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Leselupe.de > Kindergeschichten
Der Hase und der Igel
Eingestellt am 20. 06. 2010 14:16


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HelenaSofie
???
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Der Hase und der Igel

An einem wundersch├Ânen Herbstmorgen ├Âffnete der Igelvater die Haust├╝re. Die V├Âgel sangen und die Stoppelfelder gl├Ąnzten in der Sonne.
"Herrliches Wetter um einen Spaziergang zu machen, w├Ąhrend meine Frau die Igelkinder versorgt und das Fr├╝hst├╝ck vorbereitet," dachte er und tippelte los.
Zur gleichen Zeit entschloss sich auch der Hase, an diesem sch├Ânen Morgen einen Spaziergang zu machen. Eigentlich hatte er das nicht vor. So kam es, dass er f├╝r den Spaziergang ├╝ber die staubigen Feldwege zu fein angezogen war und auch noch nicht gefr├╝hst├╝ckt hatte.
Es dauerte nicht lange, da begegneten sich Hase und Igel.
Von Weitem erkannte der Igel den Hasen an seinen langen Beinen und der pr├Ąchtigen Kleidung.
Schon stand der langbeinige Hase vor ihm, schaute auf ihn herab und grinste.
Da fiel dem Igelvater die Geschichte vom Wettlauf zwischen dem Hasen und dem Igel ein, an die sich die Igel gerne erinnern. Immer wieder erz├Ąhlen sie, wie einer von ihnen durch seine Schlauheit damals den ├╝berheblichen und sp├Âttischen Hasen besiegt hat.
Wollte dieser Hase ihn auch wegen seiner krummen Beine verspotten?
Der Igelvater nahm allen Mut zusammen und sagte zum Hasen: "Du kannst mich nicht wegen meiner kurzen und krummen Beine beleidigen! Die sind f├╝r mich gerade richtig. Damit kann ich mich ganz schnell zu einer Kugel einrollen, wenn mir Gefahr droht. Solche langen Beine wie deine w├Ąren f├╝r mich nur hinderlich und au├čerdem..."
Da unterbrach ihn der Hase und meinte: "Aber ich will dich doch gar nicht beleidigen!
Ich muss nur grinsen, weil du eine Pflaume auf deinem R├╝cken aufgespie├čt hast und diese spazieren f├╝hrst."
An die Pflaume hatte der Igel nicht mehr gedacht. Er hatte sie noch unter einem Baum gefunden und wollte sie seiner Frau schenken. Er a├č kein Obst, seine Frau w├╝rde sich aber dar├╝ber freuen.
Etwas besch├Ąmt schaute der Igel den Hasen an. Dann meinte er: "Komm mit mir nach Hause! Das Fr├╝hst├╝ck wird fertig sein."
Der Hase nahm die Einladung gerne an und ging mit dem Igel.
Sie fr├╝hst├╝ckten zusammen und gaben sich gegenseitig Ratschl├Ąge. Der Hase machte dem Igel vor, wie man Haken schlagen kann und der Igel zeigte, wie man seine Beine am besten einziehen kann. Selten hatte den beiden das Fr├╝hst├╝ck so gut geschmeckt.


Anmerkung
Als Kind habe ich auch das M├Ąrchen der Br├╝der Grimm vom Wettlauf zwischen dem Hasen und dem Igel kennengelernt.
Mir gefiel nicht die angeblich "gerechte Strafe" f├╝r den hochm├╝tigen, spottlustigen Hasen, der von dem "schlauen und listigen" Igel besiegt wurde.
Ich fand das Verhalten des Igels nicht schlau und listig, sondern einfach betr├╝gerisch. Nur durch Betrug kam er zum Ziel und dieses Verhalten wurde am Schluss sogar belohnt.
Als wir Sch├╝ler die Verfilmung des M├Ąrchens sahen, mochte ich es noch weniger. Ich hatte Mitleid mit dem Hasen, als er beim 74. Lauf nur noch torkeln konnte und dann tot zusammenbrach, w├Ąhrend die beiden Igel sich den Golddukaten und die Flasche Branntwein schnappten und dann vergn├╝gt nach Hause gingen. Eine solche harte Bestrafung des Hasen f├╝r sein hochm├╝tiges und sp├Âttisches Verhalten fand ich zu grausam und ungerecht, w├Ąhrend der betr├╝gerische Igel ungeschoren davonkam.
Irgendwie passt f├╝r mich dieses M├Ąrchen nicht ganz in das Schema "Der Gute wird belohnt und der B├Âse bestraft".




