Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, m├╝ssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5471
Themen:   93001
Momentan online:
312 Gäste und 12 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Anonymus
Der Mantel
Eingestellt am 06. 12. 2004 14:28


Autor
Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.
Anonymous
Unbekannter Verfasser
Registriert: irgendwann

Der Mantel

Ein perfekter Abend. Herbstlich-k├╝hl, nicht zuviel los und trocken. Auf den hatte ich lange schon gewartet. Der Sommer hatte seine lichten Momente, das war klar, aber auf die k├╝hleren Abende freute ich mich besonders. Dieser war so einer. Ich schl├╝pfte aus meinen Klamotten, die ich im Gesch├Ąft getragen hatte, duschte und trocknete mich sorgf├Ąltig ab. Das war so ein Ritual, um den Tag loszuwerden. Nicht, da├č ich einen schmutzigen Job hatte, aber ab und zu brauchte ich einen symbolischen Abschlu├č des Arbeitstages, um unbeschwert ins rein Private umzuschalten. Auch, um das Katzbuckeln meiner Angestellten loszuwerden. Die meisten konnten nicht anders, sie mu├čten vor ihrer Chefin schleimen, auch wenn sie das gar nicht n├Âtig hatten. Ich stelle keine Deppen ein, was einige allerdings nicht daran hindert, sich gelegentlich wie solche zu benehmen.
All dies und einiges andere tropfte unter der Dusche von mir ab. Ich liebkoste meinen K├Ârper, streichelte mich sanft und z├Ąrtlich, wie es noch niemals ein Mann getan hatte. Der Tag verschwand im Ausgu├č und ich freute mich schon auf den Abend. Als ich mich fit f├╝hlte stieg ich aus der Dusche und kuschelte mich in ein flauschiges Frotteetuch, bis ich den letzten Tropfen Wasser wieder los war. Meine Haare lie├č ich an der Luft trocknen, das ist mir lieber als der Strahl hei├čer Luft, unter dem mir nur schlecht wird. Au├čerdem verl├Ąngert es die Vorfreude.
Ich lie├č mir alle Zeit er Welt mit der K├Ârperpflege, geno├č meinen Anblick in den gro├čen Spiegeln, die mein Bad statt Fliesen auskleideten. Auch der Boden ist zum Teil verspiegelt. Man mu├č zwar sehr vorsichtig sein, besonders mit nassen F├╝├čen, aber das ist es mir wert.
Die meisten meiner Freundinnen sind unzufrieden mit sich selbst. Fast alle zu unrecht. Allerdings k├Ânnen sie sich auch nur selten an ihrem K├Ârper erfreuen, weil sie einfach nicht gelernt haben, ihn zu genie├čen. Alle sind darauf fixiert, anderen, nicht nur M├Ąnnern, zu gefallen, da├č sie dabei v├Âllig vergessen, sich selbst zu gefallen.
Ich stand splitternackt zwischen f├╝nf Spiegeln und konnte nichts finden, was mir nicht gefiel. Nichts zu gro├č, nichts zu klein und den Bleistifttest bestand ich mit 48 immer noch. Meine Blicke glitten, meinen H├Ąnden hinterher, ├╝ber meinen K├Ârper, sanft, ohne jede Eile. Im Bad war es warm, aber meine Brustwarzen hatten sich in der Vorfreude schon fest zusammengezogen und reagierten auf jede sanfte Ber├╝hrung mit Schauern, die mir aufs wohligste durch den K├Ârper schossen.
Ich k├Ąmmte mir die langen Haare trocken. Ein paar graue Str├Ąhnen, na und? Die Haare waren so fein und weich wie eh und je. Sie fielen mir fast bis zu den Brustwarzen, die ich gerne mal mit einem Str├Ąhnchen kitzelte, ein sch├Ânes Gef├╝hl.
Ich ging ins Schlafzimmer, geno├č das schummrige Licht und mein Bild im Spiegel, bevor ich den gro├čen Schrank ├Âffnete.
Ein Griff in die linke Seite, und ich hatte meinen Mantel im Griff. Au├čen sieht er aus wie irgendein leicht auf Taille geschnittener Pelzmantel, aber er hat es in sich. Das Innenfutter ist aus dem weichsten Zobel, den der K├╝rschner finden konnte, und es ist ganz auf Figur geschnitten, es umh├╝llt meinen K├Ârper wie eine zweite Haut. F├╝r Kleidung ist darunter kein Platz.
