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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Der Besen
Eingestellt am 16. 01. 2002 12:37


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anemone
Schriftsteller-Lehrling
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Es war einmal ein Besen, dem alle Haare zu Berge standen. Er fegte, was er fegen sollte und sei es der gr├Â├čte Schmutz. Sein Benutzer war meistens ein mittelalterlicher Mann, der ihn als Stra├čenbesen bezeichnete.

So geschah es eines Tages, dass dieser Mann keine Lust mehr hatte, die Stra├če zu fegen. Er lie├č den Stra├čenbesen in der Ecke stehen. Seine Frau sah ihn griesgr├Ąmig an und beschwerte sich dar├╝ber bei ihm. Doch der Mann wollte davon nichts h├Âren. ÔÇ×Ich fege nur noch, wenn es mir Spa├č macht!ÔÇť behauptete er ÔÇ×und heute macht es mir keinen Spa├č!ÔÇťrief er dabei m├╝rrisch aus.

ÔÇ×Er wird seine Tage haben!ÔÇť behauptete sein Weib und st├Ârte sich weiter nicht an ihn. Doch der Mann, der Anton hie├č, hatte f├╝r die Zeit etwas besseres vor. Er begab sich ins Wirtshaus und bestellte sich ein Bier.

ÔÇ×Nun bin ich schon so lange auf der Welt, da werde ich doch wohl mal machen k├Ânnen, was ich will!ÔÇť gab er dem Wirt zu verstehen. Nat├╝rlich verstand das der Wirt und ganz besonders verstand er, dass Anton sein Bier bei ihm trank und nicht nebenan.

Anton wollte an dem Tag ├╝berhaupt nicht mehr nach Hause und als er sich am sp├Ąten Abend dann doch aufmachte und vor seiner T├╝r ankam, war die Stra├če immer noch nicht gefegt.
Anton trat gegen eine leere Coladose, lallte ein paar Worte und lie├č sich von seiner Frau die T├╝r ├Âffnen.

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anemone
Schriftsteller-Lehrling
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Der Besen 2

M├╝de fiel Anton in sein Bett und seine Frau zog ihm die Schuhe aus. Er schnarchte, dass die Lampe wackelte. Am n├Ąchstem Morgen nach dem Weckerklingeln wollte Anton sich gerade in seinen Wagen setzen, um loszufahren und Br├Âtchen holen, als ihm auffiel, dass die Stra├čenrinne blitzblank sauber gefegt war. Er dachte, er traue seinen Augen nicht und lief in die Garage, um den Besen zu suchen. Dieser stand allerdings artig in der Ecke, dort wo er ihn tags zuvor abgestellt hatte.

Noch w├Ąhrend der Fahrt musste Anton immer wieder an dieses Sauberkeitswunder denken.
Bald kam er mit den Br├Âtchen zu Hause an, stand kopfsch├╝ttelnd vor der Stra├čenrinne und fr├╝hst├╝ckte in aller Ruhe mit seiner Familie. Nein, auch von ihnen hatte keiner die Stra├čenrinne gefegt. Er machte sich auf den Weg zu seiner Arbeitsstelle und schien doch recht vergn├╝gt zu sein. ÔÇ×Es geschehen noch Zeichen und Wunder!ÔÇť brubbelte er in seinen Bart.

Als der Lehrling auf seiner Arbeitsstelle mit dem Besen erschien, um den Platz zu fegen, empfahl er ihm, das doch den Besen allein machen zu lassen. Der Lehrling hielt Anton f├╝r verr├╝ckt und machte eine entsprechende Handbewegung. Anton hielt den Besen in die H├Âhe und besah ihn sich ganz genau. ÔÇ×Was ist an diesem Besen anders, als an meinem?ÔÇť fragte er. Der Lehrling hielt ihn jetzt f├╝r vollends ├╝bergeschnappt. Aber da Anton schon ├Ąlter war, wagte er ihm nichts zu erwidern. Er fegte, was das Zeug hielt.

