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Leselupe.de > Science Fiction
Der Gorilla, der herrschen wollte
Eingestellt am 02. 10. 2002 14:35


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Wolfsbane
???
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Die beiden Affen starrten auf den großen Monitor.
"Können sie nicht schneller fliegen?", fragte Zweigor seinen Piloten. Es klang wie ein Befehl.
"Nein, leider kann ich nicht schneller werden", sagte Terniak. Auf einmal f√ľrchtete er sich um seinen Job und konnte das Angstgrinsen kaum noch unterdr√ľcken.
"Wollen sie damit sagen, daß wir mit einer lahmen Gurke unterwegs sind?"
"Keineswegs!", beeilte sich Terniak zu sagen. "Das ist der schnellste und komfortabelste Flieger, den ich..."
"Das ist das neueste Modell!", rief Zweigor erregt aus. "Diese Maschine wird es nie in Großserie gehen. Es wurden nur ein paar Exemplare angefertigt. Die
Technik ist vom Feinsten! Das ist Technik des nächsten Jahrhunderts, Affe!"

"Davon habe ich gehört", sagte Terniak. Er konnte nicht länger gegen das Angstgrinsen ankämpfen.
"Der Antrieb ist f√ľr Milit√§rmaschinen entwickelt worden!", f√ľhrte Zweigor aus. "Der Hersteller brauchte erst eine Freigabe vom Verteidigungsminister, um das Aggregat in Schiffe f√ľr Zivilisten einbauen zu d√ľrfen! Die wenigen Exemplare sind allesamt an ausgew√§hlte Mitglieder der Regierung gegangen und jeder Verkauf mu√üte einzeln genehmigt werden!"
"Ja, Sir", sagte Terniak.
"Sind sie damit √ľberfordert?"
"Nein, Sir."
"Dann haben sie also Angst?"
"Mit Verlaub, nein, Sir!"
"Dann geben sie endlich Schub!"

Terniak zögerte zu antworten. Schließlich fand er doch eine Formulierung, die ihm höflich genug vorkam.
"Sir, ich habe beim Anflug von Terra ordnungsgemäß den Zielort angegeben. Nach dem Durchstoßen der Atmosphäre wird man vom Leitsystem eingefangen. Die Steuerung des Schiffs liegt jetzt beim hiesigen Zentralcomputer."
Zweigor r√§usperte sich. "Nat√ľrlich wei√ü ich das. K√∂nnen sie dem Leitsystem nicht signalisieren, da√ü wir viel schneller zu fliegen in der Lage sind?"
Terniak atmete tief durch.
"Sir, das Leitsystem ist nicht dialogfähig. Wegen der zunehmenden Verkehrsdichte hat es praktisch keine Planungsspielräume und operiert mittlerweile auch ohne Features wie das Anbieten alternativer Routen an der absoluten Grenze seiner Rechenkapazität..."
"Ich will keine andere Route, ich will eine andere Geschwindigkeit!", donnerte Zweigor los.

"Sir, theoretisch kann man sich von der Fernsteuerung durch das Leitsystem freimachen, aber das ist illegal und ich fand bisher noch keinen Hinweis darauf, ob dieses Schiff daf√ľr √ľberhaupt ausger√ľstet ist. Schon der Erwerb der entsprechenden Teile wird mit zehn Jahren bestraft... und Terra geh√∂rt zu den Planeten mit modernem Strafvollzug, wo es keine Gef√§ngnisse mehr gibt! Wenn einem hier zehn Jahre genommen werden, dann hei√üt das nicht, da√ü man zehn Jahre bei ausreichender Verpflegung und gewissen Annehmlichkeiten eingesperrt ist, sondern sie verpassen einem eine Zellbehandlung, die einen innerhalb einer Minute biologisch um zehn Jahre √§lter macht! Das ist so schmerzhaft, da√ü
viele dabei ihr Leben oder den Verstand verlieren..."
"Affe, halten sie mir hier keine Vortr√§ge! Ich kenne den Strafvollzug auf Terra und ich bin selber daf√ľr gewesen, da√ü man Gef√§ngnisstrafen abschafft! Ist doch auch ein Witz, wenn jemand die Gesellschaft sch√§digt und als Belohnung daf√ľr auch noch von ihr Vollpension erh√§lt!"
"Jawohl, Sir!"
"Außerdem interessiert mich das in diesem Zusammenhang garnicht, denn als Berater des Präsidenten besitze ich Immunität! Haben sie das vergessen?"
"Nein, Sir. Aber leider besitze ich keine Immunität und auf Terra haftet bei Unfällen grundsätzlich immer der Pilot."
"Wer redet denn von Unfällen? Hab ich ihnen gesagt, sie sollen einen Unfall verursachen?"
"Nein, Sir. Ich wollte nur sagen, wenn bei dieser Verkehrsdichte..."
"Fliegen sie mich etwa zum erstenmal?"

