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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Der Eisberg
Eingestellt am 08. 09. 2005 13:58


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Uve Eichler
Festzeitungsschreiber
Registriert: Mar 2003

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Der Eisberg

Mit letzter Kraft √∂ffnete ich die Augen und freute mich √ľber so viel K√§lte. Jetzt waren schon ungef√§hr zehn Tage vergangen und ich schwamm immer noch im offenen Meer. Ein sch√§biger Holzbalken hatte mir mein Leben gerettet. Meine Arme waren so verkrampft um diesen Lebensretter geschlungen, dass ich gar nicht mehr daran dachte wie ich hier her kam.
Ich sehe die Bilder immer noch vor mir.
Der m√§chtige Knall aus dem Weltall versetzte uns in Panik und die ganze Crew lief planlos auf dem Deck herum. Dann h√∂rte ich nur noch viele Explosionen und mir wurde schwarz vor Augen. Als ich meine Augen wieder √∂ffnete, war das Schiff nicht mehr zu sehen. Hoffentlich hatten sich meine Kameraden rechtzeitig retten k√∂nnen. Es war wohl nur ein Wunschtraum; aber der Gedanke daran lies mich Hoffnung sch√∂pfen. Wasser. √úberall nur Wasser. Tag f√ľr Tag das gleiche Bild, nur Wasser.
Die ersten Sonnenauf- und -unterg√§nge habe ich noch wahrgenommen. Irgendwann wusste ich nicht mehr ob es Tag oder Nacht war. Die Beine sp√ľrte ich schon lange nicht mehr und meine Arme waren mittlerweile, mit diesem St√ľck Holz, zu einer Einheit verschmolzen. Wasser. Immer nur Wasser, und kein Fisch zu sehen. Ich wusste nicht mehr ob ich Hunger haben sollte. Mein K√∂rper geh√∂rte mir nicht mehr. Die Augenlider wurden immer schwerer und ich hatte M√ľhe einzelne Bildpunkte aufzugreifen. Funken, Blitze und Dunkelheit lieferten sich ein wechselndes Unterhaltungsspiel in meinen Gedanken. Immer wieder die gleichen Bilder, Wasser, Wasser und nochmals Wasser.
Ich suchte und fand nichts. Kein Schiff, auch keine Nahrung. Um das Sprechen nicht zu verlernen unterhielt ich mich mit dem bearbeiteten Baumstamm, der mir ein echter Freund geworden war. Die Sonne lachte mich t√§glich an und gab mir Mut nicht aufzugeben. Wieder Gedankenspr√ľnge. Leben oder nicht? Was hatte √ľberhaupt noch Sinn? In der Ferne sah ich einen Punkt auf dem Wasser. Wieder Hoffnung! Eine Insel? Festland? Oder doch nur ‚Ķ? Nein! Ich hatte mich nicht get√§uscht: ‚ÄěEin Eisberg!‚Äú.
Meine Rettung! Ich freute mich auf die eisige Kälte und schloss meine Augen.

__________________
Uve
(Man muss die Welt nicht verstehen, man muss sich darin nur zurechtfinden)

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herb
???
Registriert: Jul 2002

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so kalt

hallo Uve,

in einem Wasser, dass so kalt ist, dass Eisberge in der N√§he schwimmen, d√ľrfte es biologisch nicht m√∂glich sein zu √ľberleben. Da gibt es einen K√∂rperkerntemperatur, einige Stunden Abk√ľhlung unter diese f√ľhren bereits zum Tod.
10 Tage sind absolut unglaubhaft.
Smile, du m√ľsstest deinen Helden vielleicht auf ein Flo√ü bringen.

herzlich

herb
__________________
hier Es gibt nichts Gutes, außer man tut es. Kästner

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Uve Eichler
Festzeitungsschreiber
Registriert: Mar 2003

Werke: 80
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Hallo herb,

ja, aus diesem Blickwinkel stimmt das sogar. Ich h√§tte doch ausf√ľhrlicher schreiben sollen.
Ich dachte da an einen √úberlebenden von einem Forschungsschiff.
Da es sich um einen Schiffbr√ľchigen handelt, h√§tte ich ihm vorher einen Thermoanzug anziehen k√∂nnen.
Das man den K√∂rper nicht mehr wahr nimmt, muss nicht unbeding mit der K√§lte zusammenh√§ngen. Nach diesem langen Zeitraum ohne Nahrung sind Gedanken, wenn sie √ľberhaupt noch vorhanden sind, nur noch unkontrolliert. In dieser Situation kommt es dann oft zu Kurzschlusshandlungen.

__________________
Uve
(Man muss die Welt nicht verstehen, man muss sich darin nur zurechtfinden)

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