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Leselupe.de > Humor und Satire
Der Notschalter
Eingestellt am 06. 02. 2002 14:15


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Inge Anna
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Der Notschalter

"Ab heute m├╝ssen wir einfach k├╝rzer treten, den G├╝rtel enger schnallen, wenn's auch schwerf├Ąllt, Hedwig. Ach - und Deine so gro├čspurig geplante Geburtstagsfete mu├čt Du wohl oder ├╝bel abblasen. Derartige Kostenbrummer w├╝rden uns zweifellos vollends ruinieren!" "Das kann unm├Âglich Dein Ernst sein! Ich habe bereits 40 Leute eingeladen. was werden die von uns denken, wenn wir Hals ├╝ber Kopf die Sache platzen lassen?" "Das k├╝mmert mich herzlich wenig; es war schlie├člich nicht meine Idee, den gro├čen Max herauszukehren. B├╝gle Du also Deine Voreiligkeit schnellstens aus und gib acht, da├č da nichts knittert." "Du hast gut reden; Blamage pur. Eine solche Dem├╝tigung stehe ich nicht durch!" "Unsinn; es gibt schlimmeres auf Erden, als diese nichtsnutzige Verwandtschaft abzusch├╝tteln. Mag sie sich am eig'nen Tisch vollstopfen. - - Und noch etwas - - auf das ohnehin ver├Ąchtliche Getratsche hinterm R├╝cken kann ich leicht verzichten. Also, halte uns mit einer einigerma├čen glaubw├╝rdigen Ausrede die l├Ąstige Sippschaft von der Pelle!" "Nein, Hermann, da spiele ich nicht mit; die Feier findet statt. - - Sprich doch mal mit Deiner Bank. La├č Dir 'nen Kredit einr├Ąumen. Du hast doch erst vor kurzem in h├Âchsten T├Ânen die Gro├čz├╝gigkeit Deines Kreditinstitutes gepriesen. Au├čerdem ist Pumpen heutzutage keine Schande mehr. Schulden geh├Âren f├╝r moderne Menschen gewisserma├čen zum guten Ton." "Ganz so einfach liegen die Dinge nicht, mein Schmuckst├╝ck. Wenn einem das Wasser bis zum Halse steht, stellt sich jede Bank quer und ich - - ja ich bin seit vorgestern ohne Job." "Und das erfahre ich erst heute von Dir? Wie hast Du das denn geschafft?" "Zuviel krank gefeiert; dem Chef einiges serviert, was dieser offenbar nicht schlucken konnte." "Such' Dir was Neues. Du bist doch auf diese Banausen nicht angewiesen." "Danke f├╝r Deine warme Anteilnahme! Ich werde mich bem├╝hen, dem Staat nicht lange auf der Tasche zu liegen - - und nun leg' Deine Fete auf Eis und bring' mir ein Bier!"
"Du, Hermann, ich h├Ątte da einen genialen Vorschlag. Wie w├Ąr's, wenn wir Deinem dick betuchten Br├╝derlein ein bi├čchen um den Bart gingen. Dem tut es gewi├č nicht weh, f├╝r uns ein paar Scheinchen locker zu machen?" "Wie Du daherredest. Hans ist Dir doch ansonsten rundum zuwider, doch als Notschalter soll er allemal aktiv sein. Wende Dich doch mal in die andere Richtung, an Deinen Vetter Holger zum Beispiel, der den prallen Geldsack h├╝tet wie seinen Augapfel. Ich glaube, der wird eines Tages noch an seinem Geiz ersticken." "La├č diese Geh├Ąssigkeiten! Holger hat f├╝r all dies hart gearbeitet, w├Ąhrend meinem Herrn Schwager der Reichtum sozusagen ├╝ber Nacht zuflo├č." "Hans hat nun daf├╝r zu sorgen, da├č Du gl├Ąnzen kannst." "Warum nicht; Du wei├čt doch selbst, da├č sich H├Ąnschen in Krisenzeiten als zuverl├Ąssiger Notschalter stets bestens bew├Ąhrt hat." "Dein Jubelfest ist rausgeschmiss'nes Geld, das wir nicht einmal haben. Hast Du eigentlich gar keinen Stolz? Hans hat ein weiches Herz und daraus wird k├╝nftig kein Kapital mehr geschlagen und jetzt gib endlich Ruhe. Mein Bier hole ich mir selber." "Nicht arbeiten, aber saufen! Dem wird kein Riegel vorgeschoben. Nur zu, Dein Vergn├╝gen hat Vorrang!" "Telefon, Hedwig! Sicher wieder eine von diesen Kaffeeklatschbasen." "Ich geh' ja schon. K├Ânnte aber auch jemand f├╝r Dich sein." "Kaum; um diese Zeit rufen entweder Klara, Iris oder Elsbeth an, die ihre Langeweile totschlagen m├╝ssen. La├č sie um Himmelswillen nicht warten!

Hedwig begibt sich in den Hausflur, wo sich der Apparat befindet. Das Gespr├Ąch wird sehr leise gef├╝hrt.

Hermann sch├╝ttet unterdessen gierig eine Flasche Bier in sich hinein. Hedwig kommt ins Wohnzimmer zur├╝ck. Ihr Gesicht ist kreidebleich.

"Was ist denn los? Wird Elsbeth sich jetzt endlich von ihrem Querkopf scheiden lassen oder hat Iris ihre Schlankheitskur abgesetzt? - - Wahrscheinlich hat Kl├Ąrchen immer noch nicht den Doktor gefunden, der ihre Faulheit als Berufsunf├Ąhigkeit bescheinigt - - oder wo dr├╝ckt der Schuh? Aber Du bist ja k├Ąsewei├č!" "Es war Ina. - - Hans hatte einen Autounfall. - - Der Wagen ist ein Schrotthaufen. H├Ąnschen hat gl├╝cklicherweise nur ein paar Knochenbr├╝che davongetragen." "Sicher hatte mein Bruderherz wieder mal ein H├Âllentempo drauf. Ich fahre sofort zu ihm ins Krankenhaus. Hoffentlich gab es da wirklich keine inneren Verletzungen?" "Nat├╝rlich nicht. Dein Br├╝derchen war schon immer ein Gl├╝ckspilz. Besuch wird ihm gut tun. - - ├ťbrigens, bei der Gelegenheit k├Ânntest Du doch mal ganz sacht an seine Geldb├Ârse klopfen und unsere brenzlige Finanzlage anklingen lassen. Die Erleichterung dar├╝ber, da├č alles f├╝r ihn so glimpflich ablief, wird hierbei ganz bestimmt kein Nachteil sein!" "Ich soll ihn am Krankenlager um Kohle anbetteln?" "Du mu├čt ja nicht direkt mit der T├╝r ins Haus fallen; - - aber w├Ąre seine Genesung nicht geradezu ein Grund zum Feiern?" "Du meinst, mit einer Vitaminspritze von seinem Konto? - - Weshalb eigentlich nicht. Hans hatte einen brauchbaren Schutzengel und das ist in der Tat einen gr├Â├čeren festlichen Aufwand Wert."
"Siehst Du, Wir harmonieren wieder pr├Ąchtig, mein Lieber. Hans ist niemals kleinlich gewesen und wird auch diesmal als hilfreicher Notschalter funktionieren. - - Schwer vorstellbar, wenn es einen Kurzschlu├č gegeben h├Ątte."

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