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Leselupe.de > ErzÀhlungen
Der Mitgeher
Eingestellt am 27. 08. 2013 17:21


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Hagen
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Der Mitgeher

Ich wohnte damals in einem alten Haus, in dessen Keller noch eine Kohlenheizung grummelte, zusammen mit einer blondgelockten Frau namens Ute, verließ abends regelmĂ€ĂŸig das Haus und fuhr zu einem Parkhaus.
Auf dem ersten Deck, stellte ich mein Auto ab und ging KassenhÀuschen.
Dort blieb ich, bis eine junge Dame kam und mich ansprach, es lief fast immer gleich ab: “Begleiten sie mich bitte mal eben zu meinem Wagen? - Was kostet das?”
“Nach Belieben“.
Ich stand auf, zog mir die Jacke ĂŒber, nickte dem Kollegen Rumpler kurz zu und verließ das KassenhĂ€uschen des Parkhauses.
“Eine gute Idee, dieser 'Mitgeher'”, sagte die Frau, “sind sie darauf gekommen?”
"Ja", sagte ich, “ich bin zurzeit ein Wenig arbeitslos, und so kann ich mir hin und wieder einen Euro dazuverdienen. - Wo haben sie ihren Wagen geparkt?”
“Auf dem zweiten Deck."
Ich senkte meinen Daumen auf den Rufknopf des Fahrstuhls und warf einen prĂŒfenden Blick in die Kabine, nachdem die TĂŒren zur Seite geglitten waren.
“Alles klar."
Ich ließ der Frau den Vortritt und drĂŒckte anschließend auf den zweiten Knopf. Die TĂŒren schoben sich wieder zu und der Lift setzte sich ruckelnd in Bewegung.
„Blöde, dass diese FrauenparkplĂ€tze immer besetzt sind. - Ich finde diese ParkhochhĂ€user ja immer so unheimlich", fuhr die Frau fort, nachdem sich die TĂŒren oben wieder geöffnet hatten, “eine Bekannte von mir ist ja mal in so einem Parkhaus ĂŒberfallen worden, ich hab' hier immer Angst 
 nachts alleine.“
Sie war der Typ SekretĂ€rin, die bis weit nach Mitternacht noch in irgendeinem BĂŒro sitzt, um irgendetwas Wichtiges zu erledigen, und sich dann am nĂ€chsten Morgen widerspruchslos von ihrem Chef anmaulen lĂ€sst, wenn es etwas spĂ€ter geworden war oder sie einen FlĂŒchtigkeitsfehler gemacht hatte.
Einsam und verlassen stand ihr Auto auf dem zweiten Deck, die Schritte hallten, als wir hingingen und sie aufschloss. Ich spĂŒrte förmlich, wie es nach Abgasen roch.
“Puh, das stinkt hier aber", sagte sie als sie sich in den Wagen setzte.
“Tja, die Luft steht wie festgerammt, es wird Zeit, dass mal wieder ein lindes LĂŒftlein weht. - Möchten sie, dass ich sie noch bis zur Ausfahrt begleite?”, fragte ich, “oder reicht ihnen das bis hierher? Ich kann sie auch nach Hause fahren, sie mĂŒssten mir dann allerdings das Taxi zurĂŒck bezahlen."
“Das ist nicht nötig, aber gut zu wissen. Vielleicht komme ich mal drauf zurĂŒck."
Sie drĂŒckte mir einen FĂŒnfeuroschein in die Hand, schlug die TĂŒr zu, winkte noch kurz und fuhr los.
Ich stemmte die HĂ€nde in die Taschen und zog mir noch schnell mit den fĂŒnf Euro Zigaretten, bevor ich wieder ins KassenhĂ€uschen ging.
Kollege Rumpler saß vor den Monitoren und seinem privaten Fernseher. Er legte sein linkes Bein hoch, zog sich, wie jede Nacht, die Wiederholungen der Talkshows des Tages hinein und fĂŒhlte sich immer etwas genervt, wenn Jemand Geld gewechselt haben wollte.
Herr Rumpler ist mal Wachmann gewesen, aber er hatte sich mit seiner Dienstwaffe ins Knie geschossen. Seit dem saß er jede Nacht im Parkhaus, wechselte Geld, guckte Fernsehen und war froh, von seiner Frau weg zu sein, die stĂ€ndig rumnörgelte, dass er damals hĂ€tte besser aufpassen sollen, und wie man sich selber ins Knie schießen konnte, und wann er endlich den Flur neu tapezieren wĂŒrde.
Als ich ihn mal gefragt hatte, nur so um mal ein GesprĂ€ch in Gang zu bringen, ob er mit dem Flugzeugkonstrukteur Ehrich Rumpler verwand sei, hatte er mich nur groß angesehen, sich an die Stirn getippt und wieder der Talkshow zugewandt.
Ich goss mir einen Kaffee ein und legte auch die FĂŒĂŸe hoch.
Der Bewegungsmelder am Eingang des Parkhauses meldete sich, aber auf den Monitoren war alles ruhig, ich sah nur, wie die EingangstĂŒr langsam ins Schloss glitt.
Kurz darauf öffnete und schloss sich die TĂŒr der Damentoilette.
“Der Melder spinnt mal wieder", brummte Rumpler, “niemand zu sehen. - Hat dich eigentlich schon mal eine der Tussis, bei denen du mitgehst, angemacht?"
“Nö, sowas ist noch nicht vorgekommen."
Ohne den Blick von den Monitoren zu nehmen zĂŒndete ich mir eine Zigarette an und rauchte einige ZĂŒge, wĂ€hrend sich Rumpler wieder seiner Talkshow zuwandte.
Ich rauchte meine Zigarette bogartmĂ€ĂŸig zuende und nahm mir fest vor, morgen einen dicken Roman mitzubringen.
Als ich die ziemlich kurze Kippe in den Ascher drĂŒckte, kam eine Frau aus der Damentoilette und sofort auf uns zu.
“Ich hab' gehört, hier gibt es neuerdings einen 'Mitgeher'” sagte sie, “was macht denn ein 'Mitgeher'?”
Ich erzĂ€hlte ihr mein SprĂŒchlein von arbeitslos und so, und dass ich sogar geneigt wĂ€re, sie nach Hause zu fahren.
“Oh, das möchte ich gerne in Anspruch nehmen", sagte sie. Ich konnte sehen, wie Rumpler grinste ohne den Blick von seinem Fernseher zu nehmen.
“Zu ihren Diensten", sagte ich und griff mir meine Jacke, “wo steht ihr Wagen?”
“Drittes Deck."
Ich fuhr mit der Frau hoch und mit ihrem Wagen aus dem Parkhaus.
“Sie sind also arbeitslos", begann sie plötzlich nachdem sie mir ihre Adresse genannt hatte, “dann haben sie ja viel Zeit!“
Es folgten die ĂŒblichen SprĂŒche der Menschen, die sich ihre Meinungen bilden lassen, von Nachbarn, den Illustrierten, die beim Friseur ausliegen und von Fernsehsendungen, die regelmĂ€ĂŸig durch Werbespots unterbrochen werden. Ich ließ sie vorbei rauschen. Eigentlich sah sie nicht so einfĂ€ltig aus, wie das flache Zeugs, dass sie ĂŒber Arbeitslose abließ.
Sie mochte etwa zehn Jahre Àlter sein als ich, aber der ein wenig verbitterte Gesichtsausdruck und die zerknitterten Mundwinkel machte eine SchÀtzung schwer.
Bis ich ihren Wagen in eine LĂŒcke vor einem alten Kaufmannshaus geparkt hatte, hörte ich mir mit ausdruckslosem Gesicht die Plattheiten an, zog den SchlĂŒssel ab, stieg aus, ging um den Wagen herum und öffnete ihr kavaliersmĂ€ĂŸig die TĂŒr.
“Danke, junger Mann", sie stieg aus, “kommen sie doch bitte noch zu mir rauf, ich hab` da noch was fĂŒr sie zu tun, sie sind doch arbeitslos!”
“Eigentlich hatten wir vereinbart, dass sie mir das Taxi zurĂŒck erstatten", sagte ich.
“Das Geld kriegen sie natĂŒrlich. - Aber kommen sie doch bitte, ich habe eine Arbeit fĂŒr sie!“
Sie nahm mich mit ins Haus und in zwei aneinandergrenzende RĂ€ume voller BĂŒcher, teils noch in Transportkartons, teils der GrĂ¶ĂŸe nach lieblos in Regale gedonnert. Einige abgestoßene Sessel, ein Sofa, ein ramponierter Spiegel und ein Schreibtisch mit einem leicht angestaubten Computer darauf standen rum.
“Ich möchte, dass sie die BĂŒcher archivieren und katalogisieren. Können sie das? - Sechs Kartons sind allerdings noch im Keller.“
“NatĂŒrlich kann ich das! Darf ich den Computer benutzen?”
“Können sie das denn?"
“NatĂŒrlich kann ich das! Zum archivieren ihrer BĂŒcher bietet sich das Programm Access an. Ist das da drauf?"
