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Leselupe.de > Horror und Psycho
Der Gefährte
Eingestellt am 11. 05. 2003 13:24


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Akasha
Hobbydichter
Registriert: May 2003

Werke: 1
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Der Gefährte

Ich bin ein 27 Jahre junger Kaufmannssohn Namens Niklas. Das Geschäft blühte und mein großes Anwesen, das ich bei einem popülären Baugewerbe in Auftrag gegeben hatte, wuchs
sehr schnell. Im Großen und Ganzen war ich ein angesehener Mann in New York. Doch das Jahr 1803 sollte für mich das Jahr werden das mein Leben veränderte
Langsam dahin schreitend ging ich die dunkle Gasse, eine von vielen, in der Mainstreet entlang. Ich fürchtete mich nicht sehr, trotzdem hörte man von überall her die wildesten Gerüchte von Vampiren und anderen Kreaturen, die in New York ein neues Zuhause gefunden haben sollen. Aber ich glaubte nicht daran, denn es war für mich selbstverständlich dass ich diese Gasse entlang ging.

Tiefe Dunkelheit umgab mich. Eine Katze fauchte wild in einer dunklen Ecke. Irgendwo tropfte Wasser auf einen Stein. Es hallte laut in der Gasse wieder.
Mir war schon ein wenig mulmig. Ein reicher Mann, wie ich, könnte leicht in so einer Gasse wie diese hier, überfallen werden.
Ganz am Ende war schon das Licht der entfernten Straßenlaterne sichtbar. Als ich merkte dass ich anfing schneller zu gehen, musste ich mich beruhigen und ging wieder etwas langsamer. Mein dunkelbrauner Hut rutschte mir ins Gesicht. Als ich ihn zurechtrückte hatte ich das dumpfe Gefühl, das ich beobachtet wurde. Panik packte mich. Ich fing an schneller zu atmen. Doch ich riss mich zusammen, immer noch gleichmäßig zu gehen. Ich drehte mich um. Nichts. Schaute angestrengt in allen dunklen Ecken nach, und wurde plötzlich durch ein sausendes Geräusch etwas schräg über meinem Kopf aufmerksam. Ganz langsam drehte ich mich nach vorne.

Erstaunt sah ich, das sich vor mir, etwa 4 Meter, eine dunkle Gestalt von dem Licht am Ende der Gasse abhob. Nicht sehr ängstlich, aber erstaunt, rief ich der Gestalt zu, „Wer sind sie?“. Der Mann, seiner Statur nach zu urteilen war es einer, machte keine Bewegungen oder Anstalten sich zu mir zu bewegen. Ich fand das merkwürdig. „Wer sind sie?“ versuchte ich es ein bisschen energischer. Eine Bewegung verriet mir, dass er langsam auf mich zukam. Eine langsame und wohltuende Stimme, die gar nicht zu seiner Statur passte antworte mir, „Mich würdest du eh nicht kennen. Und wenn, dann wäre ich jetzt nicht hier.“ Irgendwas stimmte hier nicht. Er stand jetzt etwa 3 Meter vor mir. Lange sagte niemand von uns beiden etwas und die Stille wurde langsam erdrückend. Ich hörte das tropfen auf dem Stein und das rascheln von Ratten. Angestrengt versuchte ich seine Augen zu erkennen, die im Schatten seines schwarzen Hutes nicht zu erkennen waren, da nur der untere Teil seines Gesichtes mich angrinste. Seine Lippen waren rot, sehr rot. Er trug einen langen schwarzen Stoffmantel, der nicht sehr neu und gepflegt aussah. Und alte aber Blankpolierte Stiefel. Seine Kleidung, die er darunter trug, konnte ich im Dunkeln nicht erkennen, aber sie wird schwarz gewesen sein.
Langsam musste ich etwas sagen, „Ich finde das ein wenig merkwürdig. Wären sie ein Dieb oder Räuber, wäre ich schon längst meines Geldes und meiner Schmuckstücke beraubt. Und sie wären schon längst weggerannt.“.
„Aber ich stehe noch hier vor dir und du hast noch all deinen Besitz noch an dir.“, flüsterte er, mit einer weiteren Bewegung auf mich zu.
„Und dafür bin ich ihnen auch sehr dankbar.“, meinte ich daraufhin, „Aber ich weiß ja nicht ob sie so etwas in der Art noch vorhaben.“ Ich machte einen kurzen Schritt nach hinten.
Doch es half nichts. Mit einem weiteren Schritt zu mir, sprach er weiter, „Oh, in dieser Hinsicht brauchst du keine Angst zu haben. Ich bin kein Dieb und auch kein Räuber. Aber ...“, er stockte kurz, „ .. Ich möchte dich gern einladen um mit mir zu speisen. In meinem Hause natürlich das außerhalb der Stadt liegt. Meine Kutsche wird uns selbstverständlich abholen. Du hast doch keine Einwände oder?“ fragte er mich, was sich sehr danach anhörte das er sich sehr sicher war das ich zustimmen würde. Ich sah in lächeln.
„ Ich habe nichts dagegen, nein“, antwortete ich, „ Aber ich habe noch ein paar wichtige Termine zu machen. Deshalb bitte ich sie unser gemeinsames Speisen um 2 Tage zu verschieben.“ Er nickte und lächelte mich an.
„Ich verstehe das. Ja ich verstehe das“, meinte er ein bisschen geistesabwesend“, Wäre es ihnen auch möglich mir eine Nachricht zukommen zu lassen, wann sie denn Zeit hätten?“.
Ich überlegte wie sich das am besten machen ließe. Ich könnte einen meiner Dienstboten damit beauftragen, der …. Ja wie hieß dieser Seltsame Mister eigentlich? Ich musste ihn fragen, „ Könnten sie mir einen Gefallen tun?“. Er schaute mich verdutzt an. „Ja aber sicherlich doch, nur raus mit der Sprache.“ „Könnten sie mir sagen wie ihr Name ist. Ich wüsste nicht an wen ich die Nachricht senden sollte.“ Er lachte laut auf. Es war ein lachen wie jemand der keine Sorgen hat. „Da habe ich doch wirklich vergessen mich vorzustellen. Ich bin Mister Matthews. Aber sie können mich Vance nennen.“ Mister Vance Matthews. Ich hatte noch nie von ihm gehört, also schloss ich daraus dass er kein Kaufmann sein musste. Ich kannte alle aus New York. Aber was sagte er doch gleich? Sein Anwesen liegt außerhalb von New York? Wenn das Haus außerhalb lag konnte ich ihn auch nicht kennen. Ich sagte mir dass ich ja nichts alle Anwohner New Yorks kennen musste. Also ist es auch nicht merkwürdig dass ich ihn nichts kannte. „Gut ich hoffe ich höre sobald wie möglich etwas von ihnen. Ich würde mich sehr freuen wenn sie meiner Einladung folgen.“, riss er mich aus meinen Gedanken. „Ja, ich werde dies bestimmt. Auf Wiedersehen … Vance.“ Er zog seinen Hut. Es kamen braune glänzende Haare zum Vorschein. Sie waren etwas länger als die Haare, die die Herren in New York trugen.
„Machen sie es gut, Niklas.“
Er kam auf mich zu und ging an mir vorbei. Ich spürte einen kalten Hauch. Ich starrte nach vorne. Dann war da wieder das sausende Geräusch. Ich musste sehen was das war und drehte mich erstaunt um. Er war verschwunden. Ein merk würdiger Herr, dachte ich mir. Und woher weiß er eigentlich meinen Namen? Na ja was soll es, er ist ein netter Herr. Merkwürdig, aber nett. Weiter machte ich mir keine Gedanken. Ich wollte eigentlich die 2 Tage einhalten. Aber ich hatte wirklich alle Hände voll zu tun. Ich erzählte niemanden dass ich Vance kennen gelernt hatte. Wen sollte es auch interessieren? Mein Vater hat nur sein Baugewerbe im Kopf, ihn hätte dies nicht interessiert. Also behielt ich es für mich.

