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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Der Glanz in ihren Augen
Eingestellt am 01. 12. 2003 00:26


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mye
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Der Glanz in ihren Augen



Was war es, das ihn wieder zur├╝ck in dieses Haus brachte? Zu den Schmerzen der Vergangenheit.


Er stand vor der wei├čen T├╝r, als w├Ąre es urpl├Âtzlich geschehen. Unerwartet, doch aus welchem Grund? Er wusste es nicht. Er konnte sich nicht erinnern; an gar nichts. Seine Vergangenheit erschien ihm wie ein zugeschlagenes Buch. Den Schl├╝ssel dazu hatte er nicht. Der ging verloren... in den undurchsichtigen G├Ąngen seiner Seele. Wie bin ich hierher gekommen?, rauschte es durch seinen Kopf. Wo bin ich? Dann bewegte sich seine Hand -und es f├╝hlte sich fast so an, als w├╝rde sie gef├╝hrt werden- in Richtung der T├╝r, umklammerte entschlossen den Knauf und ├Âffnete sie. Sanft, ohne ein st├Ârendes Knarren, schien sie, nach innen zu schweben. Und dann kehrte ein winziges St├╝ck seiner Erinnerung zur├╝ck, leuchtete f├Ârmlich in den Tiefen seiner Wahrnehmung, angenehm und w├Ąrmend. Doch war es mehr ein Gef├╝hl. Eine Art mildes Pochen in seiner Magengegend, das ihn zufriedenstellte. So zauberte sich automatisch ein geringes L├Ącheln auf sein Gesicht und er ├╝berschritt die T├╝rschwelle. Als er sich im Haus befand, hauchte ihn -wie ein leichter Luftzug- ein noch ungordneter Wille an, weiter einzutauchen. Also schloss er langsam und nahezu ger├Ąuschlos die T├╝r hinter sich und es war, als w├Ąren zumindest einige Zweifel, die ihn noch eben plagten, davor geblieben. Vor seinen Augen lag nun eine graue Dunkelheit, doch in der Ferne flackerte ein kleines Licht, wie ein geheimnisvoller Stern. Mit tastenden Schritten ging er darauf zu. In seinem Kopf noch immer eine bedr├╝ckende Leere, ein Nichts, das auf der Suche war. Doch wonach? Das L├Ącheln verschwand wieder. Das Flackern kam n├Ąher und er war sich sicher, mehr und mehr eine W├Ąrme zu sp├╝ren. Sie schien, die gesamte Umgebung zu erf├╝llen, wie ein unsichtbarer, warmer Nebel. So schritt er durch den l├Ąnglichen Flur, die W├Ąrme wie ein magisches Prickeln auf seiner Haut sp├╝rend. Bin ich schon einmal diesen Weg gegangen? Er ging weiter und das zuvor entfernte Licht offenbarte sein wahres Sein. Ein Feuer zeigte sich nun, einige Meter hinter einer offen stehenden T├╝r, in einem anderen Raum. Kurz blieb er stehen, das Tanzen der Flamme schien seine Sinne zu umgarnen. Und von imagin├Ąren H├Ąnden gestreichelt stieg eine Empfindung in ihm empor, noch unergr├╝ndlich, doch bereits mit einem Hauch von Erinnerung. Dann ├╝berschritt er auch die folgende Schwelle und betrat den Raum. Sein Blick wanderte von dem Kamin ├╝ber ein leicht eingestaubtes B├╝cherregal schlie├člich zu einer dunkelblauen Couch. Pl├Âtzlich war ihm, als schrie es in seiner Brust. Und sein Herz schien einzuschlafen. Die Frau auf der Couch, ihre sinnlichen H├Ąnde, die zarte Haut... dieses bekannte Gesicht. Sein Blick verharrte auf der liegenden Silhouette. Und zugleich kehrten jegliche Erinnerungen zur├╝ck, wie ein gedrehter Wind. St├╝rmisch schlugen sie auf ihn ein, vermischt mit einem Gef├╝hl von Heimat. Ich habe sie allein gelassen, da war dieses pl├Âtzliche Licht, das Blenden, ich konnte nichts mehr sehen, zu grell, es war einfach zu grell, ich habe sie allein gelassen. Er blickte in ihre Augen... doch waren es nur H├Âhlen, schwarz wie ein Nachthimmel, dessen Glanz einst verschwand. Sie lag auf der Couch, ihre gesamte Gestalt wirkte entkr├Ąftet. Er sah sie an und sp├╝rte unsagbare Trauer durch seinen K├Ârper rasen... aber weinen konnte er nicht. Als w├Ąre die Quelle seiner Tr├Ąnen ausgetrocknet. Zitternd trat er einen Schritt auf sie zu, dann noch einen bis er letztlich direkt vor der Couch stand und auf seine Frau herabblickte, wie ein sch├╝tzender Engel von einer weit entfernten und doch verbindenden Wolke. Er ging in die Knie und nahm ihren sanften Atem in seinem Gesicht wahr. Dann sp├╝rte er wieder die W├Ąrme, st├Ąrker als zuvor und es schien, als verschmelze der Atem seiner Frau mit jener W├Ąrme zu einem kostbaren L├╝ftchen, das er mit geschlossenen Augen einatmete. F├╝r einen kurzen Moment belebte es ihn und mit einem Mal schien sein Auge aus Glas und es trat doch eine letzte Tr├Ąne hervor, spiegelte das m├╝de Gesicht seiner Frau und rann seine Wange herab. Behutsam streckte er den Arm aus und seine Hand suchte die ihre. Liebevoll legte er die Handfl├Ąche auf ihren Handr├╝cken und f├╝hlte, wie sich die W├Ąrme nun endlos in ihm ergoss. Dann jedoch entschwand sie seinem K├Ârper. Noch immer hielt er die Hand seiner Frau und pl├Âtzlich sp├╝rte er, wie sich diese erw├Ąrmte. Und im selben Augenblick trat ein schwacher Glanz in ihre Augen, verdr├Ąngte die Dunkelheit und sie begann, zu weinen. Wie gern w├╝rde ich dich jetzt in den Arm nehmen. Es tut mir so leid. Dann lie├č er ihre Hand los, strich mit den Fingern noch einmal ├╝ber die warme Haut. Als sich ihre H├Ąnde trennten glimmte nur noch ein geringer Funken in seinem Innern, doch sein Herz war nun wieder erwacht... und wird diese Verbindung immer in Erinnerung behalten. „Du fehlst mir so sehr", sagte sie ohne den wiederbelebten Blick zu ver├Ąndern. Langsam n├Ąherte er sich wieder der T├╝r, blickte noch einmal zur├╝ck. „Ich liebe Dich doch", sagte sie und ihm war tats├Ąchlich, als h├Ątte sie leicht den Kopf gehoben und in seine Richtung gesehen. „Ich liebe Dich auch... f├╝r immer", antwortete er, „ich werde auf dich aufpassen".


