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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Der Brief
Eingestellt am 01. 05. 2002 17:52


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Valeria
Hobbydichter
Registriert: Apr 2002

Werke: 2
Kommentare: 1
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Sie verschloss den Umschlag, schrieb die Adresse drauf, und bevor sie es sich anders ĂŒberlegen konnte, ging sie hinunter an die Ecke und steckte ihn in den Briefkasten.

So, dass wĂ€re geschafft! Jetzt gibt es keinen ZurĂŒck mehr. Es ist abgeschickt. Sie holte tief Luft, schloss die Augen und stellte sich vor, was der EmpfĂ€nger der Sendung wohl in dem Moment, wo er es in der Hand halten und lesen wird, denken mag.

"Habe ich richtig gehandelt? Habe ich nichts ĂŒberstĂŒrzt?" fragte sie sich, immer wieder. Plötzlich fĂŒhlte sie eine Art innere WĂ€rme, welche ihren Körper durchflutete, da wusste sie, alles wird gut. Alles ist genauso wie es sein sollte, ihre Entscheidung war richtig. So leid es ihr auch tat, sie musste zu diesem Schritt greifen, es ging einfach nicht mehr anders. Sie konnte ja nicht richtig mit ihm reden. Er wusste alles besser, in seinen Augen war sie ja eh ein "Niemand". Auch wenn sie ihn anfangs geliebt hatte, seine ewige Nörgelei, seine Besserwisserei hatten ihre GefĂŒhle getötet. Sie konnte nicht mehr. Dies war keine gesunde Grundlage mehr fĂŒr eine liebevolle Beziehung. Wie konnte sie denn bloss so blind sein? Sie hĂ€tte schon viel frĂŒher merken sollen, wie er wirklich war. Aber Liebe macht ja bekanntlich blind. Zum GlĂŒck fĂŒr sie, aber nur fĂŒr eine bestimmte Zeit. Dann hat sie ihn durchschaut. Jetzt hat sie ihm in dem Brief mitgeteilt, dass er sich fĂŒr seine fiesen Spielchen jemand anderen suchen muss. Ihr SelbstwertgefĂŒhl hat zwar unter dieser Beziehung gelitten, aber es ist noch lange nicht am Boden. Das wĂ€re ja gelacht! Es gibt genug andere netten MĂ€nner, deren grösste Befriedigung nicht darin besteht, die Partnerin schlecht zu machen! Sicher, sie ist auch nicht perfekt, niemand ist perfekt. Das wĂ€re ja grĂ€sslich langweilig, wenn alle perfekt wĂ€ren. Wenn alle gleich wĂ€ren, wo wĂ€re da die Vielfalt, worin wir uns erfreuen und worin wir uns ergĂ€nzen? Also, sie möchte eigentlich gar nicht perfekt sein oder werden. Aber sie verlangt schon vom Partner, dass er sie genauso respektiert und akzeptiert, wie sie ihn ja auch respektiert und akzeptiert. Wenn das jemand nicht kann oder will, dann ist er selber schuld und er muss sich ein anderes Opfer suchen, sie ist dazu nicht mehr bereit!

So, jetzt fĂŒhlt sie sich richtig erleichtert, dass dieser böse "Albtraum" endlich vorĂŒber ist. Jetzt kann sie endlich wieder richtig leben. sie muss nicht lĂ€nger auf alles verzichten, nur weil ihr Partner zu keinerlei gemeinsamen AktivitĂ€ten zu bewegen war und er von sich aus nur zu Hause herumsass um die eigenen 4 WĂ€nde anzustarren! Er war natĂŒrlich genausowenig erfreut, wenn sie dann begann, sich alleine zu unterhalten, sich mit Freunden zu treffen, zu Konzerten oder ins Kino zu gehen oder Sport zu treiben. Er wollte ja nicht mitkommen, nicht sie wollte ihn nicht dabeihaben. Dies ist ein sehr grosser Unterschied. Aber ab sofort kann er gerne alleine in seinen 4 WĂ€nden versauern, sie wird sich nicht lĂ€nger lebendig begraben lassen, nur weil er es so will. Oh nein! Diese UnterdrĂŒckung hat ab sofort ein Ende. Leben, ich komme!!! denkt sie noch, bevor sie in den wohlverdienten Schlaf fĂ€llt. Morgen fĂ€ngt mein Leben erst richtig an!