Es war eine Woche vergangen und ich wusste dass ich morgen Zeit hätte. Aber ich wusste nicht ob ich wirklich gehen sollte. Ich rang mich durch. Als ich einen der Dienstboten zu mir schickte, wusste ich dass ich es machen würde. Er war doch nun wirklich kein Räuber oder Dieb wie ich zuerst dachte. Das einzige was mir am besten einfiel, wie ich mich verhalten sollte, war das ich einfach höflich uns bestimmt mit ihm umgehen sollte.

„Mister Dunfield, Mister Dunfield, ist alles ok mit ihnen?“, hörte ich auf einmal eine Stimme sagen. Ich schaute auf uns sah den Dienstboten. „Ja, mit mir ist alles ok. Ich war nur ein bisschen in Gedanken. Könnten sie jemand eine Botschaft überbringen. Leider liegt das Anwesen außerhalb von New York. Wäre das ein Problem für sie?“ fragte ich ihn mit einem lächeln auf den Lippen. Ich musste stutzen, denn er verzog keinesfalls sein Gesicht, wie es viele meiner Dienstboten tun würden. Er schien sich zu freuen. „Nein, keineswegs Mr. Dunfield. Ich freue mich sogar. Ich hatte schon keinen Auftrag mehr, seit langem. Es ist mir eine Ehre für einen Kaufmann wie sie zu arbeiten.“. Achso darum also. Ich lächelte ihn freundlich an, dankte ihm und übergab ihm den Zettel, „Das ist für Mister Vance Matthews. Ich hoffe sie finden sein Anwesen. Aber so groß ist New York ja nicht.“. Er verbeugte sich und machte sich auf den Weg. ´Gut das hätten wir erledigt´ dachte ich bei mir. Bis morgen hatte ich Zeit um noch ein bisschen zu erledigen, und nicht so wichtigen Sitzungen beizuwohnen.

Der Tag verging sehr schnell und ich legte mich gleich nach dem Abendessen ins Bett. Ich blieb noch ein bisschen wach, und dachte mir dass ich morgen erst gegen Abend bei Vance sein musste. Ich hatte beschlossen ihn doch so zu nennen. Es war zwar ungewöhnlich, dass er es wollte, aber ich machte es trotzdem. Ich hatte also noch davor Zeit um etwas zu machen. Mir viel leider nichts Sinnvolles ein, was ich mit dem freien Tag anfangen sollte. Mir viel ein das ich meine kleine Nichte noch gar nicht gesehen hatte. Mein Vater hatte noch eine Tochter aus einer anderen Ehe. Sie war schon 27 Jahre und eine bildhübsche Frau dazu. Marie, so hieß sie, war verheiratet und bekam vor ein paar Wochen ihr zweites Kind. Ich hatte es von Vater erfahren. Also entschied ich mich Marie und ihre Familie zu besuchen, und ich schlief beruhigt ein, mit dem Gedanken endlich meinen morgigen Tag ausgefüllt zu haben.

Es war merkwürdig, aber ich träumte von Vance. Wie er wieder sich vom Licht abhob. Aber diesmal hatte es den Anschein dass wir in einem Haus waren. Der Raum war nur gedämpft mit einer Kerze beleuchtet. „Was machst du denn hier Vance? Was ist das hier? Oder besser gesagt wo bin ich hier, denn es ist ein Ort wo ich noch nie zuvor war?“. Er grinste mich hämisch an, dass es den Anschein hatte, er fände es lustig, das ich mich fragte wo ich sei. ´Was soll denn daran so lustig sein, bitte schön´, dachte ich mir als ich ihn mit bösen funkelten Augen ansah. Ich hatte noch nie so ein Hass besessen, selbst als mein Vater mich vor die Tür setzte. Ich stand in einem Raum, in den ich nicht willkommen zu sein schien, der so düster wirkte, und eine Atmosphäre besaß die das Nichts darzustellen schien, das es mir die Nackenhaare sträubte.

Es konnte doch sein, das dies ein Raum vom Anwesen Vances ist, der mir immer noch grinsenden Blick gegenüber stand, denn es schein zu seinem Wesen voll und ganz zu passen.
Im Raum stehend wusste ich nicht was ich tun sollte, kam mir so wertlos vor, weil Vance nicht mal darauf bedachte mir eine Antwort auf meine Fragen zu geben. Es kam mir unendlich lang vor, wie ich da stand und wartete das ich aufwachte, in dem Wissen das dann der ganze Schwachsinn hier eine Ende hatte.
Er bewegte sich auf mich zu, mit langsamen Schritten, und grinste mich dabei die ganze Zeit über an. „ Du wirst bald erfahren wo du dich hier aufhältst. Hab keine Angst oder Furcht, denn dir wird nichts passieren. Das verspreche ich dir“ sein Gesicht wurde ernst als er zu mir sprach. Ich schaute ihn verdrossen an. „Wieso sollte ich mich vor dir fürchten? Oder gar Angst haben? Ich wunder mich nur wie ich an diesem Ort komme.“ Zugegeben ein ganz klein wenig mulmig war mir schon, denn ich wusste nicht was er von mir wollte. Wieso holte er mich an diesen Ort den ich nicht kannte. Und wieso sagte er mir nicht einfach was ihm auf dem Herzen lag, anstatt mich die ganze Zeit nur an zu schauen.


