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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Der Club der roten Trichter
Eingestellt am 17. 11. 2003 13:58


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Rhea_Gift
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Der Club der roten Trichter(1) oder: Ein Abend in N(2)

„Die Welt ist schlecht“, seufzte Mr. Laro von M(3) abschließend nach seiner ĂŒblichen Tirade ĂŒber die Fehler seiner Zeit, wĂ€hrend der er sich sein GesĂ€ĂŸ im Clubsessel wund gewetzt hatte, und zog sinnierend an seiner angemessenen Pfeife.
„Man mĂŒĂŸte etwas tun – wenn alle etwas tĂ€ten, dann wĂŒrde sich etwas Ă€ndern. Aber man kann leider nie alle zu etwas motivieren. Es ist hoffnungslos...“
„Aber Mr. Mora von L(4), was hilft alles reden, wenn sich ein jeder auf der Ausrede, es zögen nie alle mit, ausruhen wĂŒrde – Sie könnten durchaus auch als einzelner im Kleinen etwas Ă€ndern – wenn Sie nur mehr tĂ€ten als redeten...“, konterte Mr. Eal (oder Eel? Man war sich nicht sicher), wobei er sorgfĂ€ltig seine Brille putzte.
„Im Kleinen, im Kleinen – das Ă€ndert die Welt nicht, und selbst im Kleinen gibt es kaum Möglichkeiten“, lamentierte Mr. Lora von M fistelnd, wĂ€hrend er sich mit dem Finger nervös die Stirn kratzte.
„Sie denken doch nur an sich, es wĂ€re ihnen doch bloß zu unbefriedigend fĂŒr ihr kleines egomanisches Gewissen, nur im Kleinen etwas zu Ă€ndern!“, stach Mr. Eal erbarmungslos zurĂŒck, die Brille inzwischen wieder auf der Nase.
„Aber nein, aber nein“, protestierte Mr. Laro von M kieksend, „ich wollte doch schon tĂ€tig werden – erinnern Sie sich an die Demonstrationen, an denen ich teilnahm, und an die politische Bewegung...“
„Und warum sind Sie dann nicht mehr in der Bewegung? Und organisieren weitere Demonstrationen? Zu unbefriedigend, nicht wahr?“
„Nun ja“, rĂ€umte Mr. Lora von M ein, der unter dem starren Blick der blanken Augen hinter der Brille langsam ins Schwitzen geriet, „zu den Demonstrationen kamen so wenige – und was nĂŒtzen sie denn? Sie haben nichts geĂ€ndert. Und die politische Bewegung – nun, da haben auch alle nur geredet und kaum etwas getan – und dazu handelten sie dort auch noch genau nach den hierarchischen Strukturen, die sie selbst kritisierten, es gab mehr strittige als konstruktive Diskussion!“ Sein Finger stocherte empört in den höheren LuftsphĂ€ren herum.
„Das ist nun einmal so in der Politik, Sie hĂ€tten dort im Kleinen etwas dagegen tun können, z.B. zu mehr KonstruktivitĂ€t aufrufen“, meldete sich Mr. Sarg von Rasmus mit tief knarzender Stimme aus seiner dunklen Ecke zu Wort, „und anstatt die Bewegung im Nachhinein anzuprangern, sollten Sie sich den Finger lieber zwischen die eigenen Backen schieben, vielleicht treibt Sie das vom all zu bequemen Sessel hoch“, fĂŒgte er noch bissig hinzu.
„Was er-lau-ben Sie sich“, kreischte Mr. Lora von M vom Sessel aufspringend.
„Aber, aber meine Herren, beruhigen Sie sich, setzten Sie sich, seien Sie doch nett zueinander, Sie sind doch hier unter Freunden,“ flötete Harmony, das DienstmĂ€dchen, das mit einem Tablett gerade hereinkam, „ich habe Tee und Kekse fĂŒr Sie – nehmen Sie und verderben Sie sich doch nicht durch hitzige GesprĂ€che die schöne Abendstunde.“
Sie stellte das Tablett auf den Tisch, lĂ€chelte noch einmal lieblich in die Runde und zog sich dann leise zurĂŒck.
