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Leselupe.de > Kurzprosa
Der Gast in meiner Wanne
Eingestellt am 20. 03. 2007 11:01


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Franka
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Der Gast in meiner Wanne


Er hat dich mitgebracht. Dir ein Bad eingelassen. Das war vor drei Tagen. Seither ist die Badewanne besetzt. Es m├╝ffelt trotzdem. Oder gerade deswegen. Vielleicht m├╝sste das Wasser mal gewechselt werden.

Er, mein Mann, meint, ich sollte mich nicht so haben. Das sei doch nur einmal im Jahr so. Und doch nur f├╝r ein paar Tage. Ich m├╝sste diesen Brauch doch kennen.
Da irrt er. Bei mir lag noch niemand ├╝ber mehrere Tage in der Wanne.

Und dann diese Blicke. Immer, wenn ich das Bad benutzen muss, verfolgen sie mich. Riesig die Augen und dunkelbraun. Ich gehe jetzt lieber auf der Arbeit mein gro├čes Gesch├Ąft verrichten. Das Duschen erledige ich im Fitnessclub. Da ist man zwar auch nicht allein, aber wenigstens glotzt keiner.

Aus den drei Tagen sind nun f├╝nf geworden, meine Schwiegereltern inzwischen wieder abgereist. Diese hatten den armen Kerl in der Wanne bedauert. Ihm t├Ąglich ein paar Leckereien zukommen lassen. Ich glaube, er hat dadurch Fett angesetzt. Es gibt keine M├Âglichkeit die Pfunde wieder abzuwerfen. Sein Bewegungsradius ist ja hier begrenzt.
Die drei haben doch tats├Ąchlich ├╝ber ein Dauer-Baderecht gesprochen. Der Kerl sei ihnen ans Herz gewachsen.
Keiner hat dabei auch nur im Entferntesten an mein Seelenheil gedacht.

Nun wurde es mir wieder best├Ątigt. Mein Mann ist ein Schisshase. Erst die gro├če Klappe: Ich m├╝sse mich um nichts k├╝mmern. Nur die Wanne danach aussp├╝len.
Jetzt stehe ich hier, nicht er, mit der Keule und dem Messer.

Eines ist sicher, dies ist das erste und das letzte Mal, dass es bei uns Karpfen gibt!

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no-name
Guest
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Liebe Franka,

eine gut geschriebene Geschichte, trotzdem habe ich, "piffig" wie ich bin, zwei Vorschl├Ąge:

quote:
Aus den drei Tagen sind inzwischen f├╝nf geworden, meine sind Schwiegereltern wieder abgereist
.
quote:
Ich m├╝sse mich doch um nichts k├╝mmern, nur die Wanne danach wieder s├Ąubern.

F├╝r mich lesen sie die beiden obigen S├Ątze so besser, irgendwie "runder", aber das ist nat├╝rlich Geschmacksache. Ansonsten ist Dein Text klasse - Mensch bin ich froh, dass in meiner Badewanne kein glotzender Karpfen schwimmt - ich k├Ânnte mich dann sicher auch nicht ├╝berwinden und in seinem Beisein duschen...

L├Ąchelnde Gr├╝├če von no-name.

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Beba
Guest
Registriert: Not Yet

Hi Franka,

wirklich netter Text, bei dem ich Spa├č am Lesen hatte. Kurz genug, dass er nicht langweilig werden konnte. Nur eines ist dir nach meiner Ansicht missgl├╝ckt:

quote:
Zusammen mit meinem Mann haben sie dessen Pl├Ąne ├╝ber den Haufen geworfen

Das ist zu umst├Ąndlich, oder?

Ciao,
Beba


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flammarion
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Der Gast in meiner Wanne
Ver├Âffentlicht von Franka am 20. 03. 2007 11:01
Er hat dich mitgebracht. Dir ein Bad eingelassen. Das war vor drei Tagen. Seither ist die Badewanne besetzt. Es m├╝ffelt trotzdem. Oder gerade deswegen. Vielleicht m├╝sste das Wasser mal gewechselt werden.

