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Leselupe.de > Kurzprosa
Der Laufstall
Eingestellt am 11. 07. 2011 17:05


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Ralf Langer
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Der Laufstall

Von meinem Laufstall aus habe ich einen hervorragenden
Blick auf den Fernseher.
Ungl√ľcklicherweise ist die Auswahl der Sendungen, die meine
Eltern zu ihrer Unterhaltung auswählen, arg eingegrenzt.
Den ganzen Tag reden, bis zur Grenze des ertr√§glichen, mitteilsame Menschen, √ľber ihre hochnotpeinlichen Lebensumst√§nde. Zeigen dabei
ihre ungepflegten Zähne, bohren in der Nase und kratzen sich die Ohren.
All dies ist schrecklich.
Es beleidigt meine angeborene Intelligenz.
Später folgen dann Sportsendungen.
Mein Vater liebt Sport. Er selbst hasst Bewegung.
Aber zum Sport scheint ihm sein Bier besser zu schmecken.
So gerate ich gelegentlich aus der Fassung und plärre vor mich hin.
Mein Vater grunzt dann und schaut b√∂se zu mir her√ľber.
Abends habe ich manchmal Gl√ľck:
Meine Eltern schlafen auf dem Sofa ein.
Das viele Herumsitzen macht die beiden m√ľde.
So komme ich hin und wieder dazu die Nachrichten zu schauen und
erhalte einen Eindruck von der Welt außerhalb dieser vier Wände.
Wenn die beiden in der Nacht aufwachen, √ľbermannt sie des √∂fteren ein diffuses Gef√ľhl der F√ľrsorge.
Dann kommen sie zu mir an den Laufstall und beäugen mich ganz aus der Nähe.
Vater bläst mir seine Bierfahne entgegen, und Mutter zeigt mir schlaftrunken die blauen Flecken unter ihren Augen.
Meist kommt es zu einem Anflug von Kommunikation .
Die Art und Weise be√§ngstigt mich und hat daf√ľr gesorgt,
dass ich selbst meinen Sprechapparat noch nicht benutze.
In mir keimt der Verdacht auf, sie selbst können den ihren
nicht richtig benutzen.
Da raunt mein Vater ein "hutschi, gutschi", Mutter öffnet
weit den Mund und ruft: "ei wo is'er denn".
Besorgniserregend nenn ich das.
Also schweige ich, setze mein allerliebstes Lächeln auf und werde
wieder in Ruhe gelassen.
Endlich ist es still, und ich kann mich meinen Plänen
widmen. Das Gitter des Laufstalls ist wirklich hoch.
Aber, wenn ich mein Wachstum richtig beobachtet habe, d√ľrfte ich in einem halben Jahr in der Lage sein herauszuklettern.
Wird Zeit hier abzuhauen.




__________________
RL

Version vom 11. 07. 2011 17:05
Version vom 11. 07. 2011 18:49
Version vom 11. 07. 2011 23:32
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Ralf Langer
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hallo anbas, hallo fallanda:

die idee hierzu kam mir eines tages,
als ich mich selbst dabei erwischte
meine kleinen nichte mit diese babysprache
"vollzutexten".
dabei schuate ich in ihre s√ľ√üen Augen
und hatte den eindruck sie am√ľsiert sich √ľber mich...

habt dank f√ľr eure meldungen.
ralf
__________________
RL

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Donkys Freund
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Hallo Ralf,

ganz netter Text. Ich finde das "Prollbild" etwas abgegriffen, aber der Sichtwechsel funktioniert.

Ein bisschen stört mich der einserseits naive Erzählstil, andererseits die gewählte Sprache. Entweder-Oder aus meiner Sicht. Ist aber vielleicht so gewollt.