Mr. Lora von M wischte sich ĂŒber das noch leicht errötete Gesicht (die Röte lag mehr in der Scham, denn in der Wut begrĂŒndet) und nahm sich seinen Tee - er bekam immer magenschonenden Tee, versteht sich – in dem er abwesend herum rĂŒhrte, die Stirn tief zerfurcht von angestrengten GedankengĂ€ngen. Seine Pfeife hing unbeachtet in seinem Mundwinkel.
Eine Weile störte nur leises Tassengeklapper und Löffelgeklimper die betretene Stille.
„Nun, hm, hm“, rĂ€usperte sich Mr. Lora von M nach einem angestrengten Zug aus seiner Pfeife, die schon zu erlöschen drohte, „mir fehlt es wohl an der nötigen Geduld, soviel Zeit in kleine Projekte zu stecken, die nur auf lange Sicht und dann auch nicht viel erreichen...“
„Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut“, schnitt ihm Mr. Lakone, dem vierten im Bunde, das Wort mit einem raschen Blick ĂŒber die Teetasse ab, deren Inhalt er in kurzen SchlĂŒcken hinabstĂŒrzte.
„Und die sicher viele Zeit, die Sie in ihr moralisches Lamentieren investieren, könnten Sie lĂ€ngst in ein Projekt gesteckt haben“, sĂ€uselte Mr. Kinyz seltsam melodisch, der sich bisher aus seinem aufgrund eines untergelegten Kissens leicht erhöhten Sitz alles still, doch mit leicht spöttisch verzogenen Mundwinkeln angehört hatte, „aber Sie gefallen sich doch lieber in Worten, denn in Taten.“
„Ich will doch etwas tun“, verteidigte sich Mr. Laro von M piepsend, „aber was? Mir fehlt die zĂŒndende Idee, der rechte Augenblick...“
„Dann harren Sie gefĂ€lligst weiter geduldig aus und ertragen doch bitte still ihre Gewissensgeißel, anstatt uns mit ihren Moralpredigten zu nerven, oder fehlt ihnen dazu auch die Geduld?“, spottete Mr. Kinyz mit seiner enervierenden Singsang-Stimme.
„Nun, nun“, griff Mr. Eal beschwichtigend ein, „der gute Wille gepaart mit einem kritischen Blick auf die Zeichen der Zeit ist auch schon etwas wert – das wollen wir dem geehrten Mr. Mora von L schon lobend anrechnen.“
Zustimmendes Nicken folgte seinen auffordernden Blicken in die Runde. Den Augen hinter der Brille, deren GlÀser niemals zu spiegeln schienen, konnte niemand widersprechen.
„Doch ich denke, ihr Problem ist“, wandte er sich nun mit seiner ruhigen, angenehm klaren Stimme direkt an Mr. Laro von M, „daß Sie zuviel Zeit mit ihrer engen Freundin Mrs. Ida el Musis, die auch uns zugegebenermaßen zu bezaubern weiß, verbringen – ihre utopischen TrĂ€umereien, deren bedingungslose und energische Verfolgung wohl ihrem sĂŒdlĂ€ndischen Temperament entspringt, lassen Sie die Meßlatte des Angestrebten viel zu hoch anlegen. Lernen Sie auch kleine Erfolge schĂ€tzen, wie viel Zeit sie auch kosten mögen.“
Zustimmendes Gemurmel, nur der Angesprochene wog zweifelnd sein Haupt.
„Nun, damit haben Sie grundsĂ€tzlich recht“, gab er schließlich zu, „ jedoch, ich bedarf anders als Mrs. Ida zumindest einer hoffnungsvollen Perspektive, mir fehlt gerade ihr heißblĂŒtiges Temperament, das sie motiviert, so aussichtslos die jeweilig in Angriff genommene Sache auch aussieht. Und bisher sehe ich weder die rechte Zeit, noch den rechten Raum fĂŒr Taten -“
„Dann suchen Sie ihn sich, suchen Sie - oder schweigen!“, warf Mr. Lakone schroff ein.
