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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Der Perlenfischer
Eingestellt am 08. 09. 2003 18:23


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Traum
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Jul 2003

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Der Perlenfischer

"Ja- wer sind wir denn, dass wir uns nochmals vor den Karren spannen lassen!?"- Kopfsch├╝ttelnd schauten die Frauen am kleinen Tisch der Seniorenbegegnungsst├Ątte dem langsam am Rathausplatz davongehenden Herrn M├╝ller nach. Ich nenne ihn mal so.
Herr M├╝ller kam ├Âfters in den Seniorentreff. Manchmal schniefte er vor sich hin, Tr├Ąnen kullerten ihm ├╝ber die Wangen. Er tat mir leid in seiner Einsamkeit.
Er war Witwer, schon l├Ąnger. Besa├č ein nettes Reihenhaus und ein Auto, war auf der Suche nach einer Frau, die Tisch und Bett mit ihm teilen w├╝rde.
Sie sollte genauso sein wie seine verstorbene Frau: still, geduldig, ihrem Mann gehorchend, kurzum: eine Perle im Haushalt.
Denn vom Kochen verstand er etwas. War selbst lange Gastronom gewesen."Man kann eine Wirtschaft nur f├╝hren mit dem Einsatz aller Kr├Ąfte" erkl├Ąrte er mir, "Organisation ist alles!" Seine Gesichtsz├╝ge wirkten pl├Âtzlich ganz lebhaft, gar nicht mehr weinerlich.
Du lieber Himmel, wie sollte man diesem Menschen helfen? "Haben Sie es schon mit einer Annonce probiert?" fragte ich. "Das tue ich doch schon die ganze Zeit. Und stellen Sie sich vor, die Frauen haben heutzutage Anspr├╝che, einfach wahnsinnig!"
Dann erz├Ąhlte er, dass auf ein Inserat sich Frauen gemeldet h├Ątten, die bereits vor drei Jahren Kontakt mit ihm aufnehmen wollten. "Immer dieselben Weiber!" Das sagte er nur mir, unter vier Augen, wenn niemand sonst im Treff war.
Er wollte Anschlu├č finden, er brauchte ein weibliches Wesen, aber nur nach seinen Vorstellungen! Ein paarmal versuchte er, einer Dame ein "Viertele" Wein zu spendieren; meist wurde es abgelehnt, die Absicht war zu offensichtlich. Zwar kam er meist im Anzug mit Krawatte, sah "schnieke" aus, trug einen imposanten Siegelring, aber das langte halt nicht.

Wie gesagt, die T├╝r fiel hinter ihm ins Schlo├č, als er aus dem Treff ging. Und jetzt fing die Debatte an.
"Noch mal so viele Jahre Hausfrau sein...nochmals nach der Pfeife eines Mannes tanzen..."
"Sicher, ich habe meinen Mann geliebt, ihn gern gehabt, aber jetzt bin ich ├╝ber seinen Tod hinweg, kann tun und lassen was ich will, verreisen, wieder eine enge Beziehung eingehen..."
"Nochmal Hausm├╝tterchen spielen...-nein, danke; es gibt ja soviele M├Âglichkeiten, die das Leben bietet! Eine feste Beziehung kommt f├╝r mich nicht in Frage! Und wenn-

dann nur mit getrennten Wohnungen...!

...aber man sollte niemals n i e sagen!

Es k├Ânnte ja doch einmal sein ...??"

__________________
Den anderen nehmen wie er ist. Kritik ist fruchtbar, darf aber nicht zerst├Âren.

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flammarion
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jaja,

es ist wirklich unerh├Ârt, dass frau auch mensch sein m├Âchte!
deine geschichte gef├Ąllt mir. da ich auch oft in einem seniorentreff weile, habe ich bei einer ├Ąhnlichen debatte mitgeh├Ârt: "Ich brauche keinen, der bei mir die Spinnweben entfernt, die bleiben dran, bis ich zum frauenarzt mu├č!"
ganz lieb gr├╝├čt
__________________
Old Icke

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Traum
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Jul 2003

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Stimmt genau

.. die Frauen sind auch nicht mehr, das was sie waren. Gell ?!

Viele Gr├╝├če
und einen sch├Ânen Tag-

Traum

__________________
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