Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, m├╝ssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5437
Themen:   92201
Momentan online:
54 Gäste und 1 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Humor und Satire
Der Geigenkasten
Eingestellt am 05. 05. 2003 02:48


Autor
Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.
flammarion
Foren-Redakteur
Routinierter Autor

Registriert: Jan 2001

Werke: 278
Kommentare: 8208
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um flammarion eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Die Berliner Aufgabe im Nov. 2002 lautete, irgendetwas zum Thema „Geigenkasten“ zu schreiben.

Geigenkasten

Das Orchester gab in einer anderen Stadt ein Konzert. Die Instrumente wurden in einen Eisenbahnwagon geladen, die Musiker setzten sich in ihre bequemen Abteile. Manche spielten Karten, manche lasen, andere schliefen.
Die Instrumente kannten das schon von anderen Reisen und begannen sogleich ihre liebgewordenen Scherzreden. Nur die Geige beteiligte sich wie immer nicht daran. Deshalb teilten die anderen auch immer wieder Seitenhiebe gegen sie aus. Die Pauke begann das Spiel mit:
Ein Chorleiter wird gefragt: „Warum nennen Sie den Chor einen gemischten Chor? Sie haben doch nur M├Ąnner!“ Die Antwort: „Ja, aber die einen k├Ânnen singen und die anderen nicht.“
Die Trommel f├╝gte hinzu: „Die Geige hat ein g. Wer aber hat zwei g? Jeder Baum hat Zweige.“
Alles br├╝llte vor Lachen. Dann ging es etwas gem├Ą├čigter weiter. Die Klarinette sagte:
„Was fummeln Sie denn st├Ąndig in ihrem Bart herum?“ – „Ich spiele die Pikkolofl├Âte.“
Und die Oboe lie├č verlauten: „War bei den alten Griechen Musik mitunter ein Heilmittel, so kann man sagen, dass heutige Schlager mitunter ein Heulmittel sind.“
Die Bratsche meldete sich zu Wort:
Das Orchester tanzt w├Ąhrend des Spielens. Einer der Musiker entschuldigt: „Sie m├╝ssen verstehen, Herr Kapellmeister, im Publikum sitzt Andre Heller.“
Die Posaune meinte dazu: „├ťbrigens ist Taktgef├╝hl kein Privileg der Dirigenten.“
Das Horn entgegnete: „Unbedarftheit hat den Vorzug, dass man sie eher anerkennt als Begabung.“
Das Cello gab zum Besten:
Ein Reporter fragt einen Gitarristen: „Was meinen Sie zu der Frage, dass Rockmusik taub macht?“ Der Gitarrist antwortet nicht, er hat den Reporter nicht verstanden, denn er war Rockmusiker.
Das Fagott tirilierte:
Sagt der Dirigent zu einem Geiger: „Ihre Geige hat aber einen sch├Ânen Ton.“ Geschmeichelt sagt der Geiger: „So?“ – „Ja“, erwidert der Dirigent, „aber leider wirklich nur einen.“
Aus der Richtung des Geigenkastens kamen leise die Worte: „Wie war denn gestern das Blaskonzert?“ – „ Eine Vorspiegelung falscher Tatsachen.“
Einen Moment war Ruhe im Wagon, denn zum erstenmal hatte sich die Geige zu Wort gemeldet. Aber ihre Art und Weise wollte sich das Fl├╝gelhorn nicht bieten lassen. Darum sagte es: „Manch schlummerndes Talent sollte man in unser aller Interesse weiterschlummern lassen.“
Es erntete schallendes Gel├Ąchter. Wieder kam aus Richtung Geigenkasten leises Gefl├╝ster: „Wer dem Publikum dient, ist ein armes Tier, du qu├Ąlst dich ab, niemand dankt es dir.“
Nun griff das Cello ein: „Wenn sich der Geiger mal den rechten Arm bricht, ist das ├╝berhaupt kein Problem. Er muss dann die Geige nur so halten, dass mein Bogen sie erreicht.“
Kichernd mischte sich das Saxophon ein:
Ein Geiger und ein Cellist lasen die Anzeige: „Streicher gesucht.“ Nat├╝rlich gingen die beiden, die gerade wegen Alkoholismus aus ihrem Orchester geflogen waren, sofort zu der angegebenen Adresse. Leider war es ein Malereibetrieb . . .
Auch die Pikkolofl├Âte gab ihren Senf dazu: „Es gibt Pianisten, die treiben mit ihrem Spiel jeden Holzwurm aus dem Instrument.“
Und die Triangel erz├Ąhlte auch einen Witz:
Weil der Musikrezensent erkrankt war, schickte die Redaktion den Sportreporter in s Konzert. Er schrieb: „Das Orchester spielte Werke von Brahms. Brahms verlor.“