“Schauen sie doch mal nach. Ich verstehe gar nicht, dass sie arbeitslos sind, wenn sie sich mit Computern auskennen.“
WĂ€hrend die Frau wieder die ĂŒblichen Plattheiten ĂŒber Arbeitslose abließ, ließ ich den Computer warmlaufen und wĂŒhlte ein wenig in der Software. Im Access waren eine schlampig gelöschte Kundenkartei und ein Katalog diverser Haushaltsartikel.
"Wunderbar", sagte ich, “eine Woche wird's dauern, wenn noch einige Kartons im Keller sind. Ich kann ĂŒbermorgen anfangen. Sind zweihundert Euro auf die Hand zu viel?”
Sie spitzte die Lippen, ihre Augen wurden zu Schlitzen. Sie schĂŒttelte langsam den Kopf, “geht's nicht auch schneller?"
“Nicht, wenn ich es ordentlich machen soll. Ich drucke ihnen dann eine komplette Liste aus, aufgeschlĂŒsselt nach Sachgebieten, Autoren und Titeln. Ferner werde ich ihnen auf dem Computer eine Datei anlegen, die sie erweitern können, wenn weitere BĂŒcher hinzukommen. Das dauert natĂŒrlich eine Weile."
"Naja", sagte sie.
“Gut, dann also bis Donnerstagmittag.”
Allzu begeistert schien sie nicht zu sein. Wahrscheinlich hatte sie sich vorgestellt, dass ich das mal eben an einem Nachmittag erledigen und mit zwanzig Euro in der Hand heiteren GemĂŒtes von Dannen ziehen wĂŒrde.
Ich sprach sie nicht auf das versprochene Taxigeld an, fuhr mit der Bahn zum Parkhaus und löste mein Auto aus.
Das kostete auch wieder einen Zehner fĂŒr die Nacht, der erst mal verdient sein wollte. Emotionslos zog der Automat den Schein in sein Inneres und gab mir dafĂŒr das KĂ€rtchen, das die Schranke an der Ausfahrt hob.
Etwas mĂŒde fuhr ich nach Hause und kaufte beim BĂ€cker an der Ecke Brötchen aus der Backstube, weil der Laden noch nicht geöffnet hatte.
Der BĂ€cker wollte wissen, was ich denn so machen wĂŒrde, weil ich hin und wieder des Morgens offensichtlich von der Arbeit kommen wĂŒrde.
"Wachdienst", sagte ich nur. Es war noch nicht mal direkt gelogen, außerdem wollte ich ihm nicht auf die Nase binden, dass ich arbeitslos war. Ich war nur etwas zu mĂŒde, um ihm das Ding mit dem Mitgeher zu erklĂ€ren.
Ich stellte zunĂ€chst einen Sender mit leiser, klassischer Musik ein, kochte, Kaffee sowie Eier, deckte den Tisch und wartete Zeitung lesend, bis sich meine derzeitige LebensabschnittsgefĂ€hrtin aus dem Bett, ins Bad und schließlich, gewandet in einen wattierten Morgenmantel, in die KĂŒche begeben hatte. Sie sah im konventionellen Sinn gut aus, schlank und trendy, der so ziemlich einzige Grund weshalb ich noch bei ihr weilte; - und natĂŒrlich wegen der Miete, und die war recht niedrig, weil das alte aber reizvolle Haus, das wir bewohnten, noch eine Kohlenheizung hatte.
Erst mal den Sender gewechselt, auf Popmusik - ich tat nichts dagegen - Kaffee und eine Zigarette, und dann wollte sie gleich wissen, wie viel diese Nacht eingebracht hatte.
“Etwa zwanzig Euro nach Abzug der ParkgebĂŒhren”, sagte ich und begann ein Brötchen zu schmieren. Sie lachte zunĂ€chst höhnisch auf und unterstellte mir, den Mitgeher nur zu machen, um eine andere Frau kennen zu lernen, bei dem bisschen Geld, und ich hĂ€tte lieber Heizungsbauer lernen sollen, da gibt es immer Arbeit.
“Liebe Ute", sagte ich, “letzte Woche war es Versicherungsvertreter und die Woche davor Stahlbauschlosser. - Übrigens hab' ich ab Donnerstagnachmittag etwas HĂŒbsches nebenbei: Bei einer alten Dame eine Woche lang BĂŒcher archivieren."
“Wie alt ist die ‘Dame‘?”
Ich zuckte die Achseln.
“Schwer zu sagen. - Zu alt, wenn du das meinst. Aber das bringt Zweihundert Euro. Wir könnten mal ins Theater gehen, oder ins Konzert. 'haben wir noch nie gemacht. - Außerdem ist gerade eine Schinkelausstellung in der Stadt, die wĂŒrde ich gerne sehen."
“Konzerte gibt's doch auch im Fernsehen, und diesen Schinkel kannst du dir alleine angucken! - Wer ist das ĂŒberhaupt?”
“Karl Friedrich Schinkel war eigentlich Baumeister, aber auch KĂŒnstler. Im rĂŒckblickend historischen Sinn der Kunst der Romantik 
“
“Ach, wen interessiert das denn?”, unterbrach sie und fragte mich suggestiv, was ich denn in dieser Ausstellung wollte, sicher eine dieser Kunsttussies kennenlernen und bezeichnete mich, bevor ich antworten konnte, als 'Loser'. Damit gelang es ihr, uns das FrĂŒhstĂŒck zu vermiesen, sie warf mir weiterhin vor, mich nicht genĂŒgend um Arbeit zu kĂŒmmern, und dann zog sie ab, erst fĂŒr eine halbe Stunde ins Bad und dann in den Blumenladen - einer musste ja Geld verdienen - Ei und ein Brötchen halb gegessen hinterlassend.
Irgendwie beschlich mich das GefĂŒhl, dass ein feines GespĂŒr fĂŒr abbröckelnde Emotionen nicht unbedingt nötig war, um eine gewisse Perspektivlosigkeit dieser Beziehung zu erkennen.
Ich rÀumte mit dezenten AnsÀtzen von Resignation den Tisch ab und legte mich ins Bett. Kaum war ich eingeschlafen, weckte mich das Telefon und ich meldete mich mit einem Grumpflaut.
“Was ist denn los? Liegst du mit einer anderen Frau im Bett?"
Ute wieder.
“Nein, ich war nur gerade eingeschlafen. Rufst du mich deshalb an?”
“Was ich sagen wollte: Da kommt heute eine Nachnahme fĂŒr mich, nimm' die doch fĂŒr mich an!”
“Ja, mach' ich. - Kann ich jetzt schlafen?”
“NatĂŒrlich, der Herr Arbeitslose muss ja seine Ruhe haben."
Ich war zu kaputt um wĂŒtend zu werden, ich legte mich wieder hin und ließ mich, kaum eingeschlafen, von der TĂŒrklingel wieder hochscheuchen.
In Erwartung der Nachnahme öffnete ich, aber da stand nur einer, der mir GemĂŒse, Kartoffeln, Eier und Dosenwurst verkaufen wollte, und ich sollte unbedingt zu seinem Wagen kommen und mir sein Angebot ansehen.
Ich wimmelte den Mann höflich aber bestimmt ab und legte mich wieder hin. Es dauerte diesmal eine Weile bis ich eingeschlafen war, und dann kam die Nachnahme, einige ziemlich ĂŒberteuerte Markenklamotten von einem Versand, dessen Werbung mich nervte, sowie ich den Fernseher einschaltete.
Ich löste das Paket aus - all das, was ich in den letzten beiden Wochen als Mitgeher verdient hatte - stellte es in den Flur, Telefon sowie HaustĂŒrklingel ab und legte mich wieder hin. Inzwischen war es Mittag und ich zu mĂŒde um weiter zu schlafen. Irgendwann, sehr viel spĂ€ter gelang es mir doch noch irgendwie und wurde kurz darauf wieder wach, als Jemand Wasser in mein Ohr trĂ€ufelte.
Ute!
Sie fand es lustig, mich auf diese Art zu wecken, ich sollte nicht den ganzen Tag schlafen, mich lieber um Arbeit kĂŒmmern und hĂ€tte auch den Abwasch erledigen können, schließlich wĂŒrde ich bei ihr wohnen und hĂ€tte als Arbeitsloser Zeit genug.
Aus der jetzigen Situation heraus war ich kurz davor, in die Kneipe zu gehen, aber ich erledigte den Abwasch und bereitete wÀhrenddessen Omeletten zu, von denen ich ihr einige ins Wohnzimmer brachte.
Dort thronte Ute mit eingeschaltetem aber leise gedrehtem Fernseher, deutete kurz auf den Tisch und erledigte ihre abendlichen Telefonate. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass es jemanden gibt, der sich dafĂŒr interessiert, wie viele Rosen, Primeln und Anemonen sie einer dicken Frau verkauft hatte.
Ich stellte ihr die Omeletten auf den Tisch und nahm meine mit ins Schlafzimmer.

