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Leselupe.de > Gereimtes
Der Handschuh (frei nach Schiller)
Eingestellt am 21. 05. 2006 13:15


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Lachmalwieder
Routinierter Autor
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Der Handschuh

In seinem Schrebergarten,
das Endspiel zu erwarten,
mit Kaiser Franz,
sitzt Opa gespannt vor der Röhre.
Von Unkraut umringt steht die Möhre
im Beete ganz.

Und wie er winkt mit dem Finger,
auf tut sich der kleine Zwinger.
Und heraus mit gemÀchlichem Schritt
Hund Waldi tritt,
und schaut nur dumm
herum,
lÀuft ein paar Schritte
zur Beetesmitte,
legt sich dort nieder,
und schlÀft schon wieder.

Und der Opa winkt wieder.
Da öffnet sich ganz weit
das Gartentor.
Dieses speit,
mit wildem Sprunge,
die Oma hervor.
Wie sie das Unkraut erschaut,
schimpft sie laut,
nimmt voller Zorn
das Verhasste aufs Korn
und blÀhet die Lunge.
Und die Angriffslust
entlÀdt ihren Frust,
grimmig prustend.
Drauf dreht er sich hustend
zur Seite nieder.

Und der Opa winkt wieder.
Da stĂŒrmt ein Deutscher entfesselt vors Tor.
Doch nehmen zwei Gegner den Deutschen sich vor
und stören mit mutigem Kampfesblick
seinen Hackentrick.
Da faucht Oma wieder mit wildem Gezeter:
„Hack das Unkraut heraus!
Richte dich auf, hier sieht’s aus!“
Doch Opa schreit: „Schieß!
Mensch spielt der mies!
Oma, sei still, mach ich spĂ€ter!“

Da fliegt auf den Bildschirmrand
ein Handschuh aus Omas Hand,
zwischen der Ecke und dem Tor
bißchen davor.
Und zu Opa in Rage, schimpfenderweis,
wendet sich Oma vorwurfsvoll:
„Mein Gatte, ist eure Liebe so heiß,
wie ihr es schwörtet, dann wÀr es toll,
ei, so hebt mir den Handschuh auf
und enteilt in schnellem Lauf,
neigt hinab euch und zieht diese Dinger
mit Stengel und Stiele,
das Unkraut viele.
Nimm den Handschuh zum Schutz fĂŒr die Finger!“

Und mit Freude und EntzĂŒcken
sieht sie Opa sich schnell bĂŒcken.
Und gelassen bringt er den Handschuh zurĂŒck.
Da schallt ihm das Lob aus ihrem Munde.
Aber mit gierigem Blick zum Kick,
denn in FĂŒhrung liegt Deutschland durch großes GlĂŒck,
erwartet ihn Oma nicht weit vom Hunde.
Und er wirft ihr den Handschuh ins Gesicht.
„Das Gummiteil begehr ich nicht,
denn das Spiel geht noch eine Stunde.“


__________________
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Sunny Rose
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Registriert: Mar 2005

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Hallo Lachmalwieder,

nun ja mit Fußball habe ich ĂŒberhaupt nichts am Hut, aber dein Gedicht find ich richtig Klasse.

Viele liebe GrĂŒĂŸe Sunny Rose

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Cosi
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Jun 2005

Werke: 4
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Hast mir ein herzliches Lachen geschenkt, gefÀllt mir richtig gut!

LieGrĂŒ Cosi

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Cosi
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Jun 2005

Werke: 4
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Hallo Lachmalwieder,

hab mich nochmal mit den Zeilen beschÀftigt.
Wahrscheinlich hast du es in einem Rutsch runter geschrieben?
Jedenfalls haben sich kleine FlĂŒchtigkeitsfehler eingeschlichen. Weiß nicht, ob ich alle "erwischt habe", wollte dich aber drauf aufmerksam machen.
Jedoch Àndert es trotzdem nichts an meinem Lachen und daran, dass mir deine Zeilen gut gefallen haben. ;-)

LieGrĂŒ Cosi



Der Handschuh

In seinem Schrebergarten,
das Endspiel zu erwarten,
mit Kaiser Franz,
sitzt Opa gespannt vor der Röhre.
Von Unkraut umringt steht die Möhre
im Beete ganz.

