Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, m├╝ssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5439
Themen:   92265
Momentan online:
607 Gäste und 13 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Gereimtes
Der Bestatter soll sterben
Eingestellt am 18. 04. 2008 10:26


Autor
Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.
Ohrensch├╝tzer
???
Registriert: Oct 2002

Werke: 83
Kommentare: 690
Die besten Werke
 
Email senden
Profil

Der Bestatter soll sterben

Der Tod klopft selten an das Tor,
tritt ungefragt gleich ein.
Das kommt ihm auch nicht komisch vor,
wer lie├če ihn schon rein?

Doch letztens kehrte er schon um,
bevor sein Werk vollendet,
und hat vor baffem Publikum
sich schimpfend abgewendet.

Das Haus, das trotzig widerstand
den Fl├╝chen des Gevatters
und Trommeln an Portal und Wand,
war jenes des Bestatters.

Was war passiert, dass gar der Tod
nicht einfach dort hinein drang?
Vergeblich suchte er in Not
den Lieferanteneingang.

__________________
Auch zu h├Âren (in der Ursprungsfassung mit anderer Zeile 2) unter
http://ohrenschuetzer.podspot.de

__________________
Der Ohrensch├╝tzer

Version vom 18. 04. 2008 10:26

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Ohrensch├╝tzer
???
Registriert: Oct 2002

Werke: 83
Kommentare: 690
Die besten Werke
 
Email senden
Profil

Hallo Tom,

vielen Dank f├╝r Deine intensive Auseinandersetzung.

Mal kurz zum Technischen: Dein Vorschlag f├╝r Zeile 2 beginnt mit einer Hebung, was aber im Zusammenhang mit der Reim-Zeile 4 so nicht passen w├╝rde. In meiner Variante sollte sich die Betonung so anh├Âren: "er tritt zumeist gleich ein".

Wenn Du schaust, beginnt ausnahmslos jede Zeile unbetont, insofern ist meine Variante stimmiger. Sogar die Kadenzen sind gleich, bis auf Zeile 2 und 4 der ersten Strophe.

Zum Inhaltlichen: Ich wollte verdeutlichen, dass der Tod normalerweise ohne Tamtam gleich ins Haus hineingeht (Strophe 1). Diesmal ging er aber nicht ins Haus, sondern schimpft und kehrt vor der T├╝r um, was von staunenden Passanten beobachtet wird (Strophe 2). Er hat geflucht und vor Wut die Wand geh├Ąmmert, und zwar vom Haus des Bestatters (Strophe 3). Und warum? Weil er den Lieferanteneingang nicht gefunden hat (Strophe 4).

Du hast den Tod schon im Haus gew├Ąhnt, vielleicht weil Du das beginnende "doch" im Sinne von "aber nicht in diesem Fall" ├╝berlesen hast? Dann verstehe ich Deine Verwirrung. Hm, wei├č im Moment nicht, wie ich es deutlicher gestalten kann.

Und bez├╝glich Rhythmuswechsel: H├Âr Dir vielleicht auf der genannten Website einmal die vorgelesene Version an, dann erkennst Du die von mir vorgesehene Betonung, meiner Meinung nach m├╝sste es passen.

Danke nochmals f├╝r den konstruktiven Kommentar. Wenn Dir noch was auffallen sollte, bitte melden. Beste Gr├╝├če,
__________________
Der Ohrensch├╝tzer

Bearbeiten/Löschen    


Spaetschreiber
Guest
Registriert: Not Yet




Lieber Ohrensch├╝tzer



Erst einmal meine "vorz├╝gliche Hochachtung f├╝r die RezitationÔÇť, wirklich gut und in meinem Sinne, weil: Professionell.
Nur aber sind wir ja hier nicht in der ÔÇ×H├ÂrlupeÔÇť sondern in der ÔÇ×LeselupeÔÇť  (m├╝sste man mal nachdenken ob das nicht eine gute Idee w├Ąre, die es zu erfinden gilt)

Hier also noch mal meine Lesebild:
____________________________________
Der Tod klopft selten an das Tor,
er tritt zumeist gleich ein.

Dies ist erst mal eine Feststellung des Erz├Ąhlers. Rums! Klar und deutlich formuliert, dass sogar ich es verstehe und wirklich nix durcheinander bringen kann.
____________________________________

Das kommt ihm auch nicht komisch vor,
wer lie├če ihn schon rein?

Hier verl├Ąsst du die Rolle des laut Erz├Ąhlers und l├Ąsst ihn nachdenken, ich mache dann immer ne Klammer drum, um es besser auszudr├╝cken.
____________________________________

Doch letztens kehrte er schon um,
bevor sein Werk vollendet,

Hier erinnert sich der Erz├Ąhler an eine Begebenheit vergangener Tage oder?
____________________________________
und hat vor baffem Publikum
sich schimpfend abgewendet.

Hier nun ist dem Leser ├╝berhaupt nicht klar, wo denn das Publikum herkommen sollte, ist es nicht eine dunkle Nachgestalt in feuchten Gassen, die in Einsamkeiten verborgen liegen? Das jedenfalls ist das Bild, was ich sehe, wenn ich an diesen grausigen Gesellen denke. (ich hab schon Schi├č, wenn ich nur daran denke)
____________________________________

Das Haus, das trotzig widerstand
den Fl├╝chen des Gevatters

Warum wiedersteht denn hier das ÔÇ×HausÔÇť den Attacken? Warum ist des nicht das oben erw├Ąhnte ÔÇ×TorÔÇť
____________________________________

und Trommeln an Portal und Wand,
war jenes des Bestatters.