Er umschlingt mich vom Hals bis zu den Waden und streichelt mich bei jedem Schritt. Ich zog erst meine Lederstiefel an, High-Heels, eher der Form halber. Sie gingen mir halbhoch bis auf die Waden. Der Mantel f├Ąllt dar├╝ber. Ich liebe das Gef├╝hl, so v├Âllig nackt in einer Wolke aus weichstem Pelz zu stecken, v├Âllig offen aber auch v├Âllig gesch├╝tzt vor neugierigen Blicken. Ich kn├Âpfte das Innenfutter zu und dann schlang ich den G├╝rtel um den Au├čenmantel. Der sieht so aus, als w├╝rde er nur durch den G├╝rtel zugehalten. Ein Meisterwerk des K├╝rschners. Der hatte Baukl├Âtze gestaunt, als ich den Mantel in Auftrag gab, aber er hatte sich gerne meiner W├╝nsche angenommen. Ihm hat die Arbeit daran genausoviel Freude gemacht, wie es mir jetzt das Tragen bereitete. Das war deutlich zu sehen gewesen.
Das Innenfutter sa├č fast wie ein Overall, die weichen Haare ber├╝hrten mich fast ├╝berall. In den Taschen gab es auch Durchgriffe.
Wenn ich in diesen Mantel geh├╝llt durch den Englischen Garten spaziere, f├╝hle ich mich selbst so intensiv, wie ich das sonst nicht kann. Normale Kleidung engt mich ein, dieser Mantel, der mich mehr umh├╝llt als alles Andere, setzt meine Gef├╝hle frei.
Ich geno├č das Gef├╝hl, so weich und doch so fest umschlossen zu sein und verlie├č die Wohnung. Im Aufzug begegnete ich einer Nachbarin. Ich nickte ihr freundlich zu, reine Verschwendung, sie redete nicht mit jedem. Ihr Problem, ich war zu gut gelaunt, um mich ├╝ber sie zu ├Ąrgern. Ich stellte mir ihr Gesicht vor, wenn sie erf├╝hre, was ich unter dem Mantel trug. Richtig err├Âtet bin ich dabei nicht, aber warm wurde mir schon etwas. Ich l├Ąchelte sie an, sie drehte sich endg├╝ltig weg. Der T├╝rgong erl├Âste uns, sie wollte weiter in die Tiefgarage, ich stieg am Ausgang aus. Durch die Dreht├╝r, zwei Querstra├čen, dann war ich im Englischen Garten.
Ich genie├če dabei jede Bewegung: Meine Schenkel werden sanft gestreichelt, ├╝ber meinen R├╝cken wandern Schauer, teils von innen, teils von au├čen, das sanfte Schwingen meiner Br├╝ste macht mich fast wahnsinnig. Dort hat der K├╝rschner Fellstreifen im Fischgr├Ątmuster eingesetzt, die bei jeder Schwingung meiner Br├╝ste die Brustwarzen kitzeln. Ein feiner Reiz, auf Dauer ein Wahnsinn. Meine H├╝ften werden von weichen Haaren umschmeichelt, ebenso mein Bauch.
Etwas h├Ąrteres Haar kitzelt meine Hinterbacken, immer noch sanfter als es jede Hand k├Ânnte. Einige Minuten so spazieren zu gehen bereitet mir mehr Genu├č als eine Nacht mit einem uninspirierten Lover.
Ich war eine kleine Ewigkeit dem Orgasmus nahe. Ich liebe dieses Gef├╝hl, und versuche immer, mich so lange wie m├Âglich hinauszuz├Âgern. Heue gelang mir das gut, ich war auf einem langen H├Âhenflug. Die sanfte Herbstbrise streichelte mein Gesicht, lie├č meine Haare leicht fliegen.
Die Brustwarzen brannten fast, und ich war so feucht wie es eben ging. Ich griff durch die Taschen und f├╝hrte meine Fingerspitzen zu meiner kleinen Lustperle. Ein paar sanfte Ber├╝hrungen, und die Lust durchfuhr mich wie ein Blitz. Meine K├Ârperhaare waren alle aufgerichtet und str├Ąubten sich gegen den Pelz, was die Schauer potenzierte, die durch meinen K├Ârper liefen. Es war fast wie Elektrizit├Ąt, sto├čweise und prickelnd. Ich mu├čte stehenbleiben, tief atmend und tief in meiner eigenen Welt versunken.
Irgendwelche Ger├Ąusche riefen mich in diese Welt zur├╝ck. Immer noch tief atmend lief ich heim. Zu Hause schl├╝pfte ich aus den Stiefeln, dann aus dem Mantel und legte mich in mein Bett. Entspannt geno├č ich den Spaziergang noch einmal im Geiste und schlief ein.