Zweigirs Stimme dr√∂hnte und f√ľllte die kleine Kuppel voll aus. Terniak zog unwillk√ľrlich seinen Kopf ein.
"Nein, Sir. Ich habe sie schon oft geflogen."
"Dann wissen sie ja auch, daß ich ein V.I.P. bin. Und das heißt, ich habe Sonderrechte!"
"Jetzt sind wir aber geheim und inkognito unterwegs."
"Ja, aber darum bin ich immer noch ein V.I.P.! Ich bin Zweigir! Ich bin der Berater des Präsidenten! Ich habe Sonderrechte!"
"Ja, Sir, aber das Leitsystem weiß das nicht und..."
"Das ist mir total egal! Ich wei√ü es aber und sie wissen es! Ich treffe die Entscheidungen und sie haben sie auszuf√ľhren! Und jetzt geben sie gef√§lligst Schub und h√§ngen sie dieses verdammte Leitsystem ab!"

"Sir, das wird nicht funktionieren..."
"Blödsinn! Diese Maschine hängt alles ab!"
"Sir!", rief Terniak w√ľtend. "Es liegt nicht an mir, da√ü der Zentralcomputer von Terra veraltet ist und uns keine h√∂here Geschwindigkeit erlaubt! Das ist genauso, als wenn ihr Handy technisch f√ľr Online-√úbertragungen mit 100 Gigabyte pro Sekunde ausgelegt ist, aber der Provider nur 10 Gigabyte pro Sekunde weiterleitet! Da kann man eben nichts machen!"
"Finden sie einen Weg!", rief Zweigor. "Wenn ich immer so fr√ľh wie sie aufgegeben h√§tte, w√§re ich heute noch Freig√§nger in einem Zoo!"
Terniak fand, daß Zweigor genau dorthin gehörte, nur ohne Freigang. Das sagte er aber nicht, sondern: "Sir, wenn wir uns von der Fremdsteuerung befreien, werden wir automatisch abgeschossen..."
Zweigor zog seine Waffe, setzte die M√ľndung an Terniaks Kopf und t√∂tete ihn.

"Guter Tip...", sagte er √ľber der Leiche. "Wenigstens einmal im Leben hattest du eine brauchbare Idee."
Er steckte seine Waffe wieder ein. Dann √ľbte er noch ein paarmal sie zu ziehen. In seiner Zeit als F√ľhrer des "Politischen Primaten-Konzils", kurz PPK, war er f√ľr seine k√§mpferischen F√§higkeiten ber√ľhmt gewesen. Bei Ausbruch des 2.Kosmos-Kriegs hatte er mit den Zweih√§ndern einen Waffenstillstand geschlossen, um das heimische Sonnensystem gegen die extra-terristrische Allianz gemeinsam zu verteidigen und anschlie√üend war ihm als Dank f√ľr seine Erfolge eine Amnestie gew√§hrt worden, aber das hatte ihn nur seines Strafregisters und keineswegs seiner martialischen Reflexe entledigt.
Interessiert betrachtete er den großen Monitor.
"Na, auch da hatte diese Pfeife recht", murmelte er, "wir werden tatsächlich komplett ferngesteuert!"
Er löste die Gurte des Bonobo und schulterte ihn. Ihm als Gorilla fiel diese Last leicht.
"Schimpansen sollten sich nicht mit Gorillas anlegen", sagte er zu sich selbst, als er die Leiche in den Gepäckraum warf.

