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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Der Mann mit dem Mond
Eingestellt am 20. 08. 2000 20:10


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Sensiro
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Aug 2000

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Es war Nacht und er konnte mal wieder nicht schlafen. Er ging raus und sah zum Himmel. Er betrachtete die Sterne. Jeder von Ihnen war wunderschön und leuchtete hell. Doch es interessierte ihn nicht, daß die Sterne da waren, so schön sie auch sein mochten, denn er war in den Mond verliebt. Doch der stand nicht am Himmel.

So sehr er sich auch wünschte, daß er da war, es half alles nichts. „Ach wärst Du doch da“, sagte er bei sich. „Aber das geht doch nicht“, hörte er ein Stimme sagen. Er wußte nicht, wo sie herkam, doch er erkannte sie: es war der Mond. „Es ist noch nicht Zeit für mich zu erscheinen.“
„Ja, ich weiß“, sagte er. „Doch ich vermisse Deinen hellen Schein, der jeden anderen Himmelskörper verblassen läßt“, fügte er hinzu. „Ich vermisse Dich auch“, sagte der Mond bedrückt, „denn Du bist mir der liebste von allen. Du bist nicht wechselhaft wie die anderen, die die Sterne betrachten, wenn ich nicht da bin. Doch habe Geduld, denn es ist nicht mehr lange, bis ich wieder vollkommen da bin.“

„Ja, aber es ist schwer zu warten. Es zerreißt mir jedesmal schier das Herz, wenn Du wieder gehst. Ach könntest Du doch einfach bleiben!“ „Du weißt, daß das nicht geht, schließlich muß ich meine Pflichten erfüllen und Du Deine. Aber wenn Du Deine Prüfung zum Raumfahrer bestanden hast, dann wirst Du zu mir kommen und bei mir bleiben können.“
Er lächelte und freute sich schon auf den Augenblick, wenn er endlich Mond fliegen könnte. „Es ist ein schwacher Trost, denn ich bin ein Gefangener meiner Gefühle. Und so werde ich warten müssen und mich anstrengen, bald zu Dir zu kommen. Und schließlich sehe ich Dich zwischendurch ja auch noch. Sooft ich kann.“

„Ich muß mich nun wieder um mein Tagesgeschäft kümmern“, sagte der Mond. „Ja, ich weiß“, sagte er mit zitternder Stimme. Er war traurig, daß der Mond nun wieder weg war. Aber er wußte, daß es kein Abschied für immer war. Und dann freute er sich, daß er Mond kurz Zeit für ihn hatte und er war nun auch gar nicht mehr so traurig. Er ging wieder hinein und er wußte, wo auch immer der Mond ist, wird der Mond an ihn denken, so wie er an den Mond denkt.

(c) by Sensiro, Ludwigshafen 8/2000

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