Am nÀchsten Abend fuhr ich wieder zum Parkhaus und begleitete einige Damen - erstmalig einen jungen Mann - zu ihren Autos. Sodann lehnte ich die Einladung zweier Damen mittleren Alters ab, sie zu einer Feier anlÀsslich des zehnjÀhrigen Bestehens einer AnwaltssozietÀt zu begleiten. Ins Theater wÀre ich sicherlich gerne mitgegangen, aber Juristen wollte ich mir nicht unbedingt antun.
Ich goss mir anschließend einen Kaffee ein und legte die FĂŒĂŸe hoch.
Die Nacht tat sich nichts mehr, im Morgengrauen fuhr ich nach Hause, ein paar Stunden schlafen, zum Arbeitsamt radeln und, bis mir einer mit stumpfem Gesichtsausdruck seinen Platz am Stellen-Informations-Computer ĂŒberließ, warten.
Immer noch die gleichen Angebote wie in der letzten Woche, sogar eine, auf die ich mich beworben und eine Absage erhalten hatte, weil sie sich bereits fĂŒr einen anderen entschieden hatten.
Beim Rausgehen wĂ€re ich fast ĂŒber einen tĂ€towierten Herren gestolpert, der mit einer Dose Bier in der Hand in die Sonne blinzelte und sich erkundigte, ob ich welche in die Fresse wollte. GlĂŒcklicherweise kam der SympathietrĂ€ger nicht so schnell hoch wie geplant.
Noch ein paar Stunden Schlafen, eine Runde Staubsaugen, Abwaschen; - die Fenster mĂŒssten mal geputzt werden, aber heute hatte ich echt noch keine Lust.
Ute war auch nicht da, sicher wieder bei einer Freundin, oder noch auf ein GlĂ€schen Sekt mit ihrer Chefin im Blumenladen sitzen geblieben, oder Shopping; - verdammt, sie hĂ€tte mir etwas sagen können. Ich war kurz davor, zum Arbeitsamt zurĂŒckzukehren, in der Hoffnung, meinen Frust an dem tĂ€towierten Zeitgenossen auslassen zu können.
Und dann langweilte ich mich wieder im Parkhaus durch die Nacht.
Irgendwann, als sich bereits die ersten Sonnenstrahlen zaghaft durch die GlastĂŒr des Eingangs schlichen, kam eine Ă€ltere Dame, ließ sich zu ihrem Auto begleiten und erzĂ€hlte mir dabei von ihrem Vater, der einer der Kap Hornier gewesen war.
“Gott ja, frĂŒher hab' ich ja noch Zimmer an Studenten der Seefahrtsschule vermietet, aber seit die alle Schiffe ausflaggen 
“ Sie ließ den Rest des Satzes in der Luft hĂ€ngen und erzĂ€hlte von den Segelschiffsmodellen ihres verstorbenen Mannes, die nun langsam verstaubten.
Sie drĂŒckte mir am Ausgang zwanzig Mark sowie ihr KĂ€rtchen in die Hand und meinte, ich sollte doch mal zu ihr zum Tee kommen und die Modelle anschauen. Das versprach ich ihr gerne.
Fröhlich 'Tea for two' pfeifend ging ich zurĂŒck. Als ich gerade wieder das KassenhĂ€uschen betreten wollte, traf mich eine Faust derart machtvoll und unvorbereitet, dass ich erst mal zu Boden ging.
Im Boxring hÀtte es etwa bis sieben gedauert, bis ich wieder hoch war, und da stand ein Kerl vor mir, machte DrohgebÀrden und behauptete, ich hÀtte seiner Verlobten nachgepfiffen.
“Oh, Mann", sagte ich langsam um etwas KrĂ€fte zu sammeln, falls es zu einem Schlagabtausch kommen sollte, “ich hab' niemanden gesehen, nur etwas vormichhin gepfiffen!”
Die ebenso dĂŒnne wie ĂŒberschminkte Verlobte an seiner Seite zerrte ihn am Arm mit sich weg und meinte, er sollte nicht immer Streit anfangen.
Weil er, wÀhrend ihn seine Verlobte wegzog, behauptete, dass ich als Mitgeher ja wohl eine Flasche sei, wÀre ich fast der Versuchung erlegen, ihm den Feuerlöscher ins Kreuz zu werfen, zudem klopfte Rumpler an die Scheibe und machte winkende Bewegungen nach innen.
Drinnen meinte Rumpler, dass ich ja wohl ein SchweineglĂŒck gehabt hatte, weil der Kerl bisher jeden krankenhausreif geschlagen hatte, der seine jeweilige Verlobte auch nur angesehen hatte. Er wĂŒrde ihn kennen.
Ich hÀtte es trotzdem drauf ankommen lassen, aber hinterherrennen wollte ich auch nicht unbedingt.

