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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Der Plan
Eingestellt am 25. 08. 2006 11:07


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Sunny Day
Autorenanw├Ąrter
Registriert: Apr 2006

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Der Plan

Die Liebe hat eine gro├če Kraft und vielleicht schafft sie es, meinen Plan zu zerst├Âren. Es hat mich zum Schwanken gebracht als ich gesehen habe, wie sehr Clara ihr Kind liebt. Seit zwei Wochen bin ich nun hier und arbeite als Haushaltshilfe in dieser Familie.
Die ganze Zeit ├╝ber habe ich mein Vorhaben im Kopf gehabt, aber es bot sich bisher noch nicht die Gelegenheit es durchzuf├╝hren. Stattdessen wurde ich immer mehr ein Teil der Familie. Ich wurde Zeuge, wie f├╝rsorglich und liebevoll Clara mit ihrem Kind umgeht. Es ist jetzt f├╝nf Monate alt. Seine Haare sind dunkel und weich wie G├Ąnseflaum. Seine Augen hell und wach, die Haut rosig und zart, fast seidig. Manchmal habe ich die Gelegenheit es n├Ąher zu sehen und betrachte seine langen Wimpern, die schmalen Finger. Wenn ein L├Ącheln ├╝ber das Gesichtchen huscht, scheint die Sonne aufzugehen. Alles an ihm ist noch so klein, so perfekt und zieht mich in seinen Bann. Ich bemerke, dass ich anfange etwas zu empfinden, etwas wie Herzensw├Ąrme, sie entsteht langsam, wie eine aufgehende Blume in der Fr├╝hlingssonne. Aber ich str├Ąube mich dagegen, - doch die Liebe hat eine gro├če Kraft.

Ich wei├č mittlerweile, dass Clara ihr Kind sehr liebt. Jeden Tag beobachte ich, wie sie es sachte auf dem Arm wiegt, wenn es schreit. Ich h├Âre, wie sie dabei leise ein Lied vor sich her singt, um ihren Sohn zu beruhigen. Sie h├Ąlt ihn auf dem Arm, auf dem linken, so dass sie ihn an ihrem Herzen hat. Sie schaut ihm tief in die babyblauen Augen und mit dem Lied auf den Lippen bringt sie ihn zur Ruhe. Es entgeht mir nicht, wie sie ihn t├Ąglich mit liebevollen H├Ąnden wickelt, mit T├╝chern, so wie es damals eben ├╝blich war.
Gestern sah ich, wie Clara ihren kleinen Jungen in die Luft hob, sie drehte sich mit ihm um die eigene Achse und lachte. Ihre Wangen waren ger├Âtet, sie ist gl├╝cklich. Wenn sie nur w├╝sste, was ich wei├čÔÇŽ
Ich bekam eine G├Ąnsehaut bei dem Anblick dieser ungeheuren Liebe und des Gl├╝cks. Nicht wegen der Liebe und nicht wegen des Gl├╝cks oder weil ich ihr beides nicht g├Ânnen w├╝rde, sondern weil es so widerspr├╝chlich, so irrational ist. Ich wei├č nicht, was ich f├╝hlen soll, Zuneigung oder Abneigung. Ich bin zerrissen zwischen meinem Plan, dem Wissen und dem s├╝├čen schuldlosen Baby.

Heute, am Abend des 19. Septembers ist der Moment g├╝nstig. Jetzt, in diesem Augenblick bietet sich f├╝r mich die Gelegenheit f├╝r mein Vorhaben, meinen Plan.
Sie sind unten, Clara und ihr Mann. Ich stehe allein im Kinderzimmer, allein mit dem Kind, das friedlich in seiner Wiege liegt und schl├Ąft. Seine Gesichtsz├╝ge sind entspannt, der Atem geht ruhig, seine kleine Brust hebt und senkt sich leicht unter der Decke. Er sieht so unschuldig aus, so unschuldig, dass ich seinen Anblick kaum ertragen kann. Langsam greife ich zu dem Kissen, das auf dem Sessel liegt.
Seitdem ich die Entdeckung gemacht habe, in die Vergangenheit reisen zu k├Ânnen, habe ich diesen Plan gefasst und ihn Schritt f├╝r Schritt verfolgt. Ich bin in das Jahr 1889 gereist und habe die Stelle der Haush├Ąlterin der Familie in Braunau angenommen.
Und jetzt stehe ich hier, mit dem Kissen in der Hand und dem Plan, es dem Kind auf das unschuldige Gesichtchen zu dr├╝cken, so lange bis es erstickt. Aber ich z├Âgere, ich wei├č nicht ob ich es kann. Vielleicht ist es Bestimmung, denn die Liebe hat eine gro├če Kraft. Sie hat mich schleichend eingenommen seitdem ich hier arbeite. Nun besitzt sie mich und vielleicht hindert sie mich an meinem Plan dieses Kind zu ersticken, dieses Kind mit dem Namen Adolf Hitler.




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