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Leselupe.de > Gereimtes
Der Intrigant
Eingestellt am 11. 02. 2010 15:45


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Walther
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Der Intrigant


Es ist der Mensch ein Intrigant.
Nicht jeder zwar, doch ist bekannt,
Dass mancher drunter, Hand aufs Herz,
Das Sticheln liebt, ganz ohne Scherz,

Und auch das ĂŒble Nachgerede.
Er liebt den Hinterhalt, die Fehde,
Die, mit dem Messer im Gewand,
Ganz gerne meuchelt unerkannt.

Er ist geschlechtlich meistens weiblich.
Er leugnet alles unbeschreiblich
Und streitet Tat und Handeln ab.
Sein falsches LĂ€cheln macht nie schlapp,

Die Stimme sĂ€uselt eklig sĂŒĂŸ.
Er sagt zum Sterbenden noch „TschĂŒĂŸâ€œ
Und ruft den Arzt sowie die Rettung,
Entzieht sich listig der Verkettung.

Das UnglĂŒck ist er in Person:
Wo Friede ist, da sÀgt er schon
An StĂŒhlen, sorgt fĂŒr böses Blut.
Er kann sonst nichts. Das kann er gut.

Es gibt ihn hier, den Intrigant,
Es gibt ihn da, und unbekannt
Ist er am Werk im Hintergrund.
Er zischelt, lÀstert, hechelt und

Erfreut sich an der Frucht der Tat,
Wenn sie erwÀchst aus feiner Saat.
Das macht er heimlich, still und leise,
SchlÀgt seiner Missgunst eine Schneise.

__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

Version vom 11. 02. 2010 15:45
Version vom 12. 02. 2010 18:06
Version vom 13. 02. 2010 18:21

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anbas
HĂ€ufig gelesener Autor
Registriert: Mar 2006

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Hallo Walther,

gefÀllt mir auch sehr gut. Ein paar Stellen gibt's, an denen es aus meiner Sicht besser sein könnte:

quote:
Und ruft den Arzt oder die Rettung,
Entzieht sich schlau jeder Verkettung.

Bei "oder" und "jeder" mĂŒssen entgegen - zumindest meinem alltĂ€glichen - Sprachgebrauch die jeweils zweiten Silben betont werden, um im Rhytmus zu bleiben. Abgesehen von der fĂŒr mich zumindest nicht so glĂŒcklichen Lesart, entsteht bei mir dadurch auch das Flair einer BĂŒttenrede.

quote:
Erfreut sich an der Frucht der Tat,
Die er selbst angerichtet hat.

"Tat" und "hat" das eine hat ein langes "a" das andere ein kurzes. Finde ich vom Reim her eher unglĂŒcklich. Hier eine Idee, ein Ansatz, aus dem sich vielleicht was machen lĂ€sst:

quote:
Erfreut sich an der Frucht der Tat,
Die bald entspringt aus seiner Saat.

Soweit meine ersten EindrĂŒcke.

Liebe GrĂŒĂŸe

Andreas
__________________
Wenn der Weg das Ziel ist, kann man nicht falsch abbiegen. (anbas)

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Walther
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Lb Thylda,

vielen Dank fĂŒr Deiner positive Bewertung meiner Verse. Große Dichtung ist das nicht, aber es erleichtert das Herz.

LG W.

Lb Anbas,

zuerst einmal herzlichen Dank fĂŒr ausfĂŒhrliche Kritik und VorschlĂ€ge. In der Tat fallen die beiden Verse aus dem Rahmen.

quote:
Die Stimme sĂ€uselt eklig sĂŒĂŸ.
xXxXxXxX
Er sagt zum Sterbenden noch „TschĂŒĂŸâ€œ
xXxXxXxX
Und ruft den Arzt oder die Rettung,
xXxXXxxXx
Entzieht sich schlau jeder Verkettung.
xXxXXxxXx

Er ist das UnglĂŒck in Person.
xXxXxXxX
Wo Friede ist, da sÀgt er schon
xXxXxXxX
An StĂŒhlen, sorgt fĂŒr böses Blut.
xXxXxXxX
Er kann sonst nichts. Das kann er gut.
xXxX/xXxX
Ich habe mein gefĂŒrchtetes und belĂ€cheltes Silbenbild drunter gelegt. Aus ihm erkennst Du wahrscheinlich auch meine Antwort: In der Tat ist der Rhythmus in beiden Versen im 3. Takt daktylisch. Allerdings stört das nicht, weil die folgende Zeile im gleichen Rhythmus schwingt. Einfach wie ge-icks-t vorlesen, Du bemerkt sicher, was ich meine.

Es besteht bei Reimlyrik immer ein wenig der Widerspruch zwischen Sprachfluß und Rhythmus. Hier aber ich der natĂŒrlichen Sprache den Vorzug gegeben - und noch einen guten Grund dafĂŒr.

Auch im zweiten Fall hast Du natĂŒrlich recht. Das ist der einzige quasi unreime Reim in 7 Strophen. Nun ist das keine Spitzenlyrik und will dies gar nicht sein. Als Alternative könnte gehen:
quote:
Erfreut sich an der Frucht der Tat,
Wenn sie erwÀchst/entspringt aus seiner Saat.
Du siehst schon, warum ich damit Bauchweh habe. Das wirkt gestelzt, und genau dieser Ton ist nicht der des Rests.

LG W.
__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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Heidrun D.
Guest
Registriert: Not Yet

Ein Gedicht, das mitten aus dem Leben gegriffen scheint, mit aparten Beobachtungen!

Ich möchte aber Andreas Recht geben; an den von ihm bezeichneten Stellen holpert es auch in meinen Ohren ein wenig ... Mein VorschlÀge dazu:

Die Stimme sĂ€uselt eklig sĂŒĂŸ.
Er sagt zum Sterbenden noch „TschĂŒĂŸâ€œ
Und ruft nach Ärzten, selbst der Rettung,
Entzieht sich schlau jedweder Kettung.


und untenherum könntest du ruhig dem Vorschlag von Andreas folgen ...

Herausragend wahrhaftig finde ich ĂŒbrigens:

quote:
Die Stimme sĂ€uselt eklig sĂŒĂŸ.
Er sagt zum Sterbenden noch „TschĂŒĂŸâ€œ



Heidrun

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Walther
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Liebe Estrella,

danke fĂŒr die Blumen, die ich aber eher nicht verdient habe. Das ist dichterische Hausmannskost, also nichts Weltbewegendes.

LG W.

Lb. Heidrun, lb. Anbas,

wenn man zwei Stimmen von Lupianern hört, die ihr Handwerk verstehen, sollte man ins GrĂŒbeln kommen. Das habe ich getan, und obige Version entstand.

Ich hoffe, den Überlegungen und Hinweisen so gerecht geworden zu sein, und danke nochmals sehr fĂŒr VorschlĂ€ge und Geduld!

LG W.
__________________
Walther
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anbas
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Na, es geht doch !!!!

GefĂ€llt mir deutlich besser. An einer Stelle bin ich noch ein wenig unschlĂŒssig, wie es von der Betonung her besser klingt. Deine aktuelle Fassung:

quote:
Und ruft den Arzt sowie die Rettung,
Entzieht sich so schlau der Verkettung.

Ich ĂŒberlege, ob Folgendes besser klingt:
quote:
Und ruft den Arzt sowie die Rettung,
Entzieht sich schlau so der Verkettung.

Aber wahrscheinlich geht beides.

Liebe GrĂŒĂŸe

Andreas
__________________
Wenn der Weg das Ziel ist, kann man nicht falsch abbiegen. (anbas)

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