Beim FrĂŒhstĂŒck am nĂ€chsten Morgen, lĂ€sterte Ute mĂ€chtig rum und gab mir zahlreiche gute RatschlĂ€ge, die allerdings alle mit 'hĂ€ttste' man' begannen und in der Behauptung gipfelten, die Nacht bei einer anderen Frau verbracht zu haben. Was mein inzwischen dezent anschwellendes Auge betraf, so war sie der Ansicht, dass der eifersĂŒchtige Zeitgenosse sicherlich nicht ohne Grund zugeschlagen hĂ€tte, und ob ich denn nicht Manns genug gewesen wĂ€re, es dem Typen richtig zu zeigen.
GlĂŒcklicherweise wechselte Ute das Thema und erzĂ€hlte mir zum hundertsten Mal die gleichen Details aus dem Blumenladen in dem sie arbeitete und begab sich sodann zunĂ€chst ins Bad, und schließlich in den Blumenladen.
Ich legte mich gleich schlafen und fuhr dann zu der Dame, bei der ich die BĂŒcher archivieren und katalogisieren sollte.

Man war gerade im Begriff zu Tisch zu gehen als ich eintraf. Sie stellte mich ihrer Schwester vor und fragte, ob ich denn Mitessen wollte.
Klar wollte ich, es gab Kohlrouladen, die von einem properen MĂ€del mit SchĂŒrze und HĂ€ubchen serviert wurden.
Ich machte brav die Konversation ĂŒber das Wetter mit, und mich anschließend ĂŒber den Nachtisch her. Birnenkompott.
Eine Verdauungszigarette spĂ€ter astete ich noch sechs Kartons voll BĂŒcher hoch und begann jedes Einzelne anzusehen, um mir einen Überblick ĂŒber die Sachgebiete zu verschaffen, nach denen ich die BĂŒcher zu archivieren beabsichtigte.
Das Spektrum der Sachgebiete war in der Tat recht mannigfaltig, von Agnostizismus ĂŒber die Kabbala bis hin zum Zionismus.
War schon interessant, das Ganze, ich fragte mich, wie diese beiden Damen an derartige BĂŒcher gekommen waren, und ob sie sie ĂŒberhaupt nutzen konnten. Aber das sollte nicht meine Sorge sein, ich musste nur drauf achten, nicht allzu viel Zeit pro Buch zu verwenden.
Ich hatte mich gerade ein bisschen bei Gottfried Wilhelm Leibnitz festgelesen, und zwar bei seiner Überzeugung, dass eine Epoche kommen wird, in der sich die menschliche Moral so entwickelt, dass der einzelne auf die unmittelbare Belohnung verzichtet und die SĂŒnde nicht mehr aus Furcht vor der Strafe meidet, da kam die Maid mit dem HĂ€ubchen, servierte mir den FĂŒnfuhrtee mit Keksen und war der Ansicht, dass ich lieber arbeiten mĂŒsste, anstatt BĂŒcher zu sortieren. Überhaupt hĂ€tte sie schon mal angefangen, obwohl das ĂŒberhaupt nicht ihre Aufgabe sei, der GrĂ¶ĂŸe nach und die dicken nach unten, ich mĂŒsste das auch so machen, das sĂ€he doch viel besser aus, und sie wĂŒrde lieber Fernsehen als in BĂŒchern zu lesen. Übergangslos wollte sie wissen, woher ich denn mein blaues Auge hĂ€tte.
“‘hab einen verhauen, der eine Frau im Parkhaus ĂŒberfallen wollte", sagte ich, zĂŒndete mir eine Zigarette an, wartete vergeblich auf Begeisterung und wandte mich Tee und Keksen zu, woraufhin sie begann, lĂ€sterhaft ĂŒber die Raucher herzuziehen. Ich ließ mich nicht nerven, machte mit den BĂŒchern weiter und gegen sieben Feierabend, nachdem ich noch mit der 'Herrschaft' zu Abend gespeist hatte.

Die Nacht verlief ruhig aber recht eintrĂ€glich, so dass ich heiteren GemĂŒtes Brötchen kaufen und verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig fröhlich den FrĂŒhstĂŒckstisch decken konnte.
Ute wollte sofort wissen, warum ich mich denn nicht tĂ€glich von der Ă€lteren Dame auszahlen lassen wĂŒrde.
“Dann kommt der Verdacht auf, dass ich Zeit schinde", sagte ich und begann mir ein Himbeermarmeladenbrötchen zu schmieren, “gestern habe ich mich auch mal fĂŒr ein StĂŒndchen bei Leibnitz festgelesen 
“
“Hat die Frau BĂŒcher ĂŒber Kekse?"
“Gottfried Wilhelm Leibnitz war Philosoph. - Interessant finde ich seine Definition des Zufalls. Leibnitz sah im ZufĂ€lligen bloß eine Modifizierung des Notwendigen 
“
“Und was nĂŒtzt es dir, dass du das weißt? Du bist trotzdem arbeitslos!”
Das war irgendwie ein Killerargument. Sie rauschte hoch erhobenen Hauptes, als hĂ€tte sie Bedeutendes gesagt, ab. Ich rĂ€umte die KĂŒche auf, ging erst schlafen und dann los, weiter archivieren.
ZunĂ€chst aß ich einen undefinierbaren Fisch, nahm als Dessert einen Vanillepudding zu mir und begab mich wieder zu den BĂŒchern; - war eigentlich ganz angenehm dieser Job, zumal ich keine Hausarbeit zu erledigen hatte, und das MĂ€del brachte mir regelmĂ€ĂŸig Tee.
Als ich dann so irgendwann am spĂ€ten Nachmittag auf dem Sofa saß, in einer Hand eine Zigarette, in der anderen eine Tasse Orange Pekoe und vor mir ein Buch - David Hume behauptete, dass alle Ableitungen aus Erfahrungen die Wirkungen der Gewohnheiten sind, nicht der VernunfttĂ€tigkeit - fĂŒhlte ich mich irgendwie beobachtet.
Ich nahm vorsichtig und mit mildem LĂ€cheln den Kopf hoch, aber niemand war zu sehen.
Im Haus war es ruhig, sozusagen totenstill, und mitten in diese Stille fiel ein Buch von der Tischkante zu Boden.
Peng!
Einen Atemzug spĂ€ter bewegte sich die TĂŒr ein wenig, ging etwas weiter auf, etwa soweit, wie ein erwachsener Mensch Platz braucht, um hindurch zu gehen.
Ruhe.
Ich sah wieder in das Buch, Hume leugnete die Existenz und damit die Erkennbarkeit objektiver Gesetze in Natur und Gesellschaft. Ich klappte das Buch zu, obwohl ich gerne weiter gelesen hĂ€tte. Langsam sollte ich anfangen, Sachgebiet, Titel, Verfasser, Jahrgang und Stichworte des Inhalts computermĂ€ĂŸig zu erfassen. Den PrimĂ€rschlĂŒssel wollte ich auf das Sachgebiet legen, aber vorher RĂŒcksprache mit den beiden Damen halten - die TĂŒr knarrte langsam ganz auf.
“Sie mĂŒssen jetzt zum Abendessen kommen!”
Die propere Maid mit HĂ€ublein und SchĂŒrzchen stand im TĂŒrrahmen und lĂ€chelte sĂ€uerlich.
Klar, ich machte ihr zusĂ€tzliche Arbeit, und die beiden Damen waren nicht ganz so freundlich wie noch beim Mittagessen, es fiel schon mal die eine oder andere spitze Bemerkung ĂŒber meine Arbeitsmoral und dass ich nur rumsitzen, rauchen und lesen wĂŒrde.
Wie, zur Hölle, kamen die darauf?
Mit Ausnahme der Maid, die mir Tee gebracht hatte, war niemand zum Nachschauen gekommen, ich kam doch ein Wenig ins GrĂŒbeln wĂ€hrend ich das Abendessen einnahm; - unsere Vorstellungen vom sorgfĂ€ltigen Archivieren und Katalogisieren gingen doch ein wenig auseinander.
Die Damen verabschiedeten mich ein wenig frostig und meinten, dass ich am Montag wiederkommen und endlich mal fertig werden sollte.
Wir hatten zwar eine Woche vereinbart, und demnach lag ich recht gut in der Zeit, aber seit ich mit Ute zusammen war, hatte ich es aufgegeben, mit Frauen ĂŒber RationalitĂ€t zu diskutieren.