Nun wei├č er, was ihn noch einmal zur├╝ckkehren lie├č. Es ist die ewige Liebe.





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flammarion
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hm,

deine geschichte verwirrt mich etwas. ist die frau tot? dann k├Ânnte sie nicht reden.
und "streichte" ist meier meinung nach nicht richtig, es sollte strich hei├čen. vor allem aber sollte der text st├Ąrker gegliedert sein, des besseren leseflusses und verst├Ąndnisses wegen.
lg
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mye
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ups

nat├╝rlich "strich"... war schon etwas sp├Ąter als mir die geschichte durch den kopf rauschte. ├Ąhm, nein die frau ist nicht tot... im gegenteil: ihr mann ist bei einem autounfall gestorben; das sollten die kursiven zeilen darstellen:

Ich habe sie allein gelassen, da war dieses pl├Âtzliche Licht, das Blenden, ich konnte nichts mehr sehen, zu grell, es war einfach zu grell, ich habe sie allein gelassen.

und vor allem das "allein gelassen".


so direkt wollte ich das eben auch nicht sagen, erschien mir irgendwie unpassend. dachte au├čerdem, dass es durch einige weitere s├Ątze doch klar ist; wie z.b.:

aber weinen konnte er nicht. Als w├Ąre die Quelle seiner Tr├Ąnen ausgetrocknet.

und auf seine Frau herabblickte, wie ein sch├╝tzender Engel von einer weit entfernten und doch verbindenden Wolke.

„ich werde auf dich aufpassen".



ja also, er befindet sich nach seinem tod noch einmal vor der t├╝r seines hauses, seines ehemaligen lebens. er wei├č erst nicht aus welchem grund; bis er schlie├člich seine frau in der bekannten umgebung sieht... ihr anblick l├Ąsst die erinnerungen zur├╝ckkehren. durch die ganze sache mit der w├Ąrme will ich den schutzengelaspekt andeuten, der ja sp├Ąter eigentlich nochmal direkt genannt wird. desweiteren nimmt er ihr durch seinen "besuch" (es liegt in der eigenen interpretation, ob man das auch als "abschied" betrachten kann)zumindest einen kleinen teil ihrer trauer... aus diesem grund auch der titel: der glanz kehrt ja zur├╝ck ->

Er blickte in ihre Augen... doch waren es nur H├Âhlen, schwarz wie ein Nachthimmel, dessen Glanz einst verschwand.

und dann:

Im selben Augenblick trat ein schwacher Glanz in ihre Augen, verdr├Ąngte die Dunkelheit und sie begann, zu weinen.


so, hoffe diese interpretation hilft ein wenig... und nat├╝rlich hoffe ich, dass jetzt von dir kommt: ach ja klar, v├Âllig falsch verstanden, super geschichte nein quatsch, aber ich bin gespannt, was jetzt kommt.

ganz lieben gru├č und vielen dank f├╝r deinen kommentar!

andr├ę




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flammarion
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also,

da w├Ąre ich im leben nicht drauf gekommen, dass der mann tot ist und an seine frau denkt. wenn man tot ist, denkt man doch nur "Ach du schreck, komme ich jetzt in den himmel oder in die h├Âlle?"
(zwinker)
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Old Icke

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Senerva
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Lob zur├╝ck.

mhm .. was soll ich sagen? Du hast zu mir gesagt, ich k├Ânnte Gef├╝hle gut beschreiben (wenn ich mich irre, dann berichtige mich bitte ). Ich habe Deine Geschichte mit guter Laune gelesen, doch dann hat sie sich schlagartig ver├Ąndert.

Ich finde die Geschichte wirklich gelungen - vielleicht mehr noch! Ich habe zuerst auch gedacht, dass die Frau tot ist. Aber so .. wirklich sch├Ân die Geschichte.

Also Lob zur├╝ck!

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mye
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:-)

hallo senerva,

habe mich schon gefragt, ob auch mal ein kommentar von dir auf eine meiner geschichten kommt , nein quatsch... aber freue mich sehr dar├╝ber, vielen dank. und ja, ich finde, dass du gef├╝hle gut beschreiben kannst!

lieben gru├č

mye
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