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Leselupe.de > Kurzprosa
Der Hochstand
Eingestellt am 21. 07. 2011 15:36


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Ralf Langer
Routinierter Autor
Registriert: Sep 2009

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"Was machen wir eigentlich hier, Karl Georg?"
Der so Angesprochene zog ver├Ąrgert eine Augenbraue nach oben, stellte sein Gewehr ab, und legte zum Zeichen der gebotenen Stille den Zeigefinger auf seinen verschlossenen Mund.
"Wir retten unsere Zukunft, Ulrich", sagte er kaum h├Ârbar.
"Ich bin jetzt zum wer wei├č wievielten Male mit dabei", sagte Ulrich , "und jetzt komme ich mir wieder fehl am Platze vor!"
Er sch├╝ttelte mit dem Kopf.
"Ich hab mal einen hippokratischen Eid geschworen. Ich soll Leben retten..."
"Du rettest Leben. Sei dir dessen gewiss", unterbrach ihn Karl Georg, "und jetzt halt den Mund, und schau ob du etwas durch den Feldstecher siehst. Mir war so, als h├Ątte ich am Rande der Lichtung eine Bewegung bemerkt."

Also schaute er durch den Feldstecher.
Der Saum des Waldes lag noch im Zwielicht des kommenden Tages. Nebelschwaden spielten auf der Grasebene, formten sich zu Gebilden, die er zu erkennen glaubte, und verwandelten sich wieder, kurz bevor er das Gesehene benennnen konnte, in andere Strukturen.
"Da ist Nichts", sagter."Nur Nebel und ein leerer Raum."
"Sie werden schon noch kommen", knurrte Karl Georg,"sie kommen immer!"
"Man k├Ânnte Sie einfach ziehen lassen."
Karl sch├╝ttelte den Kopf.
"Was du wieder redest. Sei froh das wir alleine sind."
Er nahm seine Feldflasche, tat einen tiefen Zug und reichte sie zu Ulrich her├╝ber.
"Trink, dann kommst du auf andere Gedanken."

Bald hatte sich der Nebel aufgel├Âst, und die beiden hatten von ihrem Hochstand aus ein frei einsehbares Schu├čfeld auf die Lichtung, die im Glanz der Sonne erstrahlte.
"Sie kommen nicht mehr,Karl. Ich glaube f├╝r heute k├Ânnen wir abbrechen."
Erleichterung in seiner Stimme.
"Ich sag`s nicht gern Ulrich, aber dir fehlt die innere Einstellung zu dieser...", er suchte nach dem passenden Wort," ... zu dieser Sache hier."
Ein kleiner Schwei├čtropfen perlte von seiner Stirn.
"Verdammte Hitze!"
"Das sind doch Menschen, Karl!"
"Es sind Nomaden. Menschen, ja, aber nicht wie wir!"
Seine Augen verengten sich. " Wenn wir sie hier nicht aufhalten...".
Er brach den Satz ab und machte eine abf├Ąllige Handbewegung.
"Du hast einfach den ├ťberblick verloren. Das gro├če Ganze! Verstehst du?"
"Vielleicht sollten wir es darauf an kommen lassen?" Ulrichs Stimme zitterte.
"Wenn wir es nicht tun kommen Andere", erwiederte Karl,
"Wir m├╝ssen uns vor den Fremden Sch├╝tzen. So einfach ist das!"
Der Schwei├č tr├Ąnte in seinen Augen.
"Ich kann ja kaum noch was sehen", sagte er leise fluchend.
Ein Knacken, irgendwo am Rande der Lichtung, von der Luft zu ihnen her├╝ber getragen, zog mit einem Mal ihre ganze Aufmerksamkeit auf sich. Dann wieder. Schritte im Geh├Âlz. Keine hundert Meter vor ihnen.
Beide dr├╝ckten die Gewehre fest an ihre Schulter und schauten konzentriert durch den Sucher.
Ein stattlicher Hirsch betrat langsam die Lichtung. Sein gewaltiges Geweih wiegte sich sanft im Sonnenlicht. Noch ein, zwei kleine Schritte,
dann stand das Tier zur G├Ąnze auf der Lichtung, schaute vorsichtig in die Runde, und begann zu ├Ąsen.
"Welch ein wundervoller Anblick", sagte Karl leise und
legte das Gewehr beiseite.
__________________
RL

Version vom 21. 07. 2011 15:36
Version vom 21. 07. 2011 15:51
Version vom 21. 07. 2011 17:13

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