„FĂŒr Hoffnung und VerĂ€nderung war nie die rechte Zeit oder der rechte Raum gegeben“, setzte Mr. Eal noch hart hinzu, mit einem funkelnden Blick Mr. Laro von M, der schon wieder aufbegehren wollte, zum Schweigen verdammend, „daran verzweifelten viele kritische Schreiberlinge vor, wĂ€hrend und nach der Zeit, in der Taten angebracht gewesen wĂ€ren – sie brachten sich um oder flohen, doch es gab auch die, die etwas taten, soviel ihnen eben möglich war – und diese mußten nicht betreten schweigen, wenn sie gefragt wurden, warum niemand etwas getan hat.“
Mr. Laro von M senkte beschÀmt sein Haupt. Seine Pfeife lag erloschen in seiner Rechten, die Linke umklammerte krampfhaft seine Teetasse, in der er seinen Blick ertrank.
„Nun, nun“, munterte Mr. Eal ihn auf, „ertrĂ€nken Sie sich nicht in Scham, mit uns sitzen Sie gemeinsam in tatenloser Runde – halten Sie sich nur ruhig an Mrs. Idas glĂŒhende Wangen, doch dazu auch den Horizont vor Augen, den Mrs. Ida gern ĂŒbersteigt, dann werden Sie, vielleicht als einziger von uns, schon ihr TĂ€tigkeitsfeld finden.“
Mr. Laro von M nickte einsichtig, wie wohl auch geschmeichelt, er sah sich schon als tapferen Mitstreiter, Seite an Seite mit Mrs. Ida, die er begehrte und bewunderte, fĂŒr eine bessere Welt kĂ€mpfen und Mrs. Ida zugleich vor zu ÜbermĂŒtigem vĂ€terlich bewahren. Er zĂŒndete seine Pfeife wieder an, nahm einen krĂ€ftigen Zug, trank seinen Tee aus, blickte lĂ€chelnd und mit blitzenden Augen in die Runde und sagte abschließend:
„Nun denn, das waren wieder einmal weise Worte, ich will ihnen weise Taten folgen lassen – lassen wir fĂŒr den restlichen Abend den prosaischen Ernst beiseite und freuen uns auf Mrs. Ida, sie wollte uns heute noch wie ĂŒblich mit ihrem Gesang ergötzen – ist es nicht gleich schon halb vor Mitternacht?“
Alle nickten mehr als erleichtert und wie auf ein Stichwort erschien Harmony mit einer Flasche Wein, einem Glas sowie ein paar NotenblĂ€ttern in der TĂŒr.
„Mrs. Ida el Musis ist soeben eingetroffen“, verkĂŒndete sie strahlend, schwebte zum FlĂŒgel, schlug es auf, rĂŒckte den Stuhl zurecht, zĂŒndete die Kerzen auf dem FlĂŒgel an, schenkte den purpurnen Tarasca in das Glas ein und legte die NotenblĂ€tter auf das Pult.
„Wieder eine neue Komposition von Mrs. Ida el Musis, genießen Sie es“, warf sie fröhlich in die Runde, zĂŒndete die ĂŒbrigen Kerzen in den Ecken des Raumes an, sammelte das Geschirr ein und verließ, nachdem sie noch einmal jedem einen Keks aufgenötigt, mit ihrem Sonnenblick ein LĂ€cheln entlockt und schließlich noch das elektrische Licht gelöscht hatte, den Raum.
Alle sahen erwartungsvoll zur TĂŒr, die Harmony offen gelassen hatte, so daß das Licht der Vorhalle in den nun gemĂŒtlich schummrigen Clubraum fiel. Mr. Sarg von Rasmus rĂŒckte wie jeden Abend seinen Sessel nĂ€her in die Runde, jedoch natĂŒrlich nur so weit, daß sein Gesicht noch im Schatten lag. Die anderen hatten sich schon oft darĂŒber den Kopf zerbrochen, ob er nur dem Kerzenlicht in seiner Ecke entfloh, oder ob es doch am Zauber von Mrs. Ida lag, daß er sich zu diesem Zeitpunkt immer etwas nĂ€her zu ihnen gesellte.
Freudige AhÂŽs und OhÂŽs entfuhren den Clubherren, als Mrs. Idas Schatten in der TĂŒr erschien. Aller Augen hingen leuchtend an ihr, als sie mit einem sonoren „Guten Abend, meine Herren“ ins Kerzenlicht trat und jedem einen intensiven Blick ihrer glĂŒhenden Augen schenkte. Selbst der Schatten auf Mr. Sarg von Rasmus Gesicht schien sich warm schimmernd etwas aufzulichten – doch erweckten sicher nur seine aus der SchwĂ€rze hell funkelnden Augen diesen Eindruck.
