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Leselupe.de > Humor und Satire
Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft
Eingestellt am 31. 12. 2002 11:54


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titatom
???
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Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft

Haben Sie nicht auch Freunde in Ihrem Umfeld, deren Schicksal Sie besonders ber├╝hrt, an deren Lebensweg Ihre Gedanken verhaften, deren Zukunft Ihnen Sorge bereitet? Jeder Mensch mit einem F├╝nkchen Gef├╝hl hat so einen Bekannten, dessen Los betroffen macht. Mein Freund hei├čt Wolf. Wolf hatte seit Fr├╝hsommer dieses Jahres wieder einen festen, nahezu unk├╝ndbaren Job, und das nach gut sechs Monaten Arbeitslosigkeit. Kaum Chancen hatte er auf ein geregeltes Einkommen, beinahe abgetrieben im Ozean der Erwerbslosen, unvermittelbar aufgrund seiner ├ťberqualifizierung. Dagegen war und ist Wolf in seinem Metier perfekt, das Ma├č aller Dinge, State of The Art, eine Koryph├Ąe sozusagen. Und doch schien er an so profanen Dingen wie der Klimakatastrophe zu scheitern. Die Erw├Ąrmung der Erdkugel ging ihm schlichtweg nicht schnell genug. Wolf fehlte die Geduld. Wolf fehlte die Vorsehung, nach der bessere Zeiten periodisch wiederkehren. Wolf fehlte es an der positiven Denkweise. Ich erinnere mich noch genau an den Tag, an dem Wolf und ich zum ersten mal auf einander trafen. Wie bei jeder langj├Ąhrigen, intensiven Freundschaft waren uns Wolf und ich zu Anfang wenig sympathisch. Unsere Begegnung ├Ąhnelte eher einem postpupert├Ąren Kr├Ąftemessen. Erst nach wiederholter Zusammenkunft schwante beiden von uns, dass wir doch in einer gewissen Weise aufeinander angewiesen waren, in einem gemeinsamen, grasgr├╝nen Boot sa├čen. Sein heiseres Husten beim ersten Zug wurde mir mehr und mehr vertraut, umso mehr ich mich in die filigrane Technik seiner Antriebskraft hineingelesen hatte. Das kurzweilige Stottern deutete ich routiniert mit dem Feingeschmack eines Gourmets, der die zarten Nuancen zwischen Discountertankstelle und Markensprit zu deuten weis. Und schon nach Wochen waren Wolf und ich ein unschlagbares Team. Zweihundertf├╝nfzig Quadratmeter pro Stunde entlockten mir ein m├╝des L├Ącheln, seine Reaktion auf Fremde war dagegen unter Umst├Ąnden stoisch. Demgegen├╝ber war Wolfs Arbeitseifer seit dem Ende unserer Eingew├Âhnungsphase allein durch Tankpausen unterbrochen und des ├Âfteren kaum zu bremsen. Sogar das halbschattige Beet mit den immergr├╝nen Bodendeckern w├Ąren beinahe Wolfs ├ťbereifer zum Verh├Ąngnis geworden. Wie sollte ich nur meinem Wolf den kontinuierlichen Wechsel der Jahreszeiten erkl├Ąren k├Ânnen. Aber wie all die Jahre vor Wolfs bereichernder Bekanntschaft lie├č ich der Natur freien Lauf. Komme, was wolle. Manche Dinge sollen weder Mensch noch Maschine ├Ąndern. Und so kam auch dieses Jahr wieder der Tag, als ich mir Wolf zur Seite nahm, z├Ąrtlich eine Z├╝ndkerze aus seinem Bauch schraubte, mit Rostschutz├Âl einbalsamierte und zum letzten Mal das faulige Gr├╝n aus seinem Grasfang streichelte. Es ist Zeit, uns zu trennen, deutete ich meinem Freund an. Nicht f├╝r immer, wir sehen uns bestimmt wieder, glaub es mir. Dich bis ans Ende meiner Tage zu vermissen, br├Ąche mir das Herz. So long, fellow, mach et jut. Solange ich das Gras an der Biegung des Grundst├╝ckes noch wachsen h├Âre, bleiben wir dicke Freunde. Schau mir auf die Wiese, Kleiner...

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Michael Schmidt
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Gef├Ąllt mir gut, nur das Ende mit dem Gras finde ich mager.
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Zefira
???
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Ja, mir fehlt irgendwie das versch├Ąmte Rendezvous in der Kellerecke w├Ąhrend der kalten Jahreszeit. Hin und wieder mal vorbeikommen, den Griff t├Ątscheln und an der Rei├čleine ruckeln (was Wolf jeweils ein l├╝sternes Aufst├Âhnen entlockt) w├Ąre doch wirklich nicht zuviel verlangt.

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titatom
???
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Ich muss euch beiden Recht geben, kann das aber mit zugegebenerma├čen lausigen Argumenten erkl├Ąren:
Dieser Text sollte urspr├╝nglich im Herbst als Glosse ver├Âffentlicht werden. Sozusagen als Gartensaioson-Abschluss. Ausserdem wurde mir w├Ąhrend des Schreibens klar, dass das Ganze viel zu lang w├╝rde, daher die ungl├╝ckliche Notbremsung zum Schluss.
Vielleicht sollte ich mich noch mal hinsetzen und der Geschichte ein gl├╝ckliches Ende bereiten, was meint Ihr?

Herzliche Gr├╝├če und vielen Dank

Tom

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Michael Schmidt
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Wenn du mich fragst, verge├č die Gartenschau und konzentrier dich auf Wolf.
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