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Leselupe.de > Kurzprosa
Der Fluss lag mit einem dunklen Band vor dir ausgebreitet
Eingestellt am 16. 03. 2005 21:35


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Florian Anhut
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Mar 2005

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Der Fluss lag mit einem dunklen Band vor dir ausgebreitet. Dein Blick schweifte ĂŒber die Wasser, die vor dir davon rannen, wie...

Du hĂ€ltst sie in deinen Armen. Deine Lippen wandern zu den ihren. Volle Sanftheit schmiegt sich dir entgegen und du streichst sanft ĂŒber ihren RĂŒcken. Du schließt die Augen und...

Du hast den Anruf mitten in der Nacht erhalten. Eine sehr ernste Stimme stellte sich als irgend ein Arzt aus der Uni-Klinik vor. Du warst noch halb verschlafen und es dauerte lange, bis du die Nachricht richtig verstanden hast.
So schnell es ging fuhrst du ins Klinikviertel, doch als du in die ernsten Gesichter blicktest...

„Du musst jetzt stark sein!\", sprach Vater mit einem ungekanntem Ton in der Stimme und zu deiner Verwunderung hattest du gesehen, dass er TrĂ€nen in den Augen hatte. So kanntest du deinen Vater gar nicht und du fragtest dich, was passiert sein musste, dass...

Die Dunkelheit des Kellers hatte fĂŒr viele kleine Kinder eine Ahnung aus den Tiefen der Seele. Hinter dem Licht beginnt eine unbekannte Welt voller Geheimnisse, die unergrĂŒndet sind. Mutig ist der, der sich den dunklen Kammern stellt, die in den AbgrĂŒnden verborgen sind. Dein kleines Herz schlĂ€gt schneller, als dein Fuß sich langsam Stufe fĂŒr Stufe nach unten tastet und deine Lippen sind zusammengebissen. Wenn du heute hier herunterkommst, da bist du dir gewiss, dann wird...

Ein seltsames Licht strahlt aus dem Himmel und ein sanfter Mensch hĂ€lt dich sanft in seinen Armen. Entspannt verflacht sich dein Atem und alle Anspannung fĂ€llt von dir ab. Du siehst das freundliche Gesicht ĂŒber dich gebeugt, dass fast vergessen war und du lĂ€sst dich fallen...

In ungeahnten Tiefen des Lebens fĂŒhlst du den Wind mit Haut und Haaren spielen. Es geht tiefer und tiefer, doch in traniger Langsamkeit gleitest du durch das Nichts, dem Nichts entgegen...

Eine einzelne TrĂ€ne lĂ€uft deine Wange herab und deine Hand streckt sich langsam aus, als wolltest du nach etwas greifen. Doch es gibt keinen Halt in dieser weiten Welt, in der du nur von Licht umgeben bist. Doch es ist nicht Angst noch Trauer, die deine Seele befĂ€ngt, es ist die glĂŒckliche Losgelöstheit von allen Sorgen, es ist ein ungekanntes GefĂŒhl des GlĂŒckes. Du atmest tief die Freiheit in deine hungrigen Lungen. So lange immer nur Gefangen in ZwĂ€ngen und Vorstellungen, und nun ist der Moment gekommen, in dem...

Ein Pfeifen ertönt von der Anlage, die neben dem leblosen und verkabelten Körper aufgebaut ist. Doch er fÀngt sich noch einmal und...

Ein Strom von TrĂ€nen rinnt beide Wangen hinab und die Hand ist zur Faust geballt in den Mund geschoben, die ZĂ€hne beißen die Haut blutig und der Schmerz reißt dich...

Der heftiger werdende Wind schĂŒttelt dich hin und her, als du von einer Böe in die Höhe getragen wirst und...

