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Leselupe.de > Feste Formen
Der Grill (Distichon)
Eingestellt am 10. 07. 2010 08:39


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Bernd
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Bratw√ľrste r√∂stet der Mann auf dem Grill im Sommer voll Eifer;
kalt und schneebedeckt steht der im Winter herum.
__________________
Copy-Left, samisdada, Dada Dresden

Version vom 10. 07. 2010 08:39
Version vom 11. 07. 2010 15:49
Version vom 11. 07. 2010 20:28

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kakadu
???
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Hallo Bernd,

ein Distichon findet man nicht oft hier im Forum. Ich mag es, wenn die
altehrw√ľrdige Form in moderner Sprache zu neuem Leben erweckt wird.

quote:
Im Sommer gibt der Grill dem Mann gewöhnlich viel Freude,
Im Winter steht er schneebedeckt nur so 'rum.
Gegen das betonte "Im" wage ich nichts einzuwenden, zumal kein anderer
als Schiller es so vorgemacht hat.

Allerdings komme ich in Deinem Hexameter auf sieben Hebungen. Oder
soll der Spondeus am Versbeginn nach griechischem Vorbild den ersten Daktylus ersetzen? Dann w√§re m.E. die "mer"-Silbe √ľberz√§hlig.

Im Sommer gibt der Grill dem Mann gewöhnlich viel Freude,

X |Xx |Xx |Xx |Xx |Xxx|Xx

Der Pentameter m√ľsste nach der Z√§sur vollst√§ndig (mit Senkungen)
gef√ľllt sein, also Xxx|Xxx|X

Im Winter steht dieser nur schneebedeckt rum.
X |Xx |X||Xxx|Xxx|X

So w√ľrde es m.E. klappen. Ich nehme an, Du betonst anders, und bin
neugierig, wie Du Dir die Verse gedacht hast.

Liebe Gr√ľ√üe
Claudia



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Bernd
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Liebe Claudia,
ich denke nicht, dass "im" hier betont ist. Dann bleiben nur sechs Hebungen. Ich betone es also wirklich anders.

Ich betone es so:

Im Sommer gibt der Grill dem Mann gewöhnlich viel Freude,
Im Winter steht er schneebedeckt nur so 'rum.

alternativ (wahrscheinlich sogar besser):
Im Winter steht er schneebedeckt nur so 'rum.


"Im" bildet den Auftakt, ist aber unbetont.
Das Ende jedes Verses enthält einen Rhythmuswechsel, wie bei Schiller:

quote:
Im Hexameter steigt des Springquells fl√ľssige S√§ule,
Im Pentameter drauf fällt sie melodisch herab.

Vielleicht habe ich die Form aber auch noch nicht richtig verstanden und betone Schillers Vers falsch ...
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Bernd
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Ideen:


Ausgangspunkt:
Im Sommer gibt der Grill dem Mann gewöhnlich viel Freude,
Im Winter steht er schneebedeckt nur so 'rum.

Grillen gibt dem Manne im Sommer gewöhnlich viel Freude,
Schneebedeckt steht der Grill dann im Winter herum.
---

Grillen, das gibt dem Manne im Sommer gewöhnlich viel Freude,
Schneebedeckt, kalt, steht der Grill dann im Winter herum.
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kakadu
???
Registriert: Jun 2010

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Ne, ne, Schiller betont wie die ollen Griechen:

Im Hexameter steigt des Springquells fl√ľssige S√§ule,
im Pentameter drauf fällt sie melodisch herab.

Ganz wichtig im Pentameter: Der Spondeus in der Versmitte, genauer
gesagt, die erste Verhälfte beginnt und endet betont, dann die Zäsur,
dann beginnt und endet die zweite Vershälfte betont.

Im ersten Teil d√ľrfen Daktylen durch Tr√∂ch√§en ersetzt werden, im zweiten
Teil nicht. Dieser ist immer: XxxXxxX

Ich zeig Dir mal das Schema.

Hexameter:
Xx(x)|Xx(x)|Xx(x)|Xx(x)|Xxx|Xx immer Dakt./Troch. am Ende

Pentameter:
|Xx(x)|Xx(x)|X||Xxx|Xxx|X

Wenn Du magst, kannst Du Dir mal meine "Heißhunger"-Elegie anschauen.

Liebe Gr√ľ√üe
Claudia

P.S. Ich seh gerade, Du hast bereits umgestellt. Gut! Jetzt
fehlt nur noch das obligatorische Ende beim Pentameter.


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Bernd
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Grillen, das gibt dem Manne im Sommer gewöhnlich viel Freude,
Schneebedeckt, kalt, steht der Grill dann im Winter herum.

Liebe Claudia, was ist jetzt das Problem? Mir gefällt beim ersten Vers die Wortwahl noch nicht völlig, ich möchte aber zunächst die Grundform in Ordnung bringen.


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