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Leselupe.de > Gereimtes
Der Jungbrunnen
Eingestellt am 12. 03. 2007 15:55


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Rolf-Peter Wille
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Registriert: Apr 2002

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Der Jungbrunnen

(oder: Der Greis und die Poesie)


    von Rolf-Peter Wille

Entrückt des Todes trüben Mythen
   entstrauchelte ein Greis der Gruft,
   liebwandelte im Frühling wieder.
Verzückt nun streicheln Blicke Blüten,
   durchflattern milde Sonnenluft
   und streifen süchtig um den Flieder.
Verwelkte Lippen summen Lieder
   und saugen süssen Wonneduft,
   der kitzelt die verrauten Nüstern.

Im Winde rieselt sanftes Flüstern.
Da lauscht nun der erstaunte Greis,
   und eine Stimme raunt so leis,
   so lieblich und so seltsam lüstern:

    â€œDie Greise, die Greise, sie sollen nicht sterben,
    Sie wollen den Zauber der Jugend erwerben
    Und baden im Bronnen
    Versunkener Wonnen.”

     “Wir Nixen, wir Nymphen, wir werden Dich kosen
    Im duftenden Wasser der lieblichen Rosen.
    Spring, süsser Geselle
    In unsere Quelle!”

    â€œIn unsere Quelle, in unsere Helle
    Spring schnelle, spring schnelle, Du süsser Geselle!
    Wir werden Dir geben
    Das ewige Leben.”


Fein lächelte das Greiselein
   verlockt von zarter Melodei.
Wie reizend lacht die Loreley
   der Quelle! Ei, wo mag sie sein?

Er schwebt und tanzet wie im Traum,
   der lustige Geselle.
Und unter einem Lindenbaum
   da sprudelt es so helle.
Es glitzert, funkelt, spritzt und sprüht
   im Wirbelspiel der Wogen.
Schon hat der Greis in Lust erglüht
   die Kleider ausgezogen.
Schon hüpft er nackig durch das Gras
   dem kühlen Quell entgegen.
Hinein! Hinein ins klare Nass
   springt köpflings er verwegen.


Ist er nun jung, der alte Wicht?
Wie mag es sein?
Das weiss man nicht.

Er schrieb dies heitere Gedicht.


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