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Leselupe.de > Kindergeschichten
Der Mond ist krank
Eingestellt am 04. 07. 2003 19:48


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Flitzi
Routinierter Autor
Registriert: May 2001

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Der Mond ist krank

„Mmmmmhhh!“, brummte der Mond und guckte grimmig, als ihn ein kleines, fröhliches Sternchen fragte, wie er den Tag ĂŒber geschlafen hatte.
„So gut wie ĂŒberhaupt nicht habe ich geschlafen!“, sprudelte es wĂŒtend aus ihm heraus.
„Wie denn auch? Bei diesem LĂ€rm! Nachts, wenn ich am Himmel stehe und alle Menschen schlafen, dann ist es seelenruhig und mucksmĂ€uschenstill. Sobald ich mich aber, bei Sonnenaufgang, ins Bettchen lege, geht der ganze Krach los.
Millionen von Autos sausen die Straßen rauf und runter, quietschen mit ihren Reifen und hupen. Kreischende Kinder laufen zum Kindergarten, schrille Musik tönt von ĂŒberall her und unzĂ€hlige Maschinen hĂ€mmern laut herum. Und dann fragst Du mich noch, ob ich gut geschlafen habe???“
Das kleine Sternchen blickte den Mond erschrocken an. Noch nie hatte es ihn so aufgebracht und genervt gesehen. Und auch nicht so blass. Der Mond sah richtig krank aus, fand das Sternchen, und sein schönes, fröhliches LÀcheln war ganz aus seinem Gesicht verschwunden.
Sofort beschloss es, den Mond mit ein paar leckeren, selbstgebackenen Keksen aufzumuntern und brachte ihm am nÀchsten Abend das dampfende und duftende GebÀck freudestrahlend vorbei.
Der Mond jedoch schĂŒttelte sich und schob die Kekse beiseite. „Danke, aber ich habe keinen Hunger“, murmelte er und drehte sich traurig weg.
„Der Mond hat ĂŒberhaupt keinen Hunger mehr!“, flĂŒsterte eine vorbei fliegende Sternschnuppe.
„Seit Tagen isst er gar nichts mehr! Kein Brot, kein Obst, nein, nicht einmal Schokolade will er essen, gar nichts.
Ich mache mir schon richtig Sorgen, weil er jeden Abend dĂŒnner wird.“
Das kleine Sternchen betrachtete den Mond genauer und erschrak. Die Sternschnuppe hatte Recht. Der sonst so dicke, runde Mond war auf die HĂ€lfte seiner ursprĂŒnglichen GrĂ¶ĂŸe geschrumpft.
Kein Wunder, da er keinen Appetit mehr hatte.
Die nĂ€chsten Tage beobachtete das kleine Sternchen den Mond besorgt weiter. Jeden Tag schrumpfte er, jeden Tag ein StĂŒckchen mehr, bis zum Schluss nur noch ein winzigkleiner, sichelförmiger Streifen von ihm zu sehen war.
Da bekam das kleine Sternchen richtig Angst. Auch die anderen Sterne machten sich Sorgen und ĂŒberlegten, was sie tun könnten. Schließlich war der Mond ihr Freund und sie wollten ihm helfen. Sonst wĂ€re er bald völlig vom Himmelszelt verschwunden.
„Wie sollen wir ihn nur zum Schlafen bringen, wenn es tagsĂŒber so laut ist?“, fragte das kleine Sternchen die anderen, die angestrengt nachdachten.
Plötzlich hatte die kleine Sternschnuppe eine Idee.
„Das SandmĂ€nnchen könnte uns doch helfen!“, rief sie aufgeregt.
„Das bringt den Menschen doch auch den Schlaf und schenkt ihnen tolle TrĂ€ume. Wieso sollte es dem Mond nicht helfen können?“
Vor Begeisterung jubelten und klatschten alle Sterne am Himmelszelt.
Als das SandmÀnnchen am Ende seiner tÀglichen Erdreise bei den Sternen vorbei schaute, berichteten sie ihm von ihrem Plan. Sofort stimmte es zu und beschloss, bei Sonnenaufgang dem Mond mit einem SÀckchen besonders gutem Traum- und Schlafsand einen Besuch abzustatten.
Der dĂŒnne kleine Mond wunderte sich sehr, als sein Freund, das SandmĂ€nnchen am nĂ€chsten Morgen vorbei kam.
„Was machst Du denn hier?“, fragte er mit schwacher, zittriger Stimme.
„Ich bringe Dir Deinen Schlaf zurĂŒck!“, antwortete das SandmĂ€nnchen, lĂ€chelte und streute ihm vorsichtig eine Hand voll bestem Traumsand in die dicken, mĂŒden Augen. Ehe der Mond noch etwas sagen konnte, war er schon tief eingeschlafen. In einen solch erholsamen Traumschlaf, dass er in der darauf folgenden Nacht ĂŒberhaupt nicht am Himmel erschien.
Die Sterne erschraken zuerst, doch als das SandmĂ€nnchen ihnen erzĂ€hlte, dass der Mond sich gesund schlĂ€ft, waren sie erleichtert. In dieser dunklen Nacht bemĂŒhten sie sich, besonders strahlend und hell zu leuchten.
Als der Mond am nĂ€chsten Abend aufwachte, streckte und reckte er sich zufrieden. So gut und vor allem so tief hatte er lange nicht mehr geschlafen. GlĂŒcklich dankte er den Sternen und dem SandmĂ€nnchen, dass am nĂ€chsten Morgen gleich wieder einen großen Sack Schlafsand zu ihm brachte und versprach, nun tĂ€glich vorbeizukommen.
Endlich hatte der Mond seinen erholsamen Schlaf wieder gefunden. Jeden Abend wurde er runder und voller, bekam wieder Appetit und aß soviel er nur konnte.
Die Sterne strahlten vor Freunde, als der Mond schließlich wieder vollkommen gesund und rund am Nachthimmel stand und leuchtete. Aber er war nicht nur wieder genauso groß und rund wie frĂŒher, nein, er hatte auch wieder dieses schöne, fröhliche LĂ€cheln auf seinen dicken Wangen. Und das war das, was die Sterne am meisten an ihm vermisst hatten.