An seinem Handgelenk vibrierte es. Er hob den linken Arm und sah auf ein Gerät, das einer Armbanduhr des ausgehenden 20.Jahrhunderts ähnelte. In der Mitte wies der nostalgisch designte Mobilkommunikator statt eines Zifferblatts einen kleinen Bildschirm auf.
Zweigor erkannte das grau behaarte Antlitz seines Arztes, der sofort zur Sache kam: "Sir, soeben bekam ich Alarm, daß ihr Puls und ihr Blutdruck erhöht sind. Es gibt keine Zweifel- der Empfang ist einwandfrei..."
"Ja, mein Puls und mein Blutdruck sind erhöht!", rief Zweigor. "Da haben sie absolut recht! Aber das liegt nur daran, daß ich einen gesunden Zorn auf das total veraltetete terranische Verkehrsleitsystem habe!"
Der Arzt hob die Augenbrauen und fragte mit gespielter √úberraschung: "Sie sind jetzt unterwegs? Nach meinen Unterlagen sind sie..."
Zweigir unterbrach ihn erneut. "Hören sie, Doc, sie wissen bereits zuviel. Vergessen sie meine Bio-Daten und vergessen sie dieses Gespräch, okay?"
Selbst auf dem kleinen Display konnte man an der Miene des Arztes deutlich seinen Unmut erkennen. Er schien sich regelrecht zu winden, ehe er dann sagte:
"Sir, es ist meine Pflicht, √ľber ihre Gesundheit zu wachen. Daf√ľr werde ich bezahlt. Wenn sie erkranken, habe ich versagt!"
Der Doktor senkte seinen Kopf.
"Unsinn!", br√ľllte Zweigor. "Wenn ich krank werde, melde ich mich bei ihnen! Vorher brauchen sie sich nicht um mich zu k√ľmmern!"
Vorsichtig artikulierte der Arzt mit gesenktem Kopf seinen Widerspruch: "Sir, was sie soeben vorschlugen, ist das europäische System. Die Europäer sind untergegangen, ebenso die von ehemaligen Europäern gebildete einstige Oberschicht Nordamerikas. Wir praktizieren das viel ältere und effizientere chinesische System der permanenten Betreuung, bei dem der Arzt an der Gesundheit statt an der Krankheit des Patienten verdient..."
Zweigor unterbrach ihn zum drittenmal: "Also verdient ihr √Ąrzte sowieso! Warum nerven sie mich dann noch mit ihren Sorgen? Sie sollten mich lieber nicht bei einer wichtigen Mission st√∂ren, es sei denn, sie wollen sich bald Sorgen um ihre eigene Gesundheit machen!"
Wutentbrannt unterbrach er die Verbindung. Er zerrte das Ger√§t so grob von seinem Handgelenk herunter, da√ü er dabei zahlreiche Haare aus seinem Fell ri√ü. Dann warf er es fort. "Puls√ľberwachung!", h√∂hnte er, "ist das hier die Tour de France?"


*



Visvanathan Singh sah die Bilder der in Zweigors Schiff versteckten Kameras ohne eine Miene zu verziehen. Dann wandte er sich dem auf der anderen Seite des grotesk voluminösen Schreibtisches sitzenden Arzt zu.
"Was haben sie ihm noch gleich gespritzt?", fragte er den Pavian.
"Offiziell nur Vitamine und Mineralien",antwortete der Doktor.
"Soso", murmelte Singh. "Auf jeden Fall erf√ľllt es seinen Zweck. Zweigir dreht durch. Meiner Meinung nach war er schon immer verr√ľckt, selbst f√ľr einen Affen und sogar f√ľr einen Gorilla. Ich habe sein Angebot, in der kritischen Phase auf unserer Seite zu k√§mpfen, nur angenommen, weil ich hoffte, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Es w√§re ideal gewesen, h√§tten er und die Invasoren sich gegenseitig eliminiert. Leider ging meine Rechnung nicht auf. Er wurde f√ľr das Volk zum Helden und der Pr√§sident sieht ihn seitdem als Reinkarnation unseres ber√ľhmten Affengottes Hanuman."

