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Leselupe.de > Humor und Satire
Der Maikäfer
Eingestellt am 13. 04. 2002 07:18


Autor
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Mößner, Bernhard
Routinierter Autor
Registriert: Dec 2001

Werke: 89
Kommentare: 204
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Der Maikäfer lebt im April.

Er pumpt, bevor er fliegen will,
sich auf, so wie der Zeppelin
und, luftbetankt, nach kurzem Warten
sucht er nach einem Platz im Garten,
von wo er brummend starten kann,
dann wirft er seinen Motor an.

Jetzt landet er auf einem Baum,
doch dieser freut sich dessen kaum,
denn der, mit seinem Nagezahn,
nagt dessen zarte Blätter an.
Tief unten, an des Baumes Wurzel,
frisst auch des Käfers Sohn, der Burzel,
der Englerling, der reichlich fette,
mit andern Burzeln um die Wette.

Vier Jahre frisst der Burzel weiter,
wird täglich größer, sowie breiter,
doch meint er gar, dass er, entschuppt,
sich eines Tages noch entpuppt
und wandle sich vom Engerling
in einen bunten Schmetterling.
Er lecke hier und nippe da
an Nektar und Ambrosia.

Er leistet sich, wie mancher schon
vor ihm, die Zukunftsillusion,
er wäre später etwas mehr,
doch mein ich, zu der Raupe Ehr:
So mancher, wie ich leider glaube,
ist auch nicht schöner, als die Raupe
und würd sich fürchterlich blamieren,
müsst er sich nackig präsentieren.

__________________
-Bernhard Mößner-

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Klopfstock
Guest
Registriert: Not Yet

Der Maikäfer

Hallo, Bernhard Mößner,

Du hast hier ein sehr launiges und schönes
"Maikäfer-Werk" geschaffen. Gefällt mir sehr,
ganz besonders der weise und sehr wahre Schluß!!!

Schöne Grüße von

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niclas van schuir
Guest
Registriert: Not Yet

Gratuliere, Bernhard. Mal wieder vortreffliche Lektüre.
Gruß Nic

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Haget
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MoinMoin Bernhard,
bei Dir hat sich ein Schmetterling entpuppt! - Gratuliere.

Liebe Grüße
Hans-Georg
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Haget wünscht Dir Gutes!
Selbst dümmste Sprüche machen oft Sinn
- auch krumme Pfeile fallen irgendwo hin!

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Ralph Ronneberger
Foren-Redakteur
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Hallo Bernhard,
Ich reihe mich in die Schar der Lobenden ein und kann nur unterstreichen, dass es sich hier um ein nettes kleines und (bis auf die ersten beiden Zeilen) sich zierlich reimendes Gedicht handelt, das man mit zunehmendem Schmunzeln konsumieren kann. Aber nur auf den ersten Blick. Ist denn niemanden aufgefallen, welch eine Familientragödie in dem Werk versteckt ist? Der Sohn des Maikäfers entpuppt sich später als Schmetterling! Was nichts anderes bedeuten kann, als dass Frau Maikäfer in höchst abartiger Weise fremd gegangen ist. Armer gehörnter Maikäfer.

Gruß Ralph
__________________
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Bruno Bansen
Guest
Registriert: Not Yet

Maikäfer

Hi Bernhard!

Da denke ich, der Ralph kaut noch an seiner Spreewälder Gurke oder steckt mittem Kopf zuerst, in der Pampe, nein, er kommt mir zuvor und vermutet, wie ich den Fremdgang der Dame Maikäfer. Aber das ist ja nun noch nicht alles. Bernhard gelingt es, uns alle auf's Glatteis zu führen, indem er den Maikäfer in den April verlegt und, wo hier grade was verlegt wurde, verstellt er unseren Blick, der sich ja wg. fremdgehens auf das Weib fixiert hatte dahingehend, daß keinem auffällt, daß in Sachen "Fremdgehen" der solo sich durch die vorderen Zeilen bewegende Zeppelin verantwortlich für die Burzels zu sein scheint! Allerdings, die Flatterflügel...man weiss das nicht so richtig...

Toll gemacht,Bernhard!

Gruß (rätselhafter) von

Bruno

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Ralph Ronneberger
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Ich schmeiß mich weg, vor Lachen!!!

(verzeiht mir diese wenig bis gar nicht konstruktive Anmerkung, aber ich musste sie einfach los werden)

Gruß Ralph
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