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Leselupe.de > Tagebuch - Diary
Der Kritiker
Eingestellt am 07. 10. 2002 18:51


Autor
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Arkona
Festzeitungsschreiber
Registriert: Sep 2002

Werke: 5
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Als 14-j├Ąhrige hatte ich einmal die Erlebnisse meines Vatrs als Zollmitarbeiter aufgeschrieben. Mein Papa konnte wunderbar erz├Ąhlen. Das tat er fast ausschlie├člich sonntags am Fr├╝hst├╝ckstisch. Fr├╝hst├╝ckszeit war bei uns f├╝r gew├Âhnlich von ca. 10.00-12.00 Uhr. Diesmal zog sich unser Fr├╝hst├╝ck bis ungef├Ąhr 13.00 Uhr hin.
Keiner von uns vier Geschwistern hielt es am Tisch so lange aus, wie ich. Nach und nach hatten sich meine beiden Schwestern und mein kleiner Bruder mit irgendeiner Ausrede aus der Runde verabschiedet. Meine Mutter r├Ąumte fast unbemerkt den Tisch ab und bereitete in der K├╝che den Sonntagsbraten zu. Es war wohl der herrliche Bratenduft, der meinen Vater bewog, seine Erz├Ąhlungen zu beenden und es sich mit der Sonntagszeitung im Sessel bequem zu machen.
An diesem Sonntag a├čen wir gegen halb drei Mittag und ich mu├čte die eben geh├Ârten spannenden Geschichten meines Vaters aufschreiben, bevor sie in Vergessenheit gerieten. Ein kleines gelbes B├╝chlein, das eigentlich als Poesiealbum gedacht war, schien mir gerade gut genug daf├╝r zu sein.
Es waren so etwa f├╝nf Geschichten, die ausschlie├člich von verschiedenen Begebenheiten auf dem sogenannten schwarzen Markt nach dem 2. Weltkrieg berichteten. Unter anderem ging es einmal um geschmuggelten unger├Âsteten Bohnenkaffee.
Ich hatte lange geschrieben und voller Stolz zeigte ich meinem Vater die zu Papier gebrachten Kurzgeschichten.
Nachdem er alle gelesen hatte, erwartete ich eigentlich, dass er mich auf eventuell gemachte Rechtschreibfehler hinwies. Aber ich hatte mich geirrt. Das Einzige, das er zu beanstanden hatte, war die Tatsache, dass ich betont hatte, dass unger├Âsteter Bohnenkaffee gr├╝n ist.
" Das wei├č doch jeder Mensch!", sagte er und ich diskutierte mit ihm, bis er w├╝tend wurde und mich beleidigte. Anscheinend hatte er inzwischen schlechte Laune bekommen, weil meine Mutter es an diesem Sonntag nicht geschafft hatte, einen Kuchen zu backen. Es war wiedermal eine dieser Hei├čhungerattacken, die meinen Vater bis zur Wei├čglut qu├Ąlen konnten. Damals erkannte ich dies allerdings nicht. Mein Ego war f├╝r alle Zeit tief getroffen und ich habe niemals wieder auch nur den kleinsten Versuch unternommen, meinen gro├čen Trum vom Schreiben eines Romans in die Tat umzusetzen.
__________________
Arkona

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Suse
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Jul 2002

Werke: 47
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ja, sowas kann sehr verletzend sein - vorallem wenn es dabei um eine person geht, die einem sehr nahe steht. aber ich glaube (...das deutest du ja auch an...), dass man mit der zeit lernt, solche situationen besser einzusch├Ątzen und unsch├Âne gef├╝hlsregungen besser zu bewerten.

es gibt vieles, was man sich nicht zu sehr zu herzen nehmen muss, wenn man eine weile dr├╝ber nachdenkt.

__________________
Suse
K├╝rbiseis mit ganzen Fr├╝chten?!

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Renee Hawk
???
Registriert: Jan 2001

Werke: 17
Kommentare: 1142
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Hallo Arkona,

es ist niemals zu sp├Ąt einen Roman zu schreiben *zwinker* nimm den Stift und lege los.

Deine erste Erfahrung mit Kritik f├╝r den Sachinhalt war zwar niederschmetternd, aber er sollte dich nicht aufhalten deinen Traum zu verwirklichen.

liebe Gr├╝├če
Rene├Ę

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Stoffel
gesperrt
One-Hit-Wonder-Autor

Registriert: Jun 2002

Werke: 468
Kommentare: 8220
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Hallo Arkona,

die Geschichte macht mich etwas traurig. Weil ich wei├č, dass Kinder gelobt werden M├ťSSEN. Man als Eltern nicht daran sparen sollte. Es motiviert die Kids zum weitermachen.

Bis zu der Stelle, wo er sagte, das unger├Âsteter Kaffee gr├╝n w├Ąre (was bestimmt auch einige Erwachsene nicht mal wissen) dachte ich..es w├Ąre positiv.
Weil es nur den EINEN "Fehler" gab.

Dann fange ich an, sauer auf Deinen Dad zu werden.Sorry.Ich habe eher mit DIR Mitleid.
Schreiben ist klasse..mach was draus.Ich f├Ârdere meine Kleine darin auch.

Bis dann
lG
Stoffel

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Arkona
Festzeitungsschreiber
Registriert: Sep 2002

Werke: 5
Kommentare: 28
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DANKE

Liebe Suse, lieber Renee, lieber Stoffel,

ganz herzlichen Dank f├╝r Eure Mut-mach-Zeilen. Die Erfahrungen als 14-j├Ąhrige sind nun auf den Tag genau 35 Jahre her. Mein Vater war sehr dominant, aber ich habe ihm all seine Fehler und Macken verziehen. Wir sind ja alle nicht perfekt...
Auf alle F├Ąlle werde ich einen Versuch starten und hoffe sehr, dass ich es in diesem Leben schaffe, meinen eigenen Roman in der Hand zu halten. Stelle ich mir umwerfend vor.

Liebe Gr├╝├če
Arkona
__________________
Arkona

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flammarion
Foren-Redakteur
Routinierter Autor

Registriert: Jan 2001

Werke: 278
Kommentare: 8208
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ja,

auch ich kann dich da nur ermutigen: pack es an! du kannst es.
damals hatten die leute andere vorstellungen von kindererziehung, sie setzten viel auf strenge und meinten, dass lob ein kind verdirbt. ein kind hatte zu parieren, sonst gab es dresche. schon in der bibel steht: wer seine kinder liebt, der z├╝chtigt sie. nu mach was.
ganz lieb gr├╝├čt
__________________
Old Icke

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Arkona
Festzeitungsschreiber
Registriert: Sep 2002

Werke: 5
Kommentare: 28
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oh, je,

deine lieben worte gehen mir ganz sch├Ân an die nieren,liebe flammarion! Danke dir herzlich...
__________________
Arkona

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