Er setzte sich auf die Couch die, wie ich sah, sehr altmodisch war, und schaute mich immer noch aus seinem blassen Gesicht an. „Setz dich doch“ wies er mich an, und zeigte auf den Stuhl, den ich jetzt erst sah, der hinter mir stand. Ganz langsam bewegte ich mich auf den Stuhl zu und setzte mich auf den beflissenen Stuhl gegenüber Vance. „Wieso bin ich also hier?“ fragte ich, worauf er nur wieder anfing zu grinsen.
„Ich möchte dich nur um einen Gefallen bitten, der wie ich glaube für dich, ein sehr großer Gefallen sein muss. Aber vorerst möchte ich dir einige Dinge über mich verraten, die von sehr wichtigem Bestand sind.“, er stockte schaute mich aus sehr neugierigen Augen an, Ich glaubte er suchte eine Gefühl in meinem Gesicht, so was wie Furcht. Aber ich wusste, er sah die blanke Neugier aus meinen Augen. „Kennst du dunkle Wesen, Wesen die nur nachts auf der Straße sind?“ Was sollte das jetzt? Was will er damit bezwecken? „Ich habe schon viel über dunkle Wesen gehört, die sich nur nachts auf die Straße trauen. Wesen die lichtempfindlich sind, und bei Licht zu Staub zerfallen. Das sind aber nur Gerüchte wie ich glaube, denn so ein Wesen habe ich noch nie gesehen, geschweige denn mehr über sie erfahren. Das ist alles was ich weiß.“ Ich hörte so was wie ein „Aha“ aus seinem Mund. Ich beobachte ihn genau.
Er sank den Kopf, hob ihn dann wieder und sah mich an. „Ich bin so ein dunkles Wesen“ flüsterte er kaum hörbar. Misstrauisch beäugte ich ihn. Das konnte nicht sein. Ein dunkles Wesen sitzt mir gegenüber? Ich merkte wie von ganz unten ein Lachen hochschoss. Ein dunkles Wesen? Mir gegenüber? Ich ließ meinem Gefühl freien Lauf. Ich lachte laut, laut so das ich das Gefühl hatte das alte Gemäuer würde anfangen zu zittern. Vance schrak zurück, und sah mich verblüfft an, von dem ich noch viel mehr lachte. Fragend sah er mich an, „ Wieso lachst du? Ich wüsste nicht was daran so lustig sein soll? Sag es mir was ist so witzig?“
Immer noch ein wenig lachend antworte ich ihm, “ Ein dunkles Wesen soll mir gegenüber Sitzen? Ein dunkles Wesen? Du bist ein Mensch. Und dunkle Wesen sehen nicht aus wie Menschen. Das kann nicht sein“.

Er stand auf, und bewegte sich im Raum umher. “Und wenn ich es dir beweisen könnte? Das ich ein dunkles Wesen bin. Würdest du mir dann glauben?“
„Ich würde sagen schon. Aber wie willst du mir das beweisen?“
Nervös ging er, immer noch, im Zimmer umher. Ich sah das er überlegte, angestrengt, er kratzte sich am Kopf, faltete die Hände. Wie will er mir das beweisen dass er ein Wesen der Nacht ist? Sicher, ich habe ihn kein einziges Mal am Tag gesehen. Aber ich habe ihn ja auch erst zweimal gesehen, das erste Mal in der Gasse, und das zweite Mal jetzt, zudem ich glaube das es sowieso nur ein Traum ist. Alles scheint aber so real, wie auf dem Stuhl sitze und Vance zuschaue wie er nervös umhergeht und mich immer zu ansieht und stehen bleibt um kurz darauf wieder umherzulaufen. Wesen der Nacht und der Dunkelheit gibt es nicht. Wie konnte ich glauben dass er es mir beweisen konnte dass er so etwas sein soll?
Ich hörte ihn murmeln: „Wie kann ich ihm das nur beweisen ohne das er Furcht hat? Es muss doch irgendetwas geben.“
Er blieb stehen, schaute mich an, und sein Gesicht hellte sich auf.
„Jetzt weiß ich es. Wir warten bis zum Morgengrauen. Dann werde ich es dir beweisen können.“
„Wieso gerade im Morgengrauen?“, ich schaute ihn fragend an.
„Weil ein Wesen der Nacht lichtempfindlich ist und zu Staub zerfällt wenn er dem Licht zu lange ausgesetzt ist“, meinte er zu mir als er abwesend nach draußen ins Dunkel schaute.
Ach so ist das, dachte ich bei mir, es ist doch selbstverständlich das dunkle Wesen lichtempfindlich sind. Sonst wären sie ja nicht dunkel.
„Und was machen wir bis zum Morgengrauen? Es ist noch Zeit bis dahin“, sagte ich mit einem Blick auf meine teure Taschenuhr. Schnell stecke ich sie wieder weg. Denn ganz und gar kann ich ihm immer noch nicht vertrauen.
„Wir können noch ein Korn trinken gehen. Ich kenne eine abgelegene Kneipe in der Stadt.
Und dort werde ich dir einiges über mich erzählen wenn du das wünscht.“ Er wartete nicht auf meine Antwort: „Magnan mach die Kutsche bereit“, schrie er in Richtung einer Tür aus Holz.
Die Tür wurde von außen geöffnet, ich erschrak, heraus kam ein abwesender alter Mann, blass und klein, und von ziemlich starker Statur trotz seiner Größe. War das ein Gespenst? Ich musste lachen, was für komische Gedanken hatte ich eigentlich?
„Oh nein ich bin kein Geist, und komische Gedanken haben sie nur von mir bekommen“, sprach eine fremde Stimme, ich drehte mich um wo die Stimme herkam. Der alte Butler.
„Oh“, ich räusperte mich, „Oh wie kann, wie kann das sein?“
Vance kam zu mir und legte seine Hand auf meine Schulter, „Ein alter Priester aus dem 17 Jahrhundert. Vor dem brauchst du keine Angst zu haben. Nur deine Gedanken solltest du ein bisschen zurückhalten“.
„Ah, wenn es weiter nichts ist“, ich ging zu dem Priester und reichte ihm meine Hand. „Hallo ich bin Niklas. Freut mich sie kennen zu lernen. Haben sie auch einen Namen?“
Ein lächeln spiegelte sich auf seinem Gesicht, „Ja aber sicher doch, ich heiße Magnan, Priester eines Klosters in Schottland“, gewesen wollte ich noch sagen, habe es dann aber doch lieber sein gelassen. Alte Leute sind ziemlich sentimental. Trotzdem glaube ich dass er wusste dass ich dies dachte. Doch sagte er nichts.
Er ging hinaus um die Kutsche vorzubereiten, und wir blieben drin und warteten. Wir starrten uns die ganze Zeit an, in der ich schon fast wieder angefangen hätte zu lachen, ich mich aber doch beherrschen konnte.
Etwas bewegte sich auf die offene Tür zu, ich konnte die Person aber nicht sehen weil ich mit dem Rücken zur Tür saß.
„Mr. Matthews?“, es war Magnan. Vance erhob sich und bewegte sich auf die offene Türe zu, hinter der, so glaube ich, Magnan stand. Ich hörte sie beide flüstern, kurz darauf kam Vance wieder in das Zimmer, und stellte sich vor mich.
„Die Kutsche ist fertig Niklas. Wir können fahren“
„Das ist gut“, sagte ich als ich mich erhob um ihm zur Kutsche zu folgen.

