Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, müssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5438
Themen:   92257
Momentan online:
63 Gäste und 1 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Experimentelle Lyrik
Der König ist tot, es lebe der König!
Eingestellt am 30. 06. 2002 14:51


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
ibini
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Apr 2002

Werke: 45
Kommentare: 188
Die besten Werke
 
Email senden
Profil

Im internationalen Fußball sind die Karten neu verteilt. Viele Erwartungen blieben auf der Strecke. Für manche Hoffnung war der Boden zu sandig. Doch auch Phoenix stieg aus der Asche. Und unseres Altmeisters Sepp Herberger Philosophie, der Ball sei rund, hat wiederholt ihre Bestätigung gefunden. Bis der Alltag eingekehrt ist, dürfte noch einige Zeit vergehen. Aber die Wogen glätten sich zusehends. Hinter der Bühne hat längst das große Rechnen begonnen! Denn von dem, was einst als reines Spiel gedacht, hat nur das Volkstümliche überdauert. Als Mäntelchen für das Geschäft. „Der König ist tot, es lebe der König“, so das französische Sprichwort! Der Bessere hatte die Nase vorn.

Als Handel und Wandel im allgemeinen auf der Straße abliefen, brachte jener die meisten Schäfchen ins Trockene, der am lautesten, wie ihm das Maul gewachsen war, schrie. Wer dagegen anstelle von Stinken mit gerümpft-erhobener Nase von „zehn Meter gegen den Wind duften“ sprach, hatte kaum Chancen; ebenso wie der, der schriftliche Unmutsäußerungen durch die chemische Formel für Quark ausdrückte. Zwischen beiden Extremen liegt, bildlich gesehen, die Diplomatie, eingebettet in Fairnis. Das gilt auch für den Fußball. Es ist dies ein Spiel mit harten Bandagen und voller Gegensätze. Dem Kampfgeist steht die Ästethik, der Technik die Taktik, dem Individualisten der Kollektivist, dem Sensiblen der „Rammbock“ gegenüber. Dazwischen bleibt Raum genug für mit Vernunft gepaartem Verstand.

Allerdings: Wenn sich ein getretener Wurm krümmt, handelt er klug. Er tut dies aber nicht, weil er darüber nachgedacht hat, auf diese Weise die Wahrscheinlichkeit zu verringern, noch einmal unter die „Füße“ zu geraten. Nicht von der Hand zu weisen außerdem, daß „denken“ auf der einen Seite und „phantasieren“ auf der anderen durchaus begriffsverwandt sind. Natürlich hat derjenige, der auf die Frage „Wieviel Inseln liegen im Indischen Ozean, und wie heißen sie?“ antwortet: „Im Indischen Ozean liegen viele Inseln, und ich heiße Müller!“, die Lacher auf seiner Seite. Schließlich heißt denken auch „Möglichkeiten erwägen“. Es ist damit quasi ein Atemholen des Geistes. Allerdings sollte man sich nicht zu sehr aufplustern. Sonst kann aus profiliert schnell ein ganz gewöhnliches Profil werden – und das hat letztlich jeder, obgleich nicht immer zum eigenen Vorteil. In diesem Sinne auf ein Wiedersehen in vier Jahren.

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Zurück zu:  Experimentelle Lyrik Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!