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Leselupe.de > Science Fiction
Der Aufzug
Eingestellt am 22. 08. 2002 01:14


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Rubinuit
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Aug 2002

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Der Aufzug



Lautlos glitt die silbrig glĂ€nzende TĂŒr zurĂŒck und der Aufzug ließ mich höflich blauschimmernd ein. Eine angenehme Stimme begrĂŒĂŸte mich unsichtbar lĂ€chelnd. Weiter geschah nichts. Ich blickte mich um, betrachtete die metallisch-flouoreszierenden WĂ€nde, betastete die glatte folienartige Innenhaut, konnte trotz umstĂ€ndlicher Verrenkungen keinen Mechanismus erkennen, um den Aufzug in Gang zu setzen. SchrĂ€g nach oben durch meine Beine blickend, bemerkte ich einen, wohl durch die Perspektive ungewöhnlich hager verzerrten Mann, der sein Gesicht mit einer Art LĂ€cheln noch zusĂ€tzlich schrĂ€gte. „Eins- sieben- eins“, sagte er, wĂ€hrend er mir half mich zu entwirren und ich eine halbwegs aufrechte Haltung einnahm. „Angenehm.“, stammelte ich. Die AufzugtĂŒr schloß sich und ein leises Summen vibrierte durch den Raum. Die wiedergewonnene Normalperspektive Ă€nderte kaum etwas an der Erscheinung meines Mitinsassen. „Wohin mĂŒssen Sie ?“ „238“ , las ich vor. Ich hatte mir die Adresse aufgeschrieben. „Ich besuche einen Freund. Es war seine Idee, ich solle kommen, wissen Sie, ich hatte keine Vorstellung, wenn ich gewußt hĂ€tte, diese Stadt mit ihren Einrichtungen, ich wußte nicht was mich erwartet, so komme ich, denke ich, mich wieder zu verabschieden. Es ist eine zu weite Reise, verstehen sie ?“ „Die Stadt ist schwer zu verstehen fĂŒr jemanden wie Sie, ich bemerkte ihre leichte Unbeholfenheit, als sie hier im Fahrstuhl warteten, aber sie werden bleiben wollen, sobald sie erst einmal angekommen sind, die Welt ist klein geworden und auch sie werden am Ende die VorzĂŒge moderner Technologien schĂ€tzen lernen.“ „Ich bin auf dem Land aufgewachsen.“, sagte ich nicht ohne Stolz, „der Geruch der Erde die grĂŒnen HĂŒgel BĂ€ume plĂ€tschernde BĂ€che zwitschernde Vögel und blĂŒhende Natur, wie sollte ich das alles aufgeben wollen gegen Beton Stahl grau und kalt. Keinem Lebewesen bin ich auf den Straßen begegnet. Das ist keine Welt fĂŒr mich.“ „ Sie besitzen eine eigentĂŒmlich romantische Vorstellung vom Leben und sie werden das Leben hier nicht verstehen, wenn sie ihm nicht begegnen. Die Natur ist ĂŒberall, sie durchdringt alles, das ganze Universum in jedem MolekĂŒl, sie mĂŒssen es sich nur nutzbar machen. Sie liegen in einer PfĂŒtze und trĂ€umen vom Meer.“ Ich sah kurz auf die Uhr und begann mich zu fragen, wann eigentlich unsere Fahrt zu Ende sei. Mein Mitfahrer bog sich leicht nach vorn und wieder zurĂŒck und schien selbst vom Meer zu trĂ€umen. „Sagen Sie, wann werden wir ankommen?“ Er kicherte „Vielleicht nie ?“.Es erschien mir keineswegs komisch, versuchte ich doch mein mulmiges GefĂŒhl durch dieses GesprĂ€ch etwas zu unterdrĂŒcken. Er schien meinen Unwillen zu bemerken, denn er fĂŒgte beschwichtigend hinzu „Sehen sie, Zeit ist hier nicht existent, die Antwort ist beliebig, es erschien mir nur ganz amĂŒsant mich mit jemandem vom Lande zu unterhalten, jemand so ganz außerhalb des modernen GefĂŒges, noch, sie werden vielleicht auch schon bald ein Teil des Ganzen sein. Alles ist eins und eins alles.