Die ganze Fahrt zur Stadt sprachen wir kein einziges Wort, wir schauten nur in das Dunkel heraus, zu den vereinzelten vermummten Gestalten die ab und zu am Wegesrand erschienen.
Man sah ihnen ihre Furcht und Angst an, diesen Abergläubischen Leuten, die Knoblauch um ihren Hals trugen und die anderen Menschen noch mehr Furcht einjagen weil sie diese Geschichte wie Lauffeuer verbreiteten. Die Kutsche hielt in einer dunklen Gasse in der Innenstadt, die nur wenige Menschen betraten. Vance hatte Recht, sie war allerdings sehr abgelegen. Er ging voraus und öffnete die schwere Holztür. Mir kam ein unglaublicher Rauch, gemischt aus Zigarrenrauch und stickiger Luft, entgegen. Bevor ich eintrat sog ich noch mal die frische Nachtluft ein, um mich sogleich in den Rauch zu stürzen.
Vance ging geradewegs auf einen Tisch zu der ganz in einer verlassenen Ecke stand.
„So haben wir Ruhe damit ich dir alles erzählen kann. Ich mag es außerdem nicht so wenn ich unter vielen Leuten bin. Aber gegen ein Korn habe ich nie etwas auszusetzen. Schon vor meinem Schicksal habe ich gern Korn getrunken.“ Ich setzte mich ihm gegenüber an diesem alten Holztisch.
„Wieso Schicksal?“ Ich verstand nicht ganz was er damit meinte. Er schaute Gedankenverloren an mir vorbei, so das es den Anschein hatte, dass er sein ganzes Leben Revue passieren ließ.
Er richtete seinen Blick wieder auf mich.
„Was sagte ich? Schicksal?“ , fragend sah er mich an. Ich nickte nur.
Eine junge Frau war an unseren Tisch heran getreten. „Was möchten die Herren haben?“
Ich entschied mich nach einigem Grübeln für einen Krug Wein. Vance nahm ein Korn.
Als sie wieder in der Menge verschwand richtete ich mein blick wieder auf mein Gegenüber.
„Was meinst du denn mit Schicksal?“
„Ich war auch mal ein Mensch wie du. Konnte Dinge tun die ein normaler Mensch tut. Ein gesellschaftliches Leben führen. Ich erzähle dir jetzt meine ganze Geschichte.“
„Nur zu“, ich war gespannt drauf was jetzt kam.
„Ich wurde im Jahre 1506 geboren. In eine reiche Familie hinein, die sich wirklich nicht beklagen brauchte, denn mein Vater war Stadtoberster. Welche Stadt fragst du dich? Es war London. Ganz Recht, London war es. Mein Vater war nur kurze Zeit in dem Amt. Sechs oder vielleicht auch sieben Jahre lang. Unser Name ist derselbe wie meiner jetzt. Matthews. Ich habe meinen Namen behalten. Ich wuchs in einer sicheren Gegend auf, und meine Kindheit war unbeschwert. Mein Vater schickte mich auf eine Privatschule. Als ich 25 war hatte ich mein Studium abgeschlossen. Ich wollte wie jeder damals Kaufmann werden. Um viel Geld zu verdienen und meinem Vater gerecht zu werden. Ich wollte ihn nie enttäuschen. Meine Mutter war nichts besonderes. Sie stand nur im Schatten meines Vaters, immer darauf bedacht ihn ja nicht zu verletzen. Sie war nur hie und da auf Partys von feinen Damen, bei Kaffeekränzchen und Versammlungen. Mein kleiner Bruder, der zehn Jahre jünger war als ich, war das einzige was mir im Leben wichtig war. Er brachte mich zum lachen mit seiner fröhlichen Art die er überall wo er war verbreitete. Im Jahre 1533 griff die Pest um sich in London. Menschen litten und starben an Hungersnöten. Hilfe konnte man nicht erhoffen, es musste ums überleben gekämpft werden. Gehofft werden, dass man überlebt. Mein Bruder war in diesem Jahr siebzehn geworden. Dann erkrankte er an der Pest“, er stockte, sah in die Ferne und schaute mich mit nassen Augen an, „ Ich kann mich sehr gut an den Tag erinnern, als meine Mutter mir sagte, ich soll schnell zu ihm laufen. Sie weinte und rannte so schnell es auch ging, zu mir.
‚Vance, Vance komm schnell dein Bruder will dich sehen’
‚Was ist los? Wie geht’s ihm? Ist alles okay?’
‚Ich weiß es nicht. Ich habe schon nach dem Arzt schicken lassen. Ich befürchte das schlimmste. Mein armer kleiner Junge wird sterben’. Sie sah verzweifelt aus, schluchzte nur und sank dann zu Boden. Ich ließ sie wo sie war, rannte schnell in das Zimmer meines Bruders, blieb in der Tür stehen und schlug die Hand vor meinen Mund. Blass lag er in seinem Bett, seine geschwächten Glieder lagen ohne eine Bewegung auf dem Bett. Die Schwester saß im Sessel im hinteren Teil des Raumes. Sie nickte mir zu und deutete mir an ans Bett ranzugehen. Er dreht den Kopf zu mir als ich auf das Bett zutrat. Mit einem Lächeln im Gesicht sagte er mir, dass es Zeit für ihn wäre zu gehen. Ich kniete nur ans Bett, nahm seine Hand und schüttelte den Kopf.
‚Du wirst immer mein kleiner Bruder bleiben. Der mir wichtiger ist als alles andere. Ich hoffe du findest dein Weg. Und wartest dort oben auf mich.’“
Er schüttelte den Kopf als er seinen Redefluss beendet hatte. Ein Schluck aus dem Krug und er fing wieder an zu lächeln.
„Ich denke da werde ich jetzt nicht mehr hinkommen“, hüstelte er.
„Wie bist du ein“, ich musste räuspern, “Vampir geworden?“
„Ein paar Tage später wo mein Bruder gestorben war, ging ich eine dunkle Gasse entlang. Ich hatte mich seither oft in dieser dreckigen Gegend Londons aufgehalten. Suchte meist Trost in den Kneipen um mich voll zu saufen, dem Kummer einfach zu entgehen. Ich merkte, dass mich jemand verfolgte. Doch ich war zu besoffen um zu reagieren. Ich spürte nur noch wie mich von hinten jemand an den Haaren packte, den Pieks im Hals und den scharfen Gegenstand der sich darin hinein bohrte. Ich weiß nicht was ich dann gemacht habe oder was mit mir gemacht wurde. Ich wachte nur in einem schicken Haus auf, neben mir stand so etwas wie ein Lord oder so. Er war sehr fein gekleidet. Ich schaute ihn nur verwundert an, worauf er laut zu lachen anfing. Ich stand auf und wollte zur Tür laufen, kam doch bevor ich die Tür erreichte an einen Spiegel vorbei. Ich erhaschte ein Blick auf mein Spiegelbild, lief entsetzt zu dem Spiegel zurück. Entsetzt schrie ich auf. Mein Aussehen hatte sich verändert. Blass war ich, hatte dunkelrote Lippen, Schatten unter den Augen. Das Schlimmste waren die langen Eckzähne. Mit der rechten Hand fuhr ich über meine Zähne. Der Lord lachte immer noch in der Ecke.
‚Was hast du mit mir gemacht du Mistkerl. Was? Wo bin ich?’, schrie ich ihn an, voller Wut in der Stimme.