Version vom 20. 06. 2010 14:16
Version vom 22. 06. 2010 20:18
Version vom 22. 06. 2010 20:33

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Donkys Freund
Guest
Registriert: Not Yet

Der Schreibstil ist mal wieder gelungen und die Idee anhand der "Hase-Igel"-Geschichte Vorurteile und Klischees zu thematisieren finde ich prima. (In der selben Geschichte finden die Kinder nat├╝rlich gleich das Klischee der klassischen Rollenverteilung, dass Papa sich zu Hause um nichts k├╝mmern muss...hmm)

Ich nehme an, den Schlenker mit der feinen Kleidung ben├Âtigst Du, da der Igel Hasen nur aus der Geschichte kennt, in der der Hase so eitel daherkommt, oder? Sonst macht das ja keinen Sinn. Warum sollte er den Hasen sonst an seiner Kleidung erkennen, wenn Hasen eher selten damit rumlaufen? Vielleicht solltest Du das noch irgendwo vermerken.

Die Plaumen-L├Âsung ist originell. Wie spie├čt ein Igel eigentlich Pflaumen auf seinen R├╝cken? Rollt er dar├╝ber? Ich f├Ąnde die einfache L├Âsung, dass ihm eine Pflaume auf den R├╝cken gefallen ist, besser. Ist aber nicht ausschlaggebend.

Viele Gr├╝├če
Donkys Freund

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Estrella fugaz
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Jan 2010

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Hallo HelenaSofie,

ganz s├╝├č, dein Geschichte.

Zu Donkey Freunds Vorschlag habe ich auch noch etwas zu sagen:

quote:
Die Plaumen-L├Âsung ist originell. Wie spie├čt ein Igel eigentlich Pflaumen auf seinen R├╝cken? Rollt er dar├╝ber? Ich f├Ąnde die einfache L├Âsung, dass ihm eine Pflaume auf den R├╝cken gefallen ist, besser. Ist aber nicht ausschlaggebend.

Es ist eine falsche Annahme, dass die Igel sich Obst auf die Stacheln pieksen. Sie werden zwar beim Schmausen an ├äpfeln oft gesehen, jedoch nur, um sich das Ungeziefer aus dem fauligen Obst herauszusuchen. Ich w├╝rde deinem Igel auch eine Pflaume auf den R├╝cken fallen lassen. So k├Ânnte man es den Kindern, denen die Geschichte vorgelesen wird, gleich richtig vermitteln.

Lieben Gru├č,
Estrella
__________________
Ich schlie├če meine Augen, um zu sehen. (Paul Gauguin)

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HelenaSofie
???
Registriert: Apr 2010

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Hallo ihr Lieben, Fallanda, Donkys Freund und Estrella,

vielleicht h├Ątte ich den Text besser in "M├Ąrchen" eingestellt, denn es handelt sich um ein M├Ąrchen. Und f├╝r M├Ąrchen gelten andere Gesetze als z.B. f├╝r eine wirklichkeitsnahe Geschichte. M├Ąrchen wollen kein Sachwissen vermitteln. Der kurze Inhalt meines Textes ist etwa: Der Igel begegnet dem grinsenden Hasen voreingenommen. Beide sind aber zu einem Gespr├Ąch bereit. Alles kl├Ąrt sich auf und beide gewinnen am Schluss. Pr├Ąchtige Kleidung, Pflaume und Fr├╝hst├╝ck sind nur eine Art Requisiten, um das Geschehen zu verdeutlichen.

@Fallanda
Der Hase konnte auch etwas weniger Staubiges vorhaben z.b. seine Freunde besuchen.
Im Laufe der Zeit ist den Hasen klar geworden, dass der Wettlauf durch Betrug verloren wurde. Deshalb ist es sicher keine Schmach mehr f├╝r sie.
Die Pflaume wollte ich nicht vorher erw├Ąhnen. Der Leser sollte sie erst als Grund f├╝r das Grinsen erfahren.

@Donkys Freund
Bei der Pflaumenl├Âsung schwankte ich zwischen Pflaume finden und herunterfallen. Ich habe mich f├╝r das selbst├Ąndige Aufspie├čen entschieden, weil der Igel sie als Geschenk seiner Frau mitnehmen wollte. Woher h├Ątte er sonst auch gewusst, dass sich eine (essbare) Pflaume auf seinem R├╝cken befindet? "Das Klischee der klassischen Rollenverteilung" fand ich n├Âtig,weil der Hase von einem fertigen Fr├╝hst├╝ck ausging und so erst die Einladung aussprechen konnte.

@Estrella
Du hast Recht mit dem Obst und dem Aufspie├čen. Sicher hast du beim Lesen an deine sch├Ânen Geschichten von den Igeln gedacht, die auch Sachwissen vermitteln sollen.Das will ich mit meinem kleinen M├Ąrchen aber nicht. Die Geschichte muss nur stimmig sein, einiges darf "m├Ąrchenhaft" sein.

Euch Dreien herzlichen Dank f├╝r eure Zeit, die ihr mir geschenkt habt und mir eure Gedanken zu der Geschichte mitgeteilt habt. Irgendwie ist mir die Geschichte dadurch noch ein bisschen n├Ąhergekommen. Meine ├ťberlegungen zu bestimmten Vorg├Ąngen wisst ihr jetzt auch.

Ganz liebe Gr├╝├če an euch
HelenaSofie

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