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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Der Heldenmut einer Legehenne
Eingestellt am 15. 06. 2008 00:14


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gueko
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Der Heldenmut einer Legehenne

Seine Augen strahlten wieder wie damals, als sie sich kennen lernten. Es war vor f├╝nfzehn Monaten: Sabine verliebte sich zuerst in diese Augen, dann erst in Peter. Sie freute sich, dass sie in den vergangenen Tagen wieder dieses kribbelnde Gef├╝hl im Magenbereich sp├╝rte, wenn sie ihn ansah. Sie dachte schon dieses stimulierende Gekrabbel nie wieder sp├╝ren zu k├Ânnen, dass sie schon zu lange zusammen w├Ąren, dass das Verliebtsein sich in diese ewige Liebe verpuppte. Aber Peter erweckte es jetzt wieder in ihr, dieses besondere Empfinden in der Bauchh├Âhle. Alles war gut, Peter der richtige Mann f├╝r sie, sie die richtige Frau f├╝r Peter. Warum sonst w├╝rden seine Augen so strahlen nach drei Tagen Seminar, drei Tagen an denen sie nur zwei Mal telefonieren konnten. ÔÇ×Sicher habe ich ihm schon gefehltÔÇť, dachte Sabine.

Befremdend auf sie wirkte nur, dass er nach drei Tagen Abstinenz erst ins Bett stieg, nach dem sie eingeschlafen war, und dass er sie auch nicht weckte, wie sonst immer. Auch die zwei N├Ąchte danach kam er nicht unter ihre Decke. Das empfand sie ungew├Âhnlich, seltsam, verwirrend. Erst dachte sie noch, er w├Ąre zu m├╝de gewesen, nach der langen Autofahrt. Jetzt waren es aber schon sechs Tage ohne Sex ÔÇô Peter verhielt sich seit dem Seminar anders. Das Kribbeln im Bauch wurde st├Ąrker. Sie war verliebt wie in den ersten Wochen, wenn sie an ihn dachte, an ihren Peter.

Seit dem Seminar bekam sie morgens nur noch einen fl├╝chtigen Abschiedskuss. An das konnte er sich doch nicht in drei Tagen gew├Âhnt haben, dass es am Morgen keinen Kuss gibt, dachte Sabine. Wie war das sch├Ân in den ersten Wochen. Als sie das erste Mal bei ihm ├╝bernachtete und er sich um Viertel nach Sieben fertig machte, um in die Arbeit zu fahren, da endete der Abschiedskuss erst nachdem er noch einmal zu ihr ins Bett gestiegen war. Diese jungfr├Ąulichen Beziehungsaugenblicke gingen ihr durch den Kopf, wenn sie jetzt an ihn dachte. So leidenschaftlich war ihre Beziehung schon l├Ąnger nicht mehr. Doch seit dem Seminar war die Leidenschaft g├Ąnzlich verschwunden, ausgenommen aus seinen Augen, die funkelten wie damals.

Was, wenn er sie nicht mehr liebte? Das Bauchkribbeln wandelte sich zu einer Ganzk├Ârperg├Ąnsehaut. Sie begann zu zittern. Sie verdr├Ąngte diesen Gedanken wieder. Nat├╝rlich w├╝rden sie ewig zusammen bleiben. Peter brauchte sie, dass war f├╝r Sabine sicher. Nur nicht noch l├Ąnger alles runterschlucken, was sie st├Ârte, das wollte sie jetzt. Sie w├╝rde das ansprechen. ├ťber ihre Gef├╝hle zu reden, das konnte sie mit Peter. Zumindest am Anfang der Beziehung, als sie eine ganze Nacht im Garten sa├čen und redeten. Gut, vielleicht war heute nicht der beste Tag daf├╝r. Er w├╝rde erst sp├Ąt nach Hause kommen und nur sein Essen wollen, ein wenig Zeitung lesen und dann die Sportsender durchzappen. Heute war sicher keine Zeit f├╝r Gespr├Ąche, f├╝r Gef├╝hlsduselei, wie er es vor einigen Wochen genannt hatte. Das war ihr jetzt ganz bewusst.