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Sandra
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo A.,

ohne dich des Plagiats zu beschuldigen, aber so eine ├Ąhnliche Geschichte habe ich schon einmal von Lotte Werther gelesen, jedoch ist diese nicht von ihr, denn ihr Text war "leider" besser. Besser im Stil, im Ausdruck, auch in der Art, die feinen Nuancen der Erotik zu transportieren. Ich halte die Geschichte nicht f├╝r schlecht, aber verbesserungsw├╝rdig, indem du Dinge weniger benennst, als dass du sie mehr f├╝r sich sprechen l├Ąsst.

quote:
Au├čen sieht er aus wie irgendein leicht auf Taille geschnittener Pelzmantel, aber er hat es in sich.
Dies ist f├╝r meinen Geschmack so eine Stelle, an der du viel vorweg nimmst. Ich w├╝rde als Leser lieber selber darauf kommen, dass es das Fell dieses Mantel ist, das so eine spezielle Wirkung hat, aber das wird relativ schnell verraten.
In der Einleitung ein ziemlich abgekl├Ąrter Ton. Hier wird eine taffe, selbstbewusste Frau beschrieben, die es so doch gar nicht gibt. F├╝r meine Begriffe zu glatt, zu sehr ├╝ber den Dingen stehend. Sich selbst genug und jedem ├╝berlegen. Es f├Ąllt schwer, sich mit so einer Person zu identifizieren.
quote:
Ich stelle keine Deppen ein, was einige allerdings nicht daran hindert, sich gelegentlich wie solche zu benehmen.

So viel von mir. Sorry, dass ich nichts Positivers sagen konnte.

Sandra

Bearbeiten/Löschen    


Anonymous
Unbekannter Verfasser
Registriert: irgendwann

Ich wei├č nicht, f├╝r sooo taff halte ich diese Frau gar nicht...

Bearbeiten/Löschen    


lapismont
Foren-Redakteur
H├Ąufig gelesener Autor

Registriert: Jul 2001

Werke: 216
Kommentare: 7589
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um lapismont eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo A.,

als Lyriker achtet man ja gewohnheitsm├Ą├čig intensiver auf einzelne Worte.
"Lustperle" - oh!
Aber: "Meine K├Ârperhaare"
Wahrscheinlich m├Âchtest Du hier abgrenzen zur Seelenbehaarung oder zur Mantelhaarf├╝lle?


den Rasierer aufladend,
b├Ąrlap

__________________
Kunst passiert.

Bearbeiten/Löschen    


Lotte Werther
Guest
Registriert: Not Yet

An Anonymous

Eigentlich wollte ich mich aus der Geschichte raushalten. Sandra hat mich erw├Ąhnt und so kommt nun doch meine Meinung zu diesem Text.