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Tanja_Elskamp
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Ach DESHALB sieht der Mond immer anders aus!?
Und ich frage mich das schon seit etwa 25 Jahren, Mensch!

Vielen Dank fĂŒr diese niedliche ErklĂ€rung mit all den drolligen Gestalten darin, sie ist wunderschön.

Tanja

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Flitzi
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Hallo nochmal!
Ich finde es wirklich toll, dass Du meine Geschichten gelesen hast. Leider wird auf dieser Seite nicht viel kommentiert. Solch nette und vor allem aufmerksame Leser liebe ich bzw. brauche ich, da ich selber meine Geschichten schlecht einschÀtzen kann.
Vielen, vielen Dank.

Gruss Sabine

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Tanja_Elskamp
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:-)

Sehr gern geschehen :-)

Dass es wohl etwas zĂ€h ist hier, das habe ich schon gemerkt, aber ich selbst bin ja auch noch ein Frischling. Kann aber nur zu gut nachvollziehen, dass man sehnsĂŒchtig auf Kommentare wartet, denn immerhin kann man sich damit ja auch (eventuell) verbessern.

Liebe GrĂŒĂŸe,
Tanja

P.S. Elefanten zĂ€hlen und Ein komisches Spiel habe ich meiner Mum heute am Telefon vorgelesen, weil sie keinen Internetanschluss hat, sie fand auch beides drollig und war vor allem begeistert, dass es bei Mensch-Ă€rger-dich-nicht draußen viel kĂ€lter ist als drinnen und man besser Handschuhe anzieht ;-)

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Flitzi
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Schreibst Du auch selber Geschichten?

Gruss
Sabine

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Tanja_Elskamp
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Ja sicher :-)

Allerdings bin ich bislang meiner Meinung nach deutlich besser im Kritisieren von Kindergeschichten als im schreiben, darum steht hier nichts von mir und wird sicherlich auch noch dauern *grins*, meine Messlatte ist da zugegebenermaßen sehr hoch, was Kinder betrifft und die erreiche ich selbst bislang auch nicht im entferntesten, so dass ich sie nicht einmal zur Diskussion stellen mag

Ich hab aber einige andere Sachen geschrieben und hier auch was (zum Diskutieren) reingestellt, das kannst du ja ĂŒber mein Profil auch sehen.

Gruß,
Tanja

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