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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Der Mann im Krankenhaus (gelöscht)
Eingestellt am 29. 04. 2010 22:32


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Dominik Klama
???
Registriert: Nov 2008

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Der Mann im Krankenhaus [Die 13 Edgar-Jung-Geschichten, Nr. 13]

Der Text wurde vom Autor gelöscht.
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14.11.2015 Forum Lupanum Threads Höhe Zeit Aufklärung Verteidiger: Es ist genug.

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Clara
Festzeitungsschreiber
Registriert: Aug 2002

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Adolf ist der Aidskranke oder Adam?
Zwei Jungen (Edgar und Frank) wollen jemanden besuchen – bevor es nicht mehr geht – denn er hat Aids.

Sie drücken sich mehr oder weniger beide davor – der eine kennt den nicht so gut, der andere flüchtet sich in Ausreden.

Dieser Absatz – hat den guten Willen, etwas über was Gutes zu sagen, aber es ist so was von verdreht das ich als Selbsdreher nicht so recht dahinter steige, was will Wer eigentlich sagen?

Buddy – ist ein Wort aus der Messenger und Web-freundeliste – ich glaub nicht, das man schon so spricht – wäre jedenfalls furchtbar.

Für die Ausreden könnte das schon ein interessanter Vorspann werden.

Dann kommen sie im Krankenhaus an - du schreibst CAMPUS – das Wort würde ich mit Universität in Verbindung bringen.
Die Details die du erzählst sind glaubwürdig – kennt man. Aber wer will wissen wie es im Krankenhaus aussieht? Man geht ja nicht dahin wie in ein Altersheim um sich seinen Platz zu suchen. Und, die Klinik ist auch nicht das Thema, sondern Aids, und wohl auch wie die ehemaligen damit umgehen?

Dieser Satz:
„Dieses Mal ist es die Chirurgie. Die Galle haben sie ihm rausgenommen.“

Steht da wie vom Sturm gebracht – ohne Bezug zu irgendwem oder was. Oder wer spricht da evtl?


Dieser Absatz ist nun wieder deutlich, eindringlich und bildlich – damit vorstellbar:
Zitat:
Dann schien er sich aber wieder mehr für die stumme Soap im Fernseher als für seinen Besuch zu interessieren. Wie ein richtiger Aids-Kranker sah Adam nicht aus. Er sah krank aus, aber nicht sehr. Das Auffälligste war natürlich dieses Infusionsgestell, von dem ein Schlauch zu seinem linken Handgelenk abfiel und dort unter dem Ärmelende von dem blauen Trainingsanzug verschwand, den er trug. Man konnte erkennen, dass das Gelenk weiß bandagiert war. Besorgnis erregend sah auch der dicke Batzen unter Adams rechtem Mundwinkel aus. Irgendeine Art von Wundschorf, es wirkte wie getrocknetes Blut, wie zu gekerbter Lava erstarrtes Blut, schwärzlich, dick. Adam, der immer schon sehr dünn gewesen war, war möglicherweise noch ein wenig dünner geworden, allerdings nicht das Skelett, das Edgar vorausgesehen hatte. Die Haut kam einem sehr weich und trocken und fahl vor. Sein Haar war verstrubbelt und an mehreren Stellen schien es büschelweise ausgefallen zu sein. Die Knochen an der Stirn waren ganz scharf und eckig. Ausdruckslos starrten die Augen zum Fernseher hinauf. Adam schien Frank und Edgar schon wieder vergessen zu haben.-zitatende


Das Gesräch am Krankenbett wirkt „normal“ ist aber sehr zäh und gedehnt – die Details scheinen real.
Aber man müsste es straffen – die Unzufriedenheit, die Depression des Kranken gar – er schaut nämlich niemanden offen an – sondern lieber zum Fernseher.

Der Edgar ist ne Pfeife – will ihm einerseits einen Aidshelfer andrehen, aber andererseits auch etwas Gutes tun, indem er ihm einen neuen Lover vermittelt – das haut irgendwie auf die Bettkannte des Kranken – seine Res sind entsprechend erklärend.

Nun beginnt die Szene, wo Edgar und Frank sich über den Beliebtheitsgrad des Kranken unterhalten – also ich weiss nicht, ob das wirklich relevant ist und ich habe aufgehört weiterzulesen, denn es ist mir alles viel zu langatmig. . Zu realgetreu – nicht literarisch aufbereitet scheint es mir.