Und wie er winkt mit dem Finger,
auf tut sich der kleine Zwinger.
Und heraus mit gemÀchlichem Schritt
Hund Waldi tritt,
und schaut nur dumm
herum,
lÀuft ein paar Schritte
zur Beetesmitte,
legt sich dort nieder,
und schlÀft schon wieder.

Und der Opa winkt wieder.
Da öffnet sich ganz weit
das Gartentor.
Dieses speit,
mit wildem Sprunge,
die Oma hervor.
Wie sie das Unkraut erschaut,
schimpft sie laut,
nimmt voller Zorn
das Verhasste aufs Korn
und blÀhet die Lunge.
Und die Angriffslust
entlÀdt ihren Frust,
grimmig prustend.
Drauf dreht er sich hustend
zur Seite nieder.

Und der Opa winkt wieder.
Da stĂŒrmt ein Deutscher entfesselt vorÂŽs Tor.
Doch nehmen zwei Gegner den Deutschen sich vor
und stören mit mutigem Kampfesblick
seinen Hackentrick.
Da faucht Oma wieder mit wildem Gezeter:
„Hack das Unkraut heraus!
Richte dich auf, hier sieht’s aus!“
Doch Opa schreit: „Schieß!
Mensch spielt der mies!
Oma, sei still, mach ich spĂ€ter!“

Da fliegt auf den Bildschirmrand
ein Handschuh aus Omas Hand,
zwischen der Ecke und dem Tor
bisschen davor.
Und zu Opa in Rage, schimpfenderweis,
wendet sich Oma vorwurfsvoll:
„Mein Gatte, ist eure Liebe so heiß,
wie ihr es schwörtet, (schwöret, oder geschworen habt?)
dann wÀrŽ es toll,
ei, so hebt mir den Handschuh auf
und enteilt in schnellem Lauf,
neigt hinab euch und zieht diese Dinger
mit StÀngel und Stiele,
das Unkraut viele.
Nimm den Handschuh zum Schutz fĂŒr die Finger!“

Und mit Freude und EntzĂŒcken
sieht sie Opa sich schnell bĂŒcken.
Und gelassen bringt er den Handschuh zurĂŒck.
Da schallt ihm das Lob aus ihrem Munde.
Aber mit gierigem Blick zum Kick,
denn in FĂŒhrung liegt Deutschland durch großes GlĂŒck,
erwartet ihn Oma nicht weit vom Hunde.
Und er wirft ihr den Handschuh ins Gesicht.
„Das Gummiteil begehr® ich nicht,
denn das Spiel geht noch eine Stunde.“



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Lachmalwieder
Routinierter Autor
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Hallo Cosi,
danke dir fĂŒr Kommentar und Kommentar )

Na von "runtergeschrieben" kann nicht die Rede sein. Der Schiller hat es mir verdammt schwer gemacht, nahe an ihm dran zu bleiben.
Zu deinen Anmerkungen:
schwörtet: Das ist korrekt so. Ist veraltet (sagt heute keiner mehr, der originale Text ist auch nicht taufrisch ).

bißchen: Ja, dass ist mein Widerstreit zwischen alter und neuer Rechtschreibung. Warte noch paar Jahre, dann ist bißchen wieder richtig .

Stengel: Genau das Selbe (oder das selbe???). Nach neuer Rechtschreibung von Stange abgeleitet. Das kommt davon. Wenn man frĂŒher richtig schreiben konnte, hat man durch die Rechtschreibreform mal eben die Seiten getauscht

Danke dir fĂŒr deine Hinweise!!!

Viele GrĂŒĂŸe
Steffen
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Cosi
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Jun 2005

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Ich stelle es mir nicht einfach vor, auch sprachlich veraltet
bei Schiller zu bleiben.
Da siehst mal: Ich hab beim Lesen gar nicht mehr dran gedacht
und meinte deswegen, "schwörtet" passt nicht.
Aber in Hinblick auf Schiller geb ich dir natĂŒrlich Recht ;-)
Mit der neuen Rechtschreibung mag ich mich auch nicht so richtig anfreunden, aber ich versuch mich ab und an. :-)
Ich bin heilfroh, dass ich keine Kinder habe, ich bedauere jeden, der quasi dazu gezwungen wird.

Einen schönen Sonntag Abend noch LieGrĂŒ Cosi

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flammarion
Foren-Redakteur
Routinierter Autor

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also

in verbindung mit der anrede Ihr ist schwörtet allemal richtig.
nettes gedicht!
lg
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Old Icke

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