Mr. Laro von M erhob sich aus seinem Sessel, kĂŒĂŸte ihr errötet die Hand und fĂŒhrte sie zum schwarz schimmernden FlĂŒgel. Er konnte nicht umhin, ihren von einem hautengen, dunkelroten Samtkleid umschmiegten Körper mit begehrlichen Blicken zu umfangen, wĂ€hrend sie sich geschmeidig auf dem Drehstuhl niederließ. Er wartete noch ab, bis sie ihr dunkles Haar knisternd nach hinten warf, atmete ihren aufsteigenden Duft ein und zog sich dann leicht taumelnd in seinen Sessel zurĂŒck. Die anderen bedachten ihn mit unverhohlen neidischen Blicken, denn nur Mr. Lora von M als ihr langjĂ€hriger inniger Freund und GefĂ€hrte genoß ihr Vertrauen und ihre NĂ€he, auch wenn sich niemand vorstellen konnte, daß Mrs. Ida el Musis ihm je mehr als freundschaftlich zugetan gewesen war. Über ihr Liebesleben wurde viel gemutmaßt und getuschelt, doch bisher gab es zwar reihenweise offensichtliche Verehrer, doch sah man nie jemand anderen als Mr. Laro von M an ihrer Seite. Auch ĂŒber das MĂ€dchen, Veryronique, das in ihrem Haus lebte, wurde viel gerĂ€tselt, die einen glaubten, es sei die Tochter (von wem der beiden oder gar die Tochter beider war ein weiterer Streitpunkt), die anderen, sie sei nur ein DienstmĂ€dchen.
Mrs. Ida nahm einen genĂŒĂŸlich tiefen Zug aus dem Weinglas, das im Kerzenlicht glĂŒhend schimmerte und blinkte, und griff sanft in die Tasten. Ihre Zuhörer waren es schon gewohnt, daß sie nie mehr als einen Gruß an sie richtete und auch nie Titel ihrer Kompositionen nannte. Sie lehnten sich in ihren Sesseln zurĂŒck und lauschten geschlossenen Auges ihrem betörenden Spiel und Gesang.
Das Thema ihrer Kompositionen schien immer gleich zu sein, jede neue Komposition nur eine phantastisch utopische Variation der alten. Ihre Stimme schwebte leicht auf den sich erst sanft lösenden Tönen, wiegte sich mit dem immer rascher dahin plĂ€tschernden Klangfluß hin und her, tanzte ĂŒber aufspritzende Akkorde, bis sie sich mit dem nun laut brausenden Strome verband, nur hier und da lockend aus ihm hervor steigend, um ihre hypnotisierten Zuhörer nicht in ihre eigenen unbewußten Traumwelten absinken zu lassen, sondern sie in das von ihr gewiesene ĂŒberbewußte Reich zu verfĂŒhren. Bisher zeigten ihr noch jedesmal nach dem Spiel die verzĂŒckt lĂ€chelnden Augen und die roten Wangen ihrer Zuhörer, daß es ihr wieder hervorragend gelungen war. Auch heute war dem so, nachdem sie ihre Zuhörer sanft mit abschwellendem Klangstrome wieder hinab gefĂŒhrt und mit ein paar schrillen Tönen, gemildert durch dunkel tropfende KlĂ€nge, aus der Trance erweckt hatte. Auch der dunkle Schatten des Mr. Sarg von Rasmus glĂŒhte wie ĂŒblich unĂŒbersehbar.
Nach einigem Augenreiben, Durch-das-Gesicht-fahren und RĂ€uspern folgte der wie immer begeisterte Applaus. Sie senkte dankend leicht das Haupt, lĂ€chelte blitzend in die Runde und hielt die Hand Mr. Laro von M entgegen. Der sprang denn auch eilfertig auf, reichte ihr die NotenblĂ€tter und geleitete sie zur TĂŒr, die Harmony nach dem Eintritt von Mrs. Ida wie immer unbemerkt geschlossen hatte. Er öffnete ihr die TĂŒr. „Ich warte draußen“, hauchte sie und entschwand in die Vorhalle.
Harmony erschien wie bestellt, schaltete das Licht wieder ein, schloß den FlĂŒgel und blies die Kerzen aus. Geblendet und protestierend schlossen die Clubherren die Augen, sie gewöhnten sich nur langsam wieder an das grelle Licht. Mr. Sarg von Rasmus war wie immer schon verschwunden, als sie, wieder sehend, um sich blickten.
