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Leselupe.de > Kindergeschichten
Der Mondjunge
Eingestellt am 20. 10. 2008 10:43


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adforte
Hobbydichter
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Der Mondjunge

Dies ist die Geschichte eines Jungen, der seit ewigen Zeiten auf dem Mond lebte. Wie er dort hinkam, wusste er nicht, denn seine Eltern waren vor langer Zeit gestorben und sie hatten vergessen, es ihm zu sagen.

Der kleine Junge fĂŒhlte sich sehr einsam. Er hĂ€tte unheimlich gerne einen SpielgefĂ€hrten gehabt. Auch brauchte er jemanden, der ihm beim FĂŒttern des Mondes behilflich war, denn er musste dafĂŒr sorgen, dass der Mond alle 28 Tage krĂ€ftig zunahm bis er kugelrund war. Danach war DiĂ€t angesagt, dann musste der Mond wieder abnehmen, um nicht zu platzen. Und dann wieder alles von vorn. Das war ganz schön anstrengend.

Aber das war nun mal seine Aufgabe und er musste sie erfĂŒllen, denn die Menschen auf der Erde waren es so gewohnt und man durfte im Universum ja nichts durcheinander bringen. Dies könnte schlimme Folgen haben, hatte Mama ihm immer wieder gesagt. Er hatte seine Eltern sehr lieb gehabt und wollte nun alles richtig machen. Er hatte es versprochen.

Immer wenn die Sichel des Mondes am SchmĂ€lsten war, saß der Junge ganz vorn an der Spitze, denn er dachte, dass er dort am Besten sehen konnte. Sehnsuchtsvoll schaute er zur Erde, wo es so viele Menschen gab. Er fĂŒhlte sich sehr allein, und dann weinte er.

Ach hĂ€tte er doch nur jemand, der zu mir auf den Mond kommen wollte, der mit mir spielt, lacht und herumtollt und mit dem ich gemeinsam zur Erde blicken und die Menschen beobachten kann. Traurige Geschichten sehe ich mir aber nicht gern an. Da drehe ich mich einfach um, denn traurig bin ich ja schon selbst. Ich will lustig sein und lachen. Es gibt da viele tolle Dinge, die man sehen kann. Fröhliche Menschen, schöne Blume, Tiere, Kirschen, Äpfel. An einem Baum, liegt wohl Richtung SĂŒden, hĂ€ngen herrliche FrĂŒchte. Die Erdmenschen nennen sie Pfirsiche. Die stelle ich mir sĂŒĂŸ und saftig vor. Bestimmt schmecken sie himmlisch. Bei mir auf dem Mond wachsen nicht so viele verschiedene FrĂŒchte. Alle zwei Tage kann ich das Mondgras fĂŒr den Mond ernten und es schmeckt ihm gar nicht so schlecht, wie manch einer vielleicht denkt. Denn alle 28 Tage trĂ€gt mein Mondbaum dann mĂ€chtig große FrĂŒchte fĂŒr mich. Die sind so schwer, dass ich sie kaum tragen kann. Diese FrĂŒchte nenne ich „Kugelrundis“. Sie sind gelb und saftig.

Bei einer seiner Kugelrundis-Mahlzeiten betrachtete der Junge still die Erde- als ihm plötzlich fĂŒr einen kurzen Moment beinahe sein Herz stehen blieb. Da! Ganz deutlich sah er auf einer Wiese ein MĂ€dchen, dass ganz allein tanzte und hĂŒpfte, ihre Arme zu ihm streckte und immer wieder rief: „Hallo du da, du im Mond“. Lieber Himmel! Hatte sie ihn etwa gesehen? Aber nein. Sie wandte sich um und lief davon. Traurig legte der Junge im Mond seine Kugelrundis zur Seite und schlief schließlich ein.
Aber er hatte einen Traum. Das kleine MĂ€dchen war hier, bei ihm, auf dem Mond. Sie spielten Fangen, machten MondhĂŒpfen und viele andere lustige Dinge und er wusste, dass er zum ersten Mal das war, was die Menschen glĂŒcklich sein nennen.

