustoffhÀndler um eine langjÀhrige GeschÀftsbeziehung handelte, hatte er ihn nicht nur schriftlich von dieser Entscheidung informiert, sondern vorab sogar telefonisch unterrichtet.
Was sollte das nun, fragte er sich, leidet der Mann denn bereits unter GedÀchtnisschwund oder hat ihn unsere ablehnende Nachricht derart verwirrt, dass er meint, es noch einmal versuchen zu können?
VerĂ€rgert darĂŒber, dass man ihm auf diese Weise seine kostbare Zeit regelrecht stahl, wollte er den Brief mit allen Unterlagen bereits einem seiner Sachbearbeiter weiterreichen, damit dieser eine erneute Absage, diesmal in durchaus schĂ€rferer Form, abfassen sollte, als sein Blick auf die RĂŒckseite der letzten Seite des Anschreibens fiel.
Der Leiter der Kreditabteilung erstarrte regelrecht beim Lesen der wenigen kleingedruckten Zeilen:
P S
„Wenn Sie diesen Brief in HĂ€nden halten, können Sie ihn direkt vernichten.
Nachdem Sie mir vor einiger Zeit meinen Antrag auf Kreditaufstockung nicht bewilligt haben, war ich gezwungen, mich selbst zu bedienen“.

Unter diesen Text waren die großformatigen Buchstaben der Überschrift eines Artikels der örtlichen Tageszeitung der letzten Woche auf die Seite kopiert worden:

BankrĂ€uber erleichtert Filiale der hiesigen Sparkasse um 5 Millionen €

Der Brief war von dem Kunden selbst unterzeichnet, neben seiner Unterschrift stand das Datum des Vortages und eine Ortsangabe; irgendein kleines Kaff in SĂŒdamerika.

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Minotaurus
Guest
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Also, die Filiale einer Sparkasse möchte ich sehen, die fĂŒnf Millionen in ihrem Tresor liegen hat.
Daß der BankrĂ€uber den Brief selbst geschrieben und dabei sogar noch seine Adresse angegeben hat, entbehrt ebenfalls jeglicher Logik.
Satirische Stilelemente vermisse ich in dieser Geschichte völlig, deshalb gehe ich davon aus, daß sie wohl mehr als leichter Humor zu verstehen ist?
Die Schreibweise und den Stil dagegen finde ich recht gut.

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Raniero
Textablader
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Registriert: Oct 2005

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Also, warum soll es keine Filiale geben, die fĂŒnf Millionen im Hause beherbergt, es gibt auch große Filialen.
Aus der Story geht nicht hervor, dass der Kunde (BankrÀuber) seine richtige Adresse angegeben hat, sondern nur eine Otrtsangabe.
BezĂŒglich der Differenz zwischen Satire und Humor gibt es schon recht unterschiedliche Meinungen; wer will sich da schon so genau festlegen?

Gruß Raniero

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