Er, mein Mann, meint, ich sollte mich nicht so haben. Das sei doch nur einmal in (im) Jahr so. Und doch nur f├╝r ein paar Tage. Ich m├╝sste diesen Brauch doch kennen.
Da irrt er. Bei mir lang (lag) noch niemand ├╝ber mehrere Tage in der Wanne.

Und dann diese Blicke. Immer, wenn ich das Bad benutzen muss, verfolgen sie mich. Riesig die Augen und dunkelbraun. Ich gehe jetzt lieber auf der Arbeit mein gro├čes Gesch├Ąft verrichten. Das Duschen erledige ich im Fitnessclub. Da ist man zwar auch nicht allein, aber wenigstens glotzt keiner.

Aus den drei Tagen sind nun f├╝nf geworden, meine Schwiegereltern inzwischen wieder abgereist. Diese hatten den armen Kerl in der Wanne bedauert. Ihm t├Ąglich ein paar Leckereien zukommen lassen. Ich glaube, er hat dadurch Fett angesetzt. Es gibt keine M├Âglichkeit(Komma) die Pfunde wieder abzuwerfen. Sein Bewegungsradius ist ja hier begrenzt.
Die Drei (drei) haben doch tats├Ąchlich ├╝ber ein Dauerbadesrecht (Dauer-Baderecht) gesprochen. Der Kerl sei ihnen ans Herz gewachsen.
Keiner hat dabei auch nur am (im) Entferntesten an mein Seelenheil gedacht.

Nun wurde es mir wieder best├Ątigt. Mein Mann ist ein Schisshase. Erst die gro├če Klappe: Ich m├╝sse mich um nichts k├╝mmern. Nur die Wanne danach aussp├╝len.
Jetzt stehe ich hier, nicht er, mit der Keule und dem Messer.

Eines ist sicher, dies ist das erste und das letzte Mal, dass es bei uns Karpfen gibt.(besser Ausrufezeichen)

supi! gef├Ąllt mir sehr gut.
lg
__________________
Old Icke

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Franka
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Sch├Ân, dass du dich dieses Textes angenommen hast. Nun sind alle Schwachstellen beseitigt.
Danke und liebe Gr├╝├če,
Franka

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Haremsdame
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Der Titel "Der Gast in meiner Wanne" passt meines Erachtens sehr gut. Denn auch wenn die Augen einen erschreckend anschauen, kann er ja nichts feindliches unternehmen. Mich hat die Geschichte an den tschechischen Brauch des Weihnachtskarpfens erinnert und an die Erz├Ąhlungen meines Partners aus seiner Kindheit... Herrlich! Mit einem Schmunzeln auf den Lippen...
__________________
Wer nicht wagt, der nicht gewinnt

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Pete
Guest
Registriert: Not Yet

Ich finde den Text prima und habe neugierig bis zum Ende gelesen. Dort bin ich in die wunderbare Falle getappt.

Klasse!

Habe nichts zu verbessern, bin aber so inspiriert von Dir, Muse Franka, dass ich mir eine Gestaltungsalternative vorstelle:

>> Ich hab dich umgebracht! Nach drei Tagen! Mit Messer und Keule!
War ja auch nicht mehr auszuhalten. Einer Frau drei Tage lang das Bad zu stehlen ist seelische Grausamkeit.
Kein Richter dieser Welt wird mich f├╝r meine Tat belangen.

Dabei ist mein Mann schuld, dieser Schisser! (...) <<

Okay, okay, ich gebe zu, ich bin ein alter Effekthascher.
Aber nach so einem Anfang traut sich kein Leser mehr, aufzuh├Âren.

Was? Bei Dir auch nicht? Habe ich geschrieben?

Na wenn das so ist: Lass es so, wie es ist!

Gru├č

Pete

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