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Leselupe.de > Gereimtes
Der Lauf des Lebens
Eingestellt am 22. 09. 2009 20:27


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Kitty-Blue
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Registriert: Jan 2004

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Der Lauf des Lebens

Es geht das Leben schnell voran,
von Kindheit bis zum Alter.
Der kleine Junge wird zum Mann,
die Raupe wird zum Falter.

Der sch├Âne Fr├╝hling geht vorbei,
aus Sommer wird bald Winter.
Kein Jahr besteht nur aus dem Mai,
da steckt viel Sinn dahinter.

Und wenn der Mensch auch noch so sehr
um seine Jugend trauert.
So wei├č im Herbst er um so mehr,
dass doch der Tod schon lauert.

So geht das Leben still voran,
und bringt stets neue Lieder.
Es endet leis was einst begann,
und alles kehrt doch wieder.



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Crimson Conjuror
Autorenanw├Ąrter
Registriert: Apr 2009

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Der Lauf des Lebens

Liebe Kitty-Blue!

Dein Gedicht liest sich sehr fl├╝ssig, und man begreift schnell die Wahrheit, die hinter deinen Zeilen steht - ja, bevor man ├╝berhaupt zu Ende gelesen hat - so klar kannst du deine Botschaft r├╝berbringen!

Die Erz├Ąhlstimme ist die eines erfahrenen Menschen, der aus seinem Leben und dem anderer Res├╝mee gezogen hat. Leider spiegelt sie das wieder, was die Medien uns unaufh├Ârlich predigen: dass ├Ąlter werden schlechter werden bedeutet. Und so ├Ąrgert man sich ├╝ber das ├ärgerliche, anstatt sich ├╝ber das (noch) Erfreuliche zu freuen. Man trauert verlorenen Annehmlichkeiten nach, anstatt im Hier und Jetzt zu "leben".

Diese "Glas-halb-leer"-Mentalit├Ąt gibt deinem Werk einen melancholischen Touch. Eine "Glas-halb-voll"-Mentalit├Ąt w├╝rde es freundlicher erscheinen lassen.

Ich selbst habe 2005 ein Gedicht geschrieben, das fast haargenau dieselben Gedankenbilder verwendet. Es beginnt wie deines, mit der "Glas-halb-leer"-Mentalit├Ąt, schl├Ągt dann aber in die andere um, um mit einer kleinen Lebensweisheit zu schlie├čen.

Ich schick's dir mal zu - zum Vergleich, zur Inspiration.


In Vers eins ist eindeutig der R├╝ckblick aufs Leben erkennbar: "Es geht das Leben schnell voran". Im Nachhinein scheint es schnell verlaufen zu sein. In der Kindheit hat es ganz anders gewirkt, denn unser Zeitgef├╝hl ├Ąndert sich st├Ąndig.

Die Strophe selbst beschreibt erst einmal nur das Werden, das Fertigwerden: "Junge zum Mann", "Raupe zum Falter".

Das Altern tritt erst in Strophe zwei in Erscheinung. Mit dem Bild der Jahreszeiten stellst du klar, dass es immer unangenehmer wird: "Fr├╝hling zum Winter", "Mai zu Nicht-Mai". Hier erst beginnt der melancholische Unterton.

In diesem Vers ist allerdings ebenso der ganze Zyklus angedeutet, das "Jahr" n├Ąmlich - von Juni bis April - und weist somit auf den Neubeginn nach dem Tode hin.

Der Tod selbst hat in Strophe drei seinen Auftritt. Schon steht er schreckverbreitend am Ende des sich verfinsternden Tunnels und wartet, bis der "Herbst" des Lebens durchlaufen ist, wohlwissend, dass das "Der-verlorenen-Jugend-Nachtrauern" schlussendlich seinen Triumph nicht verhindern wird.

In Strophe vier wird schlie├člich noch einmal der ganze Prozess von Werden und Vergehen reflektiert, beinhaltet im letzten Vers allerdings die tr├Âstliche Gewissheit, dass sich alles im Leben wiederholt.

Kleiner Tipp: Der vorletzte Vers gef├Ąllt mir sehr wegen seiner Eleganz:
"Es endet leis, was einst begann,"

Dennoch m├Âchte ich dir eine alternative Wortwahl vorschlagen:
"Es endet leis, was laut begann,"

Damit verst├Ąrkst du den Kontrast zwischen den beiden Zust├Ąnden in Vergangenheit und Gegenwart.

Man darf dir hier nicht vorwerfen, zu tr├╝bsinnig geschrieben zu haben - und kann es nicht. Denn die Sichtweise deines Gedichts hat durchaus seine Berechtigung, weil es wohl die der Mehrheit der Alten in unserer Gesellschaft ist. Somit gibt dein Gedicht lediglich wider, was Jahr f├╝r Jahr durchlebt wird, was aber nicht unbedingt nachahmenswert ist. Denn nur Frohsinn vermag wahres Gl├╝ck zu bescheren. Auch - oder vielleicht gerade - im Alter. Denn nur im Alter besitzt man die Erfahrung aus allen Lebensaltern.

Ansonsten hat mir das Gedicht sehr gefallen. Weiter so!

Liebe Gr├╝├če
Markus
__________________
F├╝hle dich frei und k├╝hn! Sei unvorsichtig, sei r├╝cksichtslos! Sei ein L├Âwe! Sei ein Seer├Ąuber, wenn du schreibst! - Brenda Ueland, Ritterin

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Kitty-Blue
Autorenanw├Ąrter
Registriert: Jan 2004

Werke: 228
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Hallo Markus,

danke f├╝r deine Kritik.
Es freut mich sehr, dass dir mein Gedicht gef├Ąllt.
Ich habe mir deins auch durchgelesen.
Es gef├Ąllt mir auch sehr gut.

Liebe Gr├╝├če,
Kitty

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