Dein ganzer Körper erzittert, als du mit Gewalt ohne Liebe durchgeschĂŒttelt wirst und du verstehst nicht, was mit dir geschieht, verstehst nicht, was du getan haben sollst, und dein Kopf scheint zu bersten und du brĂŒllst, was ihn nur noch mehr in die Wut treibt und Adern treten auf seine gerötete Stirn und als er dich endlich loslĂ€sst taumelst du zurĂŒck und...

Du stolperst im Dunkeln und mit einem leisen Aufprall kullert dein kleiner Körper die Stufen hinab, schlÀgt sich an den Kanten blutig und an der Stirn bleibt die Narbe, die...

ZĂ€rtlich streicht dein Vater ĂŒber die Narbe an deiner Stirn. Er wendet sich ab, als ihm seine Stimme versagt und hinter sich schließt sich die TĂŒr und du verstehst nicht, was eigentlich passiert ist und...

Du hast an diesem Tag dein Herz verschlossen und so lange keinen liebenden Menschen an dich heran gelassen. Alles erschien so grau in grau, als du die große Liebe bei einem tragischen Unfall verloren hast. Du hast keine Hoffnung mehr...

Zum ersten Mal hattet ihr euch geliebt und ihr lagt noch lange beieinander, sie hatte den Kopf an deiner Seite geborgen und du legtest den Arm...

Der Fluss lag mit einem dunklen Band vor dir ausgebreitet.

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Rainer
???
Registriert: Jul 2002

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hallo florian anhut,

dein text gefÀllt mir, auch wenn mich diese art von geschichten sonst weniger anspricht - reine geschmackssache .

womit ich nicht zurechtkomme ist der titel. es stellt sich bei mir kein bild ein...
...bitte erklÀre mir diesen satz; danke.

viele grĂŒĂŸe

rainer
__________________
ist meine, und damit nur EINE Meinung

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Florian Anhut
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Mar 2005

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"Der Fluss"

Das fließen des Wassers ist etwas unbestimmtes, unstetes. Die einzige Gewissheit ist das fließen, doch schon im nĂ€chsten Moment ist er etwas ganz anderes. Ein Fluss ist niemals gleich, er schreitet in der Zeit fort.
Andererseits ist der Fluss nicht vollkommen chaotisch. Er ist an sein Flussbett gebunden - auch wenn er hin und wieder ĂŒber die Ufer treten mag.

"lag"

Dies ist jedoch im Moment nicht der Fall. Er liegt ruhig vor dir, ist nicht ĂŒber die Ufer getreten. Auch in diesem Moment fließt er ruhig vor dir dahin.

"mit einem dunklen"

Vermutlich ist es gerade Nacht oder DĂ€mmerung, denn sonst liegt ein Fluss nicht dunkel sondern hell, grau, trĂŒb, schĂ€umend... vor dir. Das Dunkel kann aber auch nicht von objektiven Begebenheiten herrĂŒhren, sondern von einem Seelenzustand des Betrachters.

"Band"/"ausgebreitet"

Der Betrachter steht vermutlich erhöht, wÀhrend er auf den Fluss hinabblickt, denn sonst sÀhe er nicht ein Band, das eine Vergangenheit und eine Zukunft des Flusses andeutet, sondern nur einen Ausschnitt und er könnte ebensogut an einem See stehen. Jedoch mag auch diese Erhöhung der SubjektivitÀt und nicht der ObjektivitÀt entspringen.

"vor dir"

Nicht irgendwer steht am Rande des Flusses, es gibt keinen Ich-ErzÀhler. Du bist es und damit ist entscheidend, was du beim Lesen empfindest und nicht was jemand anders mit dem Schreiben beabsichtigt haben mag.

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Rainer
???
Registriert: Jul 2002

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hallo florian anhut,

danke fĂŒr die erlĂ€uterungen.
das mit dem band ist mir zu metaphysisch - z.b. auch die "chymische hochzeit" etc. kann ich deshalb nicht ohne endlose grĂŒbeleien lesen.

viele grĂŒĂŸe

rainer
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ist meine, und damit nur EINE Meinung

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