Der Doktor lauste sein graues Kinn, w√§hrend er laut nachdachte: "Das erinnert mich daran, wie die Europ√§er S√ľdamerika eroberten. Sie waren l√§cherlich wenige, aber die Indio-Herrscher hielten sie f√ľr die die G√∂tter ihrer Legenden und √∂ffneten ihnen ergeben alle Tore."
Singh verdrehte die Augen, aber dann nickte er. "Da sind tats√§chlich Parallelen. Es ist meine allergr√∂√üte Sorge, da√ü die Gorillas zu neuen Europ√§ern werden. Einst hatten die Chinesen und auch wir Inder die Europ√§er in der Entwicklung weit abgeh√§ngt... Wir bauten bereits gro√üe St√§dte und kannten Geld, als die Europ√§er noch auf den B√§umen lebten, aber unbemerkt holten sie dann nach und nach langsam auf. Irgendwie blieben sie immer ein bischen Tiere, indem sie Artgenossen zuerst nach k√∂rperlicher Gr√∂√üe beurteilten und auf kleinw√ľchsigere Rassen herabblickten. Aufgrund dieser Vermessenheit entwickelten sie eine unglaubliche Skrupellosigkeit, mit der sie und ihre Abk√∂mmlinge in Nordamerika es schafften, die viel √§lteren Kulturen zu dem√ľtigen und auszurauben."
"Fiel China nicht eher den Mongolen zum Opfer?", fragte der Doktor.
"Ja", sagte Singh, "das waren die ersten Barbaren, die China heimsuchten. Aber die Mongolen lie√üen sich noch assimilieren, was mit den wei√üen Kolonialherren nie gelingen konnte. Mit den Gorillas ist es genauso. Niemals werden sie einfach in der Menschheit aufgehen, daf√ľr sind sie zu andersartig und bilden sich viel zuviel auf ihre k√∂rperliche St√§rke ein. Wenn man den gleichen Fehler wie bei den Europ√§ern macht und sie sich frei entwickeln l√§√üt, werden sie irgendwann mit derselben Skrupellosigkeit die Macht an sich rei√üen."

Der Doktor √ľberlegte. Wie die meisten Paviane hegte er einen tiefsitzenden Groll gegen die Gorillas, die sich als Herrenaffen f√ľhlten und allenfalls die Bonobos als einigerma√üen gleichwertig anerkannten, so da√ü dieser nur durch schiere tierische Aggressivit√§t einflu√üreich gewordene Bananenbieger Zweigor sich selbst gegen√ľber einem Arzt unversch√§mt benahm, wenn der zuf√§llig "nur" ein Pavian war. In betont sachlicher Manier fragte er: "Kennen sie den Lieblingsfilm von Zweigor?"
"Planet der Affen?", fragte Singh.
Der Pavian sagte: "Den guckt er sich immer wieder an."
Singh winkte ab. "Den habe ich mir als Kind auch immer wieder angesehen. Das ist schließlich ein Klassiker wie sonst höchstens noch die Geschichte des Grafen von Monte Christo oder der drei Musketiere... Davon kommen ja auch immer wieder neue Versionen raus."
"Zweigor guckt sich aber jedesmal die verbotene Splatter-Version an, in der alle Affenrollen von Gorillas gespielt und Menschen vor der Kamera real zu Tode gepr√ľgelt werden."