Im Parkhaus ging es hingegen ganz gut mit dem Mitgehen, gegen einundzwanzig Uhr gab es zwar eine dezente Flaute, aber dann kamen schon die ersten Damen wieder, einige, ihrem Mienenspiel nach zu urteilen, von irgendwie missglĂŒckten Rendezvous.
Eine erzĂ€hlte mir sogar, dass sie auf eine Chiffre-Anzeige geantwortet hatte, aber als der Mann sie wenige Minuten nach dem ersten HĂ€ndedruck kĂŒssen wollte, war sie umgehend vor ihm und seinem Mundgeruch geflĂŒchtet.
Ich versicherte sie meines aufrichtigen MitgefĂŒhls und wir gingen anstatt zu ihrem Auto einen Kaffee trinken und schnackten ein bisschen; - sie war kĂŒrzlich im Theater gewesen, interessante Inszenierung der Antigone. Ich lauschte andĂ€chtig ihren Worten und brachte ich sie anschließend zu ihrem Auto.
Sie stieg ein, machte noch ein wenig in ihrer Handtasche herum und gab mir mit verschmitztem LĂ€cheln einen Zehneuroschein. Sie lĂ€chelte dabei so hinreißend, dass ich meinen Blick nicht von ihr nehmen konnte, als ich den Schein in meine Hemdentasche steckte, sie den Motor anließ, nochmal winkte und davon fuhr.
Ich lutschte fast eine ganze Rolle Pfefferminzbonbons bis ich im Morgengrauen den Zehner aus der Hemdentasche zog und ihn in den Parkscheinautomaten schob. Der Automat nahm ihn langsam zu sich, und kurz bevor er ganz verschwunden war, sah ich die Telefonnummer darauf, in ganz kleiner Schrift, weg war der Schein, und der Automat warf mir das KĂ€rtchen zum Öffnen der Schranke aus.
Nur in ganz lausigen Schmachtfetzen im Kino setzt der Mann Himmel und Hölle in Bewegung und sich dem Gespött seiner Mitmenschen aus, um in solch einer Situation wieder an den Schein zu kommen.
Ich fluchte nur ein wenig vor mich hin, ließ die Loserplatte, die Ute beim FrĂŒhstĂŒck wieder auflegte, wortlos abprallen und legte mich in der Hoffnung, wenigstens von der Frau zu trĂ€umen, die mir ihre Telefonnummer auf einem Geldschein gegeben hatte, schlafen.
Aber nichts dergleichen. Am nÀchsten Morgen, als Ute mich gegen Mittag weckte, wenigstens hatte sie kapiert dass ich auch mal ein wenig schlafen musste, wollte sie mit Chantal und Jens grillen und ich sollte mitkommen.
Ich war ein wenig deprimiert und assoziierte Steaks oder zumindest WĂŒrstchen und Bier in einem Garten, was mich etwas nach vorne gebracht hĂ€tte, aber Ute warf sich in ihre neue teure Gewandung und dirigierte mich zu einem öffentlichen Grillplatz, auf dem Frauen in modischen JogginganzĂŒgen und MĂ€nner in Unterhemden neben Bierkisten saßen, umgeben von lĂ€rmenden Kindern und Radios, die entweder Sportberichte oder deutsche Schlager von sich gaben. Dazwischen qualmte der eine oder andere Grill vor sich hin. War nicht so ganz das Ambiente, das in der Lage gewesen wĂ€re, mich in eine ausgeglichene GemĂŒtslage zu versetzen.
Chantal und Jens erschienen auch bald und hatten alkoholfreies Bier sowie ein Paket der WĂŒrstchen mit, die das Werbefernsehen permanent anpriesen.
Seltsamerweise war Jens mit Anzug und Krawatte zum Grillen erschienen, weil er sich als Bankangestellter derart an ordentliche Kleidung gewöhnt hatte, dass er gar nicht mehr anders konnte.
Chantal setzte sich derweil so hin, dass die Markenembleme ihres Jogginganzugs gut zu sehen waren, lachte mich permanent fröhlich an und war der Ansicht, dass ich die Glut entfachen könnte, weil ich ja wohl die Àltesten Klamotten an hatte.
Na gut, wĂ€hrend Chantal ein wenig mit ihrem Brillantring angab, den sie von Jens einfach mal nur so bekommen hatte, entfachte ich die Glut und legte die WĂŒrstchen auf den Grill, wĂ€hrend Chantal schon mal einige Flaschen des alkoholfreien Bieres öffnete.
Ute wollte wissen, wann sie denn auch mal einen Ring von mir kriegen wĂŒrde und begann gleich wieder rumzusticheln von wegen arbeitslos und so, worauf Jens meinte, ich könnte ja mal bei ihm zuhause ein paar Dimmer einbauen, im Schlafzimmer zum Beispiel, wegen der erotischen AtmosphĂ€re, und er griff Chantal an den Busen worauf sie kicherte und ein wenig schelmisch nach ihm schlug.
Ich drehte die WĂŒrstchen um und wĂ€hrend ich das tat, schrie Chantal schrill auf, einer der Brillies aus ihrem neuen Ring war weg.
Es musste passiert sein, als Jens ihr an den Busen gefasst hatte, und sie erwartete allen Ernstes, dass wir ihn suchen wĂŒrden, was die anderen auch erfolglos taten, bis ich die WĂŒrstchen fertig gegrillt hatte, aber da wollte keiner mehr und alle waren böse auf mich, weil ich nicht suchen half, obwohl ich die Ă€ltesten Klamotten an hatte.
Ich hoffte instĂ€ndig, Jens nicht mal gegenĂŒber sitzen und um Erhöhung meines Dispos bitten zu mĂŒssen, wĂ€hrend ich, recht unbeeindruckt von diesem kleinen Drama, in dem ich offensichtlich den Bösen spielte, zwei WĂŒrstchen aß und ein alkoholfreies Bier trank; - ich wollte mir das Leben nicht von irgendwelchen Dingen vermiesen lassen.
Ich glaube kaum, dass sie mich vermissten, als ich mich in BĂ€lde verabschiedete, nach Hause fuhr, mich umzog, im Kino in des Parkhauses NĂ€he ganz alleine einen Film genoss und schließlich meine freiberufliche TĂ€tigkeit als Mitgeher aufnahm.
Ich war permanent unterwegs die Nacht.
Diese Sequenz hĂ€tte ich mir schenken können - wirklich - und die Frau, die mir mit hinreißendem LĂ€cheln ihre Telefonnummer auf einem Geldschein gegeben hatte, erschien leider nicht, und ich fuhr etwas betrĂŒbt im Morgengrauen nach Hause.
Ute schien auch gerade wiedergekommen zu sein, etwas unwirsch fragte sie mich, wo ich mich die Nacht denn rumgetrieben hatte, sie wÀren mal kurz im Parkhaus gewesen, nachdem sie in irgendeinem Trendrestaurant essen gewesen waren, aber ich wÀre nicht da gewesen.
“‘bin wahrscheinlich gerade mit jemandem mitgegangen, der das Parkhaus zu unheimlich war", sagte ich, “deshalb mache ich das ja. Sone Gehe kann bis zu zwanzig Minuten dauern, wenn das Auto ganz oben steht. Es wĂ€re nett gewesen wenn du solange gewartet hĂ€ttest."
“Was, so lange? Ich bin in fĂŒnf Minuten beim Auto! Was machst du denn so lange? Knutschen?”
“Quatsch, ich muss schließlich auch wieder zurĂŒck, außerdem kann man in Stoßzeiten schon mal 'ne Weile auf den Fahrstuhl warten."
Ich begann mich auszuziehen und mein Lager auf dem Sofa zu errichten wÀhrend Ute mir gute RatschlÀge gab, wie ich den Mitgeherjob am besten durchzurationalisieren hatte, und sicher wÀre ich auch bei einer anderen Frau gewesen. Sie erwartete sofort und auf der Stelle den Gegenbeweis, ich konnte nur die Achseln zucken und schlafen gehen.