‚Erstens, bin ich kein Mistkerl. Zweitens, bist du jetzt ein Vampir denn ich habe dich dazu gemacht. Und drittens, bist du in meinem Heim.’, antwortete er mir ernst, als er aufgehört hatte zu lachen.
Sobald sein letztes Wort ausgesprochen war, lief ich zur Tür, die Treppe runter und nach draußen. Keine Ahnung wohin ich lief oder wo lang. Ich fand ein Hotel, voll mit Huren. Ich ging zum Schalter. Entsetzt schauten mich die Huren an, denn mein Haar war zerzaust, die Hose aufgerissen. Ich bat um ein Zimmer. Ohne eine Hure, nur um ein wenig auszuruhen. Der Herr am Schalter nickte, führte mich im oberen Stockwerk am Ende des Flures zu einer Türe, schließ diese auf, ließ mich rein und verschwand. Am Morgen erwachte ich als ich ein brennen auf meiner rechten Hand spürte. Ich zog sie weg und öffnete die Augen. Meine Hand war vollkommen rot, weißte schwarze Stellen auf. Mein Blick wanderte weiter zu dem Teil wo meine Hand lag. Die Sonne schien auf die Bettkante. Scheu wanderte meine Hand zum Rand des Sonnenscheins. Als meine Hand in die Sonne kam, schrie ich auf, zog sie wieder zurück und lief hysterisch ans Ende des Raumes. Ich überlegte eine ganze Weile. Was sollte ich tun? Ich entschied mich erst einmal mich rechts an das Fenster zu wagen um die Vorhänge zuzuziehen. Aufgelöst lag ich später wieder auf dem Bett, sah meine verbrannte Hand an, völlig verwirrt. Wartete bis zum Abend in dem Zimmer. Wenig später erfuhr ich was Vampir bedeutete. Seitdem bin ich viel rumgekommen. Hatte viel Kontakt zu Vampiren. Und nun sitze ich hier bei dir in einer Kneipe und erzähle dir dies. Du fragst dich Warum? Ganz einfach. Als ich dich das erste mal sah in einer Nacht, wusste ich das du jemand bist dem ich vertrauen kann und der mir halt gibt. Ich wollte dich kennen lernen. Oft schlich ich dir hinterher, mit dem Wissen das ich so mehr über dich erfahre.“
Erstaunt starrte ich ihn an, hustete kurz, und starrte ihn wieder mit großen Augen an.
„Ach so ist das“, ich gab ein leises „hmm“ von mir und nahm ein Schluck von meinem Krug.
„Ich würde sagen, dass ich dir jetzt Glauben schenke. Deine Geschichte klingt viel zu überholt als das sie nicht wahr sein kann. Aber was erwartest du jetzt von mir? Das ich mich auch zu einem Vampir machen lasse?“, ich sah ihm in die Augen.
„Ich hatte niemals vor, dich das werden zu lassen was ich jetzt bin. Ich fand das du ein interessanter Mensch bist. Und du sollst es auch bleiben. Ich möchte einfach nur einen Menschen an meiner Seite wissen. Das ist alles.“
„Ich bin mir da nicht so sicher, ob ich darauf eingehen soll. Ich habe zwar nichts zu verlieren, aber wer weiß was auf mich zukommt.“, ich grübelte eine ganze Weile.
„Okay“, reichte ich ihm die Hand,“ Es freut mich das ich dich kennen lernen darf.“
„Schön“, lächelte er mich an, „Ich werde immer auf dich aufpassen. Wie auf meinen kleinen Bruder damals.“
Er drehte sich um, rief die Kellnerin, und sagte ihr, dass wir gerne zahlen möchten.
Ich wollte meine Geldbörse auf meiner Hosentasche rausziehen, doch er wies mir mit der Hand an sie dort drin zu lassen. Die Kellnerin kam und er steckte ihr einen Schein zu. Die Kellnerin bedankte sich höflich und dirigierte weiter ihre Tablette zwischen den Tischen hindurch. Wir traten die hinaus in die dunkle Nacht. Ich musste frösteln, trotz meines langen Mantels.
„Und was nun“, fragte ich ihn.
„Ich muss dir nur noch eins sagen“, schaute er mich an, „Du träumst nicht. Das ist Realität. Okay?“
Ich nickte energisch mit dem Kopf.
Nun gut. Er war ein interessanter Herr, und hatte sicher noch mehr Geheimnisse zu Verbergen. Wir gingen die lange Gasse entlang. Es war unheimlich düster. Aber merkwürdiger weise fühlte ich mich sicher im Beisein von Vance. Vor mir blieb er stehen und horchte, lief dann weiter.
Dann ging alles ganz schnell. Ich sah wie von oben, auf dem Haus über uns, eine Gestalt in die Gasse sprang. Ich schrie nach Vance. Er schaute nach oben und verfolgte den Flug der Gestalt, die kurze Zeit später ihm direkt vor die Füße sprang.
„Was willst du hier Claudius?“, fragte Vance völlig unberührt.
„Dich töten“, sagte die männliche Gestalt und sprang auf ihn zu. Erschrocken wich ich zurück. Ich wollte ihm helfen, doch konnte es nicht. Ich bin nur ein Mensch. Schwach und unbedeutend. Der Mann hob die Hand in die Höhe, mit einem Holzpfahl. Die Hand fiel nach unten, und Vance war verschwunden. Einfach in Luft aufgelöst, zu Staub zerfallen. Der Mann stand immer noch so da, wie er Vance den Pfahl in die Brust gehauen hat. Er schnaufte laut, schaute mich dann mit verwirrten Augen an. Er kam auf mich zu, starrte mich an. Ich wich nicht zurück. Diese Gestalt, ob Mensch oder Vampir, hatte Vance vernichtet. Das war nicht zu verachten.
„Wer bist du?“, fragte er mich.
„Ich? Wer ich bin? Ich bin Niklas. Und wer bist du? Wenn du Vance vernichtest?“
„Ich bin Claudius. Ich habe Vance erschaffen, zu dem gemacht was er bist vor kurzem noch war.“ Er lachte. Sehr laut. Genau so muss Vance es damals gehört haben.
„Was hast du mit mir vor?“
„Ich will dir nichts tun. Du kennst ihn nicht. Aber du musst mir versprechen, dass du darüber nie ein Wort verlierst. Über mich nicht, über ihn nicht, und über das was hier eben vorgefallen ist. Dann lasse ich dich laufen.“
Ich wusste das ich so oder so niemanden davon erzählt hätte. Die würden mir alle nicht glauben.
„Dann lasse mich laufen. Ich werde nichts sagen. Aber bitte. Tauche nie wieder in meinem Leben auf. Denn, obwohl ich ihn so wenig kannte, ist es nicht zu Verzeihen das du ihn getötet hast. Doch du wirst dafür deine Gründe haben, die ich nicht wissen will.“
Er nickte und verschwand wieder, so schnell wie er gekommen ist.
Ich ging weiter die Gasse entlang, so wie am Anfang meiner Geschichte. Ich lebte noch viele Jahre, heiratete und bekam Kinder. Doch das ist eine andere Geschichte. Einem meiner Kinder gab ich den Namen Vance. Doch niemand weiß bis heute was mir damals wieder fahren ist. Und ich werde es auch niemals vergessen. Claudius habe ich nie wieder in meinem Leben getroffen. Und mir ist auch nie wieder ein Vampir begegnet.



