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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Der Jugend blindes Hoffen
Eingestellt am 30. 06. 2002 23:39


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Zimbra18
Festzeitungsschreiber
Registriert: Nov 2001

Werke: 8
Kommentare: 6
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F├╝r all die einsamen Meere von Menschen, die das Leben nicht kennen, bis sie sterben.

Mir scheint sein dunkler Blick angeboren, nicht aufgezwungen. Manche kommen mit diesem inneren Dunkel zur Welt.
Er w├╝nscht sich ein Feuermesser, Erl├Âsung, Befreiung. Doch sein Innerstes brennt, weil er nicht atmet. R├╝ckzug in den Mitternachtsmantel. Noch ein verwirrter, verirrter fiebernder Geist. Das L├Ącheln ist schief und schmerzlich wie vorhin der Schreck. Der sch├Âne Nebel weicht aus seinem Kopf und er sitzt. Seine Augen schmerzen, so hatte er sie aufgerissen. Sein Kiefer schmerzt, so hatte er die Z├Ąhne zusammengebissen. Das ungewisse Gel├Ąchter ├╝berall klingt hart und rau und alle blumigen Farben sind welk.

Nicht verr├╝ckt.

Der L├Ąrm und unvermeidlich, die ├ťbelkeit und der ├╝bliche Gang an die frische Luft.

Vergehe, Starrheit. Augen, vergeht.

Die Nacht ist wie gew├Âhnlich, das hei├čt unruhig. Benebelt. Bet├Ąubt.

Er versucht, alles gegenw├Ąrtig zu machen.

Diese Nacht ist dunkel.

Die Stra├če windet sich eigent├╝mlich. Es ist als suche sie erst ihren Weg und sei von der Richtung selbst ├╝berrascht.

├ťberall Gel├Ąchter und heimliche Gespr├Ąche.

Ruhe. Haltung. Fette blasse Gelassenheit.

Kies knirscht bei jedem Schritt. Er versucht zu schleichen, leise, auf Zehenspitzen, doch der Kies zwitschert schadenfroh bei jeder Bewegung.

K├Ânnte er diese Stimmen zum Schweigen bringen, die Ger├Ąusche, das letzte Wimmern, das Gerede und seine eigene angestaute Wut, die lauten Klagen der Hinterbliebenen, das Schreien der Toten; k├Ânnte er einen Dom des Friedens errichten, einen Ort der Zuflucht in seinem Kopf.

Doch er wei├č, dass R├╝ckzug Wahnsinn ist.

Er geht weiter, Wind durchbohrt sein L├Ącheln.

Der Wind f├Ąllt langsam, sein Klagen verebbt.

Die Stra├čen sind verschw├Ârerisch still.

Die Br├╝cke, Ich und der Traum.
Er geht seinem Traum entgegen. Er will ihn t├Âten, auf das die Stimmen schweigen m├Âgen.

Ein Sprung, er schreit und das Wasser schlie├čt sich ├╝ber ihm.

Der Bruch zwischen Leben und Tod schmerzt.

Doch wie ich damals stundenlang im Wasser, wusste auch er, dass manche Schl├Ąge t├Âdlich sind und der Tod langsam sein kann.

Ich stehe, schaue zu, umgeben von herzlosen Fremden.

Sie spiegeln weder Intelligenz noch Liebe, noch Bosheit, sie zeigen reines Sein. Summe allen Daseins. G├╝te und Herrlichkeit in Vollendung.

Sieh ungl├Ąubig mit eigenen Augen, wie er geht.
Und neben mir, sagt jemand, was sie alle denken: "Gott steh uns bei, ob er jemals zur├╝ckkommt?"

Doch das Wasser bleibt still.

Nur die Nacht wird sp├╝rbar w├Ąrmer, von unserem vereinigten L├Ącheln.

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