Viele NĂ€chte vergingen, bevor das MĂ€dchen wieder zur Waldlichtung kam. Aber diesmal war es nicht so fröhlich , wie beim letzten Mal. Voller Schmerz rief es hinauf: „ Ach lieber Freund im Mond, könntest Du mich doch hören und sehen und mit mir reden. Niemand mag mich, weil ich so anders bin. Sie nennen mich „mondsĂŒchtig“ und sie schelten mich, nur weil ich nachts so gerne hinaus gehe, wenn du so hell und freundlich leuchtest. Aber wenn ich zu Dir schaue, glaube ich, einen Freund zu sehen, der auch einsam und ganz allein ist.“ Oh je, dachte der Junge im Mond, kann es denn wahr sein? Sie hat mich gesehen? Mein Herz hĂŒpft ganz toll vor Freude. Doch jetzt habe ich ein neues Problem. Wie kann ich mich nur bemerkbar machen? Ratlosigkeit machte sich bei ihm breit und wieder war er sehr traurig.
Als er eingeschlafen war, erschien ihm sein Vetter, der Windmann im Traum und sprach ihm leise ins Ohr:“ Wenn Du es dir so sehr wĂŒnscht, dann will ich dir helfen. In der nĂ€chsten Nacht, wenn du wieder auf deiner Mondsichel sitzt, will ich deine Worte mit leisem FlĂŒstern zur Erde tragen.“
Obwohl er der ganzen Sache nicht so recht traute, setzte sich der Junge, als die Zeit gekommen war, auf die Spitze seiner Sichel und hoffte, der Traum wĂŒrde sich doch erfĂŒllen.

Unendlich lange wartete er auf das MĂ€dchen, und wartete und wartete
 Und als er sich schon schlafen legen wollte, da kam sie. Schnell rief er freudig hinab: „Hallo kleines MĂ€dchen. Sag mir deinen Namen.“ Versteckt in einem Baum saß Onkel Wind, blĂ€hte seine Backen ganz fest auf, das sah sehr lustig aus, und blies ihr die Worte zu. Das MĂ€dchen glaubte, sich getĂ€uscht zu haben, doch nochmals rief jemand leise: „Sag mir deinen Namen.“ VerĂ€ngstigt flĂŒsterte sie: „mein Name ist Amelie. Und wie heißt du?“ „Ich heiße noch keinen Namen. Gibst Du mir einen?“ antwortete der Junge im Mond. „Tobi, ja Tobi, das passt zu dir. So werde ich dich ab jetzt nennen,“ sagte das MĂ€dchen. Doch gerade als er Amelie noch etwas fragen wollte, war sie schon wieder verschwunden.

Viele Monde sah er sie nicht wieder. Was war wohl mit ihr geschehen? Voller Sorge suchte er im Mondschein nach ihr. Fast hatte er die Hoffnung schon aufgegeben, da fand er sie endlich. Amelie saß bitterlich weinend auf ihrem Bett. Man hatte sie eingesperrt, Fenster und TĂŒren waren verriegelt und sie durfte nur noch bei Tageslichte nach draußen. Man wĂŒrde ihrer Mondsucht schon ein Ende machen, hatten ihre Eltern gesagt.

Tobi sah keinen anderen Ausweg, wieder musste Onkel Wind helfen. Als er erfuhr, was geschehen war, erzĂŒrnte er so sehr, dass er sich mĂ€chtig aufblĂ€hte und gewaltig blies. Er blies, dass die Dachbalken knarrten, sich die BĂ€ume bis zur Erde bogen und das Haus erzitterte. Sturm nennen die Menschen das. Voller Angst flohen alle in den Keller, aber Amelie vergaßen sie in ihrem Zimmer. Onkel Wind legte sich mĂ€chtig ins Zeug und plötzlich flogen TĂŒren und Fenster auf. Amelie war frei und konnte fliehen. So schnell sie konnte, lief sie davon und beschloss, nie mehr nach Hause zu gehen. Onkel Wind aber begab sich zur Nachtruhe, denn er war nun sehr erschöpft.

Von nun an konnten es Amelie und Tobi kaum erwarten, bis es dunkel wurde und der Mond am Himmel erschien. Jede Nacht erzĂ€hlten sie sich voneinander, von ihren Freuden und Sorgen und mal lachten und mal weinten sie. Bald wussten sie alles ĂŒber sich und wĂŒnschten sich nichts mehr, als zusammen auf dem Mond zu leben, denn der ist ja bekanntlich groß genug fĂŒr zwei. Sie könnten dort tagelang Verstecken spielen, die leckeren Kugelrundis essen und ach, ganz viel mehr. Das wĂ€re ein riesiger Spaß.

Aber mit der Zeit wurden beide unzufrieden und sie dachten nach, wie Amelie wohl zum Mond hoch kĂ€me. Leider fiel ihnen keine Lösung ein, bis Tobi wieder einen Traum hatte. Diesmal sah es seine Großtante Sonne, naja, irgendwie war sie wohl auch mit ihm verwandt. Aber da kannte er sich nicht so gut aus. Auch sie konnte sein Leid nicht mehr mit ansehen und wollte helfen (wie unter Verwandtschaft eben sein sollte). Es fiel ihr nicht so schnell eine Lösung ein und dann, oh Schreck, vergaß sie, was sie versprochen hatte. Ihr mĂŒsst nĂ€mlich alle wissen, dass die Sonne schon sehr alt ist und so beschĂ€ftigt, der Erde Licht und WĂ€rme zu spenden, dass sie auch nicht an alles denken kann.