„Ich hole ihre MĂ€ntel“, sagte Harmony, und gab damit das Zeichen zum Aufbruch. Die Herren folgten ihr eilig in die Vorhalle nach, in der Hoffnung, noch einen Blick auf Mrs. Ida zu erhaschen, doch diese saß wie immer schon lĂ€ngst im Wagen. So ließen sie sich in die MĂ€ntel helfen, murmelten sich Abschiedsworte zu und gingen hinaus. Dort warfen sie noch einen letzten bedauernden Blick auf den Wagen mit den verdunkelten Fenstern, in den Mr. Laro von M winkend einstieg, und gingen dann jeder ihrer Wege.
Mr. Laro von M drehte sich zu Mrs. Ida und Veryronique um, die mit schlĂ€frig flatternden Lidern auf dem RĂŒcksitz saßen.
„Und? Hat Ida wieder furchtbar grausig gesungen?“, fragte Veryronique.
„Nein. Du hast wie immer wunderschön gespielt und gesungen“, sagte er zu Mrs. Ida. Er war stolz, daß er sie als einziger (abgesehen von Veryronique) duzen durfte. Sie lĂ€chelte.
„Und? Hast du diesmal etwas von meinem Gesang verstanden?“, fragte sie schelmisch.
Bedauernd verzog er das Gesicht. „Nein, es ist wie verrĂŒckt, wie immer habe ich das GefĂŒhl, deine Verse lĂ€gen mir auf der Zunge, aber dort bleiben sie auch hĂ€ngen. Und natĂŒrlich klingen deine Melodien noch in mir nach, doch ich könnte sie dir nicht laut vor summen. Und ich wette, wenn ich meine nĂ€chsten Ideen habe, werde ich wieder darĂŒber grĂŒbeln, ob sie deinen Versen entspringen, deine Musik sie mir als Ahnung schon eingegeben haben oder meinem eigenen Hirn entwachsen sind. Und wenn ich die anderen morgen danach befragen werde, werden auch sie sich an nichts Genaues erinnern können.“
Zufrieden lĂ€chelnd lehnte sie sich zurĂŒck. Eine Weile saßen sie still abwartend da.
Es klopfte. Mr. Laro von M ließ das Fenster einen Spalt hinunter. Ein Pistolenlauf schob sich durch den Spalt und richtete sich auf seine Stirn.
„Und?“, knarzte eine dunkle Stimme.
„Nein, aber wie immer danke der Nachfrage“, erwiderte Mr. Laro von M, und der Pistolenlauf zog sich zurĂŒck. Er fuhr das Fenster wieder hoch und startete lĂ€chelnd den Motor.
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1) Die assoziative Ähnlichkeit zum Club der toten Dichter ist zufĂ€llig. Es sollte sich - wenn schon - eher die Assoziation Der Club der toten Richter aufdrĂ€ngen - doch auch dies wĂ€re nur zufĂ€llig.
2) N Irgendwos
3) von M: von Mores
4) Den Protagonisten ist die Austauschbarkeit durchaus bewußt



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...Seele, bist du nun erwacht?...Und sie zittert, und sie lacht allen Himmelssternen zu... (Hesse)

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Nova
Nennt-sich-Schriftsteller
Registriert: Nov 2003

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„Man mĂŒĂŸte etwas tun – wenn alle etwas tĂ€ten, dann wĂŒrde sich etwas Ă€ndern. Aber man kann leider nie alle zu etwas motivieren. Es ist hoffnungslos...“
Rhea_Gift

Tja Rhea...

Wer möchte nicht, in freiern Lagen,
Sich auch einmal im Freien lagern?
Doch MĂ€dchen rings mit Freiern lagen,
Die, nicht nur an den Feiertagen,
Mit Radio ihre Tage feiern,
Und nicht ihr Ohr den Fragern leihen,
Die, ob erlaubt dies Leiern, fragen.

FĂŒr detaillierte ErklĂ€rungen fehlt mir leider die Zeit.
GrĂŒĂŸ
Nova
__________________
vHoltei

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