Singh atmete tief durch. "Helfen sie mir die Welt zu retten und ich empfehle sie dem Pr√§sidenten als Nachfolger f√ľr Zweigor."
"In der Stunde der Not", sagte der Pavian scheinheilig seufzend, "m√ľssen alle Gattungen zusammenhalten..."

*

Zweigor verneigte sich tief vor dem ergrauten Bonobo-Schimpansen Trattus, damit dieser ihm die Hand auf den Kopf legen und ein freundschaftliches Lausen andeute konnte. Während Trattus in einem Kunstbaum saß, ließ Zweigor sich auf dem Boden nieder.
"So, Du willst also, daß die Affen sich das Wahlrecht erkämpfen?", fragte Trattus. "Aber sind wir nicht viel zu wenige, um einen Affen ins Parlament zu bringen?"

"Stimmt", sagte Zweigor knapp."Das muß man zugeben."
"Er k√∂nnte dann nat√ľrlich bei manchen Abstimmungen das sprichw√∂rtliche Z√ľnglein an der Waage sein..."
Zweigor grunzte vergn√ľgt. "Mit solchen Klinkerlitzchen halten wir uns erst garnicht auf! Nein, sobald Affen w√§hlen und gew√§hlt werden d√ľrfen, kandidiere ich als neuer Pr√§sident. Das indische Volk sieht mich als Wiedergeburt ihres Affengottes Hanuman. Das k√∂nnte mir genug Stimmen einbringen, um eine Koalition zu gr√ľnden und Pr√§sident zu werden..."

Trattus nickte respektvoll."Ich wollte mich schon viel eher mal mit Dir unterhalten... Aber mein Arzt hat mir Reisen verboten..."
"Die meisten √Ąrzte sind Paviane!", polterte Zweigor dazwischen. "Gibt dir das nicht zu denken? Das sind doch alles Marionetten der Melanome!"

"Melanome ist ein Schimpfwort", mahnte Trattus. "Wir d√ľrfen nicht vergessen, da√ü die Nacktaffen schon viel eher als wir vorausschauendes Denken praktizierten."
"Unsinn", widersprach Zweigor energisch. "Wieso haben sie denn dann die Ozonschicht verheizt, bis nur wir noch ohne Schutzkleidung draußen sein konnten, ohne sofort Hautkrebs zu kriegen? War das vorausschauend?"

Als Zweigor vor Erregung und zur Bekr√§ftigung seiner Worte auf seiner Brust trommelte, kam eine maskierte menschliche Kommando-Truppe hereingest√ľrmt und bet√§ubte die beiden Affen gewaltsam. Der Offizier brach Trattus das Genick. Dann hielt er eine Disc hoch.
"Das zeigt Zweigors Mord an seinem Piloten und wie er hier Drohgebärden machte, ehe er Trattus tötete! Die Gorillas bleiben immer wilde Tiere! Das Sonnensystem den Menschen!"
Die anderen "Melanome" applaudierten und johlten.
Zweigors Traum vom Wahlrecht der Affen erf√ľllte sich nie mehr.

ENDE

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Mazirian
???
Registriert: Jul 2002

Werke: 21
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Hi Wolfsbane,

Wow, ist das gut!
Spitzendialoge und originelle Ideen. Besonders hat mir der "Freig√§nger" und der "Strafvollzug" gefallen. 10 Jahre in einer Woche w√§ren allerdings auch genug (klingt biologisch plausibler). Und sterben darf nat√ľrlich auch niemand dran sterben, sonst ist es eine inh√§rente Todesstrafe. Die "Splatter-Version vom Planet der Affen" ist auch genial - genauso ist das Leben
Und wunderschön erzählt ist es auch. Und so viele Absätze, dass das Lesen richtig Spaß macht und die Rasanz trotzdem nicht leidet und und und...
Das Fehlen von Rechtschreibfehlern m√∂chte ich hier mal ganz besonders herausstellen und loben - sehr sorgf√§ltig gemacht. Der Gorilla hei√üt allerdings eine Zeitlang Zweigor, dann jedoch Zweigir (ich w√ľrde "or" lassen, das klingt "b√∂ser")

Es gibt zwar ein paar Anachronismen und ein bisschen viel Geschichtsunterricht in den Dialogen, aber das versieben auch hochangesehene Autoren regelmäßig.