Morgen w├╝rde sie ihn darauf ansprechen. Sie w├╝rde ihm sein Lieblingsgericht kochen, den guten Wein einschenken ÔÇô rechtzeitig dekantiert, so wie er ihn gerne mochte - und dann w├╝rde sie das Thema auf ihre Beziehung lenken, so dachte Sabine bei sich. Obwohl sie wusste, dass er sie liebte, wie sie war und brauchte, was sie f├╝r ihn tat, wollte sie sich nicht l├Ąnger so behandeln lassen. Wobei sie keinen Grund hatte sich zu beschweren, es ihr mit Peter eigentlich gut erging. Im Vergleich zu Claudia, die von Seki immer wieder geschlagen wurde. Obwohl Seki Claudia sicher liebte und ein total lieber Kerl war. Manchmal ging es eben durch mit ihm. Seki hat es nicht so leicht in seinem Job, erkl├Ąrte ihr Claudia das zeitweilige Ausrasten ihres Geliebten.

Peter hatte es auch nicht leicht. Immer diesem Druck ausgesetzt zu sein, etwas verkaufen zu m├╝ssen, um Provision zu kassieren, kilometerlange Fahrten um F├╝nfminutenkundengespr├Ąche zu f├╝hren. Da wollte sie ihn am Abend nicht noch mit ihren Beziehungsproblemchen belasten. Peter lie├č aufgestauten Dampf wenigstens nicht an ihr ab, wenn sie ihn nicht ├╝berm├Ą├čig reizte. Vergangenen Dienstag ausgenommen. Nach dem ersten Schrecken wurde Sabine schnell klar, wie bl├Âd sie da reagiert hatte. Da brauchte sie sich nicht zu wundern. Und tat es auch nicht. Peter hatte es nicht b├Âse gemeint. Ganz im Gegenteil, es tat ihm sogar Leid und er nahm sich extra ein paar Minuten mehr Zeit beim Liebesakt. Fast h├Ątte sie einen Orgasmus bekommen. Das bewiese wieder Peters z├Ąrtliche, ungebrochene Leidenschaft, seine Liebe und seine Zuneigung, dachte sie.

Ihre Freundin Karin hatte erz├Ąhlt, dass sie den Verdacht hegt, dass ihr Mann Sandor sie betr├╝gt. Das w├╝rde Peter niemals tun. Er hatte einfach zu viel Arbeit, zu viel um die Ohren. Den Freitag-Stammtisch nutzte er um sich abreagieren zu k├Ânnen, von der Arbeit und so. Da hatte sie dann wenigstens Zeit und Ruhe sich um sich selbst zu k├╝mmern, zu b├╝geln und die Wohnung zu reinigen. Aber den Ton, den Peter in den letzten Tagen anschlug, das war ihr nicht ganz Recht, das m├╝sste sich wieder ├Ąndern. Bis er nach Hause k├Ąme wollte sie noch ein wenig fernsehen. Sie schaltete ein und sah eine Dokumentation, es schien ├╝ber Massentierhaltung oder Eierproduktion zu gehen. ÔÇ×Nach 12-15 Monaten werden die Legehennen gegen Jungtiere ausgetauscht und als Suppenh├╝hner verkauft!ÔÇť Die Worte des Sprechers bewirkten, dass sich Sabines Gedanken vernetzten und ihr pl├Âtzlich glasklar wurde, dass sie trotz ihrer Bedenken hinsichtlich Peters Gespr├Ąchsbereitschaft noch heute den Mut aufbringen wird, um mit Peter zu reden, in jedem Fall heute, keinen Tag sp├Ąter.

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heute ist das morgen von gestern und das gestern von morgen - sonst habe ich keine sorgen.

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Walther
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Hi Gueko,

der Titel will nicht so recht zur Geschichte passen, der ├╝brigens ein echtes Ende fehlt. Gut geschriebener Text, der irgendwie unfertig wirkt. Eigentlich schade.

Irgendwie meine ich, die Story sollte noch ein wenig weitergehen, die Legehennengeschichte in ein brauchbares Ende, warum nicht mit der Aussprache koppeln, einflechten.

Soweit mein Lesereindruck. Als eher lyriklastiger Schreiber bin ich kein KG Experte.

Gru├č W.
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Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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