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Leselupe.de > Tagebuch - Diary
Der Fleck
Eingestellt am 20. 08. 2008 11:33


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Inge Anna
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Der Fleck


Ein brandwichtiger Termin...
P√ľnktlichkeit hat - ohne √úbertreibung - in meiner Lebensf√ľhrung obersten Rang.
An jenem Morgen allerdings war ich - gewisserma√üen unverschuldet - sp√§t dran. Eine Nachbarin hatte mir zum Besuch einer Facharztpraxis ihre Begleitung angeboten, jedoch dann kurzfristig abgesagt. So blieb mir nichts anderes √ľbrig als den Alleingang zu wagen.
Ich griff entschlossen zu meinem unentbehrlichen weißen Taststock und begab mich auf den Weg zur Bushaltestelle.

Nachdem ich eine kurze Wegstrecke bew√§ltigt hatte, vernahm ich pl√∂tzlich ein auff√§lliges H√ľsteln dicgt neben mir, das ich zun√§chst zu ignorieren versuchte. Doch dann f√ľhlte ich mich von dem R√§usperer ziemlich unsanft am Arm gepackt und verlangsamte den Schritt. Eine n√§selnde Stimme drang unangenehm an mein Ohr:
"Hallo, Frau Blindgängerin! Ich sehe einen garstigen Fleck vorn auf ihrer Bluse. So möchten sie doch gewiss nicht rumlaufen - oder? Mal stillhalten - ich beschreibe ihnen die Stelle. Mit etwas Spucke wäre dem Störenfried wohl beizukommen."
noch ehe ich reagieren konnte, betatschte er meine Brust und entfernte sich im Geleit eines wiehernden Lachens.
Da stand ich nun, schockiert. Als sich Empörung Luft zu schaffen begann, trat eine Weibsperson neben mich und meinte:
"Der Herr hat's gut gemeint. Seien sie dankbar und nicht derart aufgebracht."
Es reichte mir. Ich wollte so schnell wie m√∂glich zur√ľck in meine Wohnung.
Auf dem Nachhauseweg ging mir durch den Kopf, dass unter den F√ľhlern dieses Mistk√§fers jetzt tats√§chlich ein Riesenfleck auf meiner Bluse prangte - und nicht nur dort.

Kaum dass ich im Haus war, schrillte das Telefon. Ich hob nicht ab, statt dessen holte ich mir eine Schere aus dem Nähkorb und zerschnitt die besudelte Bluse. Danach gönnte ich mir einen 8-stöckigen Kognak.
Hernach ward mir spei√ľbel - vor denen da drau√üen und wohl auch vom Absinken meiner Selbstw√ľrde.
__________________
Die √ľber Nacht sich umgestellt, zu jedem Staate sich bekennen, das sind die Praktiker der Welt; man kann sie auch Halunken nennen.
(Heinrich Heine)

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