Und dann, eines Nachts geschah auch noch das: Der Mond begann sich immer mehr zu verdunkeln. Er wurde schmĂ€ler und schmĂ€ler, bis man nur noch einen Ring außenrum sehen konnte. Amelie konnte Tobi nicht mehr sehen. Und Tobi erging es ebenso. War nun die gemeinsame schöne Zeit vorbei? Hatte Tobi mit seinen WĂŒnschen das Universum durcheinander gebracht? Das konnte nicht sein, das durfte nicht sein!
Amelie warf sich auf den Boden und bat den lieben Gott, dass es vorbei gehen und Tobi doch wieder zurĂŒckkehren solle. Tobi grĂŒbelte geknickt darĂŒber nach, was er denn wohl angestellt hatte. Dann fiel es ihm plötzlich wieder ein. Seine Mama hatte einmal von solchen Vorkommnissen erzĂ€hlt. Es ist etwas ganz besonderes, das aber gar nicht so lange dauern wĂŒrde. Die Menschen haben das Wort Mondfinsternis dafĂŒr erfunden. Also, puh, kein Grund zur Verzweiflung, Er wĂŒrde seine Amelie wiedersehen. Und beruhigt schlief er ein.

Als Großtante Sonne nun langsam am Mond vorbei zog, fiel ihr zum GlĂŒck ihr Versprechen wieder ein und sie wurde ganz rot vor Scham. Schlagartig hatte sie auch eine Lösung parat: Die Mondfinsternis war die zĂŒndende Idee. Sie wusste jetzt, was zu tun war.
Und nun hört gut zu!

An manchen Tagen stehen Sonne und Mond zur selben Zeit am Himmel. Dies wĂŒrde sie ausnutzen, beschloss Großtante Sonne. Als es dann so weit war, sandte sie ihren ersten krĂ€ftigen Strahl auf die Waldlichtung, wo Amelie saß. Amelie sprang auf den Sonnenstrahl auf und machte auf ihm eine wunderschöne Reise durch die Dunkelheit jenseits der Erde, bis sie schließlich ganz sanft auf dem Mond, direkt neben ihrem Tobi abgesetzt wurde. Sie hatten es geschafft! Tobi und Amelie fielen sich in die Arme undwollten sich gar nicht mehr loslassen. Beider Traum war nun doch in ErfĂŒllung gegangen.

Lange Zeit verbrachten sie mit spielen, halfen sich gegenseitig beim MondfĂŒttern und MonddiĂ€ten, aßen zusammen die Kugelrundis und bedankten sich artig bei Onkel Wind und Großtante Sonne fĂŒr deren Hilfe- und wĂ€hrend dies alles geschah, wurden beide erwachsen. Irgendwann heirateten sie. Viele Kinder wurden ihnen geschenkt und weil eines noch schöner war als das andere nannten sie alle „unsere Sternchen“.
Viel spĂ€ter haben Forscher von der Erde Namen fĂŒr ihre Kinder gefunden. Die hat aber nicht mehr mit unserer Geschichte zu tun. Wenn ihr wissen wollt, wie sie alle heißen, dann fragt Eure Eltern.

Mittlerweile wird Amelie von manchen Menschen liebevoll „Frau Luna“ genannt. Sie ist sehr beschĂ€ftigt, auf ihre Sternchen aufzupassen, von denen sich manche beim Spielen voller Freude zur Erde fallen lassen. Wenn ihr so eine Sternschnuppe bei Nacht, falls ihr mal nicht schlafen könnt, seht, dann wĂŒnscht Euch ganz schnell etwas Schönes. Der Wunsch geht in ErfĂŒllung. FrĂŒher oder spĂ€ter. Ihr mĂŒsst nur ganz fest daran glauben.
Und in hellen MondnÀchten könnt ihr Tobi, den Mann im Mond und Amelie, seine Frau Luna sehen. Sie blinzeln Euch allen zu. Habt Ihr`s gesehen?!




Maria Anna KĂ€mpfl

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Christoph
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Oct 2006

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Mondzyklus 56 Tage?

Nur eine kleine Anmerkung, damit die Kinder keinen Unsinn lernen: der Mond nimmt von Vollmond bis Neumond 14 Tage ab und dann wieder 14 Tage zu. Nach der Geschichte dauert ein Zyklus jedoch 56 Tage.
MfG Christoph
__________________
Christoph Höver
Fuseta / Portugal
christoph.hover@iol.pt

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