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Leselupe.de > Humor und Satire
Der Hund ist weg!
Eingestellt am 22. 05. 2003 17:06


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Udogi-Sela

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Der Hund ist weg!*

Die Wohnungst├╝r stand doch nur f├╝r einen kurzen Moment offen, als Lisa nach dem Gassi-Gehen die Schultasche aus ihrem Zimmer holte, und grade als die Leute aus der Nachbarwohnung das Haus verlie├čen, muss er entwischt sein! Ach du gro├čer Schreck! Schultasche bleibt Schultasche, raus aus der Wohnung, dem Haus; wo ist der Kerl nur hin? Weit und breit keine Spur! Selbst beim auf die Zehenspitzen stellen und die Stra├če rauf und runter gucken: Nirgendwo dieser Hund. Laufen, erst mal rechts runter. Leute hasten vorbei. „Hallo, Sie da, haben sie so nen kleinen wei├č-braunen Hund gesehn, m├╝sste grade hier vorbeigekommen sein!“ Nein, keiner hat ihn gesehen. Das Viertel hat viele kleine Stra├čen, noch mehr Ecken um die man rennen, Verstecke in die man sehen muss. Verschl├Ąge, Schuppen, offene T├╝ren, G├Ąrten, B├╝sche, Keller Garagen, und, ja, eine S-Bahn-Haltestelle! Lisa durchf├Ąhrt ein neuer Schreck: Der Hund ist mit dem Zug weggefahren! Wie oft hat er Lisa (zusammen mit Mama) von dort abgeholt. Er ist jedes Mal in den Waggon gesprungen, um Lisa freudig zu begr├╝├čen. Und jetzt sucht er sie bestimmt dort, und Lisa sucht ihn nun auch da. Ein Zug ist eben abgefahren, und darin bestimmt der Hund! Oh Gott, was mach’ ich nur? Mama anrufen! "Mama, der Hund ist weg!“ „Oh Gott!“ sagt Mama. „Der Hund ist weg?“. „Ja, er ist weg!“ keucht Lisa, „weggelaufen und nicht zu finden. Der ist sicher mit der Bahn gefahren.“ „Das darf doch nicht wahr sein!“ – „Was, die Schule? Oje, jetzt bin ich gar nicht in die Schule gegangen! Ich muss doch erst den Hund finden!“ „So ein Mist!“ denkt die Mama, als sie den Telefonh├Ârer im B├╝ro auflegt. Der Hund ist nicht versichert. „Der Hund ist nicht versichert“ sagt sie ihren Kollegen, und erz├Ąhlt, was passiert ist.
Die Kollegen f├╝hlen mit: „Hoffentlich wei├č er, wie man wieder zur├╝ck f├Ąhrt.“ Und: „Der Hund f├Ąhrt schwarz! Das gibt ein Kn├Âllchen! Schlie├člich wei├č doch jeder, wem der Hund geh├Ârt. Der ist ja bekannt wie ein bunter Hund!“

Die Kollegen schm├╝cken aus, was noch passieren k├Ânnte:
Schlagzeile im „EXPRESS“: CHAOS IM VEEDEL – HUND L├ľST KATASTROPHE AUS!
K├Âln. Ein folgenschweres Vers├Ąumnis einer K├Âlner Sch├╝lerin l├Âste die Katastrophe in Holweide aus. Weil sie die T├╝re der Wohnung offen stehen lie├č, entwischte ihr Hund auf die Strasse. Ohne auf den am Morgen starken Autoverkehr zu achten, raste der Hund zwischen die Fahrzeuge. Ein Autofahrer konnte nur noch beherzt das Steuer herumrei├čen, kam jedoch dabei einem Viehtransporter in die Quere, der daraufhin versuchte nach links auszuweichen. Der Fahrer des mit Schweinen beladenen Transporters ├╝bersah die herannahende Stra├čenbahn, die der LKW mit seiner L├Ąngsseite eindr├╝ckte und aus den Schienen hob. Mit hoher Geschwindigkeit raste der Zug der KVB in die Tankstelle Bergisch-Gladbacher Stra├če, riss drei Benzinzapfs├Ąulen aus ihrer Verankerung und setzte durch den Funkenflug der Schiener├Ąder das hochspritzende Benzin in Brand. Die anschlie├čende Detonation war so gewaltig, dass noch in 500 Meter Entfernung Fensterscheiben zerbrachen. Das Dach der Tankstelle wurde regelrecht zerfetzt, und ein Teil flog sogar so hoch, dass es ein Flugzeug traf, das sich grade beim Landeanflug zum K├Âln-Bonner Flughafen befand. Die rechte Tragfl├Ąche der Frachtmaschine wurde besch├Ądigt, ein Teil der Steuerung fiel aus. Die Maschine konnte zwar notlanden, geriet aber von der Landebahn und rutschte in einen Hangar, in dem mehrere kleinere Passagiermaschinen standen. Der Hangar und alles, was sich darin befand, wurde zerst├Ârt. Totalschaden. Der Flugbetrieb kam zum Erliegen.
Die gesamten Berufs- und Freiwillige Feuerwehren K├Âlns und der benachbarten St├Ądte waren im Einsatz. Das Katastrophengebiet wurde weitr├Ąumig abgesperrt, Nottelefone eingerichtet, Feldlazarette aufgestellt.
Ein Krisenstab tagt seit Stunden und beschlie├čt Hilfsma├čnahmen.
Nach ersten Einsch├Ątzungen betr├Ągt der Schaden ca. 120 Millionen Euro.

(Eine vertrauliche Erg├Ąnzung des Reporters besagt, dass herumfliegende gebratene Schweinefleischst├╝cke recht gut geschmeckt haben sollen. Das wurde jedoch nicht gedruckt.)

Das Telfon klingelt: Lisa: „Mama, stell Dir vor, DER HUND IST WIEDER DA! Ich bin bei uns noch mal die Stra├če runter gelaufen und da stand er mitten auf dem B├╝rgersteig, hat Eis geleckt, stell Dir vor, genau an der Frittenbude, na, wie der mich sah, der hat mich freudig angesprungen, Mann, bin ich erleichtert, den hab ich erst mal richtig dr├╝cken m├╝ssen, Mama, muss ich noch in die Schule gehen, Gott sei dank nicht mehr, ich pass jetzt auch immer auf den Hund auf, das passiert mir nicht noch mal, ich hab ihn direkt an die Leine genommen, der wollte..., der ist total versaut..., der hat sich in der Schei... gew├Ąlzt, den muss ich erst mal baden, das wird noch...“. Mama hat den Lautsprecher angestellt, die Kollegen h├Âren mit. Atemlos plappert die kleine Lisa, und w├Ąhrend Mama den H├Ârer zuh├Ąlt, sagt sie den Kollegen: „Ich hab sie schon mal gefragt, ob sie mir zeigen kann, wie man bei diesem Schnellsprechen durch den Hintern einatmet.“ Und dann zu Lisa: „Geht ihr beiden erst mal baden!“

Na endlich, der Hund ist wieder da! Auch die Kollegen sind erleichtert.
Dass der Hund ein gebratenes St├╝ck Schweinefleisch im Maul gehabt haben soll, ist nat├╝rlich reine Erfindung!

*oder wie man erfolgreich die Schule schw├Ąnzt

__________________
Dieses ganze Schreiben ist nichts als die Fahne des Robinson auf dem h├Âchsten Punkt der Insel. (Kafka)

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flammarion
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super,

deine geschichte! hat mir gro├čen spa├č gemacht. ganz lieb gr├╝├čt
__________________
Old Icke

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