Warum ist es denn soooo schwer (f├╝r Gevatter Tod nat├╝rlich), sich den Zutritt zu verschaffen?
In der Ersten Strophe stehtÔÇÖs doch knallhart beschrieben wie das geht (meistens)
____________________________________

Was war passiert, dass gar der Tod
nicht einfach dort hinein drang?

Tja, diese Frage steht in dem Satz den ich gerade schrieb. Was war denn passiert? Noch ist unser Gevatter ja wissenslos, noch wei├č er nicht um Amt und W├╝rden des Heimgesuchten. Und warum sollte es nun gerade den schwarzen Herren verg├Ânnt sein, sich derartige Besucher vom Leib zu halten? Naaaaaaaa? Wei├čt du das? Ick wees dat nich.
____________________________________

Vergeblich suchte er in Not
den Lieferanteneingang.

Und wenn denn der Lieferanteneingang als Pointe gedacht ist, ist sie ein wenig zu schwach.
____________________________________


Das alles sind aber nur ÔÇ×meineÔÇť Gedanken wenn ich lese was du schriebst. In der H├Ârversion gleichen sich unsere Intensionen sicher viel mehr. Huch ist das grausig.
Grunds├Ątzlich ist zu sagen: Es ist ein klasse ÔÇ×H├ÂrgedichtÔÇť, geschrieben erreicht es mich lange nicht so,wie die brillante Rezitation.

Noch was, mein Vorschlag f├╝r Zeile zwei, beginnt NICHT mit einer Hebung. Die Hebung ist ÔÇ×ungefragtÔÇť, versuchÔÇÖ mal.

Aber wir k├Ânnen ja hier noch lange herumschnattern. Die Welt ist bunt und bleibt meistens lustig.
Hoffen wir beede, das der Geselle den du beschreibst, noch lange zu tun hat an verschlossenen T├╝ren anderer, dann hat er keene Zeit f├╝r uns beede. Das ist doch auch gut oder?

Sch├Ânen Gru├č und einen tollen Fr├╝hling.

LG
Tom





Bearbeiten/Löschen    


Zeder
Administrator
Fast-Bestseller-Autor

Registriert: Nov 2001

Werke: 14
Kommentare: 3845
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Zeder eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo Spaetschreiber,

Noch was, mein Vorschlag f├╝r Zeile zwei, beginnt NICHT mit einer Hebung. Die Hebung ist ÔÇ×ungefragtÔÇť, versuchÔÇÖ mal.

die L├Âsung des Problems (der Silben) w├Ąre:

" er tritt ungefragt gleich ein".

Gr├╝├če von Zeder

Bearbeiten/Löschen    


Sta.tor
Foren-Redakteur
H├Ąufig gelesener Autor

Registriert: Feb 2002

Werke: 152
Kommentare: 2221
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Sta.tor eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil
nachgefragt

Das "ungefragt" gef├Ąllt mir auch ein wenig besser und wenn du das "er" in zeile zwei wegl├Ąsst stimmts auch metrisch. Den Titel h├Ątte ich um "sollte" erweitert.

Das Gedicht will ich hier auch nicht so auseinanderklab├╝sern - man wei├č um den Sinn der Pointe, schmunzelt und gut is.

VG Thomas
__________________
schlimmer geht immer

Bearbeiten/Löschen    


Ohrensch├╝tzer
???
Registriert: Oct 2002

Werke: 83
Kommentare: 690
Die besten Werke
 
Email senden
Profil

Hallo Tom, hallo Zeder,

nochmals vielen Dank f├╝r die ausf├╝hrliche Auseinandersetzung.

Tom, Du hast nat├╝rlich Recht, den Text selbst zu lesen und vorgelesen zu bekommen, sind unterschiedliche Zug├Ąnge. Und da wir hier nicht in der "H├Ârlupe" sind, wollte ich das Vorgelesene zur rhythmischen Verdeutlichung anf├╝hren. Wenn dieser Leserhythmus f├╝r Dich nicht klar durchkommt und Du das Gef├╝hl hast, dass noch eine Silbe fehlt oder es holpert, ist das nat├╝rlich ein Hinweis darauf, dass der Text noch verbesserungsf├Ąhig ist.

Euer Vorschlag
Der Tod klopft selten an das Tor,
tritt ungefragt gleich ein

ist eine durchaus g├╝ltige Variante, die ihren Reiz hat. Vor allem, weil die Dopplung "selten/zumeist" wegfallen w├╝rde. Mir hat die sprachliche Wiederholung der drei "ei" gefallen: "zumeist gleich ein", aber vielleicht hat Euch das gerade gest├Ârt?

Ich denke, ich werde Euren Vorschlag ├╝bernehmen, nach einmal ├╝berschlafen.

Zum Titel: "Sollte" n├Ąhme mir schon zu fr├╝h vorweg, dass daraus nichts wird. Er soll ja - auch nach fehlgeschlagenem Versuch - noch immer sterben. Au├čerdem darf es ruhig auch ein bisschen nach Western klingen.

Nochmals danke f├╝r Eure konstruktiven Beitr├Ąge! Beste Gr├╝├če,
__________________
Der Ohrensch├╝tzer

Bearbeiten/Löschen    


Gurke
H├Ąufig gelesener Autor
Registriert: Apr 2006

Werke: 14
Kommentare: 173
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Gurke eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo Ohrensch├╝tzer,

sorry, aber ich komme auch noch mit einer Stelle an:

quote:
nicht einfach dort hinein drang?


da holpert das Versma├č auch...

Sch├Ânen Tag

J├╝rgen

Bearbeiten/Löschen    


9 ausgeblendete Kommentare sind nur f├╝r Mitglieder und nur mit eingeschaltetem Javascript erreichbar.
Zur├╝ck zu:  Gereimtes Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!