Einen ernsthaften Kritikpunkt h√§tte ich dennoch, n√§mlich den letzten Absatz. Es ist zwar nicht un√ľberraschend, dass pl√∂tzlich der deus ex machina reinkommt, um den anders nicht mehr bremsbaren B√∂sewicht zu erschie√üen, aber wirklich befriedigend ist es nicht. W√§r perfekt, wenn dir f√ľr den Schlu√ü noch eine wirklich √ľberraschende Wendung einfiele, die sich implizit aus der vorangegangenen Geschichte erg√§be. Naja *seufz*, man kann nicht alles haben .

mit schönem Gruß und in der Hoffnung, mal wieder was von dir zu lesen

Achim


__________________
Es ist alles schon gesagt worden - nur noch nicht von jedem (Karl Valentin)

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Lord Stark
Festzeitungsschreiber
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Ich kann mich da meinem Vorgänger nur anschließen, absolut spitze! Das einzige, was ich nicht so mochte, waren der Handyvergleich und das mit der Tour de France, aber Geschmäcker sind verschieden. Auf jeden Fall sehr gelungene Dialoge, super Charakteristiken, eine gute Idee, was die Zukunft der Erde angeht (wer weiß... ) - kurz, ich bin begeistert! Der Schluß kam vielleicht ein bißchen abrupt, aber was solls.

Freu mich auf dein nächstes Werk!
__________________
"They say all friends must part one day - so why not you and I?"

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triplezero
Hobbydichter
Registriert: Jun 2002

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Ich als bekennender Planet der Affen- und vor allem Charlton Heston-Fan habe mich nat√ľrlich sehr √ľber diese Geschichte gefreut. Und ich habe beim Lesen auch wirklich oft geschmunzelt. Doch ein paar klitzekleine Sachen haben mir auch nicht gefallen.

So redest du zweimal vom Angstgrinsen des Piloten. Das ist allerdings ein Phänomen, das mir komplett unbekannt ist. Vieleicht ist das aber auch ein typisches Affenverhalten, das Du dann aber besser dummen Lesern wie mir erklärt hättest.

Dann haben mich die "Zweih√§nder", mit denen ja wohl die Menschen gemeint sein sollen, doch ein bi√üchen irritiert. Haben Affen denn nicht auch zwei H√§nde und zwei F√ľ√üe, oder redet man da von 4 H√§nden?

Weiterhin haben mich die "martialischen Reflexe" ein bißchen verwundert. Im Duden steht zu martialisch: "kriegerisch; grimmig, wild, verwegen" Alles keine Adjektive, die sich meiner Meinung nach sinnvoll mit Reflexen verbinden lassen.

Wie gesagt sind das alles keine wirklich schlimmen Ungereimtheiten, aber manchmal k√∂nnen kleine Details einen Gesamteindr√ľck tr√ľben. Insgesamt habe ich aber beim Lesen Deiner Geschichte wieder viel Spa√ü gehabt. Mach weiter so!
__________________
And Saint Olga smiles out at us from the walls; you can feel her, all those prints from the same publicity shot, torn and taped across the walls of night, her white smile, forever.

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Wolfsbane
???
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@ Marizian


