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Leselupe.de > Gereimtes
Der Preis der Freiheit
Eingestellt am 01. 04. 2012 10:14


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helmut ganze
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Mar 2009

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Der Preis der Freiheit

Die Marktwirtschaft hat wohl zu Zeiten
mitunter ihre Schattenseiten,
denn wenn elftausend Schleckerfrauen
urpl├Âtzlich in die R├Âhre schauen
und ihren Arbeitsplatz verlieren,
kann da noch Schlimmeres passieren?
Mich selbst, das sage ich ganz offen,
macht dieses Schauspiel sehr betroffen.
Die Politik in ihrer Not,
die ist gespalten, sieht gleich rot.
Die einen sagen, ach, wie schlecht,
wie kommt ihr ohne Job zurecht,
wir m├╝ssen jetzt, drauf k├Ânnt ihr wetten,
doch eure Arbeitspl├Ątze retten
und dass ihr nicht, wie ihr jetzt seht,
unschuldig auf der Stra├če steht.
Die and`ren sagen, ei der Daus,
die Marktwirtschaft steht doch ins Haus,
da kann man schon, das kann passieren,
den Arbeitsplatz ganz schnell verlieren,
wir k├Ânnen doch, drauf k├Ânnt ihr wetten,
die Unternehmen nicht mehr retten,
die selber sich ins Abseits bringen,
zuwenig Marktanteil erringen.


Doch von sozialer Sicherheit,
da spricht man schon die ganze Zeit
und ├╝ber Freiheit wird geschrieben,
dass wir sie ├╝ber alles lieben
und dass sie, wie man es auch dreht,
hoch ├╝ber allem andern steht.
Damit es aber jeder wei├č,
die Freiheit hat auch ihren Preis,
soziale Sicherheit zuweilen
muss oft man sich mit Freiheit teilen.
Man kann von diesen Gottesgaben
zum Nulltarif nicht alles haben.
Bei uns, wo nur Erfolg noch z├Ąhlt,
sich f├╝r den Kampf ums Leben st├Ąhlt,
da ist dann auch so ab und an
kein Platz mehr f├╝r den Nebenmann.
Wir sind schon, sei es wie es sei,
doch letzten Endes vogelfrei.

Heidenau, den 31. o3. 2012



Version vom 01. 04. 2012 10:14

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Architheutis
Guest
Registriert: Not Yet

Zur politischen Aussage des Textes:

Wo ein politischer Wille ist, ist auch ein Weg. Siehe Kohlesubventionen, siehe EU-Agrar-Subventionen, siehe Opel...

Unternehmerische Fehler baden immer die aus, die am wenigsten daf├╝r k├Ânnen, die auf Lohn verzichtet haben, die ├ťberstunden noch und n├Âcher schieben: Die Arbeitnehmer.

Letztlich wird es eh vom Steuergeld bezahlt. Subvention hin, Arbeitslosengeld her. Gewinne werden jedoch privatisiert, Verluste dagegen sozialisiert.

Ich teile jedoch nicht den ganz so pessimistischen Grundtenor des Gedichtes:

quote:
Wir sind schon, sei es wie es sei,
doch letzten Endes vogelfrei.

Wir sind nicht vogelfrei. Wir leben in einer der verl├Ąsslichsten, stabilsten Demokratien, welche den Begriff "Rechtsstaat" auch ausf├╝hrt. Zudem leben wir in einem Land, das in Sachen sozialer Sicherheit weltweit eine F├╝hrungsposition einnimmt.

Das soll nicht die Ängste und Sorgen der Schleckerfrauen klein reden. Das Schicksal ihrer Entlassung ist hart. Aber der Weg bis ganz nach unten ist noch weit. Ein "staatlich toleriertes Auf-der-Strecke-bleiben" kann ich daher nicht erkennen.

Zum Gl├╝ck ist Verk├Ąuferin ein gefragter Beruf. Ich denke (hoffe), viele von denen werden schon bald wieder eine Arbeit haben.

Zum lyrischen Inhalt:

Der Text ist mir ein paar Verse zu lang. Manche Aussagen werden wiederholt, wenngleich auch immer etwas anders verpackt. Dennoch bleiben unsch├Âne Redundanzen.

Lieber Helmut,

w├Ąre eine Variation des Reimschemata nicht f├Ârderlich? Man kann gerade mit Blockreimen diejenigen Aussgen besonders hervorheben, auf die es einem ankommt. Die stete Abfolge von Stabreimen, noch dazu in dieser L├Ąnge wirkt zum einen erm├╝dend, zum anderen gehen die wirklich zu betonenden Gedanken im allgmeinen Reimbrei unter.

Deine Gedanken sind zu wertvoll, als dass du unkenntlich machen solltest. Es gibt verschiedene Stilmittel der Hervorhebung. Ich schlage dir den Blockreim vor, aber da sollten besser die Stilexperten ihren Senf zu abgeben. ;-)

Gru├č,
Archi

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helmut ganze
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Mar 2009

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s.o.

Lieber Architheutis,

vielen Dank f├╝r deinen umfangreichen Beitrag zu meinem Gedicht.
Mein pessimister Grundton, obwohl ich ein lebensbejahender Mensch bin, r├╝hrt aus meiner Erkenntnis, dass der Einzelne f├╝r die Kr├Ąfte des Marktes, die unser Leben vorw├Ąrtstreiben, v├Âllig uninteressant ist, bis auf die Tatsache, dass er Konsument sein muss und solange er kann, f├╝r die Gl├Ąubiger gewinnbringende Arbeit leisten kann. Alle anderem werden dem Staat zur F├╝rsorge ├╝berlassen, sie sind vogelfrei und f├╝r das Kapital nicht praktikabel. Den Blick in die Zukunft finde ich eingetr├╝bt, da der Staat infolge seines selbst gew├Ąhlten Spardiktates immer weniger in der Lage sein wird, soziale Sicherheit zu generieren.

Was die Reime selbst betrifft, ist wohl noch kein Meister vom Himmel gefallen so wie ich, als vollkommener Quereinsteiger im Rentenalter. Ich werde aber an mir arbeiten.

Ganz liebe Gr├╝├če

Helmut

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