Gegen Mittag buk ich fĂŒr das verspĂ€tete FrĂŒhstĂŒck einige Brötchen auf, aber als ich wĂ€hrend des FrĂŒhstĂŒcks mal erwĂ€hnte, dass die Brötchen nicht vom BĂ€cker waren, schmeckten sie Ute plötzlich nicht mehr, zu pappig.
Bevor einer ihrer beliebten, mit nicht zu realisierenden RatschlĂ€gen gespickten VortrĂ€ge losging, ging ich zur Schinkelausstellung, und ich ließ mich von den Exponaten gerne berĂŒhren, besonders die Reproduktion des Steindrucks 'Romantischer Friedhof', dem Versuch, die liebliche, sehnsuchtsvolle Wehmut, welche das Herz beim Klange des Gottesdienstes aus der Kirche herschallend erfĂŒllt, auszudrĂŒcken, tat es mir an.
Als schließlich ein Aufseher schlurfenden Schrittes nahte und mir nahelegte zu gehen, weil er Feierabend haben wollte, fuhr ich zum Parkhaus und ging wieder mit.
FrĂŒhstĂŒcken, Schlafen, wieder los, BĂŒcher archivieren, diesmal etwas frĂŒher.
Das MĂ€dchen mit dem HĂ€ubchen ließ mich ein, geleitete mich zu den BĂŒchern und meinte, ich sollte man recht fleißig sein.
Einige KleidungsstĂŒcke lagen in dem Zimmer, in dem der Computer stand und die HĂ€lfte der BĂŒcher herum lagen. Wahrscheinlich hatten sie Klamotten fĂŒr die Altkleidersammlung aussortiert und waren nicht ganz fertig geworden.
Ich ließ die Sachen wo sie waren, nahm nur einen HĂŒfthaltergĂŒrtel vom Stuhl vor dem Computer und legte ihn auf die Ablage vor dem ramponierten Spiegel.
Egal.
Die BĂŒcher hatte ich bereits nach Sachgebieten vorsortiert und in Haufen in alphabetischer Reihenfolge abgelegt. Der Stapel mit dem Agnostizismus lag hinter dem Sofa. Ich setzte mich zu dem Buch, und als ich begann ein wenig nach Stichworten zu blĂ€ttern, kam jemand herein.
Die Schwester meiner Auftraggeberin.
“Ich hab' ihn gefunden", rief sie in Richtung TĂŒr und griff nach dem HĂŒfthaltergĂŒrtel, den ich vor den Spiegel gelegt hatte.
Ich blieb sitzen und rĂŒhrte mich nicht, möglicherweise wĂ€re ein falscher Eindruck entstanden, wenn sie mich in einem Buch blĂ€tternd hinter dem Sofa sitzend angetroffen hĂ€tte.
Im Spiegel konnte ich sehen, wie sie ihren Rock raschelnd hochraffte, ihn vorne mit dem Kinn festhielt, den HĂŒfthalter um die HĂŒften legte und den Verschluss einrasten ließ.
Im selben Moment war sie verschwunden, nur das Rascheln des runtergelassenen Rocks war zu hören.
Schritte klangen auf, drei, vier trippelnde Schritte, die TĂŒr öffnete und schloss sich wieder, langsam verklingende Schritte die Treppe hinunter.
Ich blieb einen Moment wie erstarrt hinter dem Sofa sitzen; - von einer Tarnkappe hatte ich schon bei Siegfried gelesen, aber nicht von einem HĂŒfthaltergĂŒrtel, der seine TrĂ€gerin oder TrĂ€ger unsichtbar macht!
Nach einigen Augenblicken der VerblĂŒffung stand ich auf, den Stapel mit den AgnostizismusbĂŒchern nahm ich mit und aktivierte den Computer.
Nachdem ich mir das Programm zurecht gemacht hatte, kam meine Auftraggeberin entlang und zeigte sich etwas erstaunt, dass ich schon da war, und ich sollte doch essen kommen.
Die Schwester ließ sich auch wieder blicken, es gab Schweinebraten mit Rotkohl, wahrscheinlich der Rest des Sonntagsbratens, aber egal.
Sie wollten wissen was ich denn so am Wochenende getrieben hatte, und ich erzÀhlte bis zum Nachtisch von der Schinkelausstellung.
Nach der Verdauungszigarette begann ich Daten einzugeben, obwohl meine Gedanken um den seltsamen HĂŒfthalter kreisten. Ich wollte mich nicht ablenken lassen, diese Arbeit ordentlich zuende fĂŒhren.
Ich katalogisierte vor mich hin bis das MĂ€dchen den Tee brachte.
Sie setzte sich fĂŒr einen Moment und ich fragte sie, was es denn so mit den KleidungsstĂŒcken auf sich hatte, die hier in offensichtlicher Unordnung herumlagen.
Statt einer Antwort begann die Maid etwas lĂ€sterhaft ĂŒber ihre Herrschaft herzuziehen, und es wĂ€re nicht ihre Aufgabe, die Klamotten aufzurĂ€umen, die die Herrschaft aus unverstĂ€ndlichen GrĂŒnden im Hause verteilt hatte, genau wie die BĂŒcher, die hĂ€tten auch schon ein halbes Jahr rumgelegen, aber jetzt hĂ€tten sie ja endlich jemanden gefunden, der die in die Regale stellt.
Eigentlich hatte ich ihr ein wenig auf den Zahn fĂŒhlen wollen, was den seltsamen HĂŒfthaltergĂŒrtel betraf, aber sie schien nichts davon zu wissen und erzĂ€hlte mir statt dessen irgendwas von ihrem Freund bevor sie ging.
Ich fuhr fort, die BĂŒcher mit dem Computer zu erfassen, etliche Megabyte spĂ€ter kam die Maid wieder, nahm das Teegeschirr und mich zum Abendessen mit.
Einige Schnittchen, höfliche Konversation mit den beiden Schwestern, ich blieb noch ein, zwei Stunden und machte den Stapel mit dem Agnostizismus fertig.
Nach Hause, etwas essen, ein Bier trinken und mir Gedanken ĂŒber den seltsamen HĂŒfthaltergĂŒrtel machen.
Eigentlich war ein TarngĂŒrtel viel logischer als eine Tarnkappe, denn die Kraft des Unsichtbarmachens nahm sicher, wie fast alle physikalischen GrĂ¶ĂŸen, im Quadrat zur Entfernung ab. In der Mitte des unsichtbar zu machenden Körpers angebracht, mĂŒsste der GĂŒrtel zwar in zwei Richtungen arbeiten, brauchte aber nicht soviel Energie aufwenden, wie eine auf dem Kopf installierte Kappe.
Oder funktionierte die 'Tarnkappe' so, dass sich das Unsichtbarmachen im Kopf abspielt und bei dem Betrachter mittels Geisteskraft, welche die Tarnkappe verstĂ€rkt, die Vorstellung, dass keine Vorstellung vorhanden ist, ĂŒberlagert wird; - dann mĂŒsste der TarngĂŒrtel nach einem anderen Prinzip funktionieren, denn ich hatte ja noch ihren Rock rascheln und die Schritte der Frau gehört, nachdem sie den GĂŒrtel aktiviert hatte.
Möglicherweise bewirkte der GĂŒrtel lediglich eine leichte Verschiebung der Atomstruktur des Körpers, den er umschoss, so dass man durch die ZwischenrĂ€ume der MolekĂŒle schaute 
 ich gab es auf, darĂŒber nachzudenken.