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Töte einen Menschen, und du bist ein Mörder. Töte Millionen, und du bist ein Eroberer. Töte sie alle ... und du bist Gott.

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Marcus Richter
Fast-Bestseller-Autor
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Hallo Akasha,
schöner Ansatz für eine Vampirgeschichte. Das Viktorianische Zeitalter, oh man. Viktorianisches Zeitalter und Vampire passen so gut zusammen, wie Rotwein, Käse und armlange Baguettes. Die Sprache war teilweise schon die richtige. Es hat mich irgendwie ein bisschen an Interview mit einem Vampir erinnert. Aber ich denke, der Film hat die Entwicklung der Vampirgeschichte ohnehin wesentlich beeinflusst.
Wie ich sehe, ist das dein erster Text hier. Deshalb nur am Rande: Du müsstest die Geschichte komplett rechtschreiblich überarbeiten. Auch wäre eine einheitliche Zeitform nicht schlecht. Deine Geschichte ist von sich her schon erzählend strukturiert. Also würde ich an deiner Stelle die einfache Vergangenheit benutzen. Und das straight durch, bis zum Schluss.
Mhm, der Schluss. Ich hatte das Gefühl, ab der Stelle, wo Vance seine Vergangenheit beschreibt, verlierst du die Geschichte. Sein Bruder war doch ein Vampir geworden oder Vance glaubte, er wäre ein Vampir geworden. Dann gibt es diesen Claudius, der ihn zum Vampir machte und der ihn schließlich umbringt. Das hört sich an, als wolltest du die Geschichte erzählen, warum Vance zum Vampir wurde, wer Claudius ist und was aus Vance´s Bruder geworden ist. Du beschränkst dich zum Schluss aber darauf, die ganze Geschichte wegfallen zu lassen. Deshalb bleibt die Geschichte zum Schluss auch blutleer.
Vielleicht liegt es daran, dass du den Vergangenheitsteil von Vance zu lang gemacht hast. Vielleicht versuchst du ihn zu kürzen und zu sehen, was eigentlich das Wesentliche an Vance Vergangenheit war. Dann kämst vielleicht auch dazu, zu fragen, warum Claudius ihn töten will – und, was noch viel wichtiger ist, warum Vance sich einen menschlichen Freund sucht.

Ok, soweit erstmal von mir. Wie gesagt, manchmal gar nicht uninteressant. Vorallem, wenn Vance nach dem Butler schreit. Da hättest du vielleicht schon ansetzen können, um langsam zu seiner Persönlichkeit und dann zu seiner Geschichte vorzudringen.
Ach so, überleg dir mal, ob du nicht versuchst diese ganzen modernen Begriffe aus der wörtlichen Rede rauszunehmen. Auch das „Sie“ anstatt eines „Du“ gibt der ganzen Sache mehr Zeitgeist. Du weißt schon – Viktorianisch, Gehstöcke, Weltgewandtheit, Schönheit, Anmut.

Also gut, lange Kritik. Heißt, irgendwas an deiner Geschichte muß mir gefallen haben.
Gruss Marcus

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"Ein Wort aufs Papier und wir haben das Drama."
Durs Grünbein

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Aneirin
Autorenanwärter
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Der Gefährte

Hallo Akasha,

ein Vampir mit Gefühl ist eine schöne Variante in diesem Genre, aber die Geschichte läuft Dir dann ziemlich schnell aus dem Ruder. Eigentlich ist schon der erste Absatz missverständlich.

