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Leselupe.de > Humor und Satire
Der Fehmarn Bellt?
Eingestellt am 13. 06. 2001 15:16


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SteFun
Hobbydichter
Registriert: Apr 2001

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Wolfgang nannte einen Hund sein eigen. Der Hund selbst fand den Namen ‘sein eigen’ phonetisch eher unvorteilhaft und reagierte auf Herrchens Rufe kaum. Erst nach langen Verhandlungen verstĂ€ndigten sich Hund und Halter auf den Namen Fehmarn. Die Beiden gingen nicht nur privat, sondern auch beruflich gemeinsame Wege: Sie waren Schauspieler am Theater. Sie hatten sich hochgearbeitet, waren frĂŒher Laiendarsteller, bzw. Leinendarsteller. Fehmarn war auf seinen menschlichen Partner immer etwas eifersĂŒchtig, da Wolfgang den besseren Hundeblick aufsetzen konnte. Die Abende verbrachten sie mit illustren Gesellschaftsspielen, wie beispielsweise „Spitz paß auf“. Doch mit der Zeit sank Fehmarns Wohlbefinden zusehends. Er wollte in den Inszenierungen auf Dauer nicht immer den klugen Polizeihund, der von allen menschlichen Wesen mit den Worten „ist der nicht sĂŒĂŸâ€œ begrĂŒĂŸt wird, spielen. Er fĂŒhlte sich maßlos unterfordert und hundeelend. Wenn er sich mit Wolfgang in der Öffentlichkeit zeigte, wurden schon nach kurzer Zeit AutogrammwĂŒnsche an Wolfgang herangetragen. Fehmarn mußte immer mit den tĂ€tschelnden HĂ€nden der Fans fertig werden, die ĂŒber sein Haupt glitten und jegliche klare Gedanken vernichteten. Es war also eine ausweglose Situation. Fehmarn fĂŒhlte sich wie ein Fernseher im Stand-by-Betrieb: Er wußte weder ein noch aus. Als er einige Tage spĂ€ter wieder auf Wolfgang traf, war er sehr kurz angebunden und sagte ihm nur, daß er mit der Schauspielerei aufhören werde. Die Nachricht traf Wolfgang sehr. Er sah aus, wie ein begossener Pudel.
Fehmarn suchte sich schon bald neue Arbeitsbereiche und fing zu schreiben an. Er merkte, daß er literarische Trends leicht aufspĂŒren kann und widmete sich verstĂ€rkt der Belletristik. Es begann eine beispiellose Hundekarriere. Bekannt wurde Fehmarn speziell fĂŒr seine bissigen Kommentare. Schon bald moderierte er eine eigene Kochsendung im Fernsehen, was sich spĂ€ter als echte Knochenarbeit erwies. Mit dem Erfolg kam auch das Geld, und er zog in ein schönes HĂ€uschen in Hannover an der Leine.
Wenn Fehmarn zurĂŒckblickt, dann freut er sich, daß er aus Wolfgangs Schatten hervorgekommen ist und nun auf eigenen Pfoten steht. In der Öffentlichkeit wird Fehmarn seit dieser Zeit als Pionier in der Hundeemanzipation gefeiert - und als ein Autor mit Herz und Schnauze.

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www.Stefan-Spiller.de

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