Auf die Ideen f√ľr diese Geschichte brachte mich eine Mathematikerin, die mir ihre Begeisterung f√ľr Science Fiction damit erkl√§rte, da√ü man nur in diesem Genre wirklich interessante Themen diskutieren k√∂nne. Als Beispiel nannte sie die √úberlegung, ob man Affen irgendwann das Wahlrecht zugestehen sollte, wenn sie in der Entwicklung zu den Menschen weit genug aufgeholt h√§tten, um danach zu fragen. Mir fiel dazu spontan ein, da√ü Intelligenz nicht ausreicht, um das Wahlrecht zu bekommen, denn es gibt auch Kinder mit der Intelligenz eines Erwachsenen, die dessen ungeachtet wegen ihres Alters trotzdem nicht w√§hlen d√ľrfen. Au√üerdem k√∂nnte, wenn Intelligenz der einzige Ma√üstab f√ľr die Zuerkennung des Wahlrechts w√§re, ein Mensch mit einem IQ von 180 Punkten theoretisch vielleicht verlangen, bei jeder Wahl zwei Stimmen abgeben zu d√ľrfen. Desweiteren w√§ren die Affen in jedem Staat der Welt als W√§hler prozentual eine verschwindend geringe Minderheit, die, weil m√∂glicherweise keine ernstzunehmende Partei um ihre paar Stimmen k√§mpfen w√ľrde, auf solche Art kaum politischen Einflu√ü nehmen k√∂nnte. Ein Affe, der f√ľr seinesgleichen zum Anf√ľhrer werden wollte, m√ľ√üte erst eine Bewegung formen, und dazu seinen Leuten Selbstbewu√ütsein vermitteln, was nur durch ein stolzes Bekenntnis zu ihrem Anderssein ginge; daraus resultierend w√§re ein Affen-Politiker wohl weniger an einem Platz "unter ferner liefen" in einem Menschen-Parlament, als an einem eigenst√§ndigen Staat mit m√∂glichst affenfreundlichen Bedingungen interessiert, und die bevorzugte "Regierungsform" w√§re nicht die Massen-Demokratie, sondern das traditionelle Leben in √ľberschaubaren, famili√§ren Gruppen. Angenommen, Affen wollten wirklich eines Tages w√§hlen k√∂nnen, und irgendeine Partei h√§tte Interesse daran, diesen Wunsch zu unterst√ľtzen, so bliebe noch zu kl√§ren, ab welchem Alter das f√ľr Affen erlaubt sein sollte, denn Affen werden eher erwachsen, aber kein heranwachsender Mensch w√ľrde es gut finden, wenn ein "bl√∂der Affe" schon mit 16 oder 12 w√§hlen d√ľrfte, w√§hrend es ihm erst ab 18 erlaubt w√§re. Vor allem stellte sich die Frage, inwieweit ein Affe √ľberhaupt "m√ľndig" werden k√∂nnte, denn daf√ľr w√ľrde vielleicht der Nachweis verlangt, selbstst√§ndig in irgendeinem Job f√ľr seinen Lebensunterhalt sorgen zu k√∂nnen, aber schon aus ergonomischen Gr√ľnden scheiden viele menschliche Berufst√§tigkeiten f√ľr Affen aus. Aus allen diesen √úberlegungen entstand irgendwann diese Story...

Der von Dir angesprochene "Geschichtsunterricht" war mir ein Bed√ľrfnis, weil ich fr√ľher als Junge andauernd wegen meines Interesses f√ľr Fern√∂stliches wie Kung Fu, Yoga oder Ayurveda ausgelacht worden bin, denn angeblich handelte es sich dabei um lauter Unfug "primitiver" Kulturen der "Entwicklungsl√§nder". Wenn ich dann erkl√§rte, da√ü es in China und Indien schon eher als in Germanien hochentwickelte urbane Zivilisationen gegeben hat, wurde ich von manchen Leuten f√ľr verr√ľckt erkl√§rt. Seit z.B. Akupunktur allgemein anerkannt wird und Indien als gutes Herkunftsland f√ľr Programmierer gilt, ist dieser "koloniale" D√ľnkel im Abnehmen begriffen, aber ich habe den Frust √ľber meine fr√ľheren Erfahrungen immer noch nicht ganz √ľberwunden.

Übrigens habe ich noch eine andere SF-Geschichte mit intelligenten Affen in der Schublade. Die könnte man mit dieser hier verschmelzen. Daraus könnten sich zahlreiche neue Wendungen ergeben.




