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Leselupe.de > Gereimtes
Der Autor
Eingestellt am 13. 06. 2003 20:04


Autor
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Inge Anna
H├Ąufig gelesener Autor
Registriert: Apr 2001

Werke: 1219
Kommentare: 1623
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Der Autor

Es schien sein erster Kurzroman
mir inhaltlos und schal;
doch hielt mein Nachbar Florian
das Werk f├╝r genial.

Er sah den jungen Autor schon
geschniegelt und gekr├Ânt,
befreit von schmalem Hungerlohn
und vom Erfolg verw├Âhnt.

Doch schwieg die Welt, das Ziel lag fern,
begrabenes Talent,
noch zeigte sich kein heller Stern
am weiten Firmament.

Beharrlichkeit und z├Ąher Flei├č
brachten dem Autor dann
den hei├č ersehnten Leserkreis:
Der H├Âhenflug begann.

Sein zweites Buch, die Sensation,
Goldregen dem Genie!
Im Schlummer lagen Spott und Hohn,
in engster Harmonie.

Und Florian hob stolz das Haupt,
als gelte ihm der Ruhm.
Er hatte an den Sieg geglaubt,
die Wartezeit war um.

Nur einmal gegen├╝berstehen,
dem Autor seiner Wahl,
ihm l├Ąchelnd in die Augen sehen,
Wunschtr├Ąume ohne Zahl.

Dass sein Idol mir gut bekannt,
gab ich zun├Ąchst nicht preis.
Mein Schulfreund hie├č Max Ohrenrand -
der Name lag auf Eis.

Hier sollte Gunnar Marius
im Rampenlichte steh'n;
da lie├č man feinsten Zuckerguss
langsam im Mund zergeh'n.

Woher das alte Foto kam,
Florian fragte nicht.
Ich zog's aus Staub und Schreibtischkram;
froh strahlte sein Gesicht.

Doch seinen Himmel tr├╝bte bald
ein dunkles Wolkenband.
Ihm wurde pl├Âtzlich eisig kalt,
Vergangenes erstand.

Das Bild - war es die M├Âglichkeit -
zeigte ihm jenen Mann,
dessen feige Verlogenheit
ihm Schweres angetan.

Damals verfehlte der Ruin
ihn nur um Haaresbreite,
dem Abgrund nah' - und nur durch ihn -
qualvolle Seelenpleite.

Was Florian mich wissen lie├č,
verwunderte mich sehr,
und dass mein Schulgef├Ąhrt' so mies,
fiel mir zu glauben schwer.

Als des Verruchten Name fiel,
atmete ich freier;
der Schuft besa├č ein Haus in Kiel
und hie├č Paul-Detlef Meier.

Er seufzte und die Zeit verstrich;
ich sah, wie sehr er litt,
und als er ging, entschloss ich mich
zu einem k├╝hnen Schritt.

Ich rief bei Max in M├╝nchen an,
pries brav sein neues Buch;
leicht pendelte sich in den Plan
sein baldiger Besuch.

Ein Sommerabend dr├Ąngte dann
zu Gartenplausch und Wein.
Erst jetzt sprach ich von Florian
und dessen Gr├╝belei'n.

Mein Schulfreund unterbrach mich nicht,
doch wich aus seinem Blick
das mir vertraute warme Licht,
ob jenem Missgeschick.

Und einer Amsel Abendgru├č
drang wehmutsvoll ins Ohr.
Was dachte Gunnar Marius?
Ich sp├╝rte, dass ich fror.

Doch k├Âstlich mundete der Wein,
er trank ihn mit Genuss;
das, was er schreibe, schlage ein,
rief Gunnar Marius.

Sein Redestrom schwoll m├Ąchtig an,
mir wurde kalt und hei├č.
Am Gartentor stand Florian;
ich wischte mir den Schwei├č.

Was dann geschah, wird euch erz├Ąhlt
in Gunnars drittem Buch,
und wer es liest, hat gut gew├Ąhlt:
"Des Lebens Brandgeruch".
__________________
Die ├╝ber Nacht sich umgestellt, zu jedem Staate sich bekennen, das sind die Praktiker der Welt; man kann sie auch Halunken nennen.
(Heinrich Heine)

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rilesi
Guest
Registriert: Not Yet

Inge Anna

... clever 'girl' :-)
lg

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