Er ist ein gutes Beispiel f├╝r einen Versuch, der steckenbleibt. Eingeklemmt zwischen Alltagssprache, die n├╝chtern einfallslos bis grotesk komisch erscheint. Ein Szenario mit Pappfiguren, die Madame im Pelzmantel ins Licht r├╝cken sollen, und es auch tun ÔÇô allerdings in ein grell kitschiges.

Im Konkreten sieht das so aus:

Der Sommer hatte seine lichten Momente, das war klar, aber auf die k├╝hleren Abende freute ich mich besonders.

ÔÇô Ein Satz, der nur Ratlosigkeit hinterl├Ąsst.

aber ab und zu brauchte ich einen symbolischen Abschlu├č des Arbeitstages, um unbeschwert ins rein Private umzuschalten

├╝ber meinen R├╝cken wandern Schauer, teils von innen, teils von au├čen

Meine Haare lie├č ich an der Luft trocknen, das ist mir lieber als der Strahl hei├čer Luft, unter dem mir nur schlecht wird. Au├čerdem verl├Ąngert es die Vorfreude.


- das ist Berichtssprache und bewirkt beim Leser nichts stimmungsvoll Anregendes.

Die meisten konnten nicht anders, sie mu├čten vor ihrer Chefin schleimen, auch wenn sie das gar nicht n├Âtig hatten. Ich stelle keine Deppen ein, was einige allerdings nicht daran hindert, sich gelegentlich wie solche zu benehmen.

Die meisten meiner Freundinnen sind unzufrieden mit sich selbst. Fast alle zu unrecht. Allerdings k├Ânnen sie sich auch nur selten an ihrem K├Ârper erfreuen, weil sie einfach nicht gelernt haben, ihn zu genie├čen. Alle sind darauf fixiert, anderen, nicht nur M├Ąnnern, zu gefallen, da├č sie dabei v├Âllig vergessen, sich selbst zu gefallen.

Im Aufzug begegnete ich einer Nachbarin. Ich nickte ihr freundlich zu, reine Verschwendung, sie redete nicht mit jedem. Ihr Problem, ich war zu gut gelaunt, um mich ├╝ber sie zu ├Ąrgern.


Hier sind sie, die Schattenfiguren, die zur Geschichte nichts beitragen, als Madame strahlen zu lassen. Und Madame leuchtet wie eine nackte Gl├╝hbirne von der Decke einer Spelunke.

Etwas h├Ąrteres Haar kitzelt meine Hinterbacken

und ich war so feucht wie es eben ging.


- mit S├Ątzen wie diesen gleitet die Story vollends ins ├Ąrgerlich Komische ab.

Lapismont hat die beiden sprachlichen ÔÇ×H├ÂhepunkteÔÇť schon erw├Ąhnt.

Nichts zu gro├č, nichts zu klein und den Bleistifttest bestand ich mit 48 immer noch

Wenn du die Kommentare ├╝berdenkst, besteht dein n├Ąchster Text vielleicht auch den Rotstifttest.

Lotte Werther

Bearbeiten/Löschen    


Kasoma
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo allerseits und lieber Verfasser,

zum Text sage ich nur: Er ist fl├╝ssig und mit Freude zu lesen. Kein schlechter Stil f├╝r eine kleine Geschichte in der Praline oder Coupe, nur f├╝r ein Literaturforum leider nicht das Wahre, weil nicht k├╝nstlerisch anspruchsvoll...

Bei mir bleibt der dringende Wunsch zur├╝ck (und das ist sicher ein Beweis f├╝r die gute Stimmung, in die mich deine Schreibe bringt): Ich will auch so einen Mantel, jetzt und sofort!!!

Lieber Gru├č von Kasoma

Bearbeiten/Löschen    


Zur├╝ck zu:  Anonymus Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!