@ Lord Stark


Den Handy-Vergleich habe ich aus Frust dar√ľber gemacht, da√ü ich, wenn ich mit meinem 56k-Modem online ging, oft so schlappe Verbindungen hatte, die weit unterhalb der Leistungsf√§higkeit des Ger√§ts lagen.


@ Triplizero


Fr√ľher habe ich immer gern in B√ľchern von Verhaltensforschern wie Desmond Morris ("Der nackte Affe") geschm√∂kert und irgendwann mal vom zumindest f√ľr Schimpansen typischen "Angstgrinsen" gelesen. Du hast bestimmt schon einmal in einem "Tarzan"-Film gesehen, wie "Cheetah", w√§hrend er hohe Schreie ausst√∂√üt, krampfhaft die Mundwinkel nach oben zieht. Aber wahrscheinlich bist Du wohl kein "Tarzan"-Fan. Wenn man nicht oft mit (den behaarten) Affen zu tun hat, mu√ü man sowas aber nat√ľrlich nicht wissen. In einer Neufassung w√ľrde ich diese Stelle streichen.

Wir Menschen reden bei Affen am liebsten auch von "F√ľ√üen", aber was halten die Affen davon? Schlie√ülich k√∂nnen sie mit den "F√ľ√üen" voll zugreifen. Vielleicht entwickeln sie eines Tages sogar das "20-Finger-Tippsystem" und ein chauvinistischer Affe wie Zweigor nimmt das als willkommenen Beweis f√ľr die angebliche Minderwertigkeit der "nackte(n) Affe(n)".

Bei Kampfsportarten wie Karate werden Abwehrbewegungen immer und immer wieder ge√ľbt, bis daraus Reflexe entstehen, die im Ernstfall automatisch und ohne verz√∂gerndes Nachdenken ("Schrecksekunde") funktionieren M√úSSEN. Kampfsportarten werden im englischen, d.h. internationalen Sprachgebrauch oft als "Martial Arts" bezeichnet. Darum nannte ich die im Kampftraining durch Drill antrainierten Reflexe "martialische Reflexe". "Martialisch" hei√üt eigentlich "kriegerisch", aber anscheinend wurde der Begriff √§hnlich wie z.B. der Ausdruck "geil" inzwischen allzu oft benutzt und dadurch abgeschw√§cht und verw√§ssert...



@ll

Wegen des mittlerweile dreifachen Lobs habe ich inzwischen eine dritte SF-Geschichte gepostet: "Emanzen aus dem Weltall"

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jon
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Na da will ich mal bremsen…

Bei aller G√ľte vor allem der glaubhaften, hervorragend chrakterisierenden Dialoge:
* Es GIBT Rechtschreibfehler ‚Äď der gravierendste ist das klein geschriebene Anrede-Sie.
* Die Absätze innerhalb der durch * geteilten Abschnitte sind völlig unmotiviert: Sie trennen weder Handlungs-Abschnitte noch Inhalts-Abschnitte, sie sind einfach wie nach optischen Gesichtspunkten eingestreute Leerzeilen.
* Das Ende wirkt tats√§chlich wie ‚ÄěNotbremse‚Äú und den Geschichts-Unterricht habe ich auch als st√∂renden ‚ÄěBremsklotz" empfunden.

Und nun nach mal zum Guten am Text:
Tolle Dialoge (kann ich gar nicht genug loben), ein Feuerwerk an Ideen und Lesespaß im Geschwindigkeitsrausch.

Ich w√ľrd mich freuen, wenn es der Text ins ‚ÄěBest of Leselupe" schafft. Noch mehr w√ľrde mich freuen, wenn dann die Rechtschreibfehler, Detail-Problemchen und der Absatz-Unsinn gekl√§rt w√§ren ‚Ästsoll ich mal als Lektor zuschlagen oder w√ľrdest du ohnehin im Text nichts mehr korrigieren?

__________________
Es ist nicht wichtig, was man mitbringt, sondern was man dalässt (Klaus Klages)

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