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Leselupe.de > Kurzprosa
Der Mann neben mir
Eingestellt am 26. 01. 2006 17:35


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Nachtigall
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Der Mann neben mir

Der kommt nie an, denke ich noch. Der hinterlÀsst keine Spuren bei seinen Wanderungen durch die U-Bahnhöfe.
Ungeduldig lauscht er und hofft auf das Pfeifen und Dröhnen aus der Dunkelheit.
Der kommt nie an, denke ich wieder. Der wurde schon zu oft geopfert, von so genannten Freunden und Gönnern.
Der ist einer, der den tÀglichen Tretminen immer wieder zu entkommen sucht. Mit zusammengefalteten Mund.
Ein Alltagsheld, der sein Brot abends allein am KĂŒchentisch isst. Er trĂ€gt keinen Ring am Finger, das Licht im Mund macht ihn kindlich.
Jetzt schlÀgt ihm der fremde Atem aus dem Tunnel entgegen. Fröstelnd zieht er den Kopf zwischen die Schultern.
Der lÀchelt nie, denke ich wieder. Sicherlich kennt er auch keine Taschenspielertricks und zwischen seinen gelben Fingerkuppen zerrinnt ihm alles.
Wie viele Liebesbriefe kann er wohl noch zĂ€hlen in seinen ausgebrannten Wohnzimmern und den ĂŒberschwemmten Kellern?
Der ist Nirgends und Niemand, der verschlÀft den Sendeschluss. Dann ist er tot.




__________________
Die Schönheit erklÀrt man nicht, man empfindet sie (Peter Rosegger).



Version vom 26. 01. 2006 17:35

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herb
???
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diese Geschichte ist wie ein trauriges Gedicht ĂŒber einen Mann ohne Namen.

lieben Gruß

herb
__________________
hier Es gibt nichts Gutes, außer man tut es. KĂ€stner

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Nachtigall
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Danke Herb.
Ja, er ist ein Fremder und das Ich tut das was jeder Mensch ĂŒber einen anderen macht. Es bildet sich eine Meinung. Hier steckt es ihn in eine Schublade, macht ihn zum Verlierer.
Ob er es wirklich ist oder projeziert das ICH sich selbst?

Liebe GrĂŒĂŸe
Alma Marie
__________________
Die Schönheit erklÀrt man nicht, man empfindet sie (Peter Rosegger).

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Prosaiker
Guest
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quote:
Der kommt nie an, denke ich noch.
Der hinterlÀsst keine Spuren bei seinen Wanderungen durch die U-Bahnhöfe.
Ungeduldig lauscht er und
hofft auf das Pfeifen und Dröhnen aus der Dunkelheit.
Der kommt nie an, denke ich wieder.
Der wurde schon zu oft geopfert, von so genannten
Freunden und Gönnern.
Der ist einer, der den tÀglichen Tretminen immer wieder zu entkommen sucht.
Mit zusammengefalteten Mund.
Ein Alltagsheld, der sein Brot abends allein am KĂŒchentisch isst.
Er trÀgt keinen Ring am Finger,
das Licht im Mund macht ihn kindlich.

Jetzt schlÀgt ihm der fremde Atem aus dem Tunnel entgegen.
Fröstelnd zieht er den Kopf zwischen die Schultern.
Der lÀchelt nie, denke ich wieder. Sicherlich kennt er auch keine
Taschenspielertricks
und zwischen seinen gelben Fingerkuppen zerrinnt ihm alles.

Wie viele Liebesbriefe kann er wohl noch zÀhlen
in seinen ausgebrannten Wohnzimmern und
den ĂŒberschwemmten Kellern?

Der ist Nirgends und Niemand, der verschlÀft den Sendeschluss.
Dann ist er tot
- bis zum Morgengrauen.


tatsÀchlich, ein gedicht. gefÀllt mir sehr gut.
viele grĂŒĂŸe;
Prosa.

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Nachtigall
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Auch das ist möglich. Meine englische Fassung ist z.B. ein Gedicht. In deutsch fand ich es als Prosa mit lyrischem Einschlag fast besser. Eine erzÀhlende Prosa wollte ich nicht.
Danke fĂŒr Deinen Kommentar und die Umsetzung. Willste meine sehen?

Liebe GrĂŒĂŸe
Alma Marie
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Die Schönheit erklÀrt man nicht, man empfindet sie (Peter Rosegger).

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