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Leselupe.de > Ungereimtes
Der Galgen
Eingestellt am 07. 07. 2003 23:39


Autor
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Dichterwicht
Hobbydichter
Registriert: May 2003

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Der Galgen


Schritt f├╝r Schritt
Bis zum letzten Tritt
Der letzte Atemzug
Verwelkt
Vergangen

Sekunden verrinnen
Den Tod n├Ąher zu r├╝cken
Raues den Hals umarmt
Sich fest zuschn├╝ren

Durch schwarzes Garn verh├╝llt
Das Sichtfeld ins Dunkel getaucht
Hastig
Nach Luft ringen
Bestimmt zu krepieren

Soll bis zum Ende stehen
Freiwillig aufgeben
Gezwungen die Ängste auszuhalten
Alleine alles zu ertragen

Die Schlinge fasst still zu
Schweigt
Erdr├╝ckt
Nichts erhallt den Raum
Mitgef├╝hl
Verstorben

Das unendlich z├Ąhe Warten
Bis zur Geisterstunde
Schweigende Gedanken
Erhallen
Die Leere

Endlich gibt die Klappe frei
Lediglich Augenblicke
Zum schnellen Tod
St├╝tzendes brach


Die Seele
Hinaufstrebend zum Himmel

Unschuldig
Zum Abkratzen gezwungen
Gewaltsam rausgerissen
Der Tod hatÔÇÖs gesungen

Als die L├╝gner
Mich begafften
H├Ąmisch beim Knacken
Lachten

Genugtuend
Mich anstarrten
Fotos schossen
Als meine Knochen knarrten

Als ich hing
Wie die W├Ąsche zum Trocknen
Ich baumelte
So wie sie mochten

Sie!
Sind wissenslos
Verschlossen sich
Der Wahrheit

Kauften sich gar ein erb├Ąrmlich Los
Verga├čen sie auf immer
Aber der Schwarze
Der warÔÇÖs ja immer




=> Durch den Song ÔÇ× 107 StepsÔÇť aus dem Album ÔÇ×SelmasongsÔÇť von Bj├Ârk und der dazu geh├Ârigen Szene aus dem Film ÔÇ×Dancer in the darkÔÇť inspiriert.
__________________
Wie oft kann ein Herz brechen?

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lapismont
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Hallo Dichterwicht,

der erste Teil ist beeindruckend skizziert.
Der zweite Teil erscheint mir zu lang, zu festgebissen am Thema. Richtig gut finde ich hier nur die Strophen zwei bis vier.
Im ersten Teil hast Du die T├Âtung bereits als etwas Verabscheuungs- und Menschenunw├╝rdiges definiert, allein durch die Wortwahl.
Das Moralisierende des Schlusses kann da nicht mithalten.

cu
lap
__________________
Kunst passiert.

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mako
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo, Dichterwicht,

finde, dass beide Teile f├╝r sich als eigene Gedichte stehen k├Ânnten und ruhig auch sollten. Bei beiden Teilen wird f├╝r mich die Aussage deutlich, dass der Tod hier einen Unschuldigen trifft, was Du sicher mit dem zweiten Teil verdeutlichen wolltest.

Beeindruckende, intensive Bilder, die ich beim Lesen des ersten Teils sehe.
Der zweite Teil kommt "laxer" daher, nimmt dem ersten Teil daher die Wirkung.

Wie gesagt, jeder Teil f├╝r sich mit eigener Lesart. Ich finde beide Teile, wenn sie denn allein stehen, gut.

Eine Anmerkung zum Vers
"Sich fest zuschn├╝ren" in der zweiten Strophe:
Soll sicher hei├čen:
"Sich fest zu schn├╝ren"
Im ersten Fall liegt die Betonung auf zu (der Bezug zu "Raues" m├╝├čte dann hei├čen: zuschn├╝rt).
Im zweiten Fall liegt die Betonung auf schn├╝ren, dann w├Ąre auch der Bezug zu "Raues" richtig, wenn Du es denn so gemeint hast?

Gru├č
Mako

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Rhea_Gift
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Hi,

ich kenne den Film und Du hast diese Szene klasse im Gedicht eingefangen, echt gut! Finde auch das Moralisierende gut, wer den Film kennt, wei├č, da├č das zur ganzen Szene dazugeh├Ârt... - auch wenn Du es insofern ver├Ąndert hast, da├č es sich durch den Schlu├č nicht mehr allein auf den Film bezieht.
Die Szene hat mich tief ber├╝hrt(der ganze Film), das Gedicht hat dieses Gef├╝hl genau wiedererweckt -
kurz und gut: klasse!!!

LG, Rhea
__________________
...Seele, bist du nun erwacht?...Und sie zittert, und sie lacht allen Himmelssternen zu... (Hesse)

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Dichterwicht
Hobbydichter
Registriert: May 2003

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Vielen Dank f├╝r eure im wesentliche postive Kritik!
Ich freu mich sehr, dass euch mein Werk so anspricht!

Die besagte Szene im Film, hat mich sehr sehr ber├╝hrt und gewisser ma├čen geschockt. Deswegen wollte ich meine hervorgerufenen Gef├╝hle aufschreiben und so skizieren.
Daher bin ich sehr gl├╝cklich, dass du Rhea_Gift findest, dass ich diese Stimmung und Gef├╝hle gut eingefangen habe und dass das Gedicht dir gef├Ąllt! Danke!!

Dieses Werk lag mir sehr am Herzen, da ich damit sehr viel gearbeitet und so viel M├╝he darin gesteckt hab!


DANKE!

Gru├č an euch alle und euch allen einen sch├Ânen kreativen Tag!
__________________
Wie oft kann ein Herz brechen?

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Bernd
Foren-Redakteur
Routinierter Autor

Registriert: Aug 2000

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Morgenstern schrieb: „Man sieht vom Galgen die Welt anders an.“

Das Gedicht best├Ątigt es.

Und doch zeigt es die Gedanken der anderen, nicht die des Gehenkten.

Heine schrieb: "... denn man macht aus deutschen Eichen
keine Galgen f├╝r die Reichen."

Und so scheint es weltweit zu sein.

Wobei heute der Galgen eher selten ist.


__________________
Copy-Left, samisdada, Dada Dresden

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