Ich erkläre es Dir mal: Niklas ist also ein Kaufmannsohn, 27 Jahre alt. Das weckt bei mir die Assoziation, er ist mehr Sohn als Kaufmann, aber gleich im nächsten Satz blüht das Geschäft, nach Deinen Text sein eigenes, aber da er doch im Satz zuvor der Sohn ist, doch wohl eher das seines Vaters. Dann frage ich mich, was ich mir unter einem populären Baugewerbe vorstellen soll. Mit der Errichtung von Anwesen werden Bauunternehmer beauftragt. Und Zahlen werden in bellestristischen Texten immer ausgeshrieben

Dann geht Niklas in "einer dunklen Gasse, eine von vielen in der Mainstreet ..." Also entweder ist die Mainstreet die dunkle Gasse, oder die Gasse zweigt von der Mainstreet ab. Aber dein Text stellt keine der beiden Möglichkeiten dar. In der dunklen Gasse sollte Niklas sich eher wegen eines Überfalles sorgen, als wegen Vampiren. Der Satz mit der Sorge vor dem Überfall sollte einfach etwas früher kommen.

Dein Niklas macht dann innerhalb kurzer zeit eine Vielzahl von Gefühlen durch (Sorge, Paink, Erstaunen) und reagiert zum schluß völlig gelassen auf den mysteriösen Vance. Das nehme ich ihm nicht ab.

Vance ist im dritten Absatz von der Statur her ein Mann, so weit so gut. Er hat eine langsame und wohltuende Stimme, die zu seiner Statur nicht passt. Also passt seine Stimme nicht zu einem Mann, denn mehr weiß ich noch gar über ihn. Du meinst doch wohl eher, dass er klein und dick ist oder etwas in der Art und die Stimme deshalb nicht zu ihm passt.

Niklas hört das Rascheln von Ratten. Es ist dunkel, woher weiß er, dass es Ratten sind, es können auch Mäuse oder andere Tiere sein.

Wie grinst ein unterer Teil des Gesichts? Und überhaupt, warum grinst Vance, schließlich ist es ihm bitterernst mit dem, was er will.

Vance´s Kleidung ist im Dunkeln und unter dem Mantel nicht zu erkennen, aber sie wird schwarz gewesen sein. Spielt die Farbe der Kleidung eine Rolle für den rEst der Geschichte. Ich meine nein.

Bei der wörtlichen Rede sollte jeder neue Redebeitrag einer Person in einer neuen Zeile beginnen. Das erleichtert ungemein das Lesen.

Wieso ist Vance ein Mister? Er könnte doch auch Melker oder Trekkerfahrer sein? Ich weiß natürlich, dass das englische Mr. gemeint ist, aber Du siehst wie leicht Du in eine sprachliche Falle tappen kannst. Im Englischen würde in so einem Satz "Sir" stehen.

Einen Absatz weiter ist Vance dann ein netter Herr, nach all dem Mysteriösen das er bisher getan hat. Wenn das wirklich Niklas Meinung sein soll, muss er mehr als naiv sein.

Nach einer Woche ringt sich dann Niklas zu einem Besuch bei Vance durch. Wie macht er das? Zeige es dem Leser.

Niklas schickt einen Dienstboten zu sich, schreibst Du. Also entweder schickt er ihn woanders hin oder er ruft ihn zu sich. Wie er dann mit seinem Dienstboten umgeht ist für die Zeit um 1803 mehr als ungewöhnlich. Er ist der Herr und die Diener müssen machen, was er will. Er fragt nicht, er befiehlt. Wenn einer der Dienstboten ein Gesicht zieht, ist er schneller rausgeflogen, als er seinen Namen sagen kann. Das ist immer eines der Probleme bei Geschichten, die in vergangenen Zeiten spielen. Der Autor muss sich in die Gedankenwelt dieser Personen hineinfühlen, damit sie so agieren, wie es Leute einer bestimmten Gesellschaftsschicht damals getan haben. Das solltest Du auch beachten, wenn Niklas denkt, was er wann, wie und wo machen will.

Also Niklas hat eine Halbschwester Marie, eine Tochter seines Vaters aus einer andern Ehe, sie ist 27 Jahre alt, genauso alt wie er. Wie das gehen soll, weiß ich nicht.

Mit Niklas Traum hatte ich dann meine größten Schwierigkeiten. Ich habe weder verstanden, was er genau geträumt hat, noch wie das die Geschichte voranbringen soll. Als Autor solltest Du Dich immer fragen,was bestimmte Passagen für die Geschichte bedeuten.

Wenn ich ehrlich sein soll, habe ich danach die Lust verloren, konzentriert weiter zu lesen. Deshalb kommen nur noch wenige Anmerkungen:

Niklas und Vance gehen in eine Kneipe Korn trinken. Tranken Angehörige der gehoebenen Gesellschaftsschicht in New York 1803 in einer Kneipe Korn? Ich denke, an dieser Stelle schaut der moderne Autor hinter den Figuren hervor.

Vance erzählt dann sein Leben in einer zeimlich schnoddrigen Sprache. Sprach man so 1803?

Zum Schluss bringt Claudius (Der Name gefällt mir gut an dieser Stelle) Vance um. Warum wird mir nicht deutlich. Ich dachte bisher auch, dass Vampire sich nicht gegenseitig umbringen würden, das ist doch eine Spezialität im Highlander.

Ich weiß es ist immer viel leichter, Fehler in fremden Texten zu finden als in den eigenen. Aber Überarbeitung sollte sein, bevor Du einen Text ins Forum stellst und zwar nicht nur Grammatik, Rechtschreibung und Zeichensetzung, sondern auch den Inhalt. Mir hilft es, den Text nach dem ersten Schreiben ein paar Tage liegen zu lassen, um ihn mir dann wieder vorzunehmen. Ich lese ihn mir auch laut vor, um zu hören, ob er gut klingt.

Lass Dich aber bloß nciht entmutigen.

Viele liebe Grüße
Aneirin

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Akasha
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*seufz* ...
Wieso müssen Kritiker immer eigentlich alle KG´s so durchkämmen. Isja schrecklich *löl*

So fangen wir einmal an:

@Marcus
Der Film hat sehr viel dazu beigetragen ja. Aber ich denke ma, das es normal ist, wenn man sich für dieses Thema, oder ein anderes, interessiert und darüber schreibt, dann kommt so etwas ähnliches schon raus.
Ich werde die Geschichte überarbeiten. Leider war das wechseln von Zeitformen schon immer ein Laster von mir.
Die Geschichte, das gebe ich zu, sollte ein bisschen länger werden. Aber als man mir sagte, dass sie dermaßen langatmig sein würde, ging ich halt schneller an die Sache ran als eigentlich geplant. Brachte mich schon ein bisschen aus dem Konzept. Ich werde versuchen, ein bisschen geschwollener zu schreiben *löl*

soo und nun auf zu der Kritik von .. Aneirin

Erstmal muss ich sagen, deine Kritik geht über meine Grenzen hinaus. Ich antworte, und verteidige mich mal so gut ich kann, um nich ganz so blöde dazustehen *löl*.