__________________
Clara

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Dominik Klama
???
Registriert: Nov 2008

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Da es ja so "realgetreu" ist, ist auch der Ausdruck "Buddy" "realgetreu". Das steht im ganz gewöhnlichen US-Englisch einfach für "Kumpel". Es gibt ein ganzes Filmgenre, das als "Buddy-Movie" bezeichnet wird. Eines der neueren Exemplare ist "Stichtag" mit Robert Downey Jr. und Jonah Hill, was ich übrigens empfehlen möchte.

Aids war das ganz große Thema der Achtziger. (Diese Story spielt übrigens nicht heute, sondern Ende der Neunziger.) Damals schossen weltweit auch die Aids-Hilfen wie Pilze aus dem Boden. Üblicher Bestandteil solcher Aids-Hilfen war (und ist wohl immer noch), dass man neben gut ausgebildeten professionellen Kräften auch über einen Stamm von ehrenamtichen Helfern verfügte, welche oft "psychosoziale Betreuungsarbeit und Begleitung" übernahmen. Man kann auch sagen: die versuchten, jemandem einfach eine Art Freund zu sein, der sonst vielleicht keine hatte. (Woran er natürlich selber schuld war - aber trotzdem.) Adolf ist so ein Mensch, er hat keine Freunde. Darum spielt das eine Rolle, wie beliebt er in der Szene ist. Weil wir in Europa ja ganz viel aus USA und dann auch die Fachbegriffe aus der dortigen Sprache übernehmen, wurden solche freiwilligen Helfer auch in Deutschland sehr oft "Buddys" genannt. Es handelte sich vornehmlich um die Art engagierter Mittelstandsschwuler, die man zuvor auch schon in den Schwulengruppen angetroffen hatte. Und um Frauen. Spätestens 1990 schon war "Buddy" ein Begriff, den in Deutschland sozusagen JEDER schwule Mann kannte, wenn er ihn vielleicht auch nicht benutzte. Damals gab es diese Form von Internet, auf die du anspielst, noch gar nicht. Kommt mir schon ein wenig sonderbar vor, dass ein Wort, das 1990 jeder Schwule verstand, zwanzig Jahre später von der heterosexuellen Bevölkerung anscheinend immer noch nicht verstanden wird.

Meines Erachtens kann man nicht behaupten, man habe einen Text "verstanden", im Sinne von: verstanden, was der Autor damit wollte, wenn man ihn nur teilweise gelesen hat. Meines Erachtens kann man über einen Text nur dann eine Bewertung abgeben, wenn man glaubt, ihn tatsächlich einigermaßen verstanden zu haben.

Der Mann im Krankenhaus heißt Adolf. Er und Edgar sind sich früher aber schon begegnet, damals hatte sich Adolf als Adam vorgestellt. Edgar weiß darum nicht, um wen es geht, als er mitgenommen wird, einen ihm unbekannten "Adolf" zu besuchen.

Falls sie jemals alle in der Leselupe erscheinen werden, sind es am Ende 13 Edgar-Geschichten und das ist die letzte von allen. Die erste, die hier aber noch nicht ist und auch so bald nicht kommen wird, schildert das erste Zusammentreffen von Edgar und Adolf bzw. Adam. Ich hatte sie mal "Der erste Mann" genannt, war so auf den (falschen) Namen Adam für diese Figur gekommen. Das muss man aber nicht wissen, um diese Story zu kapieren.

Edgar ist nicht der größte aller Helden. Er fühlt sich, obwohl er damit ja nicht rechnen konnte, irgendwie in der Verantwortung für Adolf, mit dem er einstens Sex hatte. Vielleicht, um sich davon zu entlasten, spielt er mit diesen Ideen rum, dass Adolf bald einen Lover oder zumindest einen hübschen Buddy haben könnte. Möglichst einen, der nicht er selbst, Edgar, ist. Es ist völlig klar, dass Adolf sich in einer Lage befindet, wo er so schnell ganz bestimmt keinen Lover mehr bekommen wird. Das sind halt so Dinge, die Leute sagen, wenn sie nicht verstummen wollen.

Ich betrachte Edgar keineswegs als "Pfeife". Ich mag ihn sehr und habe großen Respekt vor ihm. Besonders in dieser Geschichte. Besonders in dem Ende dieser Geschichte, das du nicht gelesen hast. Diese Geschichte ist die letzte in einem ganzen Buch mit lauter Geschichten um diese Figur, weil sie hier einen Grad von Erwachsenheit erreicht hat, mit dem man sie ins Leben entlassen kann.


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