“ Nun mußte ich lĂ€cheln „Nein, diese Stadt, ich wĂŒrde Krank, Metall in meiner Seele, ich brauche die Natur, ich will das Leben spĂŒren, nicht erahnen in grauem Beton, krank wĂŒrde ich werden, wenn ich verzichten mĂŒĂŸte auf Blumenduft und BlĂ€tterrauschen.“ „Sie sprechen von Verzicht, dabei ist ihr Blick ihre Sinne so eingeengt, sie wĂŒrden nichts verlieren und alles gewinnen, was wissen sie ĂŒber das Leben in der Stadt, das organisierte und doch wilde, ursprĂŒngliche mit allem verbundene Leben ?.“ Ich begann langsam an meinem Geisteszustand zu zweifeln „Wohnen sie schon lange hier?“ „Sie verstehen es nicht, ich wohne nicht hier niemand wohnt hier, niemand spricht hier vom Wohnen, es ist die Form moderner Existenz. Das GebĂ€ude, Stahl Beton und Plastik ist eine Ruine ein Relikt aus der Anfangszeit existentieller Forschung, die es dem Menschen erst ermöglicht, die Natur zu durchdringen in ihrer Tausendfalt. Das Ergebnis dieser Forschungen ist dieser Raum in dem wir jetzt stehen, der Rest des GebĂ€udes verfallen Schutt und leer.“ „Sie meinen dieser Aufzug ist das einzige, aber was, wohin fahren wir dann, ich glaube ich verstehe immer noch nicht ganz.“ Er atmete hörbar „Sehen sie, wir fahren nirgendwohin, geschweige denn wir fahren, nichts fĂ€hrt, wir bewegen uns nicht, was sich Ă€ndert ist nicht unsere Position, es ist die Welt um uns herum, es ist eine Frage der Definition, verstehen sie, wir stehen draußen.“ Ich fĂŒhlte mich etwas mĂŒde, betrachtete meine HĂ€nde „Ich, mein Freund, ich möchte einen Freund besuchen, ich habe seine Adresse..“ „Ich muß jetzt aussteigen“, sagte der graue Mann und verließ den Aufzug durch die TĂŒr, die sich unmerklich geöffnet hatte, kurz sah ich einige altmodische Laternen die eine feuchte Straße mit ihrem bleichen Licht beleckten, ein Augenblick nur, in welchen sich der hagere graue Mann einpaßte wie der Mörder in einem alten englischen Krimi, dann schob sich der silberglĂ€nzende Vorhang wieder zu. Ich war allein, blickte nochmals auf meinen Zettel „2-3-8“ sagte ich vorsichtig und hörte wieder dieses leise Summen. Ich stand draußen.

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Daß wo Rauf es ankommt ist rĂ€chtschraibung zeichensĂ€zung Und gramatig

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Gribsy
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Aug 2002

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Interessant

Wie gehts weiter ? Was sieht er draußen? Wie hat sich die Welt fĂŒr Ihn verĂ€ndert.

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Rubinuit
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Aug 2002

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interessant

interessant, daß du mich fragst, wie es denn weitergeht, denn fĂŒr mich war die geschichte hier eigentlich beendet, aber ich werde mir gedanken machen. im grunde ist das was er sieht beliebig, die welt oder sein verstĂ€ndnis davon hat sich bereits verĂ€ndert und drinnen oder draußen ist nur eine frage der definition. aber ich werde ĂŒber deine anregung nachdenken...
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Cassiopeia67
Festzeitungsschreiber
Registriert: Oct 2002

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Kommentare: 2
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AbsÀtze?

Ein paar hÀtten sicher nicht geschadet, um den Lesefluss aufzulockern, oder?

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