Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, mĂĽssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5438
Themen:   92255
Momentan online:
267 Gäste und 9 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Gereimtes
Der Maulwurf
Eingestellt am 13. 11. 2006 13:16


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
Janosch
???
Registriert: Feb 2005

Werke: 152
Kommentare: 290
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Janosch eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Aus flauschigem erdbraunem Leib, da ragen stramme Buddelpranken
und strampeln tiefe Höhlen frei, sein Antlitz trüb, ganz schlammverschmiert,
wie wenn bandwurmbesessen man, verfressen nach dem Sattsein giert -
so weist den Mull, der bitter schwitzt und schnauft, kein Weh in seine Schranken.

Wenn Tageslicht ihn doch erwischt, arg blendend an den Augen rĂĽhrt,
wälzt er den Boden sich entlang, um nicht verstört umher zu schwanken
und drückt die Gräser dadurch platt, die sich der Sonne wegen zanken -
den Kopf versenken kann er nur, wo weiche Erd’ ihn akzeptiert.

So wohlig kühl und alt vertraut, so still ist’s nur im düstren Schacht,
wo er die Welt sich frei verrĂĽckt, wo ihm nur seine Uhren ticken;
ja, diesmal gräbt er Richtung Kern, wo keine Lichter nach ihm schicken -

im tiefst verstrickten Raumsystem sind Strahlen leichte Kost der Nacht,
doch ist’s dort kahl und regungslos, dass Einsamkeit die Luft entfacht:
schon bald wird er, der mit der Lunge ringt, fad seufzen und ersticken.

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


zarah
???
Registriert: Mar 2006

Werke: 33
Kommentare: 155
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um zarah eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo Janosch,

dieses Gedicht ist für meine Begriffe sehr gut gemacht. Vielleicht können Spezialisten irgenwo am Reim herummäkeln, ich finde hier jedoch nichts, was sich ungelenk anhört. Schön zu lesen.

Ich habe beim ersten Lesen des Gedichtes spontan an einen Menschen gedacht, der an sich - wie man so sagt “rechtschaffen” ist, aber so “blind” seinen Lebensplan verfolgt, dass er dabei auch schon mal, ohne es bewusst zu wollen, andere “platt macht”.
Wahrscheinlich kennt jeder so jemanden, der nur für das offen ist, was er ohnehin schon kennt und der stur seine gewohnten Gänge geht, auch wenn es ihm und/oder seiner Umwelt nicht gut tut.
Das soll keine Interpretation Deines Gedichtes sein, ich wollte dir nur mitteilen, welche Assoziation ich beim Lesen hatte und hoffe, dass dies von Interesse fĂĽr Dich ist.

LG
Zarah
__________________
Lerne alles, und später wirst Du sehen, nichts ist umsonst (J. v. S.)

Bearbeiten/Löschen    


Janosch
???
Registriert: Feb 2005

Werke: 152
Kommentare: 290
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Janosch eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo zarah,
du ahnst nicht wie sehr mich dein Kommentar freut. In dem Gedicht steckt viel Arbeit und es ist cool, dass sich das jetzt auszahlt. Bei den Reimen wechseln sich 17 und 16 Silben ab - die 17er klingen vielleicht nicht ganz rund; das Wort Schranken, passt hier leider nicht mehr auf die 4. Zeile, weshalb es extra steht, aber das hast du dir sicher schon so gedacht.
Assoziationen interessieren mich immer, da sie ungewollt und ungefälscht einfach nur ehrlich sind. Cool, was man da alles rauslesen kann!

dankend grĂĽĂźt,
Janosch

Bearbeiten/Löschen    


ZurĂĽck zu:  Gereimtes Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!