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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Der Chor
Eingestellt am 25. 02. 2002 12:39


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anemone
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Sep 2001

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Es war wieder Ruhe eingekehrt und diesmal schien es nicht die Ruhe vor dem großen Sturm zu sein. Vernunft regierte ihr Handeln. Es war ihnen beiden bewusst: Sie waren keine kleinen Kinder mehr.
Sie sangen gemeinsam und immer wieder trafen sich ihre Blicke, zunĂ€chst nur zufĂ€llig bevor sie die NotenblĂ€tter umschlugen, denn sie standen sich im Halbkreis fast gegenĂŒber. SpĂ€ter dann sah sie seine Handbewegung, die das Notenblatt umschlagen wollte und sein Grinsen im Gesicht, weil es keinen Grund gab, die Seite zu wechseln, ab da war es ihnen beiden bewusst und immer wieder machte jemand von ihnen auf diese Weise auf sich aufmerksam. Den Gesangeskollegen fiel es nicht auf, sie hatten mit sich selbst genug zu tun und so kam es, dass sich die Beiden beim letzten Ausflug des Chores suchten und auch fanden.

Sie befanden sich nie vollkommen allein dort, jemand hielt sich stĂ€ndig in Reichweite zu ihnen auf. Es wurde ein Dom besichtigt. In Rolfs Kopf arbeitete es fieberhaft, er hĂ€tte sich so gerne von der Truppe entfernt und ließ sein Flirtopfer nicht aus den Augen, auch sie schien seine NĂ€he zu suchen, doch wollte auf keine Fall auffallen. Was wĂŒrden die Kollegen sagen, wenn sie es bemerkten. Rolf hatte eine gute Ehefrau, sie, sicher sie war geschieden, aber das Gerede in so einem Dorf war groß und ganz sicher kĂ€me es eher bei seiner Frau an, als es ihnen lieb wĂ€re.

Lilo hielt sich zu Anfang stĂ€ndig inmitten des Chores auf und betrachtete ihn nur so aus den Augenwinkeln. Es war ihr erster Ausflug, der normalerweise mit Partnern stattfand. Lilo hatte keinen Partner und ĂŒberhaupt eher ein gestörtes VerhĂ€ltnis zu MĂ€nnern. Ihre Erfahrung mit ihnen war bisher eher negativer Art. - Es gab auch nette MĂ€nner, - dachte sie, - doch die waren leider immer in festen HĂ€nden - und sie kam auch so recht gut zurecht.

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flammarion
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hallo,

da fehlt doch wohl noch n stĂŒck, oder? unbefriedigt guckt
__________________
Old Icke

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anemone
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Sep 2001

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Forts. 2

Rolf, dessen Frau auf ChorausflĂŒgen bisher immer dabei war, wurde mehrfach von den Mitgliedern angesprochen: „Was ist mit deiner Frau, warum ist sie nicht dabei?“ – Musste sie denn immer mit der Nase ĂŒberall dabei sein?- fragte er sich. Er war erstaunt und erfreut zugleich, als sie ihm mitteilte, dass sie ausgerechnet an dem Wochenende ihren Kegelausflug hĂ€tte und es schien ihr nichts auszumachen. So wusste er sie jedenfalls schön weit weg und fĂŒhlte sich entsprechend frei und unbeobachtet.

Lilo jedoch kreise in seinem Kopf herum und auch wenn sie scheinbar versunken der Stimme des KirchenfĂŒhrers lauschte, so wusste er doch, dass ihre Gedanken bei ihm waren. Da war er sich vollkommen sicher, warum, das vermochte er auch nicht zu sagen. Es war bei ihm ja ebenso der Fall und heute war einfach die einzige und beste Gelegenheit diese Freundschaft zu vertiefen, doch sie musste die Zeit mit dieser FĂŒhrung vertrödeln. Es passte ihm gar nicht und in Gedanken malte er sich aus wie er es anstellen könnte sie fĂŒr sich zu gewinnen.
NatĂŒrlich, wĂŒrden sie beide fehlen, fielen sie auch wieder auf, es war schwieriger, als er es sich vorgestellt hatte, aber irgendeine Möglichkeit musste es doch geben!

„Ich werde mich entfernen, sie wird mich vermissen und mich suchen!“ dachte er bei sich und er verließ das KirchengemĂ€uer. Es war ihr zuerst gar nicht aufgefallen aber als sie ihn nicht sah entfernte sie sich tatsĂ€chlich von der Gruppe und suchte ihn. Im GebĂ€ude jedoch schien er sich nicht aufzuhalten. Lilo kam wieder zurĂŒck an die frische Luft, blieb auf den Stufen stehen und sah um sich.

Rolf hatte sie natĂŒrlich gleich erkannt und duckte sich in eine Hecke. Soweit schien er bis jetzt erfolgreich. Mit einer TĂŒte GebĂ€ck kam er ihr jetzt entgegen. „Oh, Mutzenmandeln, die esse ich fĂŒr mein Leben gern!“ rief sie aus und dachte dabei in keiner Weise an ihre Figur.

Sie sahen sich plötzlich allein, denn die HĂ€lfte der Gruppe befand sich noch in der Kirche, die andere HĂ€lfte schien unterwegs. Schnell zog er ihren Arm und verkroch sich mit ihr in eine Nische um sie dort zu kĂŒssen. Das kam alles sehr plötzlich fĂŒr sie und verdattert hielt sie die GebĂ€cktĂŒte und starrte ihn aus großen Augen an. „So,“ sagte er, „Das war jetzt aber mal schon lange fĂ€llig!“ Lilo fand das auch und umarmte ihn erneut, nachdem sie die GebĂ€cktĂŒte vor ihre FĂŒĂŸe gelegt hatte.

Nun ging eigentlich alles sehr schnell und wie sie es auch immer schafften das alles zu vertuschen, sie hatten schon wochenlang ein VerhÀltnis.

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Oblivia
Hobbydichter
Registriert: Feb 2002

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Och nee, nicht noch eine Geschichte mit Mann und Frau und ohne Handlung.

Versuch doch bitte, es wenigstens ein bisschen interessant zu machen.

viele GrĂŒĂŸe

Oblivia

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anemone
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Sep 2001

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klar doch

ich versuch es noch Oblivia, schreib immer in Raten

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