Anton nahm sich vor, seinen Besen zu Hause noch einmal einer gr├╝ndlichen Untersuchung zu unterziehen. Und so geschah es, der erste Weg nach Feierabend war der Weg in seine Garage.+

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anemone
Schriftsteller-Lehrling
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letzte Folge

Zu Hause angekommen begab Anton sich gleich in die Garage. Der Besen stand noch immer an seinem alten Platz. Anton warf ihn mit Schwung auf die Werkbank und besah sich jedes einzelne H├Ąrchen. Es war ein Besen wie jeder andere, nichts an ihm schien au├čergew├Âhnlich zu sein und somit bef├Ârderte er ihn wieder an seinen Platz.

Nachdenklich kam er bei seiner Frau an. Er gr├╝belte lange dar├╝ber nach.
ÔÇ×Hast du immer noch deine Tage?ÔÇť wollte seine Frau von ihm wissen, die diesen nachdenklichen Mann so nicht kannte, doch er sch├╝ttelte nur still den Kopf. Sie machte eine wegwerfende Handbewegung und ging ihm vorsichtshalber lieber aus dem Weg. Doch auf einmal machte er den Mund auf und fragte: ÔÇ×Wer mag denn nur die Stra├če gefegt haben?ÔÇť
ÔÇ×Sicher waren es die Heinzelm├Ąnnchen!ÔÇť gab sie ihm spontan zur Antwort und er sah in ihr Gesicht. War das etwa ihr Ernst? Glaubte sie echt daran? Doch dann sah er ihr Grinsen im Gesicht. Es war also ein Scherz von ihr, doch ihm ging diese M├Âglichkeit jetzt durch den Kopf.

Wenn es der Besen nicht von selbst war, dann musste es jemand anderen geben, der ihn benutzte und ihn fein s├Ąuberlich wieder abstellte. Er nahm sich vor, die Stra├če im Auge zu behalten. Adele, seine Frau hatte inzwischen mit allem gerechnet, aber nicht damit, dass ihr Mann den ganzen Tag brav zu Hause hockte um aus dem Fenster zu starren. Sie fragte jedoch nicht, wollte ihn nicht an die Kneipe erinnern, besser sie lie├č ihn hocken.

Kurz nur hatte er seinen Fensterplatz verlassen, um seinen Feldstecher zu holen, damit er auch eventuelle kleine Wesen erkennen k├Ânnte, klingelte es an der T├╝r. Seine Frau ├Âffnete und herein kam der Nachbar mit einem Blumenstrau├č. Er wollte einen Krankenbesuch machen, da er den flei├čigen Feger von nebenan vermisst hatte.

Er h├Ątte schon die Stra├če f├╝r ihn mitgefegt, da er so etwas nicht gewohnt sei.
Der Nachbar verstand gar nicht, warum Anton ihn so fr├Âhlich begr├╝├čte und ihm gleich um den Hals fiel. Es war doch wirklich nicht der Rede wert gewesen!

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Deminien
Schriftsteller-Lehrling
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Hi anemone,

"Benutzer war meistens ein mittelalterlicher Mann..."

"Er begab sich ins Wirtshaus und bestellte sich ein Bier."

Durch diese S├Ątze entstand bei mir der Eindruck, da├č die Geschichte sich in mittelalterlicher Umgebung abspielt. Daher erscheint dann die "Coladose" etwas ungew├Âhnlich. Vielleicht solltest Du aus dem mittelalterlichen - einen Mann mittleren Alters machen.


Ansonsten war ich, als jemand der sich vor nicht allzu langer Zeit ├╝ber einen schneefreien Gehsteig gewundert hat, sehr am├╝siert.


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anemone
Schriftsteller-Lehrling
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Danke f├╝r den Tipp, Deminien

Ich werde den Text im Original ├Ąndern. Es sollte tats├Ąchlich in fr├╝heren Zeiten spielen, da es ja heute Kehrmaschinen gibt und das Sta├čefegen sich er├╝brigt hat, doch Coladosen existieren hier schon lange.

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