Schlafen und wieder los.
Im Parkhaus lief die Nacht absolut nichts, und ich fuhr gegen Mitternacht nach Hause und legte mich zu Ute ins Bett. Auch hier lief nichts, außer dass sie mir haarklein erzĂ€hlte, wie sie sich mit Jens und Chantal gestritten hatte, es ging darum, dass Jens immer so dumme SprĂŒche machte wie: Warum denn in die Ferne schweifen? Sieh, die Ute liegt schon da! und sowas; - erstmalig fragte ich mich, warum ich nicht aufstand um spontan meinen Namen vom Klingelschild zu kratzen.

Das MĂ€dchen ließ mich am nĂ€chsten Morgen ein, zeigte sich erstaunt, dass ich schon wieder so frĂŒh kam, geleitete mich zu den BĂŒchern, meinte, ich sollte schön fleißig sein und entfernte sich.
Das war mir Recht, denn vor dem Spiegel lag wieder der HĂŒfthalter!
Die anderen Klamotten lagen noch genauso herum, wie am Vortag.
Ich konnte mir nicht verkneifen, ihn schnell mal, vor dem Spiegel stehend, umzulegen. 'war natĂŒrlich albern, ich und ein HĂŒfthalter, aber ich verschwand in dem Moment, in dem ich den Verschluss einhakte.
Ich kniff mir kurz ins OhrlÀppchen, das Schmerzempfinden war normal, ich klatschte kurz in die HÀnde, auch das war normal zu hören.
Ich löste den Verschluss wieder und legte den HĂŒfthalter vor den Spiegel, keinen Moment zu frĂŒh, denn ich hörte, wie jemand die Treppe hoch kam.
Ich schaltete schnell den Computer ein und zĂŒndete mir eine Zigarette an.
Meine Auftraggeberin kam herein und wunderte sich, dass ich schon da war.
“Hat Margret sie wieder rein gelassen? Das hĂ€tte sie mir sagen mĂŒssen. Wie kommen sie denn voran?"
“Ich denke, ich werde morgen fertig sein", sagte ich, “ich zeige ihnen dann auch, wie sie mit dem Programm umgehen können, wenn nochmal das eine oder andere Buch dazu kommen sollte."
Sie war zwar etwas skeptisch, wollte es dann aber doch möglichst genau wissen. Sie ging wieder nachdem sie mir den guten Rat gegeben hatte, nicht so viel zu rauchen.
Obwohl ich gerne die Reichweite des HĂŒfthalters ausprobiert hĂ€tte, ob man eine Tasche oder gar einen Koffer unsichtbar mitfĂŒhren konnte, lud ich das Programm und fuhr mit meiner Arbeit fort.
Den Abend kam ich bis zur PalĂ€ontologie und schien auf einige Damen, die ich im Parkhaus zu ihren Autos brachte, einen etwas geistesabwesenden Eindruck zu machen, denn ich fĂŒhrte sie hin und wieder auf das falsche Deck.
Ute maulte beim FrĂŒhstĂŒck mĂ€chtig rum, von wegen, dass wir nichts zusammen unternehmen wĂŒrden und ich mir endlich richtige Arbeit suchen sollte; - die ĂŒbliche Platte bis sie in den Blumenladen und ich Schlafen ging.

Gegen Mittag fuhr ich wieder los, zu den BĂŒchern und dem seltsamen HĂŒfthalter.
Vielleicht sollte ich die Damen mal ganz vorsichtig fragen, ob sie mir den HĂŒfthalter mal leihen wĂŒrden, nur fĂŒr einen Abend, und um mich unsichtbar ins Theater, ein Konzert oder eine Kunstausstellung zu schleichen.
Aber erst mal waren die BĂŒcher zu archivieren, und das wollte ich heute fertig bringen, und mich nicht von dem TarngĂŒrtel abhalten lassen, der immer noch vor dem ramponierten Spiegel lag.
Zwischen Mittagessen und Abendbrot war ich dann soweit, dass ich den Stoß BĂŒcher ĂŒber Zionismus alphabetisch geordnet in das unterste Regal ganz rechts stellte.
Fertig.
Ich zĂŒndete mir eine Zigarette an und gab dem Computer den Druckbefehl.
Der seufzte erst mal und begann wenig spÀter Seite um Seite des Katalogs in die Ablage zu schieben.
Ich war ein wenig stolz, als ich den Stapel Papier zum Abendessen mit runter nehmen konnte. Aber die Damen legten ihn nur achtlos beiseite.
Als ich nach dem Essen ganz vorsichtig anklingen ließ, dass wir fĂŒr das Archivieren und katalogisieren der BĂŒcher zweihundert Euro vereinbart hatten, und ich gerne geneigt wĂ€re, morgigen Tages nochmal zu erscheinen um sie mit dem Computer und dem Verwaltungsprogramm der BĂŒcher vertraut zu machen, lachten die beiden Damen höhnisch auf und meinten, ich hĂ€tte ja immer bei ihnen gegessen und hĂ€tte ĂŒberhaupt das alles viel schneller schaffen können, und ich sollte ja ganz ruhig sein, sonst wĂŒrden sie dem Arbeitsamt mal schnell was melden, von wegen Schwarzarbeit und so.
Ich schluckte erst mal schwer, stand auf und murmelte etwas von: “dann hole ich doch mal eben meine Jacke. Sie werden verstehen, dass ich mich nicht in ĂŒberschwĂ€nglicher Begeisterung verabschiede. Meine Damen, es war mir ein entsetzliches VergnĂŒgen."
Ich ging hoch, schaltete den Computer aus, zog mir meine Jacke an und steckte den HĂŒfthalter ein.
Dann ging ich; - ohne die HaustĂŒr sonderlich stark ins Schloss fallen zu lassen.
Heiteren GemĂŒtes geleitete ich einige Damen zu ihren Autos und fuhr, als der Morgen graute, heimwĂ€rts, nachdem ich Herrn Rumpler Bescheid gesagt hatte, dass ich in der folgenden Nacht wohl nicht kommen und mitgehen wĂŒrde.
Unterwegs legte ich den HĂŒfthalter unter den Beifahrersitz, Ute pflegte hin und wieder in meinen Taschen nach irgendwelchen Beweisen fĂŒr was auch immer zu suchen.
Ich besorgte Brötchen sowie eine Zeitung und ließ mich beim FrĂŒhstĂŒck auf keine von Utes Sticheleien ein, sondern las den Kulturteil der Zeitung.
Am Abend sollte es eine italienische Oper geben. Irgendeinen freien Platz wollte ich wohl finden, nachdem ich unsichtbar reingegangen war und mich auf der Toilette des HĂŒfthalters wieder entledigt hatte.
Ich schlief erst mal eine Runde und ruhte dann voller Vorfreude auf die Oper, bis Ute am spÀten Nachmittag wutschnaubend rein kam.
“Du hast eine andere!”, schnaufte sie, “ich hab' den Beweis!”
“Welchen Beweis wofĂŒr?”
“Was hat denn ein StrumpfhaltergĂŒrtel in deinem Auto zu suchen? Und vor allem: Wie kommt er dahin?"
“Ach du Scheiße! - Pass' auf, ich zeig's dir, leg' ihn mal um, dann wirst du staunen!”
“Vor allen Dingen leg' ich die Straps einer anderen Frau um! - Ich hab' sie gerade in die Heizung gesteckt 
!“