Endlich kam die Bassgeige zum Zuge mit: Ein Cellist begleitete vor dem Fernseher ein Violin-Konzert. Als ein unreiner Ton erklang, klopfte er mit dem Bogen auf die Flimmerkiste und sagte: „Bitte, meine Herren, etwas mehr Konzentration!“
So hatten sich die Instrumente auf die Musiker eingeschossen. Sie meinten, die Geige w├╝rde dazu schweigen und sie nicht mehr in ihrer munteren Unterhaltung st├Âren. Die Posaune und das Fl├╝gelhorn verlegten sich aufs Dichten und gaben zu Geh├Âr:

Ein Pianist, der ungez├╝gelt
Auf einem Bechstein-Fl├╝gel fl├╝gelt,
ist ganz versunken. Er vernimmt
erst aus dem Beifalls-Minimum:
Der Fl├╝gel und das Publikum
sind sehr verstimmt.

Ein Pianist benutzt
Den Fl├╝gel derart, dass der Saal
profunder Kenner stutzt.
Der K├╝nstler sagt und l├Ąchelt schmal:
„Kein Wunder, dass ich jedes Mal
die gleich Resonanz erziele,
wenn ich auf dem Stutzfl├╝gel spiele.“

Zwei Pianisten mit vierh├Ąndigen St├╝cken
Wollten Forscher in der Arktis entz├╝cken.
Per Eisbrecher und Hubschrauber hergepackt
standen zwei Fl├╝gel, wei├čgelackt,
in der Baracke. Die Herren, befrackt,
heben die H├Ąnde zum ersten Takt.
Da pl├Âtzlich brach aus und tobte f├╝r Stunden
ein gewaltiger Schneesturm, drin sind sie verschwunden.
Sehr kompliziert ist die Suche nach ihnen
zwischen Tausenden von Pinguinen.

Aber lange war das nicht durchzuhalten. Also kam der Bass mit dem Scherzchen:
Sagt ein Trompeter zu seiner Frau, die gerade das Kinderzimmer betritt: „Jetzt spiele ich dem Bengel schon drei Stunden lang Schlaflieder vor, und denkst du vielleicht, der schl├Ąft ein?“
Das Cello setzte eins drauf mit der Preisfrage: „Warum blasen die Trompeter in Mitteldeutschland niemals auf Br├╝cken? Weil sie auf Trompeten blasen.“
Der Bass konterte: „Wie blasen die Trompeter der Wiener Philharmoniker? Vom Blatt.“

Mit einem kaum h├Ârbaren Zischeln kam aus der Richtung des Geigenkastens:
Der Bass stand an der Basis einer Basilika und t├Ânte brav. Da hielt der Basilisk inne beim Anbau seines Basilikums und lauschte. Ein Obelisk observierte die beiden, w├Ąhrend ein Oboist in das Spiel des Basses einfiel. Herr Ober, einen Unter, mir wird s ├╝ber.

Da wurde die T├╝r aufgeschoben, der Zug war am Zielort angelangt. Doch als der Violinist im Konzertsaal seine Geige auspacken wollte, fand er den Kasten leer vor. Die Geige hatte Rei├čaus genommen, als der Kasten sich an den Scherzen der anderen Instrumente beteiligte.

__________________
Old Icke

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


laetitia
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo oldicke,

da sieht man die lustigen Instrumente ja direkt vor sich, wie sie miteinander um die Wette scherzen.
Einen sch├Ânen Tag w├╝nscht dir

Bearbeiten/Löschen    


flammarion
Foren-Redakteur
Routinierter Autor

Registriert: Jan 2001

Werke: 278
Kommentare: 8208
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um flammarion eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil
danke

danke f├╝rs lesen und den zuspruch. ganz lieb gr├╝├čt
__________________
Old Icke

Bearbeiten/Löschen    


2 ausgeblendete Kommentare sind nur f├╝r Mitglieder und nur mit eingeschaltetem Javascript erreichbar.
Zur├╝ck zu:  Humor und Satire Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!