__________________
Valeria/ZĂŒrich

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Guest
Registriert: Not Yet

Hallo Valeria,

also ich will mal ehrlich sein! Mir kommt es so vor, als schilderst Du hier eine eigene Erfahrung, die zig Menschen (Frauen u. MĂ€nner) auch schon gemacht haben und immer wieder machen werden. Du schilderst ein Erlebnis, das zu Recht verletzend gewirkt haben muss.
Verpacke den Text doch in eine richtige Handlung, baue einen Spannungsbogen auf (das geht auch bei solchen Stories). Ich hĂ€tte z. B. (um bei Deiner Geschichte zu bleiben), den Brief erzĂ€hlen lassen. Somit kommt viel mehr GefĂŒhl u. Menschlichkeit rĂŒber. Dann, um es ein wenig spannend zu machen, hĂ€tte ich eine Verzögerung eingebaut, in der sie nach Fertigstellung des Briefes grĂŒbelt, ob sie ihn ĂŒberhaupt wegschickt. Aber hier hast Du ihn ja schon weggeschickt, der Leser weiß also, dass Du Dich schon zu diesem Schritt entschieden hast.
Oder 2. Vorschlag: der EmpfĂ€nger liest den Brief und Du schilderst, wie er ihn liest (weint er vielleicht? zerknĂŒllt er ihn wĂŒtend?)
Ich finde, da ist eine Menge zu machen! In diesem Sinne viele GrĂŒĂŸe! GUIDO

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Ralph Ronneberger
Foren-Redakteur
Autor mit eigener TV-Show

Registriert: Oct 2000

Werke: 64
Kommentare: 1400
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Hallo Valeria,

Guido ist mir um Haaresbreite zuvor gekommen. So bleibt mir weiter nichts, als das Lineal zu nehmen und seine Worte dick zu unterstreichen. Nur drei eigene hinzugefĂŒgt: "Mach was draus!"

Gruß Ralph
__________________
Schreib ĂŒber das, was du kennst!

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Gerhard Kemme
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo Valeria!
Da sitzt er locker auf dem Pult und streicht sich
sein blondes Haar zurĂŒck: "Wenn Sie ein Werk in-
terpretieren, entfalten Sie verbal einfach, das
was Ihnen auffÀllt."
Lokalkalorit lese ich gerne, z.B. wie sehen dort
die HĂ€user aus, ist der Briefkasten gelb.
Liebespaare haben sich irgendwann kennengelernt
und da war es doch okay. Was hat sich geÀndert?
Aber wie kannst du die Harmonie in deiner Ge-
schichte behalten, sie weiter so schön kurz las-
sen und all meine neugierigen Lebensfragen erfĂŒl-
len? Humor in allen Lebenslagen, aber stimmt schon
bei einer Trennung vergisst der enttÀuschte Lie-
bende ihn.
TschĂŒss Gerd aus Hamburg

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Monfou
???
Registriert: Feb 2002

Werke: 0
Kommentare: 0
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Liebe Valeria,

das ist doch so eine Schreibaufgabe, so ein kleiner Schreibwettbewerb, veranstaltet u.a. vom Nachtcafé.

Der erste Satz ist als Satz eines relativ bekannten Literaten vorgegeben (ja, wer ist es?). Daran anknĂŒpfend soll eine Geschichte erzĂ€hlt und weitergesponnen werden.

Warum teilst du diesen Umstand nicht mit? Dann kann man die Geschichte besser einschÀtzen.

Heiter grĂŒĂŸt
Monfou

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Valeria
Hobbydichter
Registriert: Apr 2002

Werke: 2
Kommentare: 1
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Der Brief

Hallo zusammen,

Besten Dank fĂŒr die Kommentare. Ich weiss, ich habe vergessen mitzuteilen, dass der erste Satz vorgegeben wurde und ich daraus versucht habe etwas zu schreiben. Bin halt noch ziemlich neu, was das Schreiben betrifft, eine blutige AnfĂ€ngerin. Aber ich bin auch schon dabei, aus diesem Satz etwas anderes, ausfĂŒhrlicheres zu machen. Nur war die LĂ€nge bei der Aufgabe auch vorgegeben und dieser Beitrag, welchen ich hier hineingestellt habe, ist schon lĂ€nger, als er sein sollte. Vielleicht stelle ich die nĂ€chste Fassung auch noch rein, wenn er fertig ist.

Entschuldigt bitte fĂŒr diese Unterlassung und nochmals herzlichen Dank.


__________________
Valeria/ZĂŒrich

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