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Leselupe.de > Erotische Geschichten
Der Fotograph
Eingestellt am 08. 12. 2002 19:45


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amorphoury
???
Registriert: Jun 2001

Werke: 2
Kommentare: 5
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Ich bin Fotograph. Erotikfotograph. Ich blicke durch die Linse und sehe Dinge, die so manchem Betrachter verborgen bleibt. Ich sehe weit gespreizte Beine, offene M├╝nder, rasierte Haut, laszive Blicke, nackte und halbnackte K├Ârper. M├Ąnner wie Frauen ziehen sich vor mir aus. Ohne Scheu und ohne Tabu zeigen sie meiner Kamera was sie sehen will.
Ich bin ein Neutrum. Ich habe weder Schwanz noch Muschi. Man kennt meine Stimme, man h├Ârt meine Musik im Hintergrund, doch man sieht nur die Linse meiner Kamera und reagieren auf das Surren des Ausl├Âsers.
Von Modell zu Modell ist es unterschiedlich. Das Shooting ist f├╝r manche eine neue Erfahrung. Manche zieren sich etwas, bis sie das Ger├Ąusch der Kamera v├Âllig vergessen haben. Ich erinnere mich an Paddy und Ewan. Das war f├╝r mich das erste Mal. Eine neue Erfahrung. Etwas fremdes und spannendes posierte vor meiner Linse. Ein P├Ąrchen. Mann und Mann. In z├Ąrtlicher Umarmung. Ich beobachtete, ich wurde ihr Voyeur, ihr Zuschauer, ihr Publikum, ihr K├╝nstler.

Paddy hatte meine Webside besucht und mich per E-Mail um einen Termin gebeten. Es ging alles sehr schnell. In meinem Terminkalender hatte ich noch einigen Platz und so konnte ich Paddy dazwischen schieben.
Das erste Treffen fand im Flughafen Heathrow statt. Ich war auf der Durchreise, hatte noch in Hongkong und Tokio einen Webeauftrag zu erf├╝llen. Um am Leben zu bleiben, erf├╝lle ich lukrative Werbeauftr├Ąge. Eine Shampookampagne im Sydney, ein Duschbad in Hawaii, eine K├Ąsesorte in Kanada oder S├╝├čigkeiten in den Schweizer Alpen. Von meiner Kunst allein kann ich mich noch nicht ern├Ąhren.
Ich nippte an meinem Glas Cola als jemand meinen Namen fragend rief. Ich drehte mich um und sah einem rothaarigen und sommersprossigen Mann in seine lachenden gr├╝nen Augen. Ich nickte und lachte ebenfalls. Das Gesicht steckte mich mit Fr├Âhlichkeit an. Er nahm meine Hand, sch├╝ttelte sie heftig und stellte sich als Paddy McCourley vor. Beim Kellner bestellte Paddy einen Whiskey ohne Eis und ohne Tonic. Zu mir gewandt sagte er, er w├Ąre Ire und w├╝sste wie man Malt trinkt, dann lachte er wieder.




