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Leselupe.de > Ungereimtes
Der Panther (remembering Rilke)
Eingestellt am 05. 05. 2003 16:37


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Rhea_Gift
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Der Panther (remembering Rilke)

Wie ein Panther tanze ich durch die Nacht,
nichts empfangend, das aufmerksam macht -

So tanze ich um meine eigene Mitte,
ich, die Musik und ausgeschlossene Dritte,
trinke Bier, um die Stäbe nicht zu sehen,
um mich frei im Kreise zu drehen,
lasse Bilder in mich ein,
die im Herzen aufhören zu sein
und wünsche mir nur den einen Moment,
in dem sich ein Blick durch die Stäbe brennt
und mein Inneres nach außen kehrt,
der mich die Stäbe übersehen lehrt,
der mich herauslockt aus meinem Kreis,
der vom Ich den Weg zum Ich-Du-Wir mir weist -

Doch wie ein Panther tanze ich durch die Nacht,
nichts empfangend, das aufmerksam macht.
__________________
...Seele, bist du nun erwacht?...Und sie zittert, und sie lacht allen Himmelssternen zu... (Hesse)

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Renee Hawk
???
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Ich möchte dir gern mit Rilke antworten:
(als Dankeschön, dass ich das lesen durfte)


... Du wirst neu geboren ... (Rilke)

... Du, der ich’s nicht sage, dass ich bei Nacht weinend liege,
deren Wesen mich müde macht wie eine Wiege,


Nicht der Wind strich sanft durch mein Haar, nicht der Mond leuchtete in meinen Seelenspiegeln wider, nicht der Regen trommelte in einem fort gegen meine Brust und der Hauch deines Kusses lag auf meiner Schulter, als du längst gegangen warst.

... du, die mir nicht sagt, wenn sie erwacht meinetwillen:
wie, wenn wir diese Pracht ohne zu stillen in uns trügen?


Es sind die Momente meiner Einsamkeit, die mich an dich fesseln und in denen ich zu unserer Zuflucht reise. Umgeben von deiner Wärme, deiner Nähe, deiner Liebe und Hingabe entfliehe ich in unseren ewigen Traum von Sehnsucht und Geborgenheit.

... sieh’ dir die Liebenden an, wenn erst das Bekennen begann, wie bald sie lügen ...

Auch wir bekannten und logen.
Es war an einem Sommertag. Ich erinnere mich, wie heiß die Luft stand, das Atmen fiel schwer, Schweißperlen sammelten sich ohne dazutun auf der Haut.
Zum Abschalten hatte ich mich zurückgezogen – in diesen Park. Wie ich es zuvor auch immer tat. Ohne dein zutun sah ich dich in meinem Blickwinkel.
Deine Augen versteckt hinter dunklen Gläsern deiner mondänen Brille, deine schmalen Lippen zogen wundervolle Halbmonde in dein Gesicht, welches lachte. Wie ein großes UFO saß dein Sommerhut schief auf deinem feuerroten Haar, das spielerisch vom Wind auf und ab gepusht wurde.
Selbstsicher gingst du galant und übertrieben weiblich an meiner Sitzbank vorüber, stopptest und schautest dich um. Meine Augen hielten deinen nicht Stand, ich blickte verlegen zu Boden. Deine Stimme zupfte in meinem Inneren eine Saite zum klingen und betäubte meinen Verstand, als dein Körper in dem grüngepunkteten Trägerkleid neben mir Platz nahm.
Behandschuht nahmst du die Sonnenbrille und blicktest durch mich hindurch - ahead in my heart.
Dieses Lächeln hattest du niemals erloschen. Es ist der Antrieb meines Lebens, der Motor meines Seins, die Sehnsucht deiner Liebe.
Täglich führte uns der Park zusammen. Tiefer, intensiver und vertrauter wurde aus uns zwei das Eins, was zu bestehen versuchte in der Welt von dir und mir.

...Du machst mich allein. Dich einzig kann ich vertauschen.
Eine Weile bist du’s, dann wieder ist es das Rauschen,
oder es ist ein Duft ohne Rest ...


Deine Hände lagen ruhig und vertraut auf meiner Haut. Dein Duft, einem Ozean frisch entsprungen, umgab nicht nur das kleine Zimmer des zweitklassigen Hotels, in welchem wir uns später täglich trafen, er umgab die ganze Welt um mich herum.
Säuselnd drang deine Stimme, bittersüß wie Mokkaschokolade, an mein Herz und in mein Hirn. Unter unserer Liebe hoben wir die Welt aus ihren Angeln und legten sie uns zu Füßen.
Versprochen hatten wir uns niemals eine Ewigkeit; gelebt haben wir sie in unseren kurzen Stunden unsrer Zweisamkeit in der Einsamkeit.
Uns blieb nichts verborgen. Wir entdeckten uns in jedem Augenblick. Deine strahlenden Augen entdeckten mich, und ich verlor mich in ihnen wie der Morgentau in der Frühlingswiese.
Forbidden love straight to my life
Engumschlungene Nattern beim Liebespiel, körperlich begehrend heiß, Unruhe im Geist, letzte Sekunden auskostend, bevor der Sturm uns ins Wasser des Lebens zurückwirft.

... Ach, in den Armen hab’ ich sie alle verloren,
du nur, du wirst immer wieder geboren:
weil ich dich niemals anhielt, halt’ ich dich fest.


Und so hielten wir einander.
Wir - in unseren Armen.
Ein letztes Mal unsere Brüste küssend, ein letztes Mal unsere Venus schmeckend.
Und weil wir uns niemals anhielten – hielten wir uns fest für unsere Ewigkeit.


Reneè Hawk ©Januar 2003

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Rhea_Gift
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Hi Renee Hawk,

wow! Schön, daß es noch mehr Rilke-Liebhaber gibt, die Antwort hat mir mehr als gut gefallen! Solltest Du als eigenen Beitrag veröffentlichen ( falls dem noch nicht so ist)VIELEN DANK!

Lieben Gruß, Rhea

PS: ...Und doch gehen sie immer wieder hinaus und treffen sich unter Bäumen... (hab´s Original grad nicht im Kopf ;-))
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Liebe Rhea

Bin mehr oder weniger zufällig auf dieses schöne Werk gestoßen. Das Original ist mein absolutes Lieblingsstück wobei Dein Gedicht sehr gut als zweiter Teil des Originals durchgehen könnte. Oder viellecht als "moderne" Version?!
Ach ich weiss es nicht, es gefällt mir auf jeden Fall. Den Worten Renee`s auch ein großes Lob für die schöne Antwort.

>>Ich hoffe Ihr wisst wo die Tür zwischen den Gitterstäben ist<<

Alles Liebe

Indi
__________________
Träume sind die letzten freien Abenteuer in einer Welt der vorgeschriebenen Phantasien

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Rhea_Gift
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Danke, Individuelle, daß es Dir gefällt. Ich empfinde es auch als moderne Interpretation des alten, allerdings mit deutlicherer Hervorhebung der Liebe...

LG, Rhea
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megan
Guest
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ja, ich erinnere mich, ich las auch diese überarbeitung schon, damals in den ersten drei tagen durft ich ja noch nichts kommentieren
es ist eindringlich und es berührt

es ist gut

meg

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Rhea_Gift
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Thank you well - "Der Panther" ist für mich natürlich einmalig genial - aber trotzdem Quell der Inspiration - besonders für black cats

LG, Rhea
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