Langsam dahin schreitend ging ich die dunkle Gasse, eine von vielen, die von der Mainstreet abzweigen, entlang.

Damit hätte sich das erledigt.
Ein Überfall, sei es von Dieben, oder von einem Vampir, ist das gleiche. Um was er sich zuerst Sorgen macht is doch nun wirklich egal. Und wenn er sich nun deshalb zuerst Sorgen macht, weil er die Gerüchte um die Vampire glaubt, und er mehr vor ihnen Angst hat, als um Männer die ihm seine Besitztümer stehlen wollen? Und nein, das muss ich nicht reinschreiben. Der Leser muss auch nachdenken.
und nicht gleich über die Gefühle und Ängste eines jeden erfahren. Das er so gelassen auf Vance reagiert, ist der Grund das es nur ein normaler Mensch ist. Und es gibt Menschen die zeigen oberflächlich keine Panik, sonst hätte ich ihn ja zittern lassen, und bestimmt auch gleich weglaufen, aber dann wäre ja meine Geschichte durcheinander geraten *fg*.
Und in einem Dialog, wie man vielleicht sehen kann, schreibe ich die Gefühle von Niklas nicht auf, sondern jediglich deine Gedanken.
Er ist von der Statur her ein Mann, aber ich erwähnte nicht was für einer, oder wie er genau aussieht. Ob dick ob dünn. Und wenn ich erzähle, das seine Stimme nicht ganz zu ihm passte, oder besser gesagt zu seiner Statur, dann meine ich damit das sie nicht zu seiner Statur passt, sei sie dick dünn oder stattlich, das habe ich ja schließlich nicht erwähnt nicht wahr.

Niklas hört das Rascheln von Ratten. Es ist dunkel, woher weiß er, dass es Ratten sind, es können auch Mäuse oder andere Tiere sein.

Bitte? .. soll ja wohl ein Witz sein. Aber sie haben recht, es könnte ja auch eine Schlange sein *löl*.
Vielleicht hätte ich noch ein fiepen erwähnen sollen. *grübel* Dann wäre aber noch nicht geklärt ob es eine Maus oder eine Ratte ist. Am Besten, da ich sie ja noch vollkommen umschreiben werde, zum besten natürlich, werde ich Niklas auf dieses Rascheln zugehen lassen, und von ihm dann identifizieren lassen das es eine Ratte ist *g*

Wie grinst ein unterer Teil des Gesichts? Und überhaupt, warum grinst Vance, schließlich ist es ihm bitterernst mit dem, was er will.


Auch sehr schön, diese Kritik. Woher möchte sie wissen, ob es Vance bitterernst ist. Ich denke nicht das ich es erwähnt habe .. Oder? Und wenn er grinst, kann es ihm nicht bitterernst sein hmm? Das mit dem unteren Teil des Gesichtes, da könnten sie Recht haben
Das werde ich selbstverständlich korrigieren.

Und ich meine ja. Die Farbe der Kleidung spielt eine Rolle. Denn wenn man sich einen Vampir vorstellt, oder ich zumindestens, komme ich sofort auf schwarze Kleidung. Das ist für mich ein Privileg.

Mit der wörtlichen Rede das, werde ich auch korrigieren beim überarbeiten.

Und das "Sir" natürlich auch.

Wenn er meint das er ein nett Herr ist, dann ist es ganz sicher öberflächlich gemeint. Vance kann trotzdem sehr nett sein, denn er hat Niklas noch nichts angetan oder?
Und wenn er mysteriöses tut, heißt das nicht er ist ein Killer oder soetwas.

*händereib*
Ausnahmen ne .. *g* tja. Es muss nich sein das er mit seinen Dienern umspringt wie die Herren dieses Jahrhunderts. Da sehen sie das wirklich zu verbissen. Ach und wenn ich jemand zu mir schicken lasse, dann kommt er sicher zu mir, weil ich ihn ja zu mich schicken lassen hab. Wieso sollte er dann ihn woanders hinschicken, wenn er ihn zu sich schicken lässt. Ich glaube da haben sie etwas falsch verstanden.

Jaja sie muss jünger sein *mit der Hand wedel*

Is doch schön das sie die Lust verloren hast weiterzulesen. Ich zwinge ja niemand sie zu lesen.

Vance hat Niklas zu einem Korn eingeladen. Und Vance ist nicht so sehr in der gehobenen Gesellschaftsschicht wie du sagtest. Er ist jemand der sich von der Gesellschaft eher zurück zieht, und nicht der, der sich in einem feinen Restaurant ein Glas Scotch trinkt.

Schnoddrig? Das Wort müssen sie mir genauer erklären. Bringen sie mir Bespiele

Zum Schluss bringt Claudius (Der Name gefällt mir gut an dieser Stelle) Vance um.

Les ich da ein Lob? Ein Lob? Ja stimmt der Name gefällt mir auch *löl*

Das werde ich noch genauer erzählen, wie es dazu kommt das Cladius Vance umbringt.

Tut mir leid, aber ich habe noch nicht sehr viel Erfahrung wie sie im schreiben. Und wenn ich meine Geschichte mehrmals durchlese, finde ich das sie so ganz perfekt ist.

Tja geschafft würde ich mal sagen *g*

*auf die Uhr guck*

Ich hoffe ich konnte mich einigermaßen verteidigen.
Ich wünsche ihnen noch einen angenehmen Abend

Gruß Aka
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Marcus Richter
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Hallo Akasha,
was heißt hier, man sagte dir, daß die Geschichte dann langatmig werden würde? Wer sowas sagt, der hat absolut keine Ahnung von Geschichten. Das ist ja ungefähr so, wie wenn man einfach das Ende von Krieg und Frieden rausschneidet, bloss um noch ein paar Werbeblöcke einzuschieben und zu sagen: "ACH, ist doch eh n´langweiliges Buch gewesen."
Also Bitte, Akasha, hör auf, solchen Leuten zuzuhören!
Eine Geschichte ist entweder gut geschrieben oder nicht. Es kommt in keinster Weise auf die Länge an (konsumträchtiger ist natürlich eine kurze Geschichte) - Verdammt, was schreibe ich hier eigentlich?

OK, es ist schön, mit einem Lachen aus einer Antwort rauszugehen. Lass dir einfach Zeit und schreib die Geschichte so, wie du es für angemessen hältst. Kürzen kann jeder - aber schreiben nicht.

Grüsse
Marcus
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Akasha
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Ich danke dir Marcus

Gruß Aka
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