Ich war von seinem Lachen und von seinem Gesicht angetan. Seine gr├╝nen Augen h├╝pften vor Freude, sein Mund ├Âffnete sich weit und zwei makellose Zahnreihen kamen zum Vorschein. Paddy besa├č ein offenes Wesen.
Leider musste ich etwas auf Zeit dr├Ąngen, denn mein Flugzeug w├╝rde in zwei Stunden starten. Paddy erkl├Ąrte mir, dass er mit seinem Freund Ewan nach einer neuen Erfahrung in ihrer Liebe suche. Da ihnen meine Internetgalerie gefallen hatte und meine Fotos ihnen zusagten, wollten sie sich von mir ablichten lassen.
Ich entgegnete, dass ich bisher nur Single oder Heteros fotografiert habe und das er mich neugierig gemacht habe. Ich stimmte dem Shooting zu.
Schnell wurden wir uns einig. Wir legten einen Termin fest. Paddy fragte, ob ich die Bilder in ihrer Londoner Wohnung machen k├Ânnte, dem ich nicht wiederstehen konnte.
Drei Wochen sp├Ąter klingelte ich an der genannten Adresse und wurde in einen sonnendurchfluteten Raum gef├╝hrt. Paddy hatte sich einen weinroten Kimono ├╝bergestreift und rief nach Ewan, der noch im Schlafzimmer nach dem passenden Kleidungsst├╝ck suchte, so Paddys Erkl├Ąrung.
Das weiche Sonnenlicht beg├╝nstigte meine Arbeit. Ich schaute mich um. In einer Ecke entdeckte ich bunte Kissen. Ich fragte Paddy, ob sie sich dort positionieren wollten. Da lachten wieder diese lebendigen Augen. Dem Mann stand die Begeisterung und die Neugier f├Ârmlich im Gesicht. Er fragte mich, wie es mir gefallen w├╝rde. Ich nickte und stellte mein Stativ auf. Aus meinem Fotokoffer nahm ich meine Kamera, legte einen Film ein, nahm die Linsenabdeckung vorn ab und schraubte mein Auge aufs Stativ. Mit einem Probeblick stellte ich Blende und Abstand ein, und wurde zum unsichtbaren Genie├čer eines Schauspiels zweier Liebenden.
Ich h├Ârte barf├╝ssige Schritte auf dem Holzboden, ein sanftes Hallo fl├╝stern, rascheln von Stoffen und dann tauchte Paddy nackt vor meiner Linse auf.
Ihm folgte ein hagerer Mann. Das m├╝sste Ewan sein, dachte ich und mein Daumen dr├╝ckte auf den Ausl├Âser. Surrend schob sich der Film um ein Bild weiter. Vor der Linse beobachtete ich das Zwiegespr├Ąch der beiden M├Ąnner. Ewan schaute zu Boden, hielt sich an Paddy fest, der mit seinen H├Ąnden ├╝ber Ewans Schultern streichelte und ihn sachte mit geschlossenen Augen auf die Wange k├╝sste. Ewan hatte dunkelblonde, lange Haare, die er als geflochtener Zopf zusammengebunden hatte. Mach deine Haare auf, rief ich Ewan zu. Paddy legte sein Kopf auf Ewans Schultern, griff nach dem Zopf, ber├╝hrte Ewans Pobacken wie beil├Ąufig und ├Âffnete den Zopf. Eine Woge dunklen Haares ergoss sich ├╝ber den schmalen R├╝cken des Mannes und in schneller Folge dr├╝ckte mein Daumen den Ausl├Âser.
Das fr├╝he Tageslicht flutete ├╝ber die rekelnden K├Ârper, meine Person verschwand hinter der Kamera und wurde zum Neutrum. Paddy und Ewan liebten sich und scheuten sich nicht ihre Liebe von meinen Augen auszukosten, zu genie├čen, zu erleben und zu dokumentieren.

Ich bin Fotograph. Erotikfotograph, bin Geschlechtslos und mein Auge ist mit einem Fokus ausgestattet. Mein Daumen dr├╝ckt in schneller Folge auf den Ausl├Âser und ich beobachte was sich vor meiner Linse abspielt.
Ich sehe mit einer Kamera Dinge, die so manchem Betrachter verborgen bleibt. Ich sehe das Leben als Neutrum. Ich bin ein geschlechtsloser Fotograph und genie├če das Spiel des Voyeurs.


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Aceta
???
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neue Rechtschreibung

schon die Schreibweise des Titels finde ich einfach nur gr├Ą├člich, schrecklich - ├Ątzend!

geht da "f" neben "ph" ???
oder w├Ąre konsequent: fotograf ??

Was dann geschrieben wurde:
vers├Âhnlich ...
auch die Menschen der neuen Zeit sind offenbar "on" -
jedenfalls: irgendwie menschlich ...
diese neue Rechtschreibung ist eine Katastrophe!!!

Ich hab' eine Krise ....
*l├Ąchel*

Aceta

__________________
mit dem Herzen sehen ... (der kleine Prinz)

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Michael Schmidt
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Registriert: Jan 2002

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Die ganze Geschichte macht einen gehetzen Eindruck, wo bleibt der Moment zum verweilen.

Und eine Frage : Was ist ein Voyeur?

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amorphoury
???
Registriert: Jun 2001

Werke: 2
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danke f├╝r die kommentare.

Ein Voyeur wird im Duden wie folgt beschrieben:
[v├┤a'jo:r] <franz.> (jmd., der als Zuschauer bei sexuellen Bet├Ątigungen anderer Befriedigung erf├Ąhrt)

h├Ątte ich das beschreiben sollen?

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Michael Schmidt
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Jan 2002

Werke: 43
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Ich bin ein geschlechtsloser Fotograph und genie├če das Spiel des Voyeurs

Ist das nicht ein Widerspruch?
Erst betonst du zweimal seine Geschlechtslosigkeit um ihn dann mit einem Voyeur zu vergleichen, daher auch meine Frage.

Klingt wie :
Unbeteiligt genie├če ich die Sichtweise des Fans. Auch ein Fan ist nie unbeteiligt, genauso wie ein geschlechtsloser Fotograf sich nicht die Sichtweise eines Voyeurs vorstellen kann, oder?

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amorphoury
???
Registriert: Jun 2001

Werke: 2
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das geschlechtslos bezieht sich auf die sichtweise der menschen vor der kamera und das voyeur auf seine eigene. schade, dass es so nicht r├╝ber kam.

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