Ich legte meine HĂ€nde um Utes Hals und drĂŒckte zu.
Ich mordete, nicht wohlĂŒberlegt mit einem genial ausgetĂŒftelten, getimten und ausgefĂŒhrten Plan, nur aus einem Impuls heraus, weil mir diese Frau in ihrer Schlichtheit ĂŒber lange Zeit die WĂŒrde genommen hatte; - mein Ego zerstört, und jetzt auch noch den TarngĂŒrtel 



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DocSchneider
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Hallo Hagen, ja, es soll Autoren geben, die sogar ihre eigenen Texte lesen. ;-) Im Ernst, die Geschichte wird immer besser, je lĂ€nger sie fortschreitet. Sehr amĂŒsant. Ute ist ein echter Kotzbrocken, und die Titelfigur mutiert vom Mitgeher zum Mitesser. Ich habe nur darauf gewartet, dass das MĂ€dchen nur mit SchĂŒrze bekleidet den Tee serviert. ;-)
Ich fĂ€nde es gut, wenn Du alle Fehler ausmerzen wĂŒrdest, das wĂ€re dem Text angemessen.
Bis demnÀchst, lG, Doc
__________________
Manchmal denke ich, der Himmel besteht aus ununterbrochenem, niemals ermĂŒdendem Lesen. (Virgina Woolf)

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Hagen
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Hallo Doc,
tue mir das bitte nicht an, meine eigenen Texte zu lesen!
Ich bin in Gedanken schon wieder bei dem NÀchsten; - aber solange Du die Worte trotzdem erkannt hast, ist das meiner Ansicht nach völlig ausreichend!
(Mit dieser, meiner Einstellung, hatte meine Realschullehrerin auch ihre Probleme, das ist leider nicht rauszukriegen)
Die Nummer mit dem SchĂŒrzchen habe ich schon in einem Roman verbraten, der demnĂ€chst (oder auch nicht) als E-Book erseinen wird, ich arbeite noch dran.
Ansonsten kann ich nur sagen."Danke fĂŒrs Lob."

KĂŒss die Hand, gnĂ€dige Frau.
Man liest sich!
yours Hagen

________
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Hagen
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Hallo Doc,

Da haben Gerichte und FreisprĂŒche ĂŒberhaupt nichts zu suchen; - wie kommst Du denn auf dieses schmale Brett?
Du solltest mich, beziehungsweise meine Protagonisten doch soweit kennen, dass er fĂŒr dieses Problem auch eine geniale Lösung parat hat.
Bis heute weigern sich die ‘juristischen KapazitĂ€ten’ an den perfekten Mord zu glauben, weil die KreativitĂ€t des perfekten Mörders die eines jeden Menschen, der sich zur Juristerei herablĂ€sst, um ein vielfaches ĂŒbersteigt. Das Ergebnis sind Friedhöfe voller Opfer perfekter Morde. Da hierĂŒber keine Statistik gefĂŒhrt wird, kommen selbst als ‘kompetent’ geltende Juristen zu dem Schluss, dass es den perfekten Mord nicht gibt
Die Friedhöfe sind aber voll von Opfern perfekter Morde, und die GefĂ€ngnisse voll von Opfern von JustizirrtĂŒmern!

Nun denn, kĂŒss die Hand, gnĂ€dige Frau
Yours Hagen

_____________
nichts endet wie geplant!

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Hallo Hagen,
ich hab den Text mit viel VergnĂŒgen gelesen. Allerdings verstehe ich nicht, warum du ihn nicht korrigierst. (Manchmal fehlen Wörter.)Schade.
Der Kontrast zwischen dem gebildeten Kulturmenschen und der dummen Nuss Ute erscheint mir etwas ĂŒberkonstruiert.
Die stĂ€ndigen Verweise auf die Bildung des Protagonisten sind kurz davor zu nerven. Vom HĂŒfthalter habe ich mehr erhofft. Der selbstironische Unterton gefĂ€llt mir.

Sehr gern und mit Genuss gelesen!

Mumpflunse
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Hagen
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Hallo Mumpf Lunse,

erst mal dicken Dank fĂŒrs Lob und dafĂŒr, dass Du Dir den langen Text freiwillig (trotz der Fehler, die mir in der Schaffensfreude so durchgerutscht sind) angetan hast.
Leider leide ich unter Neoorthographogermanophobie und unter Sesquipedalophobie, sodass sich beim Korrekturlesen ein echtes Problem auftut; - aber auf die Idee fĂŒr eine neue Story hast Du mich gebracht.

Man muss meines Erachtens ein wenig â€˜ĂŒberzeichnen‘, um einen Mord zu rechtfertigen, die ‘richtigen‘ Schriftsteller gehen auch so vor.

Das Dich die stĂ€ndigen Hinweise auf die Bildung des Protagonisten nerven, tut mir leid, aber bevor man etwas schreibt, muss man es wissen; - und wo soll ich sonst hin, mit meinem ‘unnĂŒtzen Wissen‘?

Das Ding vom HĂŒfthaltergĂŒrtel hĂ€tte in der Tat zu einem ganzen Roman gereicht, manche ‘Autoren‘ walzen sowas tatsĂ€chlich aus, aber ich hatte irgendwie keine Lust mehr dazu. Man kann vom Bankraub bis zur Modenschau alles damit machen; - vielleicht war es ja auch das einzig Reale an der Story, und es ist wirklich so abgelaufen ... denn jeder weiß, dass ich niemals lĂŒge.

Beste GrĂŒĂŸe
Yours Hagen

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nichts endet wie geplant!

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Mumpf Lunse
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Hallo Hagen,
ich hab hier lange nichts gelesen ... das meiste war ziemlich langweilig.

Das kann man von Deiner Geschichte nicht sagen.

Das Du Dein unnĂŒtzes Wissen irgendwie unterbringen musst,
Yo Mann! Volles VerstĂ€ndnis (fĂŒr den Autor).

Zum verbessern/korrigieren des Textes: Wir wollen doch nur helfen. :-)

Übrigens, dass das ganze in einem Mord endet und der wunderbare HĂŒfthalter nur diese eine Funktion hat, gefĂ€llt mir nicht. Ist irgendwie eine Notlösung (der Mord).

Na ja, HĂŒfthalter sind eben auch nicht mehr was sie mal waren.

einen schönen Tag

Mumpflunse
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