Ein paar Anmerkungen und Korrekturen, wenn ich meine Rechtschreibkenntnisse richtig bem√ľht habe (oder sind Kommata vor Aufz√§hlungs-"und" erlaubt?)

quote:
Von meinem Laufstall aus habe ich einen hervorragenden
Blick auf den Fernseher.
Ungl√ľcklicherweise ist die Auswahl der Sendungen, die meine
Eltern zu ihrer Unterhaltung auswählen (Auswahl auswählen?), arg eingegrenzt.
Den ganzen Tag reden √ľber ihre hochnotpeinlichen Lebensumst√§nde (Satzstellung?), bis zur Grenze des Ertr√§glichen (gro√ü)mitteilsame
Menschen. Zeigen dabei
ihre ungepflegten Zähne, bohren in der Nase, kein Komma und kratzen sich die Ohren.
All dies ist schrecklich.
Es beleidigt meine angeborene Intelligenz.
Später folgen dann Sportsendungen.
Mein Vater liebt Sport. Er selbst hasst Bewegung.
Aber zum Sport scheint ihm sein Bier besser zu schmecken.
So gerate ich gelegentlich aus der Fassung und plärre vor mich hin.
Mein Vater grunzt dann, kein Komma und schaut b√∂se zu mir her√ľber.
Abends habe ich manchmal Gl√ľck:
Meine Eltern schlafen auf dem Sofa ein.
Das viele Herumsitzen (gro√ü) macht die beiden m√ľde.
So komme ich hin und wieder dazu die Nachrichten zu schauen, kein Komma und
erhalte einen Eindruck von der Welt außerhalb dieser vier Wände. (oder eingeschobener Infinitivsatz mit Komma)
Wenn die beiden dann (unn√∂tig) in der Nacht aufwachen Komma √ľbermannt sie des √∂fteren
ein diffuses Gef√ľhl der F√ľrsorge.
Dann kommen sie zu mir an den Laufstall und beäugen mich ganz
aus der Nähe.
Vater bläst mir seine Bierfahne entgegen, und Mutter zeigt mir
schlaftrunken die blauen Flecken unter ihren Augen.
Meist kommt es zu einem Anflug von Kommunikation .
Die Art und Weise be√§ngstigt mich, kein Komma und hat daf√ľr gesorgt,
dass (Doppel s) ich selbst meinen Sprechapparat noch nicht benutze.
In mir keimt der Verdacht auf, sie selbst können den ihren
nicht richtig benutzen.
Da raunt mein Vater ein "hutschi, gutschi", Mutter öffnet
weit den Mund und ruft: Doppelpunkt "_ei wo is'er denn".
Besorgniserregend nenn' ich das.
Also schweige ich, setze mein allerliebstes Lächeln auf, kein Komma und werde
wieder in Ruhe gelassen.
Endlich ist es still, und ich kann mich wieder meinen √úberlegungen
widmen.
Das Gitter des Laufstalls ist wirklich hoch.
Aber, kein Komma wenn ich mein Wachstum richtig analysiert habe, d√ľrfte ich
in einem halben Jahr in der Lage sein herauszuklettern.
Wird Zeit hier abzuhauen.

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Ralf Langer
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hallo donkey,
schön von dir zu hören und
herzlichen dank f√ľr die fehleranalyse.
mit dem erzählstil gebe ich dir tendentiell recht.
ich werde die sprache des babys mehr in richtung
"klug,gewählt" korrigieren.

lg
ralf
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ledsgo
???
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Also schweige ich, setze mein allerliebstes Lächeln auf, kein Komma und werde
wieder in Ruhe gelassen.

Nach "und" kann man, muss aber nicht, ein Komma setzen. Ist also nicht notwendigerweise falsch und damit eine Frage, wie du den Rhytmus des Lesers diktieren willst. Da ich hier einen thematischen Bruch im Satz sehe (1. Satzklammer aktiv [ich schweige], 2. Satzklammer aktiv [ich setze auf], 3. Satzklammer passiv [werde in Ruhe gelassen]), f√§nde ich die Pause durch das Komma passend. Aber das ist I-T√ľpfchen-Reiterei, wie man bei uns in √Ėsterreich sagen w√ľrde ;-)

Im Tonfall ist Donkey recht zu geben, bin schon gespannt, wie die √Ąnderung gelingt.

lg

ledsgo
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Ich hoffe, du verstehst ein wenig vom Leben, denn vom Sterben hast du keine Ahnung.

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Ralf Langer
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hallo zusammen,

habe noch einmal √ľber diesem text gesessen.
eigentlich habe ich nur zwei Worte gefunden, die
m√∂glicherweise einer √§nderung bed√ľrfen:
"plärre" und " abhauen".

andererseits empfinde ich beide worte im kontext al
lakonisch,
und habe mich entschlossen es so stehen zu lassen.

lg
ralf
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