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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Der Hirtenjunge
Eingestellt am 02. 08. 2012 12:55


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Simmias
Hobbydichter
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28.09.2010
DER HIRTENJUNGE

ÔÇ×Wo bleibt nur die Herde?ÔÇť, fragt sich der Wolf. ÔÇ×Nun ist bald Mittag, da sollte sie demn├Ąchst hier passieren! Gewiss kommt sie an einigen Tagen erst sp├Ąter, doch an anderen w├Ąre sie l├Ąngst ein getroffen!
Habe ich es ├╝bertrieben in letzter Zeit? Die Herde traut sich nicht mehr den Pfad hinauf und ich muss verhungern? Doch dem Fuchs scheint es gut zu gehen. Wie schafft er es? Mir war es, als wage er sich nicht an die Herde heran. Wie bitter habe ich mich get├Ąuscht, nun wei├č ich, dass er es ist, der mir meine Beute streitig macht. Und heute hat er sicher etwas erlegt. Der Hund, man k├Ânne doch erwarten, dass man zueinander h├Ąlt, unter alten Bekannten! Aber er lauert im Tal, kurz hinter dem Dorf, und f├Ąngt die Herde ab. Und was tue ich?

Ich warte, doch die Herde kommt nicht mehr, gleich ist schon Mittag. Der Hirte hat es vers├Ąumt und f├╝r heute die Herde im Dorf gelassen! Und ich Tor warte ein Leben lang auf die Herde, die in aller Ruhe und Friedlichkeit im Dorfe grast. Sollte ich nachsehen, hervorkommen aus meinem Versteck, ins Tal hinuntersp├Ąhen? Vorsichtig! Wenn Sie kommen, haben sie dich entdeckt. Bevor die V├Âgel dich verraten, musst du in Deckung bleiben. Oder gehe ich ganz ins Dorf, kann ich dort etwas erlegen? F├╝rchtet sich nicht einjeder vor mir, dem B├Âsen?

Halt, eine Taube hat mich entdeckt, sie fliegt auf, direkt ins Dorf, jetzt muss ich schnell sein, falls ich am Leben bleiben will, schnell! Was wird dir auf dem Weg begegnen, denkt nach! Der Hirte ist bewaffnet, ihn darf ich nicht entgegenkommen; im Dorf wohnen viele Leute, dort darf ich nicht erblickt werden! Und wo wird dann die Herde sein? Doch stop! Nicht bewegen, nichts ├╝bereilen! Welch Gl├╝ck, ich sehe am Horizont Bewegung, da kommt die Herde. Ich habe es geahnt, ├╝brigens war es auch sehr wahrscheinlich, der Hirte hat getr├Âdelt, wie es h├Ąufiger vorkommt.

Aber nein, was sehe ich? Es sind viele Hirten! Sie kommen, mich zu holen! Es sind einige, doch ich bin allein! Der Wolf wird sich stellen; einen oder zwei kann mich wohl mitrei├čen. So leicht macht er es ihnen nicht, nicht mit in ihr, ihre Hirten! Sieh zu, dass du ihnen entgegen l├Ąufst, sie wissen um mein Versteck bescheid, es war die Taube, die mich verraten hat. Wer kann es ihr ver├╝beln? Aber ich sterbe in Ehren. In Ehren und im Freien geht der Wolf im blutigen Gefechte unter! Schnell, spring ihnen entgegen, aus der Deckung hervor!

Stillgestanden! Lieber ziehe ich mich tiefer in die B├╝sche zur├╝ck, es sind nur Jungen, die in morgendlicher Stunde sorglos in den Bergen spielen. Ihr Narren, wie ist Ihr denn nicht, wer hier lauert? Und bald ist Mittag vorbei und ich habe nicht gefressen. Vielleicht ist die Herde verendet. Krankheiten gibt es genug. Oder der Hirte liegt im Sterben, in jedem Fall ist die Herde im Dorf. Und doch wei├č ich im Inneren, dass der Fuchs sie verschreckt hat, ich nehme es hin, er hat die Herde ver├Ąngstigt, sodass der Hirte gezwungen war, direkt ins Dorf zur├╝ckzukehren. Oder hat er vielleicht mein Versteck in den B├╝schen erahnt? Und daraufhin einen anderen Weg genommen? Oder nein - wenn der Hirte mich erahnt hat, hetzt er nach mir.

Jetzt klar denken! Werde ich beschattet? Was lauert hinter dem Baum? Es ist der Lauf des Gewehres, das mich in gespannter Erwartung meiner Beute erlegen wird. Muss ich fliehen? Was, wenn ich in dem Moment hervor st├╝rzte, in dem der Hirte um die Kurve kommt! Er ist kaltbl├╝tig und bewaffnet, zudem gro├č und grausam. Er schie├čt mich tot. Hat er vielleicht heute zus├Ątzlich Schutz gefordert? Oh weh! Die Herde ist bewacht. Der Fuchs hat die Wachen alarmiert! Er hat mich verraten der Schuft, was denkt sich solch Abtr├╝nniger?

Es bleibt mir nur, mich zu bedauern, was habe ich f├╝r ein Pech! Welche Qualen erleide ich in Ungewissheit. Ein Jammer, dass ich elendig verenden muss!ÔÇť

Und als der Hirtenjunge gegen Mittag singend und lachend dem Pfad entlang springt, bemerkt er, von der Herde gefolgt, nicht, wie ein Wolf sich windend im Geb├╝sch krepiert.

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