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Leselupe.de > Essays, Rezensionen, Kolumnen
Der Hartzer - eine vielfältige Spezies.
Eingestellt am 26. 11. 2011 16:48


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Brilli
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Jul 2011

Werke: 4
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Robert Naumann
Ich hartz dann mal ab ISBN 3499627910
Taschenbuch,Rowohlt Verlag Dezember 2011
Der Hartzer - eine vielfältige Spezies
Robert Naumann, seines Zeichens Beschäftigter einer Agentur - wie seine Antwort lauten könnte, wenn man ihn nach seinem Beruf fragen würde - ist Langzeitarbeitsloser und als solcher in ständigem Kontakt mit der Agentur für Arbeit, die man früher noch schlicht als Arbeitsamt bezeichnete.

Hier in diesem JobCenter im Zimmer 211 wartet seine PAP (persönliche Ansprechpartnerin) Frau Streputat auf ihn, die sein Leben nun mit vertrauensvollen Gesprächen und sachdienlichen Hinweisen begleiten wird. Vorbei das lockere Vorbeischau'n beim Arbeitsamt, um sich den Stempel zur Auszahlung der Sozialleistung abzuholen. Jetzt ist vierteljährliches Erscheinen vorgeschrieben, dazu die Vorlage von mindestens vier bis acht schriftlichen Bewerbungsbemühungen. Anderenfalls wird diskussionslos eine Kürzung der Bezüge vorgenommen, vor der auch stimmungsaufhellende Geschenke wie Blumen und Pralinen nicht schützen können.

Welche Unzahl von Klippen muss ein überzeugter Arbeitsloser, ein Hartz-Vierer, der mit Leib und Seele zu dieser Position in der Gesellschaft steht, überwinden, um nicht einem geregelten Job zum Opfer zu fallen. Welche wohldurchdachten Gründe müssen angeführt werden, damit man seiner Parole "Stütze statt Stelle" treu bleiben kann. Hier sind Humor, Fantasie, Mut und Enthusiasmus gefragt, die sich in den kleinen Geschichten aus dem Leben des "Sozialschützlings" widerspiegeln.

Robert Naumanns Buch befindet sich auf einer Gratwanderung. Es ist sowohl Bericht als auch Persiflage, macht traurig und amusiert, informiert zwischen den Zeilen und trägt an anderer Stelle reichlich kräftig auf. Die Leserschaft, der sich das Buch präsentiert, ist groß und reicht vom Betroffenen bis zum Verkannten, unrechtmässig Persiflierten, und ebenso unterschiedlich werden die Reaktionen sein, eine breit gefächerte Palette zwischen Empörung, Beschämung und Erheiterung. Vielleicht sollte ein gutes Buch so sein - sollte in Jedem etwas ansprechen und seine Stellungnahme herausfordern.

Wenn die Reihe von kleinen Geschichten die Leser auf diese Art erreicht, hat sie vielleicht das getan, was der Schriftsteller erwartete.

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